Infobrief der FNR 03 / 2019: Schwerpunkt Wald und Holz

Förderaufruf "Waldbrände – Herausforderungen bei der Vermeidung und Bewältigung angehen"

Das BMEL und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) haben am 25. September 2019 den Förderaufruf „Waldbrände – Herausforderungen bei der Vermeidung und Bewältigung angehen“ gestartet. Hintergrund für den Förderaufruf ist die klimawissenschaftliche Prognose zunehmend längerer Dürreperioden und damit wachsender Brandgefahr auf Wald- und Vegetationsflächen. Mitte August 2019 hatte die FNR als Projektträger des BMEL und des BMU in einem Fachgespräch „Waldbrand – Herausforderungen bei der Vermeidung und Bewältigung“ mit Experten den aktuellen Handlungsbedarf zum Thema ermittelt.

Einreichungsfrist für Skizzen: 29. November 2019
Gefördert aus: Waldklimafonds

 

Förderaufruf: „Waldböden im Klimawandel“

Der Schutz des Bodens und der Erhalt seiner Funktionen sind eine wesentliche Grundlage für das Waldökosystem und für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung. Die Waldböden nehmen eine zentrale Rolle im Klimageschehen ein, da sie vom Klimawandel stark beeinflusst sind und gleichzeitig als klimarelevante Senke/Quelle bzw. Speicher fungieren.
Deshalb sollen der Themenbereich „Waldböden im Klimawandel“ stärker im Waldklimafonds berücksichtigt und Forschungslücken zu Ausmaß und Auswirkungen des Klimawandels auf Bodenfunktionen, Prozesse und Dynamik der organischen Substanz im Boden einschließlich Erhalt und Ausbau der Senkenfunktion geschlossen werden.

Einreichungsfrist für Skizzen: keine
Gefördert aus: Waldklimafonds

Nationaler Waldgipfel

Auf dem Nationalen Waldgipfel 25. September 2019 in Berlin präsentierte die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, das geplante Hilfspaket für geschädigte Wälder und diskutierte die Maßnahmen mit den über 230 Teilnehmern und zahlreichen Pressevertretern.

Tage der offenen Tür im BMU mit WKF

Die zweitägige Veranstaltung am 17./18. August wurde von ca. 8000 Menschen besucht. Sie fand in den Innenhöfen sowie im Garten des BMU statt. Der FNR-Stand zum Thema Waldklimafonds erfuhr an beiden Tagen eine gute Besucherresonanz. Vielfach drängten sich die Besucher durch die Räumlichkeiten und informierten sich über den Klimawandel und seine Auswirkungen, über umweltfreundliche Produkte, Naturschutzgebiete und den Waldklimafonds. Die Mitmachaktionen wie z. B. das von der FNR entwickelte Klimaquiz und die Bastelleien erzielten insbesondere bei den Kindern eine hohe Aufmerksamkeit.

Die ausgelegten Publikationen zum Thema Waldklimafonds und Wald und Holz waren schnell vergriffen. Neben interessierten Anfragen zum Waldklimafonds und zum KIWUH wurden auch Fragen zu Bäumen und Sträuchern im Gartenbereich von den Besuchern gestellt. Dies verdeutlicht, dass für viele Bürger eine Abgrenzung der „Grünen Arbeitswelt“ kaum stattfindet.

DLG-Waldtage

Die DLG-Waldtage fanden vom 13.09 - 15.09.2019 bei Lichtenau im Sauerland statt. Dank guter Wetterbedingungen besuchten über 12.000 Besucher das Veranstaltungsgelände.

Die FNR präsentierte sich mit einem Informationsstand und einer Auswahl von verschiedenen Wald- und Holz Publikationen sowie Broschüren zum Thema Bioenergie. Das Beratungsangebot zum FPNR und dem Waldklimafonds wurde mit Interesse von den Besuchern angenommen.

Auf der Veranstaltung fanden zwei Foren statt, die von der FNR initiiert und moderiert wurden. Am 14.9.2019 gab es das Forum "Hochwertige Holzhackschnitzel – sicherer Absatzmarkt für Schadholz, Rechtliche Anforderungen, Qualitätsmanagement und Zertifizierung von Hackschnitzeln", an dem ca. 20 Interessierte teilnahmen. Mancher stellte den Mehrnutzen einer Zertifizierung von Holzhackschnitzeln in Frage, besonders, da derzeit die Preise sehr gering sind.
Am 15.9.2019 wurde die Podiumsdiskussion „Wärme aus Holz – Modernisierung Ihrer Heizung mit moderner Holz-Heiztechnik“ im Kongresszelt veranstaltet. Über 30 Interessierte beteiligten sich mit Fragen und Diskussionsbeiträgen.

