Infobrief der FNR 03/2017: Nachhaltige Forstwirtschaft

Forschungsaufruf ForestValue

Das ERA-NET Co-fund on innovative forest-based bioeconomy - ForestValue startete am 1.10.2017 mit einer Laufzeit von fünf Jahren. Die Förderinitiative besteht aus 29 Förderorganisationen aus 19 Ländern, und wird durch das Förderprogramm Horizon 2020 der EU unterstützt.

Im Rahmen der aktuellen ForestValue Bekanntmachung mit einem voraussichtlichen Gesamtbudget von ca. 25 Mio. € können bis zum 23. Januar 2018 (13:00 Uhr) zentral Projektvorschläge für transnationale FuE-Vorhaben eingereicht werden. Das BMEL beteiligt sich an der Bekanntmachung über die FNR mit dem Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“. Der vollständige Bekanntmachungstext ("Call Announcement") sowie alle notwendigen Informationen zu Teilnahmebedingungen und Antragsverfahren sind auf der Homepage der FNR zu finden.

ForestValue stellt einen Zusammenschluss der drei forstlich fokussierten Netzwerke WoodWisdomNet+, Foresterra und Sumforest dar. Die FNR war bereits an dem durch das 7 Forschungsrahmenprogramm der EU finanzierten ERA-Net WoodWisdom Net+ beteiligt, welches nach mehr als 10 Jahren Laufzeit, vier gemeinsamen Aufrufen und 62 transnationalen Forschungsprojekten, gefördert mit insgesamt ca. 85 Mio. Euro, im November 2017 ausläuft.

Ansprechpartner für deutsche Interessenten sind:

Die FNR auf der AGRITECHNICA

Die FNR ist auf der AGRITECHNICA vom 12. bis zum 18. November in Hannover in Halle 26 am Stand E38 zu finden. Schwerpunktmäßig präsentiert sie in diesem Jahr innovative Forsttechnik, die in vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderten Projekten entwickelt wurde, u. a. innovative Fäll- und Entrindungsköpfe für Harvester sowie einen Flachlandseilkran zum bodenschonenden Stammholztransport im Wald.

Auf südafrikanischen und brasilianischen Plantagen haben sie sich bereits bewährt: Harvester mit kombinierten Fäll- und Entrindungsköpfen, die die nährstoffreiche Rinde direkt am Ort der Baumfällung im Wald belassen. Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und das Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik haben die Technik jetzt für hiesige Forsten angepasst. Das Konzept verspricht gleich mehrere Vorteile: Die Nährstoffe bleiben im Wald, das Transportvolumen verringert sich, im Sägewerk muss nicht mehr extra entrindet werden und es lassen sich rindenfreie Premium-Holzbrennstoffe erzeugen, die weniger Asche und Feinstaub freisetzen. Agritechnica-Besucher können sich am FNR-Stand einen Original-Harvesterfällkopf jedoch ohne Entrindungswalze anschauen.

Nicht minder innovativ ist die Entwicklung der TU Dresden und der Konrad Adler GmbH: Ihr „Flachlandseilkran“ kann bis zu 6 Meter lange Stammholzabschnitte ohne Bodenkontakt in ebenem Gelände transportieren. Frostfreie Winter, nicht befahrbare oder munitionsbelastete Gelände sind kein Problem mehr und für Moorrenaturierungen ist das System eine Schlüsseltechnologie. Es besteht aus zwei Masten, Erdankern, einem speziellen Seil mit Seiltrommel und einem extrem leichten, neuartigen Laufwagen. Bis zu 400 Meter können so frei überbrückt werden, den Aufbau bewerkstelligen zwei Forstarbeiter mit etwas Übung. Am FNR-Stand zeigt ein Videofilm den Seilkran beim Einsatz.

Als Exponat ist auch das große FNR-Bioenergiedorf-Modell dabei. Es verdeutlicht, wie sich ein Ort mit erneuerbaren Energien aus Biomasse, Sonne und Wind selbst versorgen kann. Die Besucher sind eingeladen, über Funktionsknöpfe die Wege der Energie nachzuvollziehen - vom Acker über die Biogasanlage, das Holzheizkraftwerk und das Strom- und Nahwärmenetz bis in die Häuser.

