Infobrief der FNR 03/2017: Biowerkstoffe/Biokunststoffe

Flammschutz für naturfaserverstärkte Kunststoffe

Im Bausektor, im Automobilbereich und in der Elektroindustrie bleiben biogenen Verbundwerkstoffen bisher viele Einsatzmöglichkeiten verschlossen, da sie die gesetzlichen Vorschriften zum Brandschutz nicht erfüllen. Das liegt u. a. daran, dass eine entsprechende Flammschutzausrüstung biogener Verbundwerkstoffe schwierig ist und dass es kaum biogene Flammschutzmittel gibt.

Vor diesem Hintergrund haben sich das Institut für Innovation, Transfer und Beratung gGmbH (ITB) und die Bio-Composites And More GmbH (B.A.M.) in Kooperation mit weiteren Unternehmen der Aufgabe gestellt, biogene Flammschutzmittel zu finden und diese so in naturfaserverstärkte Kunststoffe einzuarbeiten, dass die höchste Brandschutzklassifizierung für Kunststoffe (UL 94 V-0) erfüllt wird.

Als biogenes Flammschutzmittel haben die Projektpartner ein Produkt genutzt, das bereits am Markt erhältlich ist, und zwar in Pulver- als auch in flüssiger Form. Als Naturfasern wurden Hanffasern, Roggenstroh und Holzmehle eingesetzt. Die duroplastische Matrix beruht auf einem Leinöl-basierten Epoxydharz.

Ein guter Flammschutz wurde nach erfolgreicher Verkapselung des festen Flammschutzmittels erzielt, aber gleichzeitig kam es auch zu einer Schädigung der Fasern. Durch die Änderungen bei der Flammschutzmittel-Formulierung konnten diese Schäden reduziert werden. Letztlich waren die Projektpartner in der Lage, einen Verbundwerkstoff aus Naturfasern und einem überwiegend biogenen, duroplastischen Harzsystem mit einem biogenen Flammschutzmittel ausrüsten. Aus diesem Halbzeug konnten sie Formteile für Leuchtröhren herstellen, die die gesetzlichen Brandschutzanforderungen erfüllen.

Nachwachsende Rohstoffe im Januar 2018 auf der IGW

Was haben ein Kugelschreiber und ein Porsche gemeinsam? Die Antwort darauf finden die Besucher und Besucherinnen der Internationalen Grünen Woche 2018 vom 19.-28.1.18 in der Halle 4.2. Es geht natürlich um die Rohstoffe, aus denen beide hergestellt werden, und die auf unseren Feldern und in unseren Wäldern nachwachsen.

Sie bilden die Grundlage für eine neue, als Bioökonomie bezeichnete Wirtschaftsform, die sowohl für Klimaschutz als auch Ressourcenschonung steht. Auf dem Messestand der FNR können die Besucher und Besucherinnen einen biobasierten Kugelschreiber in die Hand nehmen, mit der Hand über eine biobasierte Porsche-Karosserie streichen und sich im Handumdrehen am Nachwachsende-Rohstoffe-Quiz beteiligen, um einen handlichen 3D-Drucker zu gewinnen, der biobasierte Kunststoffe verarbeiten kann.

Gemeinsam mit Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Verbänden gibt die FNR einen kleinen Einblick in die Zukunft, in der die Alltagsprodukte um uns herum, unsere Autos und die Energie, die wir für unser Wohlergehen brauchen, nicht mehr aus Erdöl, sondern aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden. Besuchen Sie uns in der Halle 4.2 – Lust auf´s Land – Ausstellungsbereich Nachwachsende Rohstoffe.

Messestand der FNR auf der IGW 2017. Foto: FNR
Messestand der FNR auf der IGW 2017. Foto: FNR