Fachgespräch Fachkräftemangel im Cluster Holz und Forst

Arbeiten im Cluster Forst und Holz – das bedeutet ganz realen Klimaschutz und eigene Einflussnahme. Ein Berufsleben in der Forst- und Holzwirtschaft bietet ein Leben lang natürliche Perspektiven mit gutem Gewissen und Freude an der Umwelt, am Wald und dem Rohstoff Holz. Doch wie können Schul- und Universitätsabsolvent*innen davon überzeugt werden, ihre berufliche Zukunft im Cluster Forst & Holz zu verbringen? An welchem Ort und in welchen Bereichen besteht derzeit und zukünftig Nachwuchsmangel? Sind die angebotenen Ausbildungen und Berufsbilder noch zeitgemäß und attraktiv? Über diese und andere Fragen diskutierten Experten am 15.08.2019 in Berlin. Einstimmig wurde beschlossen, dass eine branchenübergreifende Kampagne notwendig ist, die junge Menschen auf die Berufsmöglichkeiten im Cluster Forst und Holz aufmerksam macht und sie von den Vorteilen und Chancen der Branche überzeugt.

Unter www.kiwuh.de wird in Kürze eine Übersicht zu Berufsbildern, Ausbildungs-, Studiums- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Cluster Forst und Holz erscheinen.

Fachgespräch und Förderaufruf zum Thema Waldbrand

Am 15. August 2019 luden BMEL, BMU und die FNR Experten aus Wissenschaft, Verwaltung und Praxis zum Fachgespräch „Waldbrand – Herausforderungen bei der Vermeidung und Bewältigung“ nach Berlin ins BMEL ein. Ermittelt wurde Handlungsbedarf in fünf Themenfeldern. Aus dem Fachgespräch resultierte der am 25. September 2019 von beiden Ministerien veröffentlichte Förderaufruf zum Waldklimafonds „Waldbrände – Herausforderungen bei der Vermeidung und Bewältigung angehen“.  Bis zum 29. November können Anträge eingereicht werden zu folgenden Themenbereichen:

  • Erarbeitung von Konzepten zur Waldbrandprävention und Behandlung von Waldbrandflächen
  • Einrichtung von Demonstrations- und Ausbildungsflächen für Modellvorhaben zum Brandschutz
  • Kommunikation
  • Aus- und Weiterbildung, inkl. Öffentlichkeitsarbeit
  • Überprüfung existierender Konzepte und neuer Ansätze für den Umgang mit kampfmittelbelasteten Flächen

 

Waldschutz: Borkenkäfer mit Düften lenken

Ein im August gestartetes Forschungsprojekt versucht, auf Basis von Duftstoffen aus Pflanzen (Volatile) ein naturnahes Waldschutzverfahren zur Abwehr von Schadinsekten zu entwickeln. Gefördert vom BMEL über das Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ sucht ein Team aus Forstwissenschaftlern der Georg-August-Universität Göttingen nach Duftstoffen, die geeignet sind, weniger Fraßschäden an Bäumen bei verringertem Einsatz von Insektiziden zu erzielen.

Geeignete Lebensräume sollen mit Substanzen getarnt werden, die den Käfern ungeeignete Lebensräume vorgaukeln – Non-Habitat-Volatile. So könnten etwa Holzpolter im Wald vor Borkenkäfern geschützt werden. Spurenstoffe, die geeignete Lebensräume anzeigen – Host und Habitat-Volatile – sollen wiederum gezielt eingesetzt werden, um Käfer in Fallen zu fangen.

Hier an einem Stück Rinde zu sehen: ein Hylobius abietis, auch unter dem Synonym Fichtenrüsselkäfer bekannt. Quelle: Dr. Martin Gabriel, Georg-August-Universität Göttingen

Hier an einem Stück Rinde zu sehen: ein Hylobius abietis, auch unter dem Synonym Fichtenrüsselkäfer bekannt. Quelle: Dr. Martin Gabriel, Georg-August-Universität Göttingen

Verbundvorhaben: Adaptives Risikomanagement in trockenheitsgefährdeten Eichen- und Kiefernwäldern mit Hilfe integrativer Bewertung und angepasster Schadschwellen

Im Vorhaben sollen die methodischen und inhaltlichen Fortschritte der letzten Jahre im Waldschutz systematisiert und neue Verfahren zur Erfassung von biotischen Schäden und ihren Folgen in ein weiterentwickeltes System des Waldschutzmanagements integriert werden.

