Infobrief der FNR 02 / 2020: Nachhaltige Erzeugung

Bernburger Winterseminar für Arznei- und Gewürzpflanzen feiert 30. Geburtstag

Beim Bernburger Winterseminar für Arznei- und Gewürzpflanzen tauschen sich regelmäßig bis zu 300 Experten aus dem Arznei- und Gewürzpflanzen-Sektor aus. Veranstalter sind der Saluplanta e. V. Bernburg, die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt und seit 2019 auch die FNR. Am 18. und 19. Februar 2020 fand das Winterseminar bereits zum 30. Mal statt.

Die Beiträge stehen als Tagungsband zur Verfügung, zudem ist in der TASPO ein Artikel mit den wichtigsten Ergebnissen erschienen.

Schwebfliege Episyrphus balteatus auf einer Leinblüte – Lein, Fenchel und Bohnenkraut sind die drei Versuchskulturen im Projekt der Uni Bonn. Foto: Birgit Bierschenk

Schwebfliege Episyrphus balteatus auf einer Leinblüte – Lein, Fenchel und Bohnenkraut sind die drei Versuchskulturen im Projekt der Uni Bonn. Foto: Birgit Bierschenk

„Making rubber from dandelions“

Seit 2011 unterstützt das BMEL über die FNR die Erforschung von Russischem Löwenzahn als Naturkautschukalternative. Der Weg von der Wildpflanze zum Rohstofflieferanten für die Industrie ist lang, schließlich gilt es, Sorten zu züchten und Anbau-, Ernte- und Verarbeitungsverfahren für diese Pflanze zu entwickeln. Die einzelnen Arbeitspakete entlang der Wertschöpfungskette umreißt das 2019 erschienene Booklet „Löwenzahn gibt Gummi“ in kompakter Form. Nun liegt es auch in englischer Sprache vor: „Making rubber from dandelions“ ist in der FNR-Mediathek bestell- und downloadbar.

Flyer „Making rubber from dandelions“

Flyer „Making rubber from dandelions“

Fasernessel: Die nächsten Schritte auf dem Weg zurück in die Praxis

Alle Bestrebungen, Nesselfasern aus der Fasernesel (Urtica dioica L. convar fibra) industriell einzusetzen, sind in den vergangenen Jahren letztendlich gescheitert. Dabei könnte die Faser aufgrund ihrer edlen Eigenschaften insbesondere im Textilbereich punkten. Das Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB) arbeitete deshalb mit vier Partnern an Verbesserungen der Wertschöpfungskette.

U. a. prüften die Projektpartner neu gezüchtete Fasernesselklone mit höherem Fasergehalt im Praxisanbau auf Herz und Nieren. Trotz teils großem Trockenstress erreichten zwei der Klone auf zwei Versuchsstandorten (Sand bzw. Löss-Lehm) noch gute Nesselstroh-Erträge von bis zu 6,3 t TM/ha bzw. 4,3 t TM/ha.

Der NFC GmbH Nettle Fibre Company gelang es in Zusammenarbeit mit dem ATB, das Aufbereitungsverfahren für die Fasern weiter zu optimieren. Im Ergebnis weisen die Fasern gute Kennwerte für die textile Verarbeitung auf. Die Parameter für eine schonende Degummierung gilt es allerdings noch herauszufinden. Schließlich untersuchten die Forscher mit dem Rhizomlegen auch ein neues Etablierungsverfahren für Fasernesselbestände. In Praxisversuchen stellte sich heraus, dass dieses Verfahren erfolgversprechend ist und die Kosten der aktuell üblichen Pflanzung deutlich reduzieren könnte. Voraussetzung sind allerdings ausreichende Niederschläge oder eine Bewässerung.

Neuzüchtungen der Faserbrennessel Urtica dioica L. wurden im praktischen Anbau geprüft. Foto: Sven Wartenberg, Institut für Pflanzenkultur

Neuzüchtungen der Faserbrennessel Urtica dioica L. wurden im praktischen Anbau geprüft. Foto: Sven Wartenberg, Institut für Pflanzenkultur

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