Infobrief der FNR 03/2018: Bauen und Wohnen mit nachwachsenden Rohstoffen

Projekt Holzfurnierprepregs mit anteilig-biobasiertem Bindemittel

Das Verbundvorhaben „Holzfurnierprepregs mit anteilig-biobasierten Bindemittel“ ist dem Förderschwerpunkt Klebstoffe zugeordnet. Die Fraunhofer-Einrichtung für Polymermaterialien hat in einem Verbund mit fünf Partnern Holzfurnier-Prepregs weiter optimiert.

Prepregs sind vorimprägnierte Faserlagen für die maschinelle Verarbeitung, die wegen der nicht vollständig ausgehärteten Imprägnierung bei der anschließenden Verarbeitung unter Druck und Temperatur noch verformbar sind. Eine relativ neue Entwicklung stellen Prepregs aus Holzfurnieren dar. Im Projekt entwickelten die Wissenschaftler eine innovative Matrix aus Phenolharz mit Holzöl-Anteil als Bindemittel für solche Holzfurnier-Prepregs. Mit dieser Harzmischung lassen sich die sonst bei der Herstellung von Holzwerkstoffen freiwerdenden Formaldehydemissionen deutlich reduzieren. Außerdem ermöglicht sie eine optimale Durchtränkung des Holzes, eine hohe Verformbarkeit durch geringere Sprödigkeit und sehr gute Werkstoffeigenschaften in punkto Feuchtigkeits- und Formbeständigkeit sowie Oberflächengüte. Ein weiterer angestrebter Einsatzbereich für die Prepregs ist der Bau von Sitzen für Schienenfahrzeuge, dafür müssen sie die Anforderungen der Norm „Brandschutz in Schienenfahrzeugen“ erfüllen. Die Forscher fanden ein geeignetes Flammschutzmittel, mit dem die Prepregs die höchste Anforderungsklasse dieser Brandschutznorm erfüllen.

Zusammenfassend weist der neu entwickelte nachhaltige Holzwerkstoff ähnliche mechanische Kennwerte wie herkömmliche Holzwerkstoffe auf und ist dabei in seiner Formgebung flexibler. Auch beim Flammschutz und den Formaldehydemissionen haben Holzfurnier-Prepregs gegenüber Holzwerkstoffen deutliche Vorteile. Gelingt es, ein effizientes Herstellungsverfahren zu entwickeln, dürften Holzfurnier-Prepregs sehr gute Marktchancen haben, nicht nur bei der Ausstattung von Schienenfahrzeugen, sondern zum Beispiel auch in den Segmenten Büromöbel oder Musikinstrumente.

Weitere Informationen sowie der Abschlussbericht zum Projekt „Holzfurnierprepregs mit anteilig- biobasiertem Bindemittel“ stehen in der Projektdatenbank der FNR unter den Förderkennzeichen 22026014, 22005915, 22006015, 22006115 und 22006315 zur Verfügung.

Lösbare Verbindungstechnik für WPC

Mit dem Werkstoff Wood Polymer Composites (WPC) wollen Forscher der TU Chemnitz neue technische Anwendungsbereiche erschließen. Wie der Name erahnen lässt, besteht WPC anteilig aus Holz und leistet durch den reduzierten Einsatz von Kunststoffen oder Stahl einen Beitrag zum Klimaschutz. Bisher kommt WPC vor allem bei der Produktion von Terrassendielen, Innenbauteilen von Autos, Zäunen und Fassadenelementen zum Einsatz. In technischen Anwendungen mit dynamischen Belastungen spielt WPC, trotz guter mechanischer Eigenschaften, kaum eine Rolle. Dies liegt u. a. an einer fehlenden, an den Werkstoff optimal angepassten und wieder lösbaren Verbindungstechnik. Mit ihrem Abschlussbericht legen die Forscher der TU Chemnitz nun Lösungsansätze für die benötigte Verbindungstechnik vor. So lag das Hauptaufgabenmerk auf vorgespannten Schraubverbindungen (Durchsteckschraubverbindung, Einschraubverbindung), für die u. a. Montageempfehlungen und Grenzlastbereiche erarbeitet wurden. Nach Grundlagenarbeiten verbesserten sie im Rahmen eines konkreten Anwendungsbeispiels die Befestigung einer WPC-Gleitschiene eines Hängefördersystems. Die Forscher konnten nachweisen, dass Quergewindebolzen besser zur Befestigung geeignet sind als Gewindeeinsätze, Metall-Hohlraumdübel oder Messinginserte. Sie ermöglichen bessere Kennwerte bei der Auszugkraft, eine deutlich leichtere Montage und eine Materialreduktion.

Die Mitarbeiter der Forschungsgruppe Anwendungstechnik Erneuerbarer Werkstoffe der TU Chemnitz wollen das Thema „Holz als Werkstoff im Maschinen- und Anlagenbau“ wiederbeleben. Ihr Ziel ist es, die vielfältigen, in den vergangenen Jahren erarbeiteten Forschungsergebnisse in die Praxis zu transferieren, denn Holzwerkstoffe können mit technischen, ökonomischen und ökologischen Vorzügen punkten.