Für Insektenarten, die in besonders exponierten Eichen- und Kiefernwäldern von Südwest- bis Nordostdeutschland das Potenzial für Massenvermehrungen besitzen, sollen die Abläufe von der Überwachung und Schadensprognose bis zur Entscheidung über den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (PSM) kritisch bewertet und ggf. aktualisiert werden. Im Mittelpunkt steht die Definition flexibler Schadschwellen, in Abhängigkeit von Waldfunktionen und gesellschaftlichen Anforderungen (Stakeholderbeteiligung). Als Ergebnis entsteht ein Katalog der landespezifischen Waldschutzabläufe einschließlich "best practice"-Referenzen als Grundlage für die bundesweite Fortentwicklung dieser Verfahren.

Teilvorhaben 1: Waldschutzrisikomanagement mit variablen Schadschwellen für Schädlinge von Kiefer und Eiche im nordostdeutschen Tiefland

Teilvorhaben 2: Kommunikation, Transfer und Stakeholder-Partizipation im Waldschutzrisikomanagement

Teilvorhaben 3: Fernerkundung als Unterstützung eines Waldschutzrisikomanagements mit variablen Schadschwellen für Schädlinge der Kiefer

Teilvorhaben 4: Waldschutzrisikomanagement mit variablen Schadschwellen für ausgewählte Bestandsschädlinge der Eiche in Südwestdeutschland

Teilvorhaben 5: Bewertung und Prognose des Risikos durch phyllophage Eichenschadinsekten und Differenzierung des Schadpotenzials des EPS

Verbundvorhaben: Drohnengestützte Detektion phytophager Forstschädlinge mittels Electronic Nose

Einen Borkenkäferbefall an Bäumen im Frühstadium mittels einer „elektronischen Nase“ aufspüren – das ist das Ziel eines weiteren aktuellen Verbundvorhabens zum Waldschutz. Im ersten Teilprojekt wird ein Halbleitergassensor-Prototyp entwickelt und kalibriert, der später von einer Drohnenplattform aus Buchdrucker- und Kupferstecherbefall durch die Detektion vom Baum emittierter Monoterpene aufklärt. Die Informationen über die Insektenbefallssituation in einem Nadelwaldbestand sollen dann in Echtzeit in ein Netzwerk übermittelt werden, um eine Risikoeinschätzung für den Bestand sowie Handlungsempfehlungen für das Forstmanagement zu generieren.

Teilvorhaben 1: Entwicklung der Halbleitergassensorik für die geruchsbasierte Forstschädlingsdetektion

Teilvorhaben 2: Entwicklung der webbasierten Sensorsignaldatenverarbeitung mittels OGC Sensor Web Enablement

Teilvorhaben 3: Entwicklung der Drohnenplattform zu halbleitergassensorbasierten Forstschädlingsdetektion

Teilvorhaben 4: Arbeitseffizienzbewertung der drohnengestützten Forstschädlingsdetektion

Verbundvorhaben: Entwicklung von biologischen Bekämpfungsverfahren gegen den Kiefernspinner (Dendrolimus pini) mit dem Eiparasitoiden (Trichogramma dendrolimi)

Gegenstand des geplanten Vorhabens sind Arbeiten zur Entwicklung eines biologischen Bekämpfungsverfahrens gegen den Kiefernspinner mithilfe einer Überschwemmungsmethode. Konkret soll die Bekämpfung durch die möglichst umfangreiche Parasitierung der Eier des Kiefernspinners durch Schlupfwespen erfolgen. Es wird das Ziel verfolgt, die Populationen des Kiefernspinners unter der wirtschaftlichen Schadschwelle zu halten, so dass nach Möglichkeit vollständig auf chemischen Pflanzenschutzmitteleinsatz verzichtet werden kann. Zunächst sollen die für die Parasitierung optimalen Rahmenbedingungen identifiziert werden, um anschließend effiziente Ausbringungstechniken zu entwickeln. Darüber hinaus sollen Grundlagen für die Massenzucht geschaffen werden, so dass nach Projektende ausreichend Schlupfwespen geliefert werden können, sobald das Monitoring eine Gradation des Kiefernspinners prognostiziert.

