Infobrief der FNR 01 / 2019: Schwerpunkte des KIWUH

Kompetenz- und Informationszentrum Wald und Holz (KIWUH) zum 1.1.2019 als neue Abteilung an der FNR gegründet

Das KIWUH ist eine Abteilung der FNR, der die Projektbearbeitung sowie die Fach- und Verbraucherinformation zu den Themen Wald und Holz obliegt. Seit Jahresbeginn ist auch die Förderrichtlinie Waldklimafonds unter der gemeinsamen Federführung des BMEL und des BMU beim KIWUH angesiedelt, die zuvor von der BLE bearbeitet wurde.

Als Kompetenz- und Informationszentrum Wald und Holz bearbeitet und initiiert es Förderprojekte aus dem

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt der inhaltlichen Arbeit liegt in den Bereichen Kommunikation und Fachinformation. Das KIWUH informiert Fachkreise und Verbraucher über aktuelle Forschungsergebnisse und Innovationen bei der nachhaltigen Waldbewirtschaftung und der intelligenten Holzverwendung.

Zudem ist es Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger, für Schulen, Hochschulen und Bildungsträger, für Waldeigentümer, für Bauplaner und Bauherren, für Verwaltungen, für Medien und weitere Interessenten.

Zum 1.1.2019 nahmen 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeit beim KIWUH auf. Bis Mitte des Jahres werden noch ca. 20 weitere Mitarbeiter beim KIUWH ihre Arbeit aufnehmen.

Neue Informationsbroschüre Wald und Holz

Die erste vom KIWUH veröffentlichte Publikation „Wald und Holz in Deutschland“ bietet einen guten Überblick über die nachhaltige Waldbewirtschaftung, den Rohstoff Holz und seine Verwendung, nachhaltiges Bauen und Bioökonomie mit Innovationen aus Holz. Außerdem finden sich Zahlen und Fakten zum Wald als Erholungsraum für den Menschen, zu Wertschöpfung und Arbeitsplätzen im Cluster Forst und Holz und zum Klima-, Natur- und Artenschutz.

KIWUH präsentierte sich auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin

Das KIWUH stellte sich auf der Internationalen Grünen Woche vom 18. bis 27. Januar 2019 in Berlin erstmals der Öffentlichkeit vor.

Wer sich einen Einblick in die moderne Holzerntepraxis verschaffen mochte, der konnte am Stand des KIWUH in der Halle 4.2. den „Einsatz“ eines Harvesters hautnah erleben. Fachleute der Waldarbeitsschule Kunsterspring des Landesbetriebes Forst Brandenburg demonstrierten an einem mit Bildschirmen, Fahrersitz und Bedienelementen ausgestatteten Simulator, wie moderne Holzerntemaschinen arbeiten.

Eine Schauvitrine auf dem Stand zeigte das Modell eines modernen, mehrgeschossigen Gebäudes in Holzbauweise, eine weitere gewährte dem Betrachter einen Blick in den Waldboden. Die Besucherinnen und Besucher konnten sich auch darüber informieren, wie der Wald als Klimaschützer wirkt, weshalb die Verwendung langlebiger Holzprodukte ein Beitrag zum Klimaschutz ist und welche Forschungsprojekte zur nachhaltigen Wald- und Holzwirtschaft die Bundesregierung mit Mitteln aus dem Waldklimafonds und aus dem Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe unterstützt.

Insbesondere die Themen naturnahe Waldbewirtschaftung und Klimaschutz waren Topics, welche die Messebesucher am Stand besonders interessierten.

Der Messestand des KIWUH zur IGW 2019. Quelle: KIWUH/S. Wildermann
Der Messestand des KIWUH zur IGW 2019. Quelle: KIWUH/S. Wildermann

Statusseminar: Sicherung der Nadelrohholzversorgung

Unter dem Titel "Sicherung der Nadelrohholzversorgung" lud die FNR am 7.2.19 zu einem Statusseminar nach Berlin ein. In dem Seminar wurde der Status quo laufender und abgeschlossener Vorhaben aus dem Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe des BMEL vorrangig aus Sicht der Waldbewirtschaftung präsentiert und weiterer Forschungs- und Handlungsbedarf identifiziert.

Preisverleihung HolzbauPlus

Bereits zum vierten Mal lobte das BMEL den HolzbauPlus-Wettbewerb aus. Wie die Jahre zuvor war das Ziel, zu einer breiteren Akzeptanz für das Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen beizutragen. Als Vorbilder für Planer und Bauherren konnten die prämierten Projekte Impulse geben.

