Infobrief der FNR 03 / 2019: Bioenergie

Förderaufruf "Saubere Verbrennung von festen Biobrennstoffen in Kleinfeuerungsanlagen mit sehr geringen Schadstoffemissionen"

Mit dem Förderaufruf motiviert das BMEL dazu, Feuerungsanlagen für Holz- und andere Biobrennstoffe deutlich weiterzuentwickeln. Der an Hersteller und Forschungseinrichtungen adressierte Förderaufruf wirbt Projektvorschläge ein, die zur Entwicklung wissenschaftlich fundierter Grundlagen sowie zukunftsfähiger Konzepte und Verfahren für die emissionsarme Bereitstellung und Nutzung von Wärme aus Biomasse durch kleine Biomassefeuerungsanlagen beitragen. Die Projekte sollen die Markterfordernisse zielgerichtet im Blick haben und der systemdienlichen Nutzung von Wärme aus Biomasse eine Entwicklungsperspektive geben.

Einreichungsfrist für Skizzen: 31. März 2020
Gefördert aus: Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe

Bundeswettbewerb "Bioenergie-Kommunen"

Das BMEL will mit dem Bundeswettbewerb "Bioenergie-Kommunen 2019" Dörfer und Städte würdigen, die ihren Energiebedarf maßgeblich durch Nutzung von nachhaltig verfügbaren nachwachsenden Rohstoffen und biogenen Reststoffen decken und sich damit vorbildlich für Energiewende und Klimaschutz engagieren.

Gesucht sind Bioenergiedörfer bzw. -Städte, die Wärme, Strom und ggf. auch Kraftstoffe aus Biomasse erfolgreich erzeugen und nutzen, also Orte, die mit einem klaren Fokus und mit Akzeptanz und Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger die Energieversorgung auf Bioenergie und andere erneuerbare Energien umgestellt haben bzw. auf dem Weg dazu weit fortgeschritten sind.

Nachhaltige, regionale Rohstoffbereitstellung, Innovation und intelligente Kombination von Bioenergie mit anderen erneuerbaren Energien und eine gute Bürgerbeteiligung zeichnen vorbildliche Bioenergie-Kommunen aus. Die damit verbundene positive Entwicklung und Wertschöpfung in ländlichen Regionen, die vorteilhaften Stadt-Land-Partnerschaften und Bioenergie-Kommunen als attraktive Lebens- und Arbeitsorte werden mit dem Bundeswettbewerb ganz besonders herausgestellt.

Derzeit prüft eine Wettbewerbsjury die Bewerbungsunterlagen und wird die würdigsten Bioenergie-Kommunen auswählen und dem BMEL zur Prämierung empfehlen. Die feierliche Veranstaltung zur Preisverleihung soll im Januar 2020 im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin stattfinden.

 

6. Kongress Biogas in der Landwirtschaft

Rund 200 Teilnehmer folgten der Einladung des Kuratoriums für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL) und der FNR am 9. und 10. September zum Kongress „Biogas in der Landwirtschaft – Stand und Perspektiven“ nach Leipzig. Im Fokus stand die Frage, wie sich die Biogasbranche im künftigen Energiemarkt erfolgreich und im Einklang mit sich ändernden Rahmenbedingungen positionieren kann. Dafür präsentierten Experten aus Wissenschaft und Praxis mögliche Konzepte und technische Lösungen.

In ihren Begrüßungsworten unterstrichen Dr.-Ing. Andreas Schütte, Geschäftsführer der FNR, und Dr. Ulrike Klöble, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des KTBL, die anhaltende Bedeutung der Biogaserzeugung für die Energiewende und das Erreichen der national gesetzten Klimaschutzziele. Nachdem die Flexibilisierung von Biogasanlagen weit vorangeschritten sei, gelte es nun, neue Geschäftsmodelle für Biogasanlagen zu etablieren und den Beitrag u. a. zur Mobilitäts- und Wärmewende weiter auszubauen. Eine maßgebliche Chance des Biogassektors sei das große Fachwissen, dass in den letzten 20 Jahren aufgebaut wurde und mit dem auf veränderliche Rahmenbedingungen reagiert werden könne.

Das Deutsche Biomasseforschungszentrum gGmbH (DBFZ) unterstützte den Biogaskongress in diesem Jahr als ideeller Partner.