Teilvorhaben 1: Erarbeitung von Überschwemmungsverfahren im Forst zum Einsatz von Parasitoiden

Teilvorhaben 2: Entwicklung von wirtschaftlichen Massenzucht- und Ausbringungstechnologien

Verbundvorhaben: Steigerung der nachhaltigen Holzproduktion unter Nutzung ausgewählter Baumarten aus anderen biogeografischen Regionen

Gegenstand des Vorhabens ist das Anlegen von Waldbeständen mit Baumarten anderer geografischer Regionen auf ca. 28 Hektar landeseigener Fläche im Weserbergland. Gepflanzt werden elf Baumarten, darunter Küsten-Tanne, Atlas-Zeder, Küsten-Mammutbaum, Esskastanie, Amerikanische Platane, Araukarie aus Chile oder Japanische Sicheltanne. Untersucht wird, ob die Baumarten vital an- und aufwachsen, ob sie den Standortansprüchen genügen, in der Lage sind, ausreichend CO2 zu binden, nachhaltig die Herstellung von Holzprodukten zu sichern und dabei den Ansprüchen des Umwelt- und Naturschutzes zu genügen. Die Pflanzungen werden jeweils im Frühjahr und im Herbst auf Anwuchs, Wachstum und Schäden untersucht. Entwickelt werden auch praxistaugliche Anbau- und Ernteverfahren.

Auswirkung von Bodenbearbeitungen auf den Nährstoffhaushalt von Waldböden sowie den Erfolg von Eichenkulturen

In dem Vorhaben wird untersucht, welche möglichen negativen ökosystemaren Folgen aus Eingriffen in den Waldboden resultieren, die üblicherweise in der forstllichen Praxis zur effizienten Begründung von Eichenbeständen vorgenommen werden. Dabei handelt es sich um Bodenbearbeitungsverfahren, die die Wurzelentwicklung der Eichenkulturen fördern und Konkurrenzvegetation zeitweise ausschalten, wodurch das Misserfolgsrisiko bei Freisaat und Pflanzung einjähriger Eichen-Sämlinge verringert wird. Als häufigste Kritik an diesen Verfahren wird das potenzielle Risiko von Nährstoffverlusten, insbesondere von Nitratausträgen, ins Feld geführt. Ziel der Untersuchungen ist es, angesichts veränderter ökologischer Rahmenbedingungen die Auswirkungen verschiedener bislang praktizierter Bodenbearbeitungsverfahren auf den Nährstoffgehalt von Waldböden und auf den Kulturerfolg zu analysieren und zu bewerten sowie bestehende Restriktionen zu überprüfen. Am Ende sollen wissenschaftlich begründete, praxisrelevante Lösungsstrategien entwickelt werden, die das naturnahe, bodenschonende Anlegen von Eichenbeständen sicherstellen.

Verbundvorhaben: Entwicklung eines innovativen Kulturbegründungsverfahrens für Eichen zur Verbesserung der Wurzelentwicklung durch kompostierbare Wurzelhüllen

Entwickelt und erprobt wird mit diesem Vorhaben ein innovatives Verfahren zur Begründung von Eichenkulturen, das die Vorteile der Saat – unter anderem ungestörte Wurzelentwicklung – mit den Vorteilen der Pflanzung – unter anderem geringere Ausfallrate – verbindet. Dazu wird die bereits in Vorversuchen erprobte Wurzelhüllenpflanzung in drei unterschiedlichen Freilandversuchsanlagen im Vergleich zu etablierten Verfahren getestet. Der weiterzuentwickelnde Wurzelhüllen-Prototyp besteht aus wasserbindendem, kompostierbarem Material und kann wurzelschonend in den Waldboden eingebracht werden. Das Verfahren wird dendrologisch, bodenökologisch und betriebswirtschaftlich im Vergleich zu etablierten Verfahren (Saat, Pflanzung wurzelnackter Setzlinge und Containerpflanzen) bewertet.

Zwölf ForestValue-Projekte mit deutscher Beteiligung angelaufen: Forst-Forschung von Assistenz bis Züchtung

Das BMEL stellt für die Förderinitiative ERA-Net Co-fund ForestValue über die FNR 4,0 Millionen Euro für zwölf Forschungsprojekte der Forst- und Holzwirtschaft mit deutscher Beteiligung bereit. 0,4 Millionen Euro steuert die EU aus dem Förderprogramm Horizont 2020 bei.

Inhaltlich richtet sich die bis 2022 geförderte Forschung auf Aspekte der kompletten Wertschöpfungskette Wald und Holz. Neben Technologien zur vegetativen Vermehrung leistungsfähiger und widerstandsfähiger Koniferen-Arten geht es den Forschungsverbünden beispielsweise um die Entwicklung eines digitalen Assistenz-, Coaching- und Feedbacksystems für Forstmaschinenführer, das deren Ausbildung effizienter gestaltet. Ein weiteres Projekt erfasst europaweit vergangene Störungsereignisse durch Dürre, Stürme oder Forstschädlinge in einer Datenbank, simuliert künftige Störungen und Umweltveränderungen und entwickelt daraus Szenarien zur Waldbewirtschaftung in Erwartung zunehmender Risiken. Sechs weitere ForestValue-Forschungsvorhaben unter deutscher Beteiligung zielen auf das Bauen mit Holz ab.