Der Baustoff Holz erlebt derzeit eine Renaissance: Während zu Beginn der 1990er-Jahre lediglich sechs Prozent der Ein- und Zweifamilienhäuser in Holzbauweise errichtet wurden, hat sich ihr Anteil in den vergangenen 25 Jahren auf rund 18 Prozent verdreifacht.
Die Resonanz auf den Wettbewerb spiegelte diese Entwicklung wider. Insgesamt 137 Projekte wurden eingereicht. Aus den Einreichungen wählte eine vom BMEL berufene unabhängige Wettbewerbsjury unter dem Vorsitz des Architekten Frank Lattke die Preisträger aus. Sie erhalten ein Preisgeld von insgesamt 50.000€.

Bundesministerin Julia Klöckner mit den Gewinnern des Wettbewerbs, Quelle: BMEL
Bundesministerin Julia Klöckner mit den Gewinnern des Wettbewerbs, Quelle: BMEL

Referenzgebäude-Datenbank

Das Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen erfreut sich einer zunehmenden Beliebtheit. Einen regelrechten Siegeszug erlebt der Holzbau: Vom klassischen Massivholzbau über den etablierten Holzrahmenbau geht die Entwicklung hin zu immer größeren und vor allem höheren Gebäuden. So werden im Geschosswohnungsbau mittlerweile sogar achtgeschossige Bauten in Hybridkonstruktion aus Brettstapel-, Holzrahmen- und Holzskelettbauweise errichtet.

Aber auch das Dämmen mit nachwachsenden Materialien wie Zellulose, Holzfaser, Hanf oder auch Stroh sowie die Verwendung natürlicher Baustoffe für Bodenbeläge und Wandoberflächen wird immer selbstverständlicher.

Anhand von über 300 ganzheitlichen Baubeispielen - unterteilt in die Kategorien Wohnungsbau, Gewerbebau und Öffentliches Bauen - zeigt diese Gebäudedatenbank, wie mit natürlichen Baustoffen Ein- und Mehrfamilienhäuser, landwirtschaftliche Bauten, Bürogebäude, Hallen, Kindergärten, Schulen, Büros und Ausstellungsgebäude neu gebaut, erweitert und saniert werden können.

Die Datenbank gibt einen Überblick über deutschlandweit fertiggestellte Bauprojekte. Jedes Gebäude wird kurz beschrieben, seine Lage auf einer Karte dargestellt und mit Bildmaterial zum besseren Verständnis versehen.

Waldinsektenschutz durch Biotopverbund in und zwischen Wäldern

Im Rahmen eines Demonstrationsprojektes der Landesforst MV sollen Waldinsekten schützende und fördernde Strategien durch Schaffung und Optimierung von Biotopen in Wäldern evaluiert und entwickelt werden. Zudem sollen Konzepte entwickelt werden, um Waldinseln in waldarmen Regionen mittels Hecken, Agroforstsystemen, Baum- und Waldstreifen zu vernetzen.

Großer Eichenbock (Cerambyx cerdo), einst häufig, heute in Deutschland vom Aussterben bedroht.
Großer Eichenbock (Cerambyx cerdo), einst häufig, heute in Deutschland vom Aussterben bedroht.

Erfolgreicher Auftakt der Veranstaltungsreihe „Charta für Holz 2.0 im Dialog“

Das Bauen mit Holz muss als Beitrag zum Klimaschutz in der Breite ankommen – so das Fazit zum Auftakt der Veranstaltungsreihe „Charta für Holz 2.0 im Dialog“, die von der Bundeswaldministerin Julia Klöckner unter der Fragestellung „Mensch, Stadt, Land, Ressourcen – Wie wollen wir in Zukunft leben?“ am 11. Dezember 2018 in Berlin eröffnet wurde.