Die 30 Kongressbeiträge sowie die Kurzfassungen der rund 35 ausgestellten wissenschaftlichen Posterbeiträge können im Tagungsband „Biogas in der Landwirtschaft – Stand und Perspektiven“, erhältlich für 27 € beim KTBL (vertrieb(bei)ktbl.de oder telefonisch unter 06151 7001-189), nachgelesen werden.

 

Kompostkulturen als Starthilfe und „Booster“ in Biogasanlagen

In einem vom BMEL geförderten Kooperationsprojekt haben Wissenschaftler der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (Fakultät Life Science) und der ISF GmbH Schaumann Forschung spezialisierte Bakterienkulturen aus Komposten gewonnen, die auf den Abbau von Lignocellulose-Substraten, wie Gras- und Maissilage oder Stroh, spezialisiert sind. Der Einsatz der Bakterien im Biogasprozess steigert den Biogasertrag und die Gasbildungsrate deutlich und verbessert die Raum-Zeitausbeute in Biogasanlagen.

Im Rahmen der Forschungsarbeit des Verbundvorhabens „MethaKomp – Bioaugmentation von Biogasanlagen durch Starterkulturen aus definierter Feststofffermentation“ wurden Kompostproben aus Praxisanlagen mit verschiedenen Rotteverfahren und zu unterschiedlichen Rottephasen entnommen und durch Auswaschung aufbereitet. Anschließend erfolgten Batch-Gärtests, die Erstellung enzymatischer Profile und chemische Analysen der Matrix.

 

Kompostmiete vor dem Umsetzen, Quelle: Prof. Paul Scherer

Kompostmiete vor dem Umsetzen, Quelle: Prof. Paul Scherer

Landwirtschaftliche Abfall- und Reststoffe für Biogas mobilisieren

Die bessere und umfangreichere energetische Nutzung von Rest- und Abfallstoffen aus der Landwirtschaft möchte das BMEL forcieren. „129 Mio. Tonnen Gülle aus Rinder-, Schweine- und Geflügelställen und 28 Mio. Festmist sowie große Mengen Stroh und andere Ernterückstände, Landschaftspflegematerial und Grünschnitt von öffentlichen Flächen bieten ein enormes Biogas-Potenzial. Die Rest- und Abfallstoffe werden aber bislang nur zu etwa einem Drittel genutzt“, verdeutlicht der Geschäftsführer der FNR, Dr.-Ing. Andreas Schütte, die Herausforderung. Mit einem bundesweiten Förderaufruf hat das BMEL innovative Forschungs- und Entwicklungsvorhaben initiiert, die die Mobilisierung und vermehrte Nutzung landwirtschaftlicher Rest- und Abfallstoffströme voranbringen sollen. Über das Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ werden 6 Einzel- und Verbundvorhaben mit 14 Teilprojekten und einem Gesamtfördervolumen in Höhe von 3,6 Mio. Euro gefördert.

Mit den geförderten Forschungs- und Entwicklungsvorhaben wird ein breiter Ansatz verfolgt, um die Nutzung von Rest- und Abfallstoffen aus der Landwirtschaft zum Erfolg zu führen. Die Projekte reichen von Technologie- und Verfahrensentwicklung bei Biogaserzeugung und Gärprodukteaufbereitung über die Erprobung neuer Substrate und Substratmischungen bis zur Informationsaufbereitung und -bereitstellung, um Potenziale, Angebot und Nachfrage nach Biogassubstraten und Gärprodukten besser abzugleichen.

 

Quaderballen aus Stroh

Quaderballen aus Stroh

Frühwarnindikator für Störungen im Biogasprozess entwickelt

Mit dem Verbundvorhaben „ProGas“ unterstützte das BMEL die Entwicklung eines Frühwarnindikators, mit dem Biogasanlagen stabil, effizient und flexibel betrieben werden können. Bei hoher Prozessbelastung fördert der Eintrag von Additiven die Ausbildung von Aggregaten zur Ansiedlung von Mikroorganismen und unterstützt die Etablierung einer besonders leistungsstarken Gemeinschaft aus Biogasbakterien. Die Erhöhung der Organismendichte führt zur Prozessstabilisierung, insbesondere bei schneller Leistungssteigerung im Zuge der bedarfsgerechten Biogaserzeugung.

Forscher des Helmholtz-Zentrums Potsdam Deutsches GeoforschungsZentrum (GFZ), der Technischen Universität Berlin (Fachbereich Verfahrenstechnik) und des Dresdener Grundwasserforschungszentrums e.V. waren an der Entwicklung des Frühwarnindikators beteiligt. Dessen Einsatz dient der Vorhersage von Prozessstörungen und der Ableitung von Handlungsempfehlungen und ermöglicht so die Erhöhung der Prozessstabilität ohne große Investitionen.