Projekt InsectDetect

Im Vorhaben InsectDetect soll ein Kontrollverfahren entwickelt und erprobt werden, das es ermöglicht, Lieferungen von importiertem Holz bzw. holzbasierten Verpackungen auf Befall von Schadinsekten zu überprüfen.

Unter anderem sollen die möglichen holzzerstörenden Insekten (Käfer, Larven) mithilfe von akustischen Sensoren detektiert werden, bevor sie den weiteren Transport antreten. Somit soll eine Einfuhr und mögliche unkontrollierte Ausbreitung der Schadinsekten verhindert werden.

Projekt Nass-in-Nass-Klebetechnologie

Das Institut für Bauingenieurwesen der Technischen Universität Berlin entwickelt in Kooperation mit einem Partner aus dem konstruktiven Holzbau eine neue, statisch hocheffiziente Verbindungstechnologie für Holz-Beton-Verbund-Decken (HBV), wie sie bei der Errichtung von mehrgeschossigen Gebäuden zum Einsatz kommen.

Basis ist eine innovative Nass-in-Nass-Verklebungstechnologie, bei der frischer Beton auf eine noch feuchte Klebstoffschicht auf dem Holzträger aufgegossen wird. Auf diese Weise verklebte Holz-Beton-Verbund-Decken sind nicht nur tragfähiger und biegen sich weniger durch als herkömmlichen HBV-Decken, sondern verzichten auch auf tausende teurer Spezialstahlschrauben. So hergestellte HBV-Decken sparen gegenüber üblichen Betondecken etwa zwei Drittel des Betons und 80 Prozent des Bewehrungsstahls. Sie verringern damit die CO2-Emission im Herstellungsprozess ebenfalls um zwei Drittel.

Teil einer geklebten Holz-Beton-Verbunddecke im Versuchsstand. Quelle: EuK-Verbundstrukturen, TU-Berlin

Teil einer geklebten Holz-Beton-Verbunddecke im Versuchsstand. Quelle: EuK-Verbundstrukturen, TU-Berlin

Projekt BIMwood treibt Digitalisierung im Holzbau voran

Building Information Modeling (BIM) ist eine 3D-basierte Planungsmethode aus dem Hochbau. Die Lehrstühle „Entwerfen und Holzbau“ und „Architekturinformatik“ der Technischen Universität München möchten mit ihrem im August 2019 gestarteten und aus dem Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe unterstützten Forschungsprojekt „BIMwood“ zusammen mit zwei Praxispartnern die BIM-Methode auch für den modernen Holzbau nutzbar machen.

BIM unterstützt die Kommunikation beim Planen, Bauen und Betreiben von Gebäuden. Im Kern wird mit einer BIM-Software ein dreidimensionales Gebäudemodell erstellt, das Daten von Zeichnungen, Materialien, Produkten sowie Mengen und Kosten aller am Planungsprozess Beteiligten bündelt und transparent macht. Änderungen an einer Stelle der Planung, z. B. der Lage und Dimension eines Holzbalkens, spiegeln sich automatisch in allen Informationsebenen wieder, also in Grundrissen und Schnitten sowie in der Mengenaufstellung und der Kostenberechnung. Auch Simulationen wie die des Energieverbrauchs oder des thermischen Verhaltens von Bauteilen können mit Hilfe der Daten generiert werden. Alle am Bauprozess Beteiligten haben Zugriff auf das Modell und sind so stets auf dem gleichen Wissensstand.

BIM-Modell vom Tragwerk und von weiteren Holzbaustoffen eines Gebäudes in Holzständerbauweise. Grafik: Prause Holzbauplanung

BIM-Modell vom Tragwerk und von weiteren Holzbaustoffen eines Gebäudes in Holzständerbauweise. Grafik: Prause Holzbauplanung

Basisdaten Wald und Holz 2019

Die Broschüre „Basisdaten Wald und Holz 2019“ gibt auf 38 Seiten mit eingängigen Grafiken Auskunft über den Lebensraum Wald, Klimaleistungen und Waldschäden, Holzvorrat und Ernte, stoffliche und energetische Holznutzung sowie weitere Fragen rund um die nachhaltige Wald- und Holzwirtschaft.