Charta für Holz 2.0 – Aktuelle Aktivitäten

Mit Ende der Sommerpause ging es im „Charta für Holz“-Prozess mit voller Kraft weiter. Am 26. September 2017 kamen die Mitglieder der Charta-Arbeitsgruppe „Bauen mit Holz in Stadt und Land“ zum Workshop „Abbau von Hemmnissen im mehrgeschossigen Holzbau“ in Berlin zusammen. In der Diskussion wurde schnell klar, dass es noch an vielen Stellen hakt, was auch die vorgestellten Verbundprojekte „LeanWood“ und „THG-Holzbau“ zeigten. Ob bei der Ausbildung von Holzbau-Ingenieuren, überarbeitungsbedürftigen Bauvorschriften, Vergaberichtlinien oder mangelnden Standardisierungen im Holzbau – die unterschiedlichen Hemmnisse sind oft miteinander verwoben. Sie zu überwinden erfordert das Zusammenspiel aller Akteure. So auch im Fall des Best Practice-Beispiels der Schweiz, wo es durch die kontinuierliche und intensive Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Forschung und Politik gelang, die Schweizer Bauvorschriften zugunsten von mehrgeschossigen Holzbauten zu überarbeiten.

Am 26. Oktober 2017 trafen sich die Vorsitzenden und Geschäftsführer der Landesbeiräte Holz und Cluster-Initiativen auf Landesebene beim Workshop „Cluster Forst & Holz“, einer Veranstaltung des BMEL in Kooperation mit der Plattform Forst&Holz. Ziel war es, den länderübergreifenden Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den bundesweit bestehenden Länderorganisationen zu fördern. Auf Basis einer Bestandsaufnahme des Status Quo von Akteuren und Aktivitäten wurden unter anderem Mehrwerte, Entwicklungspotenziale und Handlungserfordernisse einer verstärkten Zusammenarbeit im Cluster Forst & Holz diskutiert.

Die Vorbereitungen für die nächsten Sitzungen der sechs Arbeitsgruppen am 14., 15. und 16. November in Berlin sind in vollem Gange. Dort entwickeln die Mitglieder gemeinsam erste zielführende Vorschläge und Empfehlungen für Maßnahmen in den einzelnen Handlungsfeldern, um diese anschließend der am 14. Dezember tagenden Steuerungsgruppe vorstellen zu können.

Seit Anfang Oktober steht die Charta-Broschüre auch auf Englisch zur Verfügung. Die englische Fassung kann in der Mediathek der Charta für Holz-Website online gelesen oder heruntergeladen werden. Zudem sind beide Sprachversionen in gedruckter Form auf der Webseite des BMEL bestellbar.

Neueste Forschungsergebnisse zum mehrgeschossigen Holzbau sowie Einblicke in die Praxis standen im Mittelpunkt des Workshops „Abbau von Hemmnissen im mehrgeschossigen Holzbau“ am 26.09.2017 in Berlin. Quelle: FNR/BMEL/Inga Kjer/photothek
Neueste Forschungsergebnisse zum mehrgeschossigen Holzbau sowie Einblicke in die Praxis standen im Mittelpunkt des Workshops „Abbau von Hemmnissen im mehrgeschossigen Holzbau“ am 26.09.2017 in Berlin. Quelle: FNR/BMEL/Inga Kjer/photothek

Holzrückung ohne Bodenkontakt - Prototyp eines Flachland-Seilkrans

Im Verbundvorhaben „Entwicklung und Prototypenbau eines Seilkransystems für den Holztransport auf nicht befahrbaren, ebenen und nassen Standorten“ entstand durch die Zusammenarbeit zwischen der TU Dresden und der Konrad Adler GmbH & Co. KG ein Flachland-Seilkran, der es erstmals ermöglicht, Kurzholz- bzw. Stammholzabschnitte gänzlich ohne Bodenkontakt zu transportieren. Das ist besonders dort interessant, wo die Bodentragfähigkeit den Einsatz schwergewichtiger Forwarder nicht zulässt oder andere Erschwernisse wie z. B. munitionsbelastete Flächen vorliegen. Mit dem Kran können somit bislang als unbefahrbar geltende und evtl. seit Jahren nicht bewirtschaftete Flächen forstwirtschaftlich bearbeitet werden.

Es handelt sich um ein völlig neues System mit einem hohen, teleskopierbaren Hauptmast, einem künstlichen Endmast und, wenn nötig, künstlichen, im Boden verschraub- und wieder entfernbaren Erdankern. Hinzu kommt ein neuartiger, extrem leichter Laufwagen, der eine Last von bis zu 1 Fm über ein ebenfalls neu entwickeltes Seilsystem inkl. speziell dafür entwickelter Seiltrommel transportiert. Auf Zwischensättel kann bei einer Länge des Tragseils von bis zu 400 Metern verzichtet werden.