Als neuer Frühwarnindikator für Nawaro - Anlagen dient das Verhältnis aus dem Gehalt an organischen Säuren zur elektrischen Leitfähigkeit (FWI A/elCon). Vorteil des neuen Indikators: Er reagiert sensitiver als konventionell genutzte Mess- und Analysewerte. Der Frühwarnindikator wurde im halbtechnischen Labormaßstab erprobt und anschließend zusammen mit der EnviTec Biogas AG erfolgreich an einer großtechnischen Biogasanlage validiert.

 

Labor-Fermenter zur Durchführung kontinuierlicher Gärversuche (Quelle: FNR, D. Riesel)

Labor-Fermenter zur Durchführung kontinuierlicher Gärversuche (Quelle: FNR, D. Riesel)

Projekt Digital-Fire

Im Projekt DigitalFire werden marktverfügbare Sensoren und Softwarelösungen an bislang „blinden" Flecken von Feuerungsanlagen eingesetzt, um den Anlagenbetrieb von Biomassefeuerungsanlagen grundlegend zu optimieren. Die Forschungspartner nutzen dazu Methoden wie Machine Learning, künstliche neuronale Netze (KNN), Soft-Sensorik und Predictive Maintenance.

Messen, Steuern, Regeln sind wichtige Maßnahmen, um Holzfeuerungen effizient und emissionsarm zu betreiben. Die fortschrittlichen Möglichkeiten der Digitalisierung sollen nun zu einer weitergehenden Optimierung des Betriebs von Biomasseanlagen genutzt werden. Das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderte Projekt „DigitalFire - Optimierung von Datenerfassung und Steuerungstechnik für Biomassefeuerungen“ ermöglicht dem Betreiber eine bessere Bedienung und Kontrolle bei Einsatz von mobilen Endgeräten. Das Verbundprojekt wird von der Nürnberger Niederlassung der BF Controls Ltd. in  Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT) durchgeführt.

Für eine optimale Interaktion von Betreiber und Heizung soll zunächst eine geeignete IT-Infrastruktur für Biomassefeuerungsanlagen entworfen werden. Daneben werden verschiedene Datenerfassungssysteme entwickelt und getestet und die Datenerfassungsmodule anschließend an eine Biomasseanlage adaptiert. Bei praxisnahen Feuerungsversuchen werden Daten gesammelt und als Basis für einen Machine-Learning-Ansatz und die Entwicklung eines ergonomischen und benutzerfreundlichen Bedien-Frontends (Smartphone, Tablet etc.) genutzt. Damit sollen innovative Lösungen für Biomasseanlagen, insbesondere automatisch beschickte Holzzentralheizungen im Leistungsbereich von 100 kW bis zu 20 MW Feuerungswärmeleistung, erarbeitet werden. Folgende Vorteile und Optimierungen stehen im Fokus des Projekts:

  • Erhöhung der Brennstoffflexibilität,
  • Erhöhung der Verfügbarkeit und Reduzierung von Ausfallzeiten,
  • Reduzierung der Emissionen und
  • Erhöhung der Anlageneffizienz und Nutzungseffizienz.

Entwicklung eines realitätsnahen Prüfzyklus für Holz-Zentralheizungen

Ein neues, sich an praktischen Fragestellungen orientierendes Prüfstands-Testverfahren für Holzheizkessel entwerfen das Deutsche Pelletinstitut (DEPI) und das Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe (TFZ) zusammen mit BIOENERGY 2020+ (BE2020).

Vor dem Inverkehrbringen werden Holzheizungen, wie z. B. Pelletkessel und Holzhackschnitzelheizungen, im Rahmen von europaweit standardisierten, sehr aufwendigen Prüfstandsmessungen auf Sicherheitsaspekte, Funktion, Effizienz und Emissionen geprüft. Bei der aktuell in der DIN EN 303-5 festgelegten Methode für die Typenprüfung erfolgt dies zu genau definierten Lastzuständen.

Da diese Lastzustände den tatsächlichen Lastverlauf einer Heizung in der jeweiligen Einbausituation jedoch nur unzureichend abbilden, weichen die in der Typenprüfung ermittelten Wirkungsgrade und Emissionen zum Teil erheblich von den in häuslichen Einbausituationen gemessenen Praxiswerten ab. Aus den Ergebnissen der Typprüfung kann nur unzureichend auf die in der Praxis zu erreichenden Wirkungsgrade und Emissionen gefolgert werden, da diese vom tatsächlichen Lastverlauf und sonstigen Faktoren beeinflusst werden.