Broschüre zu Fördermöglichkeiten für Privatwaldbesitzer

Möglichkeiten zur „Förderung und Entlastung privater Waldeigentümer im Bereich Wald und Forstwirtschaft“ hat die FNR im Broschürenformat aufgelegt. Kapitelweise zusammengestellt sind jeweils kurze Erklärungen zu Förderoptionen der EU, des Bundes und der Länder, zu förderfähigen Maßnahmen, Antragsberechtigten, Art und Höhe der Mittelvergabe und zu den Ansprechpartnern. Außerdem gibt das Heft einen Überblick über Entlastungsmöglichkeiten und Steuervergünstigungen im Fall von Forstschäden sowie über die Förderung von Naturschutzmaßnahmen im Wald, etwa über Ökokonten oder das Bundesprogramm Biologische Vielfalt. Eine Doppelseite zu den Fördermittelstellen der Bundesländer rundet die Darstellung ab.

Ein Praxisleitfaden, der kompakt und prägnant Möglichkeiten zur finanziellen Förderung und steuerlichen Entlastung privater Waldeigentümer aufzeigt. Quelle: Michael Jäger/Adobe.Stock

Ein Praxisleitfaden, der kompakt und prägnant Möglichkeiten zur finanziellen Förderung und steuerlichen Entlastung privater Waldeigentümer aufzeigt. Quelle: Michael Jäger/Adobe.Stock

Leitfaden unterstützt beim Förderantrag zum Waldklimafonds

Zu Jahresbeginn 2019 übernahm die FNR die Projektträgerschaft für den Waldklimafonds (WKF). Mit einem „Leitfaden für das Einreichen von Skizzen und Anträgen im Rahmen der gemeinsamen Förderlinie Waldklimafonds von BMEL und BMU“ unterstützt die FNR potenzielle Interessenten beim Beantragen von Fördermitteln. Der Leitfaden liegt gedruckt und zum Download vor.

Diese Broschüre beschreibt Schritt für Schritt das Vorgehen beim Beantragen von Fördermitteln aus dem Waldklimafonds.

Hilfreich beim Beantragen von Fördermitteln aus dem WKF: Der Leitfaden für das Einreichen von Skizzen und Anträgen (Quelle: FNR)

Flyer zur Förderrichtlinie Waldklimafonds

Der Flyer informiert in knapper Form über die Ziele des Waldklimafonds und gibt Antragstellern einen ersten Überblick über die Projektförderung und weitere Hilfestellungen.

Informieren und mitdiskutieren am 10.12.2019 in Berlin bei „Klima – Werte – Wandel: Wie wollen wir in Zukunft leben?“

Der Klimawandel erfordert ein Umdenken, einen Wertewandel. Verändern müssen sich politische Rahmenbedingungen ebenso wie Lebensstil und Konsumverhalten jedes einzelnen. Dabei können holzbasierte Produkte als nachhaltige und zeitgemäße Alternative zu endlichen, fossilen Ressourcen eine wichtige Rolle einnehmen. Um die entstehenden Perspektiven und Herausforderungen zu diskutieren, lädt das BMEL in Kooperation mit dem Rat für Nachhaltige Entwicklung am 10. Dezember 2019 ins Auditorium Friedrichstraße zum Dialog ein. Mehr Informationen: Programm und Anmeldung.

Quelle: Sunset Paper/Shutterstock.com, KENG MERRY Paper Art/Shutterstock.com

Quelle: Sunset Paper/Shutterstock.com, KENG MERRY Paper Art/Shutterstock.com

 

Erster Kennzahlenbericht Forst & Holz 2019 im Rahmen der Charta für Holz 2.0: kompakter Überblick über Trends und Entwicklungen der Branche

Der Kennzahlenbericht 2019 Forst & Holz ist Bestandteil der durch das Thünen-Institut durchgeführten Evaluation der Charta für Holz 2.0. Er bildet besonders relevante Aspekte für die Umsetzung der Charta-Ziele ab. Neben den drei Kernzielen der Charta für Holz 2.0 – Klimaschutz, Wertschöpfung und Ressourceneffizienz – umfasst der Charta-Prozess in den sechs Handlungsfeldern weitere Ziele von der Steigerung der Holzbauquote über die Frage der langfristigen Nadelrohholzverfügbarkeit, den materialeffizienten Rohstoffeinsatz bis hin zur Sicherung von Beschäftigung im Cluster, besonders im ländlichen Raum. Der Kennzahlenbericht steht zum Download und zur Bestellung auf der Webseite der Charta für Holz zur Verfügung. Auch die Grafiken sind online abrufbar. Die erste Auflage ist bereits fast vergriffen. Ein Nachdruck ist bis Ende Oktober geplant.