Die von Beginn an am Entstehungsprozess beteiligten Forstpraktiker aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein sowie Bundesforst und der Naturerbe GmbH bescheiden dem System hervorragende Chancen am Markt.

Weitere Informationen sowie die Abschlussberichte zum Verbundvorhaben sind in der Projektdatenbank der FNR mit Hilfe der Förderkennzeichen 22022311 und 22022411 zu finden. Die ausführliche Pressemitteilung steht auf fnr.de zur Verfügung.

Der Laufwagen des Flachlandseilkrans im Einsatz (Quelle: Professur Forsttechnik, Technische Universität Dresden)
Der Laufwagen des Flachlandseilkrans im Einsatz (Quelle: Professur Forsttechnik, Technische Universität Dresden)

Kleinprivatwald – Energieholzversorgung und regionale Wertschöpfung

Experten gehen davon aus, dass der Kleinprivatwald noch erhebliche, ungenutzte Rohstoffpotenziale insbesondere zur energetischen Nutzung zu bieten hat. Datentechnisch ließ sich dies bislang kaum belegen. Das Verbundvorhaben „Kleinprivatwald – Energieholzversorgung und regionale Wertschöpfung“ der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg und der Professur für Waldbau der Universität Freiburg untersuchte bis zum März 2017 bespielhaft die aktuelle Holznutzung in Kleinprivatwäldern Baden-Württembergs und analysierte, unterstützt durch stichprobenartige Felderhebungen und Befragungen von Waldbesitzern, typische Wertschöpfungsketten zur Energieholznutzung.

Im Ergebnis entstanden Handlungsempfehlungen zur Optimierung der Wertschöpfungsketten. Besondere Berücksichtigung fanden dabei die ökologischen Aspekte wie die Auswirkung der Nutzungsintensitäten auf Naturschutz und Emissionen. Diese konnten aufgrund der vielfältigen Ergebnisse zwar nicht zu einer Übersicht zusammengefasst und verallgemeinert werden, dennoch wurde Wissenschaftlern, Praktikern und politischen Entscheidungsträgern eine Entscheidungshilfe bezüglich der Beförderung von bestimmten stofflichen und energetischen Wertschöpfungsketten zur Verfügung gestellt. So bestätigte sich beispielsweise, dass v. a. die Nadelholz-Vorräte in den Kleinstprivatwäldern der untersuchten Regionen deutlich höher ausfielen als in den verglichenen öffentlichen Wäldern. Sollte der Kleinstprivatwald-Besitzer diese für eigene Zwecke – der Brennholznutzung - mobilisieren wollen, lohnt es sich aus ökonomischer Sicht nur, wenn er ein Dienstleistungsunternehmen insbesondere für die Holzernte und den Transport beauftragt.

Weitere Ergebnisse und Informationen zum Verbundvorhaben sind in der Projektdatenbank der FNR mit Hilfe der Förderkennzeichen 22013014 und 22001715 zu finden.

Waldneuordnung 2020 – Ein Praxisleitfaden für Behördenmitarbeiter und Forstverwaltungen

Etwa 2,7 Mio. ha Wald zählen in Deutschland zum sog. Kleinprivatwald, sie gehören geschätzten 2 Millionen Besitzern und die Parzellen messen höchstens 20 ha, manche sind keine 1.000 qm groß. Diese Strukturen erschweren die Bewirtschaftung und im Ergebnis ist der Holzvorrat im Kleinprivatwald der mit Abstand höchste aller Eigentumsklassen. Da der Beitrag von Holz für die Umsetzung der Rohstoff- und Energiewende jedoch unverzichtbar ist, gilt es, diese enormen Potenziale möglichst zu erschließen. Das Flurbereinigungsgesetz ermöglicht es dem Staat grundsätzlich, Flächen neu zu ordnen und effizientere Strukturen zu schaffen. Allerdings sind solche Waldflurbereinigungsverfahren aufwendig, teuer und abhängig von der Zustimmung und Unterstützung der Eigentümer. Gerade an letzterer mangelt es bislang häufig.

Um die Ziele und Wünsche der Waldbesitzer wirksamer in einer Neuordnung zu berücksichtigen und auch Wertermittlung und Wegebau effizienter zu gestalten, hat das Beratungsunternehmen Unique forestry and land use im vom BMEL geförderten Projekt „Waldneuordnung 2020“ neue Ansätze am konkreten Beispiel der Flurbereinigung „Unteres Trauntal“ in Rheinland-Pfalz erprobt.

