Infobrief der FNR 02 / 2019: Systemische Integration

Forschungen zu nachwachsenden Rohstoffen durch Nachwuchsgruppen an deutschen Forschungseinrichtungen

Das BMEL ruft Forschungseinrichtungen dazu auf, Konzepte für Arbeiten zu nachwachsenden Rohstoffen einzureichen. Gefördert werden Gruppen mit bis zu fünf jungen Wissenschaftler*innen, die im Themenbereich „Nachwachsende Rohstoffe“ forschen.


Der Förderzeitraum beträgt bis zu fünf Jahre, Projektskizzen können bis zum 16.9. an die FNR gerichtet werden.

Einreichungsfrist für Skizzen: 16.9.19

Gefördert aus: Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe

Bundeswettbewerb "Bioenergie-Kommunen"

Der Parlamentarische Staatssekretär Michael Stübgen bei der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft hat den 5. Bundeswettbewerb "Bioenergie-Kommunen" ausgelobt. Mit dem in Partnerschaft mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) sowie dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU) ausgerichteten Wettbewerb sollen Dörfer und Städte prämiert werden, die ihren Energiebedarf maßgeblich durch Nutzung von nachhaltig verfügbaren nachwachsenden Rohstoffen und biogenen Reststoffen und anderen erneuerbaren Energien decken und sich damit vorbildlich für Energiewende und Klimaschutz engagieren.

Der Bundeswettbewerb "Bioenergie-Kommunen" richtet sich an Kommunen in Deutschland, die einen Großteil ihres Strom- und Wärmebedarfs aus regional erzeugter Biomasse decken. Prämiert werden drei besonders erfolgreiche Bioenergie-Kommunen, die ein gutes Vorbild sind für die nachhaltige Entwicklung ländlicher Regionen und für Stadt-Land-Partnerschaften zur Bereitstellung und Nutzung von Biomasse bzw. Bioenergie für eine klimafreundliche, erneuerbare Energieversorgung.

Gesucht sind insbesondere Bioenergiedörfer bzw. -Städte, die Wärme, Strom und ggf. auch Kraftstoffe aus Biomasse erfolgreich erzeugen und nutzen und die mit Akzeptanz und Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger die Energieversorgung auf Bioenergie und andere erneuerbare Energien umgestellt haben bzw. auf dem Weg dazu weit fortgeschritten sind. Nachhaltige, regionale Rohstoffbereitstellung, Innovation und intelligente Kombination von Bioenergie mit anderen erneuerbaren Energien sowie bürgerliches Engagement zeichnen vorbildliche Bioenergie-Kommunen aus. Die damit verbundene positive Entwicklung und Wertschöpfung in ländlichen Regionen, die vorteilhaften Stadt-Land-Partnerschaften und Bioenergie-Kommunen als attraktive Lebens- und Arbeitsorte möchte das BMEL mit dem Bundeswettbewerb ganz besonders herausstellen.

Vom BMEL werden dafür drei mit jeweils 10.000 Euro dotierte Preise "Bioenergie-Kommune 2019" ausgeschrieben. Die Preisgelder sollen für die Weiterentwicklung der Bioenergie-Kommunen zum Einsatz kommen.

Die Umsetzung des Wettbewerbs erfolgt durch die FNR. Die Bewerbungsunterlagen stehen auf der Internetseite unter www.bioenergie-kommunen.de zur Verfügung. Bewerbungen sind online, ergänzende Unterlagen schriftlich über den Bürgermeister der Bioenergie-Kommune einzureichen. Bewerbungsschluss ist der 15. August 2019.

Aktuelle Bioenergie-Grafiken

Mit regelmäßig aktualisierten Abbildungen und Tabellen bietet die FNR wichtige Daten und Fakten zur Bioenergiebereitstellung und -nutzung. Die Abbildungen und Tabellen informieren kurz und bündig über die Wärme-, Strom- und Kraftstofferzeugung aus Bioenergie, die land- und forstwirtschaftlichen Flächennutzung sowie typische Masse- und Energieerträge. Sie liefern wichtige Kennzahlen und Eigenschaften von festen und flüssigen Biobrennstoffen sowie Biokraftstoffen, von Biogassubstraten, Biogas und Biomethan. Sie finden u. a. Informationen und Kennwerte zu verschiedenen Biogasaufbereitungsverfahren. Viele Umrechnungsformeln und in der Praxis häufig benötigte Umrechnungskennzahlen machen die Publikation zu einer fundierten und praktischen Wissens- und Arbeitsgrundlage.