Die Grafiken im „Kennzahlenbericht 2019 Forst & Holz“ erlauben den schnellen Überblick über Entwicklungen und Trends in der Branche.  Quelle: FNR

Die Grafiken im „Kennzahlenbericht 2019 Forst & Holz“ erlauben den schnellen Überblick über Entwicklungen und Trends in der Branche. Quelle: FNR

Erste Statustagung Charta für Holz 2.0 zeigt Wege aus der Klimakrise

Auf der ersten Statustagung der Charta für Holz 2.0 am 17. September 2019 in Berlin attestierte Dr. Eva Müller, Abteilungsleiterin im BMEL, dem Cluster Forst und Holz eine Vorreiterrolle bei der Bewältigung der Klimakrise. Auf der Statustagung stellten die Vorsitzenden der Charta-Arbeitsgruppen den mehr als 100 Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft die Ergebnisse der zweijährigen AG-Arbeit in den sechs Handlungsfeldern der Charta für Holz 2.0 vor. Im Anschluss bewerteten und diskutierten die Teilnehmer die bisherige Arbeit und gaben den Arbeitsgruppen-Vorsitzenden wichtige Impulse für die weitere Umsetzung der Charta für Holz mit. Die Ideen fließen direkt in die künftige AG-Arbeit ein. Als eine ihrer nächsten Aufgaben sehen die Charta-Arbeitskreise die gezielte Information der Gesellschaft zur Rolle des Clusters Forst und Holz bei der Umsetzung von Klimaschutz und Bioökonomie mittels nachhaltiger Forst- und Holzwirtschaft an. Zustimmung fand zudem die Idee, für gesamten Sektor zentrale Kernbotschaften als Ausgangspunkt für eine gemeinschaftliche Kommunikation der Branche zu formulieren.

Von Forstpflanzenzucht bis Altholznutzung: Die Statustagung der Charta für Holz 2.0 bot den Teilnehmern reichlich Diskussionsstoff. Foto: S. Reichel/FNR

Von Forstpflanzenzucht bis Altholznutzung: Die Statustagung der Charta für Holz 2.0 bot den Teilnehmern reichlich Diskussionsstoff. Foto: S. Reichel/FNR

Cluster Forst & Holz Arbeitstagung: Lösungsansätze für die dringenden Herausforderungen der Branche

In Kooperation mit der Plattform Forst & Holz trafen sich am 18. September 2019 in Berlin Vertreter der Landesbeiräte Holz, der Clusterinitiativen, der Holzbaufachberatung, von Fachverbänden, Kompetenzzentren auf Länder- und Regionalebene und Holzmarktreferenten. In Themenworkshops wurden die aktuellen Herausforderungen der Branche Forst und Holz, wie deren mediale Wahrnehmung, der Fachkräftemangel oder die VOC-Debatte in den Blick genommen und gemeinsam Lösungsstrategien erarbeitet.

Referenzgebäudedatenbank der FNR

Die im vergangenen Jahr eingerichtete Referenzgebäudedatenbank der FNR wurde erweitert. Baufachleute wie Privatpersonen können ihre mit nachwachsenden Rohstoffen errichteten, umgebauten oder sanierten Objekte über einen Button selbstständig in die Datenbank eintragen und der Öffentlichkeit vorstellen. Neubauten und Sanierungen werden in die Kategorien Wohn-, Gewerbe- und Öffentliche Objekte gegliedert. In Unterkategorien kann sich der Nutzer der Datenbank beispielsweise Ein- und Mehrfamilienhäuser, Kindertagesstätten und Schulgebäude, Bürobauten, Hallen und landwirtschaftliche Gebäude ansehen. Neben einer kurzen Beschreibung enthält die Datenbank auch Bilder der Objekte, die zur geografischen Einordnung zudem auf einer Karte vermerkt werden. Die Eintragung ist Interessenten auf der Seite über die Registrierungsfelder kostenfrei möglich.

Ab sofort können Fachleute und Privatpersonen ihre mit nachwachsenden Rohstoffen errichteten oder sanierten Bauwerke in die Referenzgebäude-Datenbank der FNR aufnehmen lassen. Quelle: FNR/Wibke Freese

Ab sofort können Fachleute und Privatpersonen ihre mit nachwachsenden Rohstoffen errichteten oder sanierten Bauwerke in die Referenzgebäude-Datenbank der FNR aufnehmen lassen.

Quelle: FNR/Wibke Freese

 

Adieu BAUnatour: Ausstellungsbox startet zweite Karriere in Bayern

Die FNR informierte im Auftrag des BMEL mit ihrem mobilen Showroom BAUnatour zwischen 2009 und 2019 deutschlandweit rund 70.000 Interessenten über die Einsatzmöglichkeiten nachwachsender Rohstoffe beim Bauen und Wohnen. Derzeit bereitet die FNR ein Nachfolgekonzept zur Bauherren-Information vor. Die Ausstellungsbox indes fand einen neuen Besitzer.