Das Fazit: Eine Identifizierung der Waldbesitzer-Zielsetzungen über eine frühzeitige Befragung ist ein möglicher Weg. Den verschiedenen Waldbesitzerzielen – Stammholz- oder Brennholzgewinnung, Naturschutz, Erholung – kann die Behörde in der Folge Waldgebiete mit passenden Standortbedingungen zuordnen und mit einer angepassten Erschließung versehen.

Darüber hinaus hat Unique ein effizientes Verfahren für die Wertermittlung entwickelt und auf fast 1.000 ha erprobt. Aktuell gültige Erfahrungen zum Wegebau in der Waldflurbereinigung wurden von Experten zusammengetragen und dargestellt.

Alle Ergebnisse sind im Leitfaden „Waldneuordnung 2020“ zusammengefasst, der sich an Mitarbeiter von Flurbereinigungs- bzw. Landentwicklungsbehörden und Forstverwaltungen richtet und bundesweit einsetzbar ist.

Der Abschlussbericht steht in der Projektdatenbank auf fnr.de unter dem Förderkennzeichen 22017212 zur Verfügung.

Der Leitfaden zur Waldneuordnung steht als Download zur Verfügung
Der Leitfaden zur Waldneuordnung steht als Download zur Verfügung

Dynamische Ertragstafeln – Neue Generation der praktischen Planungshilfen

Seit September 2017 haben sich die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA) und die Universität Göttingen zum Ziel gesetzt, eine neue Generation von Ertragstafeln zu schaffen, die an die ökologischen Rahmenbedingungen und modernen waldbaulichen Konzepte angepasst ist. Einsetzbar in Rein- und dann auch Mischbeständen der wichtigsten Waldentwicklungstypen sollen sie einfach zu handhabende und die heutigen Waldbaukonzepte widerspiegelnde Planungshilfen für die Forstbetriebe sein, ihnen die Grundlagen für die Waldbewertung aufgrund der Bestandsentwicklung liefern und die Abschätzung der nachhaltigen Nutzungsoptionen ermöglichen.

Die heute in der forstlichen Praxis noch gern genutzten Ertragstafeln stammen größtenteils aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts und sind mit ihren Angaben zu Reinbeständen und ihren Ergebnissen zur Entwicklung eines Bestandes z. B. hinsichtlich Höhe, Durchmesser oder Zuwachs als Planungsgrundlage nur noch eingeschränkt nutzbar. Eine Aktualisierung für die heutigen sowie eine Dynamisierung für die zukünftigen Ansprüche ist überfällig. Zur Erstellung der neuen Ertragstafeln nutzen die NW-FVA und die Universität Göttingen bereits bekannte Einzelbaumwachstumssimulatoren, mit denen sich fast alle denkbaren waldbaulichen Maßnahmen simulieren lassen. Diese werden grundsätzlich auch in der forstlichen Praxis eingesetzt. Sie haben aber aufgrund ihrer Komplexität und fehlenden Standardisierung noch keinen Eingang in die Waldbewertung gefunden haben. Der Bedarf an neuen Ertragstafeln bleibt deshalb bestehen.

Weitere Informationen zum vom BMEL über den Projektträger FNR geförderten Verbundvorhaben sind in der Projektdatenbank der FNR mittels der Förderkennzeichen 22027816 und 22027916 zu finden.

Eschentriebsterben – BMEL verstärkt Maßnahmen für den Erhalt der Esche

Die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) ist bedroht. Das nachweislich durch den Pilz Hymenoscyphus fraxineus – das Falsche Weiße Stengelbecherchen – ausgelöste und inzwischen in Europa weit verbreitete Eschentriebsterben stellt die forstwirtschaftliche Zukunft der Baumart in Frage. Zum Erhalt der Esche verstärkt das BMEL seine Maßnahmen und die Unterstützung der Forschungsaktivitäten im Kampf gegen das Sterben.

Im Juni 2017 startete das vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. und vom Thünen-Institut (TI) durchgeführte Verbundvorhaben „Entwicklung eines biologischen Kontrollsystems zur Regulierung des Erregers des Eschentriebsterbens Hymenoscyphus fraxineus“. Hier wird nach Mikroorganismen gesucht, die den Pilz hemmen oder durch Konkurrenz unterdrücken. Ziel ist die Entwicklung eines Kontrollsystems, das zur Eindämmung des Eschentriebsterbens eingesetzt werden kann.