Die Basisdaten Bioenergie stehen als Online-Applikation, optimiert für den schnellen Zugriff vom Smartphone oder Tablet, zur Verfügung. Die Basisdaten werden auch als Broschüre – in deutscher und englischer Auflage – herausgegeben.


Englische Basisdaten 2019

Englische Basisdaten 2019

6. Kongress Biogas in der Landwirtschaft

Das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e.V. (KTBL) und die FNR laden am 9. und 10. September 2019 zum Kongress „Biogas in der Landwirtschaft – Stand und Perspektiven“ nach Leipzig ein. Das Deutsche Biomasseforschungszentrum gGmbH (DBFZ) unterstützt den sechsten Kongress dieser Veranstaltungsreihe als ideeller Partner.

Themen der Veranstaltung sind u. a. Zukunfts- und Post-EEG-Perspektiven, ebenso wie rechtliche Rahmenbedingungen, aktuelle Herausforderungen und die neuesten Erkenntnisse in den Bereichen Prozessbiologie, Verfahrenstechnik, Flexibilisierung und die Verbesserung der Klimaschutzwirkung von Biogasanlagen.

Der Kongress wird von einer wissenschaftlichen Posterausstellung begleitet. Wir laden Sie herzlich ein, sich mit eigenen Beiträgen an dieser Ausstellung zu beteiligen. Nähere Informationen hierzu finden Sie auf der Veranstaltungswebseite unter dem Reiter „Call for poster 2019“.

Das Programm, organisatorische Hinweise und die Online-Anmeldung finden Sie auf der Veranstaltungsinternetseite https://veranstaltungen.fnr.de/biogaskongress.


Biogaskongress 2019

Biogaskongress 2019

Getreidestroh-Silagen für Biogasanlagen geeignet

Stroh – z. B. von Weizen, Gerste oder Mais - lässt sich durch Silierung so aufschließen, dass es in Biogasanlagen zügig vergoren wird. Als Co-Substrat vereinfacht es zudem die Silierung von Zuckerrüben und anderen energiereichen Rohstoffen mit hohen Wasseranteilen. Die Gaserträge solcher Mischsilagen reichen an Silomais heran, wie Forscher der Fachhochschule Südwestfalen am Fachbereich Agrarwirtschaft in Soest herausfanden. Gefördert wurden sie dabei vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Getreidestroh fällt als landwirtschaftliches Koppelprodukt in großen Mengen an. Hiervon könnten jährlich rund 10 Millionen Tonnen energetisch genutzt werden, ohne die Humusbilanzen der landwirtschaftlichen Flächen und den Bedarf an Einstreu zu beeinträchtigen. Die Gaserträge von Stroh reichen zwar nicht an den als Standard geltenden Silomais (Mais-GPS) heran, allerdings bindet Stroh als Koppelprodukt der Getreideproduktion auch keine zusätzlichen landwirtschaftlichen Flächen und kann zudem einzelbetrieblich helfen, den im EEG eingeführten Maisdeckel einzuhalten.

Quaderballen aus Stroh

Quaderballen aus Stroh

Optimierung elektrostatischer Staubabscheider für Biomassefeuerungen

Im Rahmen des Verbundforschungsvorhabens „Optimierung der Fraktionsabscheidegrade elektrostatischer Staubabscheider beim Einsatz in Biomassefeuerungen“ konnten Forscher von Fraunhofer UMSICHT und der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden in Zusammenarbeit mit Entwicklungsingenieuren des Feinstaubfilterherstellers Karl Schräder Nachf. herausarbeiten, wie der Fraktionsabscheidegrad von Staubfiltersystemen verbessert bzw. optimiert werden kann.