Über 130 Experten aus den Bereichen Bauen und Umwelt sowie Forst und Holz kamen auf Einladung des BMEL zusammen, um über mögliche Lösungsansätze für mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Bausektor zu diskutieren. Denn ob in großen Schwarmstädten oder in Teilen des ländlichen Raumes – es besteht ein enormer Bedarf an Wohnraum, aber auch an Industrie- und Gewerbebauten und öffentlichen Gebäuden. Um diesen Bedarf zu decken, sind mit Blick auf zukünftige Generationen intelligente Lösungen gefragt, die Klimaschutz und Nachhaltigkeit von der Erstellung bis zum Rückbau und Recycling von Gebäuden bereits bei der Planung mit berücksichtigen. Die Veranstaltungsteilnehmer waren sich einig, dass der Holzbau dabei ein Teil der Lösung sein kann. Mit der Veranstaltungsreihe hat das BMEL die Grundlagen dafür geschaffen, den Holzbau von der Nische in den Mainstream zu tragen. Das vielfältige Veranstaltungsprogramm, das breite fachliche Spektrum der Teilnehmer als auch die aktive Beteiligung von Vertretern des Bundesbau- und des Bundesumweltministeriums wurden von den Veranstaltungsteilnehmern sehr positiv aufgenommen. Am Nachmittag gab es Gelegenheit, drei Schwerpunkthemen der Veranstaltung

  1. Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Bau(recht),
  2. Kommunales Bauen und
  3. Urban Mining

in Workshops zu vertiefen. Die Veranstaltung wurde in Partnerschaft mit den kommunalen Spitzenverbänden Deutscher Städtetag, Deutscher Landkreistag und Deutscher Städte- und Gemeindebund durchgeführt.

Zur Charta für Holz 2.0.: Als Meilenstein im Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung zielt die Charta für Holz 2.0 darauf ab, den Beitrag von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft zu stärken – zugunsten von Klimaschutz, Wertschöpfung und Ressourceneffizienz.

„Bauen mit Holz schützt aktiv das Klima“ so Bundesministerin Julia Klöckner bei der Eröffnung der Veranstaltungsreihe „Charta für Holz 2.0 im Dialog“, Quelle: BMEL/photothek.net
„Bauen mit Holz schützt aktiv das Klima“ so Bundesministerin Julia Klöckner bei der Eröffnung der Veranstaltungsreihe „Charta für Holz 2.0 im Dialog“, Quelle: BMEL/photothek.net

Übernahme der Projektträgerschaft des Waldklimafonds

Projekte aus dem Waldklimafonds werden ab sofort vom Kompetenz- und Informationszentrums Wald und Holz (KIWUH) bei der FNR bearbeitet und begleitet. Damit löst die FNR die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) als bisherigen Projektträger für den Waldklimafonds ab.

Der Waldklimafonds wurde 2013 vom BMEL und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) auf der Grundlage eines Beschlusses des Deutschen Bundestages eingerichtet und wird von diesen Ressorts gemeinsam finanziert. Gefördert werden Maßnahmen zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel und zum Erhalt und Ausbau des CO2-Minderungspotenzials von Wald und Holz gewidmet.

Für 2019 stellen das BMEL und das BMU gemeinsam insgesamt 24,5 Millionen Euro für die Projektförderung aus dem Waldklimafonds bereit.

Förderaufruf: „Landwirtschaftliches Bauen mit Holz“

Holz aus nachhaltiger, regionaler Forstwirtschaft hat als Baumaterial beim landwirtschaftlichen Bauen eine lange Tradition und trägt zum Klimaschutz und zur Wertschöpfung im ländlichen Raum bei. In den letzten Jahrzehnten ging seine Bedeutung gegenüber anderen Rohstoffen allerdings stark zurück. Das BMEL möchte mit dem aktuellen Förderaufruf Innovationen unterstützen, die das landwirtschaftliche Bauen mit Holz wieder stärken.

Gesucht sind Ideen für neue Holzbauprodukte und -techniken, die den Besonderheiten landwirtschaftlicher Gebäude mit großen Spannweiten oder besonderen klimatischen Anforderungen Rechnung tragen. Ein mögliches Thema ist auch die Eignung verschiedener Holzarten und Holzwerkstoffe im Hinblick auf Tierwohl, Hygiene oder Dauerhaftigkeit. Schließlich sind ökonomische und ökologische Analysen der Holzbauweise im Vergleich mit anderen landwirtschaftlichen Bauweisen oder Untersuchungen von Brandschutzaspekten förderfähig.

Einreichungsfrist für Skizzen: 31.3.19

Gefördert aus: Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe

Holzkonstruktion des Neubaus eines moderenen Michviehstalls; Foto: www.bauernhof-hefele.de
Holzkonstruktion des Neubaus eines moderenen Michviehstalls; Foto: www.bauernhof-hefele.de
Diese Internetseite verwendet Cookies, um die Nutzererfahrung zu verbessern und den Benutzern bestimmte Dienste und Funktionen bereitzustellen. Details
Cookies erlauben