Infobrief der FNR 02/2017: EU/International

Europäische Biomassekonferenz in Stockholm

Anlässlich der 25. Europäischen Biomassekonferenz und Messe in Stockholm war das H2020-Projekt SEEMLA mit einem Posterbeitrag sowie einem Vortrag durch die FNR (Koordinator des Projektes) vertreten. Der Vortrag umfasste nicht nur Aspekte der Nutzung marginaler Standorte zur Bioenergiegewinnung, sondern auch der Bedeutung der Charta für Holz, respektive der Forstwirtschaft und der nachhaltigen Nutzung von Holz für die deutsche und europäische Bioökonomie.

Die Vorhaben ERA-NET Bioenergy, BESTF und ETIP Bioenergy SABS organisierten am 14.6. eine Parallelveranstaltung zum Thema „Bioenergy – from Research to Market Deployment in a European context“. Mehrere der vorgestellten Vorhaben hatten deutsche, vom BMEL geförderte Projektpartner und die vorgestellten Ergebnisse fanden durchgängig positive Resonanz.          
Die Podiumsdiskussion zum Thema „Strengthening the market uptake of advanced biofuels&bioenergy“ fokussierte auf den anstehenden Implementierungsplan der Key Action 8 des SET-Plan und verdeutlichte die Erwartungen von Forschung, Industrie und Mitgliedstaaten an den Plan, der ab September 2017 ausgearbeitet werden soll.

25. Europäische Biomassekonferenz in Stockholm
25. Europäische Biomassekonferenz in Stockholm
Projekt SEEMLA
Projekt SEEMLA
ERA-NET Bioenergy
ERA-NET Bioenergy

Rückblick auf IEA Bioenergy Workshops Bioökonomie und Nachhaltige Biomasse Göteborg

Der Lenkungsausschuss von IEA Bioenergy traf sich Mitte Mai zu seiner 79. Sitzung in Göteborg, Schweden. Estland konnte als neues Mitgliedsland begrüßt werden. Ein Workshop zum Thema “Die Rolle industrieller Bioraffinerien in einer kohlenstoffarmen Wirtschaft” stellte u. a. mögliche Synergien zwischen der stofflichen und energetischen Nutzung nachwachsender Rohstoffe heraus.

IEA Bioenergy
IEA Bioenergy

Advanced Motor Fuels: Technik- und Kraftstoffalternativen für Motoren außerhalb des Transportsektors

Die Ratifizierung des Pariser Klimaschutzabkommens 2016 und die nationalen Reduktionsziele der Treibhausgase für die kommenden Jahrzehnte machen den Einsatz alternativer Kraftstoffe unumgänglich. Neben den Motoren im Transportsektor, das heißt im Straßenverkehr, in der Schifffahrt und im Luftverkehr, tragen andere Motoren in Europa mit 18% erheblich zur Treibhausgasbelastung bei. Aber auch für andere Luftverschmutzungen sind diese Maschinen maßgeblich mitverantwortlich.

In einer internationalen Studie in Kooperation mit Schweden, Finnland, Schweiz und Canada hat die FNR als Mitglied des Kooperationsabkommens AMF-Advanced Motor Fuels der Internationalen Energieagentur (IEA) eine vertiefende und vergleichende Untersuchung in Auftrag gegeben. Dabei wurden die Emissionen, die politischen Rahmenbedingungen und die technischen wie regulatorischen Lösungsansätze betrachtet, die die Maschinen im Agrar- und Forstsektor, im Baugewerbe, im Bergbau aber auch Maschinen im Privatbesitz umfassen.

Die Ergebnisse zeigen, dass gesetzlich geregelte Emissionsobergrenzen in den vergangenen Jahren in allen betrachteten Ländern den Treibhausgasausstoß und den Ausstoß anderer Abgase von mobilen Maschinen stark reduziert haben. Dabei hatte der Einsatz von Technologien, die bereits im Verkehrssektor Anwendung finden, einen wesentlichen Einfluss.

Alle Ergebnisse, Anwendungsbeispiele und Handlungsempfehlungen für Politik, Wirtschaft und Forschung werden in der IEA-AMF Studie „Fuel and Technology Alternatives in Non-Road Engines“ im Oktober 2017 publiziert.

Die FNR ist seit 2009 Mitglied von IEA-AMF und vertritt dort Deutschland im Auftrag des BMEL.

AMF-Advanced Motor Fuels der Internationalen Energieagentur (IEA)
AMF-Advanced Motor Fuels der Internationalen Energieagentur (IEA)

Rückblick auf das SEEMLA-Symposium Wien

Mehr als 50 internationale Gäste nahmen am 1. Internationalen Symposium des H2020-geförderten Projekts SEEMLA teil. Dieses wurde als ganztägige Veranstaltung unter dem Titel "Soils of Marginal Lands" im Rahmen der jährlich stattfindenden Konferenz der Europäischen Geowissenschaftlichen Vereinigung (EGU) durchgeführt. Die FNR, Koordinator des Projektes, organisierte und führte das Symposium gemeinsam mit den Partnern der BTU Cottbus und Legambiente durch und war mit Posterbeiträgen - darunter auch Postern der Projekte greenGain, ISABEL und VERAM - sowie zwei Vorträgen vertreten. Insgesamt besuchten 14.500 Wissenschaftler die internationale Tagung.

Zu den eingeladenen Gastrednern gehörten Dr. Calliope Panoutsou (Imperial College London) und Dr. Saori Miyake (IWAR, Universität Darmstadt). Andere Vortragende, jeder von ihnen Experten im Gebiet der Ökologie, Bodenkunde, Forstwirtschaft oder erneuerbare Energien, kamen aus Italien, Griechenland, Ukraine, Kanada und aus Deutschland. Die Bedeutung der Nutzung von marginalen Standorten zur Bioenergiegewinnung ist stetig wachsend; so auch die Bedeutung von SEEMLA: dies zeigte der erfolgreiche Abschluss der Veranstaltung.        