Informationen zum Projekt „Lösbare Verbindungstechnik für Bauteile aus Wood Polymer Composite (WPC) unter dynamischen Belastungen“ und der zugehörige Abschlussbericht stehen in der Projektdatenbank der FNR unter dem Förderkennzeichen 22001814 zur Verfügung.

Building Information Modeling (BIM) holzbaugerecht weiterentwickeln

BIM – Building Information Modeling – ist in aller Munde, die Methode unterstützt die Kommunikation aller Beteiligten beim Planen, Bauen und Betreiben von Gebäuden. Im Mittelpunkt steht ein dreidimensionales Gebäudemodell mit diversen Detailinformationen, die untereinander verknüpft und konsistent sind. Alle am Bauprozess Beteiligten haben Zugriff auf das Modell und sind so stets auf dem gleichen, aktuellen Stand. Der moderne Holzbau und die fortschreitende Einführung von BIM als Planungsmethode im Bausektor erfordern einen raschen Wechsel in der Holzbaubranche zu holzbaugerechten Planungs- und Bauprozessen, um den Holzbau als Bauweise zur Förderung nachwachsender Rohstoffe konkurrenzfähig zu halten.

Untersuchungen aus dem Vorläuferprojekt leanWOOD der TU München haben gezeigt, dass es hier aktuell noch hakt: Holzbauprojekte werden häufig nach dem klassischen, phasenweisen Ablauf abgewickelt. Die Holzbaukompetenz wird zu spät in den Prozess mit einbezogen, was oftmals zu langwierigen und aufwändigen Korrekturen im Nachhinein führt.

Das am 1. September gestartete Projekt setzt sich mit der Digitalisierung der Planungsprozesse im Holzbau auseinander. Dabei soll die 9-monatige Marktanalyse Defizite und Hemmnisse identifizieren, die BIM im Holzbau behindern. Gleichzeitig liefert die Analyse Daten darüber, wie, wer und in welchem Umfang BIM bereits in der Holzbaubranche genutzt wird. Die Projektpartner wollen anhand der gewonnenen Informationen geeignete Lösungsszenarien erarbeiten.

Im Anschluss will die TU München auf dieser Grundlage mit einem internationalen Konsortium konkrete Vorschläge für eine holzbaugerechte BIM-Anwendung entwickeln. Ohne den Umstieg auf digitale Planungsmethoden wird die Holzbauweise, insbesondere beim urbanen und großvolumigen Bauen, auf Dauer nicht konkurrenzfähig sein können.

Informationen zum Projekt „Building Information Modeling (BIM) holzbaugerecht weiterentwickeln“ stehen in der Projektdatenbank der FNR unter dem Förderkennzeichen 22001818 zur Verfügung.

Bundeswettbewerb Holzbau plus 2018

Zu Beginn des Jahres lobte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bereits zum 4. Mal den Bundeswettbewerb "HolzbauPlus – Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen" aus.

Die Bewerbungsfrist des Wettbewerbs endete am 01.09.2018. Erneut erreichten die FNR viele nachhaltige und innovative Projekte aus den Bereichen Wohnungsbau, öffentliches Bauen und Gewerbebau als Neubau, Sanierung oder auch Umbau / Erweiterung.

Eine unabhängige Wettbewerbsjury entschied am 18.10.2018 über die zu prämierenden Projekte. In die Beurteilung flossen neben den materialbezogenen, gestalterischen und konstruktiven Merkmalen auch ein zukunftsfähiges Energiekonzept mit der Nutzung erneuerbarer Energien sowie der verantwortungsbewusste Umgang mit Flächen und Ressourcen im Sinne der Nachhaltigkeit in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht ein.

Den prämierten Bauherren werden auf einer Preisverleihung im Rahmen der Internationalen Grünen Woche 2019 Preisgelder in Höhe von insgesamt 50.000 € überreicht.

Weiter Informationen stehen unter https://www.holzbauplus-wettbewerb.info/ bereit.

Broschüre Holzhauskonzepte 2018

Um Hemmnisse gegenüber dem Holzbau abzubauen, sind verlässliche Informationen von hohem Wert. Mit eben diesen aktuellen und fundierten Informationen rund um das Thema Holzbau kann die 3. aktualisierte Auflage der FNR-Broschüre „Holzhauskonzepte“ aufwarten.