Im so genannten „ResEsche“-Projekt bauen Wissenschaftler der Landesforst Mecklenburg-Vorpommern und des Thünen-Instituts bereits seit 2016 eine Samenplantage zur Erzeugung von Eschensaatgut auf, das besonders resistent ist.

Um die vielfältigen Aktivitäten zum Eschentriebsterben auch von anderen Stellen zukünftig besser abstimmen und koordinieren zu können, legt das BMEL einen entsprechenden Koordinierungskreis auf. Zu seinen Aufgaben wird die fortwährende Sammlung und Bündelung des Forschungsbedarfs gehören. Darüber hinaus sollen Maßnahmen, die je nach Bundesland unterschiedlich ausgestaltet sein können, auf Bundesebene zusammengeführt werden, um ein effizienteres Vorgehen zu ermöglichen.

Informationen zu den Verbundvorhaben stehen in der Projektdatenbank der FNR unter den Förderkennzeichen 22006116 und 22028616 („Entwicklung eines biologischen Kontrollsystems zur Regulierung des Erregers des Eschentriebsterbens Hymenoscyphus fraxineus“) sowie 22019815 und 22019915 („Erhalt der Gemeinen Esche durch Anlage einer Samenplantage bestehend aus Klonen mit hoher Resistenz gegenüber dem Eschentriebsterben (ResEsche)“) zur Verfügung.

Die ausführlichen Pressemeldungen sind im Forst-Web der FNR zu finden.

Förderaufruf „Waldschutz zur Unterstützung der nachhaltigen Forstwirtschaft“ – Insgesamt 16 Millionen Euro beantragt

Am 9. Mai 2017 veröffentlichte das BMEL den zeitlich befristeten Förderaufruf „Waldschutz zur Unterstützung der nachhaltigen Forstwirtschaft“ mit dem Schwerpunkt „Schadinsekten“. Bis zum 31. Juli 2017 konnten im Rahmen des „Förderprogramms Nachwachsende Rohstoffe“ unter dem Förderschwerpunkt „Stärkung der nachhaltigen Forstwirtschaft zur Sicherung der Waldfunktionen“ passende Forschungs- und Entwicklungs-Vorhaben eingereicht werden. Daraufhin erreichten den Projektträger FNR 17 Skizzen mit einem Gesamtvolumen von 16 Mio. Euro. Sie befinden sich derzeit in der Prüfung.

Erwartet wurden Konzepte zum Waldschutz, die die deutsche Forstwirtschaft bei der nachhaltigen Bewirtschaftung des Waldes und Erreichung ihrer Bewirtschaftungsziele durch die Abwehr von Schadinsekten unterstützen. Eine zukünftige Ausweitung des Förderaufrufs ist angedacht.

Förderung über WoodWisdomNet+ - 23 internationale Verbundvorhaben beendet

Bis zum Sommer 2017 wurden 23 internationale Verbundvorhaben im Rahmen des ERA-Net WoodWisdom+ gefördert. Zehn Vorhaben beschäftigten sich mit dem Themenbereich „Bauen mit Holz“, sieben setzen den Fokus auf „innovative Veredlungsprodukte“, drei ließen sich dem Bereich „Wald als nachhaltige Rohstoffquelle“ und drei dem Thema „Kaskadennutzung“ zuordnen.

Das Projekt „VARMA“ („Value added by optimal wood raw material allocation&processing“) beispielsweise – an dem von deutscher Seite u. a. die Fraunhofer-Gesellschaft beteiligt war – erarbeitete neue Vermarktungskonzepte für die Forst- und Holzwirtschaft. Dabei spielte der Aufbau von Holzverteilzentren, die verschiedene Dienstleistungen als Schnittstelle zwischen Forst- und Holzwirtschaft anbieten, eine wichtige Rolle.

Insgesamt waren 36 deutsche Forschungseinrichtungen und Unternehmen an den WoodWisdom-Net+-Projekten beteiligt. Die Gesamtkosten für deutsche Partner in den Verbünden lagen bei ca. 6,4 Mio. € einschließlich 2,4 Mio. € EU-Anteil.

Aufgrund des Erfolgs des WoodWisdom-Nets, an dem sich die FNR seit 2008 beteiligt, nimmt die FNR im Auftrag und mit Mitteln des BMEL am gemeinsamen Forschungsaufruf des ERA-NET Cofund „ForestValue“ zur Förderung von Innovationen im Bereich der Forst-basierten Bioökonomie teil.