Infobrief der FNR 01 / 2019: EU/International

Projektstart SMARTSPEND

Am 01.12.2018 startete das im Rahmen des europäische Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020 geförderte Projekt SMARTSPEND. 11 Projektpartner sind in diesem EU Projekt involviert. Die FNR vertritt als Projektpartner die Interessen der ETIP Bioenergy Plattform, ein Projekt, welches ebenfalls aus Horizon 2020 gefördert und von der FNR koordiniert wird.

SMARTSPEND liegen zwei Ansätze zugrunde: Der erste Ansatz „Synergien“ unterstützt die Umsetzung des Strategischen Energie Technologie (SET)-Plans. Hierfür werden Vertreter aller Energiesektoren (außer Kernenergie) zusammengebracht, um gemeinsame Interessen und Technologieentwicklung zu eruieren und nicht-technologische Barrieren zu identifizieren, die einer Etablierung der Technologien am Markt im Wege stehen. Der zweite Ansatz „Finanzielle Strategie“ bringt Akteure der verschiedenen Energiesektoren (außer Kernenergie) zusammen, um gemeinsam den Bedarf an Finanzierung und benötigte Finanzierungsmodelle zu identifizieren. Ergebnisse der Diskussionen aus den beiden Ansätzen werden hochrangigen Regierungsbeamten in einer Kampagne, der SMARTSPEND „Roadshow“, in Europäischen Hauptstädten vorgestellt und weiterhin der EU-Kommission präsentiert. Das Projekt ist für drei Jahre angesetzt; die Projektlaufzeit wird im Dezember 2021 enden.

Projektstart BalticBiomass4Value

Zum 1. Januar 2019 startete das über Interreg Baltic Sea Regions geförderte Projekt “Unlocking the Potential of Bio-Based Value Chains in the Baltic Sea Region” (BalticBiomass4Value) bei der FNR. Das Projekt wird durch die Vytautas Magnus Universität (Litauen) koordiniert und hat insgesamt 17 Partner aus dem gesamten Ostseeraum.

BalticBiomass4Value unterstützt privatwirtschaftliche und öffentliche Akteure im Ostseeraum im Bereich energetische Nutzung von Biomasse. Der Fokus liegt dabei auf nachhaltigen Wertschöpfungsketten und der Nutzung von Nebenpfaden zur Herstellung von biobasierten Produkten (z. B. Düngemittel oder Produkte für die chemische Industrie). Zu diesem Zweck werden verschiedene Wertschöpfungspfade im Programmraum untersucht. Dies schließt die Bereiche Land- und Forstwirtschaft, allerdings auch die Nahrungs- und Futtermittelindustrie, Holzindustrie, Fischerei oder die Nutzung von kommunalen Abfällen oder Klärschlämmen mit ein. Betrachtet werden weiterhin logistische Fragestellungen, Geschäftsmodelle oder unterschiedliche Technologieoptionen.

Die Ergebnisse werden zielgruppengerecht aufbereitet, um zum einen öffentliche Stellen auf regionaler oder Landesebene zu informieren oder beratende Institutionen bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Weiterhin besteht das Ziel, Unternehmen bei der Entwicklung neuer Wertschöpfungspfade zu beraten.

Die FNR befasst sich schwerpunktmäßig mit der zielgruppengerechten Aufbereitung von Projektergebnissen in webgestützten Tools. Weiterhin wird sie mit ihrem umfangreichen Fachwissen im Bereich der Bioenergieerzeugung und der Herstellung biobasierter Produkte zum Gelingen des Projektvorhabens beitragen.

Die Projektlaufzeit beträgt 30 Monate. 

SEEMLA beendet

Das aus Horizon 2020 geförderte Projekt SEEMLA (‚Sustainable exploitation of biomass for bioenergy from marginal lands‘) wurde nach einer dreijährigen Laufzeit im Dezember 2018 erfolgreich abgeschlossen. SEEMLA leistete einen wichtigen Beitrag zur zuverlässigen und nachhaltigen Nutzung von Biomasse an Sonder- und Grenzstandorten (MagL.) Hierbei wurden Methoden und Werkzeuge entwickelt, um eben diese Standorte zu definieren und zu identifizieren. Durch mehrere Feldversuche konnten die erarbeiteten Ergebnisse direkt in die Praxis umgesetzt werden.