Gegenstand des Verbundvorhabens bei DEPI und TFZ zusammen mit BE2020 ist es, die Prüfstandmethodik für die Bewertung von Effizienz und Emissionsverhalten automatisch beschickter Pellet- und Hackschnitzelkesseln so weiterzuentwickeln, dass der Lastverlauf eines Kessels beim Test mit deutlich besserem Praxisbezug abgebildet und das zukünftige Betriebs- und Emissionsverhalten der Anlage realistischer bewertet werden kann. Die neue Prüfmethode soll eine Beurteilung verschiedener Effizienz- und Emissionskennwerte von Holzheizkesseln ermöglichen. Der Lastzyklus simuliert den Jahreswärmebedarf in Form eines dynamischen Kesselbetriebes. Er wurde basierend auf den Tageslastprofilen entwickelt.

„Tageslastprofile einer Feuerung mit einer Nennleistung von 10 kW an unterschiedlichen Typtagen (angelehnt an VDI 4655)“

„Tageslastprofile einer Feuerung mit einer Nennleistung von 10 kW an unterschiedlichen Typtagen (angelehnt an VDI 4655)“, Quelle: BIOENERGY 2020+

 

REFAWOOD: Zuschlagstoffe reduzieren Feinstaub in Feuerungen für Abfall- und Gebrauchtholz

Minderwertiges Abfall- und Gebrauchtholz, das im Rahmen einer Kreislaufwirtschaft und Kaskadennutzung nicht für eine weitere Nutzung in Möbeln oder Baustoffen geeignet ist, bietet sich am Ende der Kaskade für eine energetische Verwertung an. Hier kann es fossile Brennstoffe wie Kohle, Erdöl oder Erdgas substituieren und erneuerbare Wärme und Strom erzeugen. Damit dies auch umweltfreundlich erfolgt, ist bei verunreinigtem Abfall- und Gebrauchtholz eine Aufbereitung der Brennstoffe notwendig.

Optionen für entsprechende Aufbereitungsverfahren und Additivierungen, die Feinstaubmengen und Korrosionsrisiken bei Feuerungsanlagen mindern, wurden im Verbundprojekt „Ressourceneffiziente Brennstoffadditive zur Verringerung der verbrennungstechnischen Probleme bei der Rest- und Gebrauchtholzverbrennung (REFAWOOD)“ erforscht. Im ERA-NET Bioenergy-Projekt wurden am Deutschen Biomasse-Forschungszentrum (DBFZ) experimentelle Untersuchungen durchgeführt. Beim Projektpartner ENDRESS Holzfeuerungsanlagen GmbH erfolgte die Umsetzung und Erprobung erfolgversprechender Varianten im Feldversuch an großen industriellen Feuerungsanlagen.

Ziel des Projektes war es, neue und verbesserte Verfahren für eine wirtschaftliche und nachhaltige Rest- und Gebrauchtholznutzung in Heiz- und Heizkraftwerken durch ressourceneffiziente Additive zu entwickeln. Das Silikat Halloysit sowie recycelter Gips kamen als erfolgversprechende Zuschlagstoffe in Betracht und wurden in unterschiedlichen Mischungen eingesetzt. Untersucht wurde der Einfluss der Brennstoffadditive zum Agglomerations-, Verschlackungs- und Verschmutzungsverhalten sowie in Bezug auf Hochtemperaturkorrosion und Emissionsbildung bei der Verbrennung von Rest- und Gebrauchtholz. Im Ergebnis entwickelten die Projektpartner geeignete Konzepte zum Brennstoffdesign und zur Dosierung von Additiven bei der Brennstoffzufuhr in Feuerungen. Halloysit erwies sich als geeignet, den Feinstaubanteil im Rauchgas von Altholzfeuerungen effizient und wirtschaftlich zu reduzieren. Die Anwendung von Halloysit und Gips wird für Alt-/Gebrauchtholzsortimente mit hohem K- und Cl-Gehalt empfohlen.

Der Abschlussbericht steht auf fnr.de unter dem Förderkennzeichen 22404215 bzw. 22404315.

Energetische Nutzung von Rest- und Gebrauchtholz in Industriefeuerungen, Bild: Endress Holzfeuerungsanlagen GmbH

Energetische Nutzung von Rest- und Gebrauchtholz in Industriefeuerungen, Bild: Endress Holzfeuerungsanlagen GmbH

Wie könnte die vollständige Energiewende im Hümmling gelingen?