Die Ausstellungsbox und ihr neuer Besitzer: Schreinermeister Michael Kleinle (r.) lässt sich von René Görnhardt aus der Baufachinformation der FNR das Einfahren der Fassade für den Transport der Box erklären. Foto: FNR/K. Flotow

Die Ausstellungsbox und ihr neuer Besitzer: Schreinermeister Michael Kleinle (r.) lässt sich von René Görnhardt aus der Baufachinformation der FNR das Einfahren der Fassade für den Transport der Box erklären. Foto: FNR/K. Flotow

Messeauftritt Nordbau Neumünster - 11. bis 15. September 2019

Auf der Nordbau, die sich als größte Kompaktmesse für das Bauen im nördlichen Europa versteht, trafen sich Vertreter der Bauwirtschaft und Bauverantwortliche aus dem gesamten Ostseeraum. Auf dieser Plattform präsentierte sich ebenfalls die Baufachinformation der FNR. Bereitgestellt wurden umfangreiche Informationen zum gesamten Spektrum der Baustoffe aus nachwachsenden Rohstoffen: begonnen bei ökologischen Putzen und Naturfarben über Naturdämmstoffe, das Bauen und Sanieren mit Holz bis hin zum Heizen mit Holz.

Die FNR auf der Nordbau in Neumünster.

Die FNR auf der Nordbau in Neumünster.

Poster-Ausstellung zum HolzbauPlus-Wettbewerb 2018

Die Posterausstellung zum HolzbauPlus-Wettbewerb 2018 geht auf Reisen: Zum 3. Brandenburgischen Tag des nachhaltigen Planens und Bauens wurde sie am 5. September in Potsdam präsentiert. Hier führten Mitarbeiter der Fach- und Verbraucherinformation Bauen & Wohnen die Besucher durch die Ausstellung.

Ende September konnten sich Interessierte aus dem Baufachbereich die Poster-Ausstellung auf der RoBau in Rostock, der größten Baumesse Mecklenburg-Vorpommerns, ansehen.

Die Ausstellung präsentierte sich bereits im Frühjahr dieses Jahres im Rahmen des Webinars „Nachhaltig Dämmen – Dämmmaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen“ im Informations- und Kompetenzzentrum für zukunftsgerechtes Bauen (IKzB) in Berlin. Auch auf den Norddeutschen Holzbautagen im April in der Hochschule Wismar interessierten sich zahlreiche Studenten, Bauunternehmer, Architekten, und Ingenieure für die Ausstellung.

Mit dem Wettbewerb HolzbauPlus würdigt das BMEL beispielhafte Gebäude, die die Vorzüge des Holzbaus mit dem Einsatz weiterer Naturbaustoffe in Konstruktion, Dämmung und Ausbau sowie intelligenten Wärmekonzepten mit erneuerbaren Energien kombinieren.

Die Poster-Ausstellung zum HolzbauPlus-Wettbewerb 2018 kann bei der FNR entliehen werden. Quelle: FNR/Wibke Freese

Die Poster-Ausstellung zum HolzbauPlus-Wettbewerb 2018 kann bei der FNR entliehen werden. Quelle: FNR/Wibke Freese

Gut für Mensch und Klima: Bauen mit Holz und natürlichen Rohstoffen

Mit Bauwerken aus Holz das Klima schützen - das funktioniert tatsächlich, denn das vom wachsenden Baum aufgenommene Kohlendioxid bleibt auch im verarbeiteten Holz gespeichert. Die Herstellung des Baumaterials Holz beansprucht deutlich weniger Energie als die von Stahl, Beton oder Glas. Werden nachwachsende Rohstoffe auch bei Dämmung und Innen-Ausstattung verwendet, so ist das Bauwerk vollständig rückbau- und recyclingfähig bzw. kompostierbar.

Diese und weitere Fakten vermittelte die FNR in einem Gastbeitrag für eine Beilage der WELT und der WELT kompakt am 23.09.2019 zum Thema „Nachhaltig bauen und wohnen –Think green“.

Publikation: Strohgedämmte Gebäude

Die Einführungsbroschüre zum Thema Bauen mit Stroh gibt einen Überblick zur Nachhaltigkeit der Strohbauweise, zum Stand des Wissens und der Forschung in diesem Bereich bis hin zu gebauten Beispielen. Die Publikation wurde als 4. Auflage unverändert nachgedruckt und ist wieder über die Mediathek als Printversion bestellbar.

Diese Internetseite verwendet Cookies, um die Nutzererfahrung zu verbessern und den Benutzern bestimmte Dienste und Funktionen bereitzustellen. Details
Cookies erlauben