Infobrief der FNR 02 / 2019: Nachhaltige Erzeugung

Bekanntmachung über die Förderung von Innovationen zur Minderung der Torfanteile in Kultursubstraten – Torfersatz – (Modul C)

Der Gartenbau in Deutschland muss seine Wettbewerbsfähigkeit durch nachhaltige Produktions- und Wertschöpfungsketten sichern. Ein national wie weltweit wichtiges Thema im Bereich Nachhaltigkeit gartenbaulicher Produktion ist der Einsatz von Torf in Kultursubstraten. Torf ist in den Jahrtausenden nach der letzten Eiszeit in Mooren entstanden und hat sehr viel Kohlenstoff gebunden. Durch die Torfgewinnung und die Verwendung von Torf als Kultursubstrat wird dieser Kohlenstoff durch Abbauprozesse als Kohlendioxid wieder freigesetzt und trägt so zum Klimawandel bei.

Das BMEL möchte die Entwicklung von Alternativen zur Torfverwendung in Kultursubstraten fördern und dadurch insbesondere mögliche Hemmnisse bei der Umstellung auf torfreduzierte oder torffreie Substrate minimieren. In dem von der FNR betreuten Modul C sollen schwerpunktmäßig Maßnahmen der angewandten FuE im Bereich der nachhaltigen Erzeugung und Nutzung nachwachsender Rohstoffe als Torfersatz in Kultursubstraten unterstützt werden, die auch zur Weiterentwicklung einer nachhaltigen Bioökonomie beitragen und den Vorgaben des Förderprogramms Nachwachsende Rohstoffe entsprechen.

Einreichungsfrist für Skizzen: 28.6.19, 12:00

Gefördert aus: Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe

Forschungen zu nachwachsenden Rohstoffen durch Nachwuchsgruppen an deutschen Forschungseinrichtungen

Das BMEL ruft Forschungseinrichtungen dazu auf, Konzepte für Arbeiten zu nachwachsenden Rohstoffen einzureichen. Gefördert werden Gruppen mit bis zu fünf jungen Wissenschaftler*innen, die im Themenbereich „Nachwachsende Rohstoffe“ forschen.

Der Förderzeitraum beträgt bis zu fünf Jahre, Projektskizzen können bis zum 16.9. an die FNR gerichtet werden.

Einreichungsfrist für Skizzen: 16.9.19

Gefördert aus: Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe

Anbau nachwachsender Rohstoffe 2018 - Rapsanbau für Biodiesel geht zurück

Mit geschätzten 2,45 Millionen Hektar ist die Anbaufläche für nachwachsende Rohstoffe hierzulande 2018 im Vergleich zu 2017 annähernd gleichgeblieben. Deutlich nach unten korrigiert wurden jedoch im Zuge der rückwirkenden statistischen Erfassung die Zahlen für 2017. Die FNR schätzt den Flächenumfang für den Anbau nachwachsender Rohstoffe im Auftrag des BMEL anhand der allgemeinen landwirtschaftlichen Anbaustatistik und auf Basis verfügbarer Marktdaten jeweils für das Vorjahr. Im Folgejahr wird diese Schätzung mit Vorlage weiterer Marktinformationen für das jeweilige Bezugsjahr nochmals validiert und entsprechend angepasst. Für 2017 ergab sich so ein deutlicher Flächenrückgang beim Rapsanbau für Biodiesel gegenüber 2016 – ein Minus von rund 120.000 Hektar. Mit den verbleibenden knapp 600.000 Hektar in 2017 und 560.000 Hektar in 2018 ist Raps aber immer noch die zweitwichtigste Energiepflanze in Deutschland. Auf Platz 1 stehen mit 1,35 Millionen Hektar nach wie vor die Energiepflanzen für Biogasanlagen. Silomais belegte etwa zwei Drittel der Biogasfläche, auf dem anderen Drittel standen Gräser, Getreide, Rüben, Leguminosen oder die Durchwachsene Silphie. Diese bienenfreundliche Dauerkultur hat ihren Anbauumfang mit fast 3.000 Hektar innerhalb der letzten fünf Jahre verzehnfacht. 

Der heimische Anbau zur Gewinnung von Industrierohstoffen bewegt sich weiterhin auf einem stabilen, aber niedrigen Niveau von etwa 275.000 Hektar. Es dominieren Industriestärke (Weizen, Körnermais, Kartoffeln) mit 129.000 Hektar und Rapsöl für technische Zwecke mit rund 109.000 Hektar. Zuckerrüben für Industriezucker wuchsen auf 12.000 Hektar sowie Arznei- und Färbepflanzen ebenfalls auf etwa 12.000 Hektar.



Anbau nachwachsender Rohstoffe in Deutschland
Anbau nachwachsender Rohstoffe in Deutschland

Verbesserte Stickstoff-Aufnahme und -Verwertungseffizienz bei Winterraps

Forscher der Universität Gießen wollten ein besseres Verständnis der Vererbung der Stickstoff(N)-Effizienz von Winterraps (Brassica napus L.) erlangen. Eine hohe N-Effizienz bezeichnet die Fähigkeit eines Genotyps, bei begrenztem N-Angebot überdurchschnittliche Erträge zu erzielen. N-effiziente Sorten sind nicht nur ökonomisch interessant, sie können auch zur Reduzierung negativer Umwelteffekte der N-Düngung beitragen.

Im Projekt untersuchten die Forscher den Zuchtfortschritt bei der N-Effizienz alter und neuer Hybrid- und Liniensorten. Außerdem typisierten sie insgesamt 70 Rapssorten und suchten nach Chromosomenregionen, die mit der N-Effizienz in Zusammenhang stehen. Das gewonnene Wissen wird künftig für die Züchtung neuer Sorten zur Verfügung stehen. Außerdem zeigte sich, dass es bereits in den letzten beiden Jahrzehnten einen deutlichen Zuchtfortschritt gegeben hat: Die untersuchten neuen Hybridsorten benötigen zur Erzeugung einer Tonne Rapsöl durchschnittlich 13 Prozent weniger N als alte Liniensorten. Die effizienteste Sorte brauchte sogar ein Viertel weniger N als die schlechteste alte Sorte.


Raps im Versuchsfeld
Raps im Versuchsfeld

15th International Rapeseed Congress

Vom 16. bis zum 19. Juni 2019 findet der 15. Internationale Raps-Kongress in Berlin statt. Er bietet im 4-Jahres-Turnus die Möglichkeit zum fachlichen Austausch und gilt als wichtigste wissenschaftliche Veranstaltung zum Thema. Die Veranstalter, die Ufop und die Internationale Beratungsgruppe für Rapsforschung, rechnen mit über 800 TeilnehmerInnen. Von der Genetik und Züchtung über Pflanzenkrankheiten und innovative Bekämpfungsmethoden bis hin zu etablierten und neuen Rapsprodukten steht die gesamte Produktionskette auf dem Programm. Die FNR ist mit einem eigenen Stand auf dem Kongress vertreten. Sie berät über das Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“, über aktuelle Vorhaben und die Rahmenbedingungen, u.a. für technische Öle oder Biokraftstoffe.

Raps ist in Deutschland die mit Abstand wichtigste Ölpflanze, auf dem Weltmarkt steht sie an 3. Stelle. Nach Mais ist sie der zweitwichtigste nachwachsende Rohstoff hierzulande.

Foto: tangram/K. Grümmert
Foto: tangram/K. Grümmert
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