Forscher wollen für ein Untersuchungsgebiet im Emsland mit Hilfe von Modellierungen den besten Weg für eine vollständige Energiewende bei Strom, Wärme und Kraftstoffen herausfinden. Die Ergebnisse werden auch für viele ähnliche ländliche Regionen aufschlussreich sein. Beteiligt sind das 3N Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe und Bioökonomie, die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) Hildesheim/Holzminden/Göttingen und die Technische Universität Clausthal.

Die Modellregion Hümmling umfasst vier Samtgemeinden im niedersächsischen Landkreis Emsland: Nordhümmling, Werlte, Sögel und Lathen. In der Region gibt es bereits ca. 40 Biogasanlagen, zwei Bioenergiedörfer, die Power-to-Gas-Anlage der Audi AG und einen geplanten Batteriespeicher der Enercon GmbH. In der ländlichen Region wird schon heute mehr regenerativer Strom erzeugt als dort insgesamt verbraucht wird. Gute Voraussetzungen also, um das Projektziel „100 % erneuerbare Energien in allen Sektoren“ zu erreichen. „Dafür brauchen wir jedoch eine stärkere Sektorenkopplung, d.h. wir müssen den erneuerbaren Strom, der uns zu bestimmten Zeiten heute schon im Überfluss zur Verfügung steht, stärker im Wärme- und Mobilitätsbereich nutzen. Dort ist der erneuerbare Anteil noch sehr gering“, erklärt Projektleiter Michael Kralemann von 3N. „Aktuell exportieren wir den Überschuss-Strom in andere Regionen, das belastet die Netze. Könnten wir mehr vom bei uns erzeugten regenerativen Strom selbst verbrauchen, würde auch der Netzausbaubedarf sinken.“

Basisdaten Bioenergie 2019

Die als 17. Auflage herausgegebenen “Basisdaten Bioenergie Deutschland 2019” fassen alle wichtigen Daten und Fakten zur Bioenergiebereitstellung und -nutzung in Grafiken, Tabellen und Diagrammen zusammen. Die gut 50 Seiten starke Broschüre gliedert sich inhaltlich u. a. in die Bereiche Bioenergie allgemein, Flächennutzung, Klimaschutz, Festbrennstoffe zur Wärme- und Stromerzeugung, Biokraftstoffe und Biogas. Die Basisdaten beinhalten Grafiken und Tabellen zu den Anteilen der Bioenergie an der Energiebereitstellung in Deutschland, zum Anbau von Energiepflanzen und zur Biomasseerzeugung sowie zur Nutzung von Biomasse für die Bereitstellung von Wärme, Strom und Kraftstoffen. Allgemeine Kennzahlen und Schemata zu Verfahren, Angaben zu Heizwerten von Holz und anderen festen Biobrennstoffen sowie zu Biogaserträgen verschiedener Substrate, Umrechnungsformeln und Einheiten bieten eine aktuelle und fundierte Wissengrundlage.

Die Basisdaten Bioenergie sind als Broschüre bestellbar. Darüber hinaus stehen sie auch als über Smartphone und Tablet nutzbare Web-Applikation zur Verfügung.

Flexibilisierung von Biogasanlagen

Mit der Förderung der Flexibilisierung von Biogasanlagen im EEG 2017 wurden die Weichen für eine bedarfsgerechte Stromerzeugung aus Biogas gestellt. Daraus ergibt sich insbesondere seitens Biogasanlagenbetreibern, Planern, Entscheidungsträgern in Behörden, Banken und sonstigen Interessenten ein komplexer Informationsbedarf hinsichtlich der Flexibilisierungsoptionen für Biogasanlagen. Die jetzt in neuer Auflage von der FNR herausgegebene Broschüre "Flexibilisierung von Biogasanlagen" gibt einen umfangreichen Überblick über technische Anforderungen, rechtliche Rahmenbedingungen, Umsetzungs- und Vermarktungsstrategien sowie wirtschaftlichen Aspekte.

Die Broschüre ist als PDF-Version über die Mediathek der FNR sowie als Druckversion erhältlich.

Heizen mit Holz - so geht's richtig (3. Auflage 2019)

Die Broschüre “Heizen mit Holz – so geht´s richtig”, eine der am meisten nachgefragten Informationsbroschüren der FNR, wurde jetzt in 3. Auflage herausgegeben.