1. Internationales Symposium des H2020-geförderten Projekts SEEMLA
1. Internationales Symposium des H2020-geförderten Projekts SEEMLA

InnProBio-Workshop und interaktiver Marktdialog zur öffentlichen Beschaffung von biobasierten Produkten

Das H2020 geförderte Projekt INNPROBIO veranstaltete am 25.4.17 in Bonn einen Workshop und einen Marktdialog für öffentliche Beschaffer und Anbieter biobasierter Produkte. Dort wurden die im Projekt erarbeiteten Hilfsmittel vorgestellt und Hürden bei der biobasierten öffentlichen Beschaffung besprochen. Die Hilfsmittel, zu denen u. a. sog. Factsheets, Datenbanken und weitere Materialien gehören, sollen öffentlichen Beschaffern als Überblick und Unterstützung dienen, um den biobasierten Einkauf zu fördern. Weiterhin wurden Barrieren besprochen, die die biobasierte Beschaffung zzt. daran hindern, gezielt nachhaltiger einzukaufen. Bei einem Marktdialog konnten sich die Teilnehmer einen Marktüberblick verschaffen und u. a. Anbieter aus den Bereichen Bürobedarf, Textilien, Facility-Management und Catering kennenlernen.

Projekt INNPROBIO
Projekt INNPROBIO
Workshop
Workshop

VERAM Experten-Workshop zur Erarbeitung einer gemeinsamen Vision und eines Forschungs- und Innovationsfahrplans für europäische Rohstoffe

Am 13. Juni 2017 fand in Brüssel der Experten-Workshop des EU-Projektes „Vision and Roadmap for European Raw Materials“ (VERAM) statt. Der Workshop stellte den ersten Meilenstein für die Entwicklung eines gemeinsamen Forschungs- und Innovationsfahrplans für die Europäischen Rohstoffe in 2050 dar. Dabei teilten Entscheidungsträger, Politiker und Vertreter der Industrie und der Forschung ihre Ideen und Visionen für die zukünftige Entwicklung der Rohstoffforschung mit dem VERAM Team. Weitere Informationen und die Präsentation aus dem Workshop finden Sie unter http://veram2050.eu/veram-experts-workshop/.

Sofern Sie sich als Experte in einem oder mehreren Bereichen der Rohstoff-Wertschöpfungsketten aktiv an der Gestaltung der Roadmap beteiligen mögen, steht Ihnen die Mitarbeit im VERAM-Expertenpool offen.

ERA-NET CoFund zu innovativer forst-basierter Bioökonomie (ForestValue) in Vertragsverhandlungen mit der EU

Der am 14. Februar 2017 bei der Europäischen Kommission eingereichte Antrag für ein ERA-NET Cofund zum Thema “ForestValue - Innovating forest-based bioeconomy” wurde positiv bewertet. Für das Vorhaben haben sich drei ERA-NETs im Forstbereich zusammengeschlossen - WoodWisdom-Net, SUMFOREST and FORESTERRA. Gemeinsam soll ein transnationaler Aufruf für Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsvorhaben im Forst-/Holz-Bereich umgesetzt werden, der voraussichtlich im IV. Quartal 2017 veröffentlicht wird.

Vorankündigung des ERA CoBioTech Biotech Hub Events 2018

ERA CoBioTech wird von 28. bis 31. Januar 2018 in Dresden sein erstes Biotech Hub Event veranstalten. Während eines Workshops werden Vertreter der durch ERA CoBioTech geförderten Vorhaben ihre Kommunikationsfähigkeiten ausbauen und effektive Kommunikationsstrategien entwickeln, um ihre Projekte erfolgreicher zu machen. Parallel dazu werden Vertreter verschiedener europäischer Förderinitiativen wie z. B. ERA-NETs, Knowledge and Innovation Communities (KIC), Joint Programming Initiatives (JPI) etc. die Möglichkeiten für eine engere und effektivere Zusammenarbeit ausloten. Anschließen werden alle Teilnehmer des Biotech Hub Events zusammenkommen und bei einem abschließenden Workshop ihren Beitrag zur Entwicklung der Forschung- und Innovationsstrategie der ERACoBioTech leisten.

BioCannDo: Kommunikationsnetzwerk gestartet

Das Bioeconomy Awareness and Discourse Project (BioCannDo) will mit klaren, verständlichen Botschaften und Beispielen aus dem täglichen Leben die Wahrnehmung und das Bewusstsein für biobasierte Produkte bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern stärken. Dazu etabliert BioCannDo u. a. ein Netzwerk mit Projekten, Organisationen und Initiativen, die sich die Kommunikation über die Bioökonomie und biobasierte Produkte zum Ziel gesetzt haben. BioCannDo will einen Austausch zwischen den Netzwerkpartnern ermöglichen, Synergien für vorhandene Kommunikationsmaterialien schaffen und bestehende Informationslücken schließen.  Das erste Webinar zu den Zielen und Inhalten des Netzwerkes hat bereits stattgefunden und kann hier abgerufen werden. BioCannDo ermöglicht es darüber hinaus allen Netzwerkpartnern sich auf einer virtuellen Bioökonomie-Karte im Rahmen der Informationsplattform des Projekts zu präsentieren.

BioCannDo ist durch das Bio Based Industries Joint Undertaking im Rahmen des Förderprogramms Horizont 2020 für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration unter der Fördernummer 720732 gefördert.