Die Messung von Staubemissionen aus Biomassefeuerungen orientiert sich bisher auf die Messung des Gesamtstaubgehaltes. Eine differenzierte Betrachtung von Staubemissionen nach Partikelgrößen scheitert in der Praxis an aufwendigen und kostenintensiven Messverfahren. Inzwischen rückt jedoch immer stärker ins Bewusstsein, dass nicht die groben, sondern insbesondere die feinsten Staubpartikel, die es nicht nur in Luftröhre und Bronchien, sondern noch weiter in die Alveolen der Lunge schaffen, ein gesundheitliches Gefährdungsrisiko darstellen.

Bedeutsam für die Optimierung der Abscheidung von Partikeln ist der Unterschied in der Abscheidecharakteristik sowie dem Fraktionsabscheidegrad der verschiedenen Filtersysteme. Während z. B. Schwerkraft- bzw. Fliehkraftabscheider wie Zyklone und Wäscher-Systeme effektiv grobe Partikel abscheiden, eignen sich elektrostatisch wirkende sowie filternde Abscheider sehr gut für die Abtrennung von feinsten Fraktionen aus dem Rauchgas. Der Focus der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten lag daher vor allem auf den elektrostatischen Abscheidern, die - aufgrund geringer Druckverluste im Rauchgasweg - einen niedrigen Energiebedarf und geringe Betriebskosten aufweisen. Als zentrale Forschungsfragen wurde im Projekt im Zuge von Untersuchungen an verschiedenen marktverfügbaren Filtern/Abscheidern ermittelt, wie wirksam die Geräte in den Partikelgrößenklassen PM 2,5 und PM 10 sind und wie die Fraktionsabscheidegrade deutlich verbessert werden können. Hierzu wurden die Abscheider an verschiedenen Biomassekesseln eingesetzt und bei Einsatz von Holzhackschnitzeln und Miscanthuspellets geprüft. Die gewonnenen Erkenntnisse sind in Optimierungsmaßnahmen für die Produkte OekoTube-Inside und Filterbox S eingeflossen und wurden konstruktiv von den Oekosolve und Schräder für die o. g. Abscheider umgesetzt.

Ein erneutes Vermessen der Filterbox S konnte eine erhebliche Verbesserung der Fraktionsabscheidegrade belegen. Der neue, verbesserte Filter ist inzwischen unter dem Markennamen Filterbox SZ auf dem Markt erhältlich.

Effiziente Primärmaßnahmen zur Emissionsminderung von Holzhackschnitzelfeuerungen

Verbesserte technische Primärmaßnahmen zur Emissionsverbesserung bei Hackschnitzelheizungen entwickelten Forscher von Fraunhofer UMSICHT und dem Lehrstuhl für Energieanlagen und Energieprozesstechnik an der Ruhr-Universität Bochum in Zusammenarbeit mit der Firma POLZENITH. Gemeinsam schufen sie angepasste Regelungskonzepte, die die neuartigen Primärmaßnahmen und variierende Brennstoffqualität berücksichtigen und die Verbrennung optimal und mit geringen Emissionen erfolgen lassen.

Durch eine Vorwärmung der Verbrennungsluft, die optimierte Zufuhr und Verteilung von Primär- und Sekundärluft am Verbrennungsrost und im Brennraum sowie in Verbindung mit einem neu entwickelnden Regelungskonzept ist es möglich, die Emissionen von Hackschnitzelheizungen wesentlich zu vermindern. Die neuartige Regelung und verbesserte Verbrennungsluftführung erlaubt es, auch Biobrennstoffe mit Qualitätsschwankungen mit hoher Effizienz und geringen Emissionen zu nutzen. Für Bestandsanlagen wurde ein Nachrüstkonzept entwickelt, um die Primärmaßnahmen und Regelungskonzepte auch für bestehende Anlagen anbieten zu können.

Derart optimierte Hackschnitzelheizungen können die strengen Emissionsanforderungen der 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung durch die technische Verbesserung der Feuerung und die innovative Feuerungsregelegung erfüllen und so einen wichtigen Beitrag zur Luftreinhaltung leisten. Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen zeigen, dass sich die Maßnahmen durch die einhergehenden Effizienzgewinne positiv auf die Wärmegestehungskosten und Amortisationszeiten der Biomasseanlagen auswirken.

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