Kamin-, Kachel-, Pelletöfen und mit Holz befeuerte Küchenherde – so genannte Einzelraumfeuerstätten – erfreuen sich großer Beliebtheit. Wer beim Heizen ein paar grundlegende Regeln beachtet, spart Brennstoff und schont die Umwelt. Die Broschüre „Heizen mit Holz – so geht’s richtig“ erklärt die wichtigsten Grundlagen und gibt praktische Tipps. Auch für den „Heiz-Profi“ ist noch das eine oder andere Wissenswerte dabei.

Hätten Sie’s gewusst? Das Anzünden des Brennholzes von oben spart Emissionen ein. Die Methode empfiehlt sich insbesondere, wenn kein Bodenrost vorhanden ist. Wie es funktioniert, erklärt die Broschüre „Heizen mit Holz – so geht’s richtig“. Außerdem informiert sie über gängige Typen von Feuerstätten und bietet allen, die einen modernen Ofen anschaffen oder einen alten austauschen möchten, wichtige Entscheidungshilfen. Zur Energieeinsparung und Verbesserung der Gebäudeeffizienz sollte außerdem auf eine gute Gebäudedämmung geachtet werden.

Die Broschüre “Heizen mit Holz – so geht´s richtig” ist auf mediathek.fnr.de bestellbar.

Agritechnica, Hannover

Die AGRITECHNICA ist eine der bedeutendsten internationalen Agrar-Fachmessen der Welt. Die FNR nutzt die Gelegenheit, sich den Landwirten, den Unternehmen aus den der Landwirtschaft, vor- und nachgelagerten Bereichen sowie sonstigen Fachbesuchern zu präsentieren. Sie wird das Thema "Wärme aus nachwachsenden Rohstoffen" in den Vordergrund stellen. Thematisiert wird dabei insbesondere das Heizen mit Holzhackschnitzeln und anderer Biomasse und die Wärmeverteilung über Nahwärmenetze. Auch Informationen zum Heizen mit Holz in Heizkesseln und Einzelraumfeuerstätten werden angeboten und dazu vor allen Optionen für emissionsarmes Heizen und der Einsatz von Staubabscheidern zur Sprache gebracht.

Darüber hinaus bietet die FNR der Plattform „Biokraftstoffe in der Landwirtschaft“ die Gelegenheit, ihre Ziele und Maßnahmen am FNR-Stand vorzustellen und in Gesprächen mit Messebesuchern zu vertiefen.

Besuchen Sie uns vom 10.-16.11.19 am Stand 26A04 in Halle 26!

Statusseminar Emissionsminderung bei Biomassefeuerungen auf der Agritechnica

Ein aktuelles Statusseminar “Emissionsminderung bei Biomassefeuerungen” des Lenkungsausschusses „Feste Bioenergieträger“ findet am Donnerstag, den 14.11.19, von 10:00 – 14:00 Uhr Convention Center statt. Im Rahmen des Statusseminars werden aktuelle Projekte, die im Laufe des Jahres 2019 aus dem Förderaufruf „Wärme aus Biomasse in künftigen Energiesystemen: THG- und Schadstoffemissionsminderung bei kleinen und mittelgroßen Biomassefeuerungsanlagen“ des BMEL hervorgegangen sind, vorgestellt. Die Veranstaltung dient dem Informationsaustausch und der Vernetzung der Projekte bzw. Projektbeteiligten und interessierter Unternehmen.

Zudem werden Informationen zum aktuell laufenden Förderaufruf „Saubere Verbrennung von festen Biobrennstoffen in Kleinfeuerungsanlagen (KFA) mit sehr geringen Schadstoffemissionen“ bereitgestellt.

BIOGAS Convention & Trade Fair, Nürnberg (10.-12.12.19)

Die Jahrestagung und Fachmesse "Biogas Convention and Fair Trade" zählt als die weltweit größte Biogas-Fachmesse und gilt als Stimmungsbarometer der Branche. Die Veranstaltung bietet einen Einblick in den aktuellen Entwicklungsstand der Biogas-Branche sowie aktuelle und zukünftige Entwicklungsperspektiven.

Auch in diesem Jahr wird sich die FNR auf der Messe als neutrale, beratende Forschungsinstitution vorstellen und präsentiert zugleich Informationen und Veröffentlichungen u. a. zu den Themen Biogas, Bioenergie und Energiepflanzenbau.

Besuchen Sie die FNR am Stand F27 in Halle 09.

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