Infobrief der FNR 01 / 2019: Grußwort

Liebe Leserinnen und Leser,

seit dem 1. Januar 2019 gibt es unter dem Dach der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe eine neue Abteilung: Das Kompetenz- und Informationszentrum Wald und Holz – kurz: das KIWUH – nahm seine Arbeit auf.

In dem Kompetenz- und Informationszentrum führt die Bundesregierung zwei wichtige Aktivitäten zusammen, nämlich die Forschungsförderung in den Bereichen Klima, Wald und Holz und die Information und Kommunikation zu den Themen Klimaschutz, nachhaltige Forstwirtschaft und innovative Holzverwendung.

Zwei Feststellungen der Vorgängerregierungen mögen im März 2018 den Beschluss der großen Koalition zur Gründung eines Kompetenz- und Informationszentrums Wald und Holz befördert haben: In ihrem 2016 aufgelegten Klimaschutzplan 2050 hielt die damalige Bundesregierung fest, dass das Erreichen der Klimaschutzziele maßgeblich auch vom klimabewussten Verhalten der Verbraucher abhängt. Bereits fünf Jahre zuvor war in der Waldstrategie 2020 das in der Bevölkerung abnehmende Wissen über das Ökosystem Wald und die Erfordernisse nachhaltiger Forstwirtschaft benannt worden. Aktuell sieht die Bundesregierung mit Blick auf den Klimaschutz weiteres Potenzial bei der Verwendung von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Und sie verweist wiederum auf den Informationsbedarf der Öffentlichkeit – auch, um Spannungen zwischen verschiedenen Interessengruppen auszugleichen, die aus den unterschiedlichen Anforderungen an den Wald erwachsen.

Mit der Gründung des Kompetenz- und Informationszentrums Wald und Holz hat die Bundesregierung nun Tatsachen geschaffen: Zum einen bearbeitet und betreut das KIWUH als „Dienstleister“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsprojekte aus den Bereichen Wald und Holz, die Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Biodiversität forcieren und die Vorgaben der Waldstrategie und der Charta für Holz umsetzen. Dafür stehen zwei Finanzierungsquellen zur Verfügung:

Aus dem vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gemeinsam gesteuerten Waldklimafonds, der zu Jahresbeginn 2019 aus der Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft in die Zuständigkeit des KIWUH wechselte, werden aktuell 129 laufende Vorhaben im Gesamtumfang von 45,3 Millionen Euro gefördert. 90 dieser Vorhaben befassen sich mit Forschung und Monitoring zum Klimawandel; auf sie entfällt mit 30,6 Millionen Euro der Löwenanteil der Förderung. 26 weitere Vorhaben zur Information und Kommunikation rund um Wald und Klima werden mit 9,7 Millionen Euro gefördert. Die verbleibende Summe entfällt auf Projekte zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel und solche zur Erhöhung des Holzproduktspeichers und zur CO2-Minderung.

Außerdem betreut das KIWUH inzwischen 113 Projekte zur nachhaltigen Forstwirtschaft und zur Sicherung der Waldfunktionen sowie 74 Vorhaben zur nachhaltigen Holzwirtschaft, die auf Basis des Förderprogramms Nachwachsende Rohstoffe (FPNR) des BMEL unterstützt werden. Insgesamt stellt die Bundesregierung dafür 24,5 Millionen Euro aus dem Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe bereit, die über die FNR ausgereicht werden.

Zum zweiten steigt das KIWUH in die vielschichtigen Informations- und Kommunikationsprozesse zu den Themen Wald, Holz und Klimaschutz ein. Auf die Fachebene zugeschnittene Informationsangebote adressiert das KIWUH an Waldeigentümer, Politik und Verwaltungen, Naturschutz-, Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsbeauftragte ebenso wie an Universitäten und Hochschulen, Bauplaner und Fachmedien. An die 30 Fachgespräche, Statustagungen, Kongresse, Workshops, Fachmessen, Wettbewerbe sind für 2019 bereits in Vorbereitung. Erste Veranstaltungen, etwa aus der Reihe „Charta für Holz 2.0 im Dialog“, zudem ein zweitägiges Fachgespräch zum Naturschutz im Forst, ein Statusseminar zur Sicherung der Nadelrohholzversorgung und die Prämierung der Sieger im Bundeswettbewerb „HolzbauPlus“ gingen bereits über die Bühne.

Print- und Online-Kanäle nutzt das KIWUH nicht nur für seine Fach-, sondern auch für die Bürger- und Verbraucherkommunikation. Informationen über regional wie bundesweit erlangte Forschungsergebnisse und neue Erkenntnisse zu Wald, Holz und Klima sollen künftig zielgruppengerecht aufbereitet beim KIWUH abrufbar sein. Eine erste Broschüre mit Basisdaten zu Wald und Holz in Deutschland hat das Kompetenzzentrum Mitte Januar aufgelegt. Für Verbraucher und weitere Interessenten, für Lehrer, Schüler, Multiplikatoren und regionale wie überregionale Medien wird es Themenportale mit interaktiven Grafiken und erklärenden Filmen geben; längerfristig ist die Etablierung einer Plattform für den gesellschaftlichen Dialog im Plan. Zügig in seine Aktivitäten einbeziehen will das KIWUH die gängigen Social-Media-Kanäle. Und selbstredend nutzt die Einrichtung auch die klassischen Instrumente Publikationen, Website, Newsletter, Pressemitteilungen und Messen – gerade war das KIWUH mit eigenem Stand auf der Internationalen Grünen Woche vertreten.

Natürlich ist wenige Wochen nach dem Start alles noch im Wachsen und Werden begriffen. In den kommenden Monaten wird sich die Zahl der KIWUH-Mitarbeiter von jetzt knapp 20 verdoppeln. Wir werden ein weiteres Gebäude aus dem Gülzower Guts-Ensemble sanieren, um zusätzliche Arbeitsplätze einzurichten. Ich bin guter Dinge, dass das Kompetenzzentrum Wald und Holz unter dem Dach der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe in kurzer Frist seine Wirkung entfalten wird.

Herzlichst

 

Ihr

Dr.-Ing. Andreas Schütte

Dr.-Ing. Andreas Schütte
Dr.-Ing. Andreas Schütte, Geschäftsführer
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