Nach einem Einblick in die Grundlagen der Entwurfs- und Planungsphasen sowie der verschiedenen Holz und Holzprodukte steigt die Broschüre in den planerischen Bereich ein. Die verschiedenen Holzbauweisen werden detailliert und mit beispielhaften Gebäudeschnitten beschrieben: Unterschiede zwischen dem Holzrahmen- und dem Holzskelettbau werden dargelegt, ebenso wie die Unterschiede zwischen der Holzmassivbauweise und dem altbekannten Blockhaus. Trotz der unveränderten EnEV Anforderungen bleibt das Kapitel „Gebäudehülle – Bauphysik – Haustechnik“ für alle am Bau Beteiligten sehr wichtig. Aktuelle Zahlen und Informationen zum Wärmeschutz, Luftdichtheit, Brandschutz etc. vervollständigen dieses Kapitel. Auch die Themen Nachhaltigkeit und Wohnwert kommen nicht zu kurz und werden in einzelnen Abschnitten behandelt. Wer zu guter Letzt nach Beispielgebäuden sucht, wird ebenfalls fündig.

Das überarbeitete Werk steht über die Mediathek der FNR zur Verfügung.

Broschüre Holzhauskonzepte

Denkmal, Leipzig

Auch in diesem Jahr ist die Baufachinformation der FNR auf der Denkmal Messe in Leipzig vertreten. Vom 8. bis 10. November stehen dem interessierten Besucher am Messestand der FNR (Halle 2, Stand C21) vielfältige, fundierte Informationen zum Thema „Bauen und Wohnen mit nachwachsenden Rohstoffen“ zur Verfügung. Ein praxisnahes Altbau-Ausstellungsmodell lädt Besucher ein, sich mit den verschiedenen Materialien auseinander zu setzten und sich vor Ort zu beraten lassen.

Veranstaltung „Charta für Holz 2.0 im Dialog“ zu nachhaltigem Bauen: Programm und Anmeldeformular jetzt online

Am 11. Dezember 2018 startet die Veranstaltungsreihe „Charta für Holz 2.0 im Dialog“ mit dem Auftaktthema „Mensch – Stadt – Land – Ressourcen: Wie wollen wir in Zukunft leben?“ in Berlin. Im Mittelpunkt der Veranstaltung soll der Blick über den Tellerrand stehen. Daher sind vor allem kommunale Entscheider, Multiplikatoren und Planer aus dem Bau- und Klimaschutzbereich, aber auch Nachhaltigkeits- und CSR-Beauftragte aus öffentlichen Verwaltungen, Industrie, Gewerbe oder Wohnungsbaugesellschaften eingeladen, mitzudiskutieren und Lösungsansätze für die dringenden Fragen des nachhaltigen Bauens zu entwickeln.

Das komplette Programm und Anmeldeformular stehen auf der Webseite der Charta für Holz zur Verfügung. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städtetag sind Kooperationspartner der Veranstaltung.

Förderaufruf: „Landwirtschaftliches Bauen mit Holz“

Holz aus nachhaltiger, regionaler Forstwirtschaft hat als Baumaterial beim landwirtschaftlichen Bauen eine lange Tradition und trägt zum Klimaschutz und zur Wertschöpfung im ländlichen Raum bei. In den letzten Jahrzehnten ging seine Bedeutung gegenüber anderen Rohstoffen allerdings stark zurück. Das BMEL möchte mit dem aktuellen Förderaufruf Innovationen unterstützen, die das landwirtschaftliche Bauen mit Holz wieder stärken.

Gesucht sind Ideen für neue Holzbauprodukte und -techniken, die den Besonderheiten landwirtschaftlicher Gebäude mit großen Spannweiten oder besonderen klimatischen Anforderungen Rechnung tragen. Ein mögliches Thema ist auch die Eignung verschiedener Holzarten und Holzwerkstoffe im Hinblick auf Tierwohl, Hygiene oder Dauerhaftigkeit. Schließlich sind ökonomische und ökologische Analysen der Holzbauweise im Vergleich mit anderen landwirtschaftlichen Bauweisen oder Untersuchungen von Brandschutzaspekten förderfähig.

Bei diesem Förderaufruf legt das BMEL besonderen Wert darauf, dass die Projekte eine wirtschaftliche Umsetzung erwarten lassen.

Einreichungsfrist für Skizzen: 31.3.19

Gefördert aus: Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe

Holzkonstruktion des neubaus eines modernen Milhviehstalls; Foto www.bauernhof-hefele.de
Holzkonstruktion des neubaus eines modernen Milhviehstalls; Foto www.bauernhof-hefele.de

Förderaufruf: „Ausbau der Material- und Energieeffizienz in der Holzverwendung“

Die Charta für Holz 2.0 des BMEL benennt das Ziel „Ressourcen effizient nutzen“ bereits im Titel. Noch sind die Effizienzpotenziale in der deutschen Holzwirtschaft jedoch nicht voll ausgeschöpft, auch wenn es in den vergangenen Jahren bereits große Fortschritte gab. Das BMEL wirbt deshalb im aktuellen Förderaufruf „Ausbau der Material- und Energieeffizienz in der Holzverwendung“ Projektideen ein. Gesucht werden innovative Ansätze, um die Kaskadennutzung weiter zu steigern, Rohstoffe und Energie einzusparen und mehr Altholz zu nutzen.

Einreichungsfrist für Skizzen: 31.3.19

Gefördert aus: Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe

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