An SEEMLA waren acht Einrichtungen aus Italien, Griechenland, die Ukraine und Deutschland beteiligt. Die FNR koordinierte das Projekt, das sich mit Biomasseproduktion auf marginalen Standorten für die Energieerzeugung befasste. Insgesamt wurden die Förderung einer Umwandlung von Grenzstandorten für die Produktion von Bioenergie durch die direkte Einbeziehung von Land- und Forstwirtschaft, die Stärkung der lokalen Kleinversorgerketten und das Herausstellen der Vorzüge von Anbaugebieten mit Bioenergiepflanzen auf Grenzstandorten und deren Förderung verfolgt.

Zur Bewertung marginaler Standorte wurde das „Müncheberg Soil Quality Rating (SQR)-Tool“ verwendet. Nach eingehender Analyse wurden im Rahmen des Projektes Flächen mit schlechter (20<SQR<40) und sehr schlechter (SQR<20) Bodenqualität als MagL definiert.

SEEMLA lieferte somit Ergebnisse, die dauerhaft zur Erhöhung der Produktion von Bioenergie, einem erhöhten Einkommen der Landwirte, einer Zunahme von Investitionen in neue Technologien und die Entwicklung neuer politischer Maßnahmen beitrugen. Die Ergebnisse des Projektes sind der Homepage zu entnehmen.

Projektende ISABEL

Das aus H2020 geförderte Projekt ‚Triggering Sustainable Biogas Energy Communinities through Social Innovation‘ (ISABEL) ist nach drei Jahre Laufzeit im Dezember 2018 erfolgreich zum Abschluss geführt worden. ISABEL befasste sich mit der Erstellung und Umsetzung von lokalen und regionalen Konzepten zur Erzeugung von erneuerbaren Energien. Das Projekt lieferte somit einen wichtigen Beitrag zum übergreifenden strategischen Ziel einer kohlenstoffarmen Wirtschaft in der EU.

Genauer betrachtet wurden nachhaltige Biogastechnologien, die bisher unzureichend außerhalb Deutschlands in das Konzept integriert wurden. Das Hauptziel von ISABEL war es, die Biogas-Gemeinschaft in der EU zu fördern. Um dies zu erreichen, wurde die gesellschaftliche Relevanz des Themas herausgestellt und der innovative Ansatz der sozialen Innovation verfolgt. Moderne Marketing-Forschung diente hierbei die Bedürfnisse und Vielfalt einzelner Gemeinden zu identifizieren. Aus den Ergebnissen dieser Forschung konnte Biogas als wirtschaftlicher Bioenergieträger als Gemeinschaftsgut positioniert werden und neue Konzepte zur Bildung von gemeinschaftlichen lokalen Energiesystemen mit Bürgerbeteiligung entwickelt werden.

Das Projekt wurde durch die FNR bearbeitet und hatte insgesamt acht Partner aus vier europäischen Ländern (Griechenland, Frankreich, Belgien, Großbritannien und Deutschland). Durch ISABEL hat die FNR neue, wichtige Erkenntnisse für die weitere Entwicklung der Bioenergiedörfer gewonnen, auf die in Zukunft aufgebaut werden kann.

IEA Bioenergy startet ins neue Triennium

Anfang November 2018 fand die IEA Bioenergy Konferenz in San Francisco statt. Hier blickten die Mitglieder auf erfolgreich abgeschlossene drei Jahre zurück und präsentierten ihre Ergebnisse vor ca. 600 Teilnehmern. Des Weiteren stimmte der Lenkungsausschuss auf seinem Treffen die Schwerpunkte der Arbeit im nächsten Triennium 2019-2021 ab. Besonderer Wert wird auf die Einbettung der Bioenergie in Energiesysteme und in die Bioökonomie gelegt.

Im neuen Triennium werden zudem erstmals 2 Arbeitsgruppen unter deutscher Leitung agieren. Die Task 40 "Deployment of biobased value chains" wird von Uwe Fritsche (IINAS) geleitet, die Task 34 "Direct Thermochemical Liquefaction" wird angeführt von Dr. Axel Funke (KIT). Darüber hinaus nehmen deutsche Vertreter auch Leitungsaufgaben (Co-Leads) in den Tasks 44 „Flexible Bioenergy and System Integration“, hier Prof. Daniela Thrän und Christiane Hennig (DBFZ), und 45 „Climate and Sustainability Effects of Bioenergy with the broader Bioeconomy“, hier Uwe Fritsche (IINAS), wahr. Dieses starke Engagement unterstreicht die Bedeutung, die das BMEL und die FNR der internationalen Zusammenarbeit zumessen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der IEA Bioenergy. Die Vorträge der Konferenz in San Francisco sind hier verfügbar https://www.ieabioenergy.com/publications/iea-bioenergy-conference-2018/.

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