Infobrief der FNR 03 / 2019: Biowerkstoffe/ Biokunststoffe

Organische Architektur mit organischen Materialien

Die Technische Universität Chemnitz, die Fiber-Tech Construction GmbH und die richter & heß Verpackungs-Service GmbH haben biobasierte Fassadenelemente für Industriebauten entwickelt. Die praxisreife Bio-Fassade besteht zu 35 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen – mit dem Potenzial, den Anteil weiter zu steigern. Das Besondere ist jedoch das Design: Hinter den dreidimensional geformten, teilweise lichtdurchlässigen Elementen sind LEDs installiert, um auf der Fassade Texte, Bilder oder Videos zu animieren. Unterstützt wurde das Vorhaben vom BMEL.

An der TU Chemnitz wurde in Zusammenarbeit mit der Fiber-Tech Construction GmbH und richter & heß Verpackungs-Service GmbH das neue multifunktionale Fassadensystem „NFK-BioLIGHT“ entwickelt und umgesetzt.

An der TU Chemnitz wurde in Zusammenarbeit mit der Fiber-Tech Construction GmbH und richter & heß Verpackungs-Service GmbH das neue multifunktionale Fassadensystem „NFK-BioLIGHT“ entwickelt und umgesetzt.

Anilin aus Pflanzen

Anilin ist eine wichtige Grundchemikalie zur Herstellung u. a. von Farbstoffen und Pigmenten, von Medikamenten, aber auch von Synthesekautschuk. In erster Linie wird es jedoch in einem mehrstufigen Prozess zu Polyurethanen weiterverarbeitet. Diese Kunststoffklasse dient zum Beispiel der Dämmung von Gebäuden und Kühlgeräten. Aktuell wird Anilin – noch – vollständig aus petrochemischen Rohstoffen produziert.

Das kann sich ändern: Seit 2012 arbeitet der Werkstoffhersteller Covestro daran, Anilin auch aus nachwachsenden Rohstoffen zu produzieren. Das Unternehmen zählt zu den größten Produzenten von Komponenten für Polyurethane und hat einen entsprechend hohen Bedarf an Anilin. Die Forschung und Entwicklung von biobasiertem Anilin wird mit finanzieller Unterstützung des BMEL durchgeführt.

Anilin: künftig aus nachwachsenden Rohstoffen? Quelle: ©Saimanfoto - stock.adobe.com

Anilin: künftig aus nachwachsenden Rohstoffen? Quelle: ©Saimanfoto - stock.adobe.com

Mikrokristalline Cellulose für fettreduzierte Lebensmittel

Ob in trockener Form für Tabletten oder als Gel für stabile Suspensionen: Mikrokristalline Cellulose zählt zu den wichtigen Hilfsmitteln bei der Arzneiherstellung und in der Lebensmittelverarbeitung. In Kooperation mit dem Johann Heinrich von Thünen-Institut entwickelte die Fa. J. Rettenmaier & Söhne GmbH + Co KG jetzt ein Verfahren, das es erlaubt, mikrokristalline Cellulose auch aus landwirtschaftlichen Rest- und Rohstoffen herzustellen. Dazu setzten sie mit Weizenstroh einen breit verfügbaren und preiswerten Reststoff aus der Landwirtschaft, aber auch die Dauerkultur Miscanthus ein. Die von ihnen produzierten Cellulosen erreichen nicht nur die Eigenschaften bisheriger Standard-MCC, sondern konnten diese in der Gel-Stabilität sogar übertreffen.

Tüte mit Softeis - Mikrokristalline Cellulose: Stabilisator für fettreduzierte Lebensmittel (Quelle: miss_mafalda/Adobe Stock)

Mikrokristalline Cellulose: Stabilisator für fettreduzierte Lebensmittel (Quelle: miss_mafalda/Adobe Stock)

Basisdaten Biobasierte Produkte 2019

Die Basisdaten "Biobasierte Produkte" liefern im handlichen Kleinformat einen kompakten Überblick zu den wichtigsten Daten und Fakten aus dem Bereich der stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe. In der aktualisierten Auflage 2019 geht es vor allem um den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen in der chemischen Industrie und den Produktfeldern Biowerkstoffe, Papier und Karton, Bioschmierstoffe, Waschmittel und Kosmetika, pflanzliche Arzneimittel sowie Holzprodukte und Baustoffe. Die wichtigsten Marktzahlen sind in grafischer Form darstellt und spiegeln die Entwicklungen in diesen Bereichen wider.

Die Basisdaten stehen in der FNR-Mediathek als Webapplikation und zum Download zur Verfügung und können auch als Printversion bestellt werden.

Biokunststoffe (6. Auflage 2019)

Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen – sogenannte Biokunststoffe – beschreibt die gleichnamige Broschüre der FNR. Sie erschien jetzt in 6. Auflage und ist in Papierform und als Download-Version in der Mediathek der FNR verfügbar.

Bioverbundwerkstoffe

Naturfaserverstärkte Kunststoffe (NFK) und Holz-Polymerwerkstoffe (Wood-Plastic-Composites – WPC) gehören zu den Bioverbundwerkstoffen. Die unter diesem Titel verfügbare Broschüre fasst in dritter Auflage die wichtigsten Daten rund um NFK und WPC zusammen: Aus welchen Rohstoffen werden sie hergestellt, wie werden sie verarbeitet, wo kommen sie zum Einsatz und wie stellt sich ihre Marktsituation dar. Die Broschüre kann über die Mediathek der FNR online bezogen oder bestellt werden.

Kunststoffmesse K in Düsseldorf

Auf der diesjährigen Kunststoffmesse K in Düsseldorf zeigen wir die Verarbeitung von Biokunststoffen im Spritzguss. Zudem stellen wir verschiedene Forschungsprojekte des BMEL rund um Biokunststoffe vor. Besuchen Sie uns vom 16.-23.10.19 im Science Campus in Halle 7 am Stand 70SC16.

Internationale Grünen Woche Berlin

Das Wissenschaftsjahr der Bioökonomie 2020 startet für die FNR mit der Internationalen Grünen Woche. Vom 17.-26. Januar 2020 zeigen wir in der neuen Halle 27 verschiedene Projekte und Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen wie Reifen aus Löwenzahn oder Autoteile aus Flachsfasern, demonstrieren Maßnahmen zur Feinstaub-Reduzierung bei Holzheizungen und präsentieren aktuelle Projekte und Entwicklungen rund um das Thema Forst und Holz.

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