Infobrief der FNR 01 / 2020: Grußwort

Liebe Leserinnen und Leser,

die Auswirkungen niederschlagsarmer, milder Witterungen im Winter und Frühjahr und deutlich zu trockener Sommer auf den Wald, die Landwirtschaft und die Vegetation insgesamt sind uns in den beiden zurückliegenden Jahren mehr als deutlich vor Augen geführt worden: Die Bodenwasserspeicher bleiben weitgehend leer und begünstigen Szenarien, die wegen der Dürre vielerorts u. a. auch zu Waldbränden führten.

Die Bundesministerien für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) haben auf die wachsende Wahrscheinlichkeit für längere Dürreperioden und Waldbrände reagiert und über die FNR den Förderaufruf „Waldbrand – Herausforderungen bei der Vermeidung und Bewältigung“ auf den Weg gebracht. Mit Mitteln aus dem Waldklimafonds soll neben der Forschung zu waldbaulichen Konzepten für die Brandprävention und zur Behandlung von Waldbrandflächen beispielsweise die Entwicklung neuer Ansätze für den Umgang mit kampfmittelbelasteten Flächen gefördert werden. Zu entwickeln sind aber auch Schulungsunterlagen für die Aus- und Weiterbildung, Unterlagen für die Öffentlichkeitsarbeit der Forstbetriebe und Feuerwehren ebenso wie Materialien zur Aufklärung und Bewusstseinsbildung bei Bürgerinnen und Bürgern. Der Startschuss für die ersten Projekte wird im Frühjahr erfolgen.

Ebenso im Fokus steht das Thema „Digitalisierung“. Nach zwei Förderaufrufen im Jahr 2018 zur „Forstwirtschaft 4.0 – Digitalisierung und nachhaltige Technikentwicklung“ und zu „Kleinprivatwald – Innovationen zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung“ fördert das BMEL über die FNR gegenwärtig etwa 50 Einzel- und Verbundvorhaben, die sich mit IT-Entwicklungen, Datenmanagement und technischer Kommunikation in Forst- und Holzwirtschaft befassen.

Hier geht es beispielsweise um das Potenzial von Industrie 4.0-Anwendungen für die Forst- und Holzwirtschaft. So sollen die Möglichkeiten von Datenclouds, Mensch-Maschine-Interaktion oder künstlicher Intelligenz in maßgebliche Abläufe und Geschäftsmodelle von der Forstwirtschaft bis zur Holzbereitstellung implementiert werden. In der Entwicklung befinden sich aber auch neuartige Dienstleistungskonzepte, die mit „i-Wald-Diensten“ und „i-Wald-Apps“ für Smartphones und Tablets vornehmlich junge, oft urbanisierte Waldbesitzer ansprechen und fachlich fundierte Handlungsoptionen zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder – sowohl für den klimastabilen Umbau als auch zur forstlichen Risikominimierung und zur Umsetzung individueller Ziele - liefern. Last not least konzentrieren sich die Forst 4.0-Aktivitäten auch auf die Schnittstellen zum vorfertigenden Holzbau, indem Planungs- und Datenmanagements im Holzbau anschlussfähig gemacht werden an die Holzbereitstellung.

Letztlich gilt auch für die Forst- und Holzwirtschaft: Die Zukunft ist digital!

Herzlichst, Ihr

Dr.-Ing. Andreas Schütte

Dr.-Ing. Andreas Schütte

Dr.-Ing. Andreas Schütte, Geschäftsführer

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