Infobrief der FNR 02 / 2020: EU/International

IEA Bioenergy

Im März 2020 trat die Volksrepublik China IEA Bioenergy als 26. Vertragspartner bei. Mit Indien sind damit die beiden bevölkerungsreichsten Länder der Welt aktive Mitglieder des Netzwerks und können ihre Expertise zum Beitrag der Bioenergie zur Lösung der klima- und energiepolitischen Herausforderungen einbringen.

Die 85. Sitzung des Lenkungsausschusses von IEA Bioenergy fand zusammen mit der Tagung BBEST 2020 am 27.04.2020 als virtuelle Sitzung statt.

Neue Veröffentlichungen von IEA Bioenergy behandeln u. a. Kostensenkungspotenziale bei fortschrittlichen Biokraftstoffen, einen internationalen Vergleich von Biokraftstoffpolitiken und den aktuellen Status biobasierter Chemikalien. Die Themen werden auch in online verfügbaren Webinaren vorgestellt.

Deutschland beteiligt sich an allen Arbeiten von IEA Bioenergy und leitet Task 34 „Direct thermochemical liquefaction“ sowie Task 40 „Deployment of biobased value chains“.

BIOEAST Webinarreihe „Advancing Sustainable Circular Bioeconomy in Central and Eastern European Countries“

Die BIOEAST Initiative und das Horizon 2020 Projekt BIOEASTsUp organisieren von Mai bis Juli 2020 eine Reihe von thematischen und technischen Webinaren. Die online-Webinare zielen darauf, die Akteure in der Bioökonomie in Ost- und Zentraleuropa über die im BIOEASTsUP Projekt geplanten Aktivitäten zu informieren und den Transfer von guter Praxis in der Bioökonomie zu fördern.

Die FNR ist maßgeblich an der Organisation des Webinars mit dem Titel „BIOEASTsUP National platforms for Bioeconomy strategies development“ am 28. Mai beteiligt. Es soll einen Austausch über den aktuellen Stand der Entwicklung von nationalen Bioökonomie Strategien der 11 BIOEAST Mitgliedsländer ermöglichen.

ADVANCEFUEL - Abschlussveranstaltungen

Das von der FNR koordinierte Projekt ADVANCEFUEL, das einen verbesserten Marktzugang für fortschrittliche, erneuerbare Kraftstoffe anstrebt, wird in diesem Sommer abgeschlossen. Um Projektresultate vorzustellen und zu diskutieren, sind im Juni der fünfte Stakeholder-Workshop und die Abschlusskonferenz als Webinar geplant.

Der kostenlose online-Workshop wird insbesondere auf die Herausforderungen der Endnutzung dieser fortschrittlichen, erneuerbaren Kraftstoffe eingehen. Eine aktuelle Marktübersicht, der Stand der relevanten Konversionstechnologien und mögliche Hochskalierungseffekte werden genauso thematisiert wie die entsprechende Kraftstoff- und Maschinenentwicklung und die Schaffung notwendiger Anreize. Ein besonderes Augenmerk wird auf den Flug- und Schifffahrtsbereich gelegt.

Während der Abschlusskonferenz werden dann die wichtigsten Ergebnisse des ADVANCEFUEL Projekts zusammengefasst und die abgeleiteten politischen Empfehlungen vorgestellt.

Aktuelle Informationen zu den geplanten Veranstaltungen sind auf der Projektwebseite zu finden.

ADVANCEFUEL wird durch das europäische H2020 Programm gefördert.

ETIP-Webinar

Am 15. April 2020 fand ein Webinar der ETIP Bioenergy statt, an dem ca. 75 Vertreter des Bioenergiesektors überwiegend aus den Bereichen Forschung und Entwicklung, Produktion, Verarbeitung und Vermarktung teilnahmen.

Es wurden die neuesten Entwicklungen und innovativen Lösungen für die nachhaltige Produktion von Biomasse und Optionen für eine Bewirtschaftung mit geringem iLUC-Risiko in der Landwirtschaft vorgestellt. Die FNR präsentierte Erkenntnisse zum Anbau mehrjähriger Pflanzen für Bioenergie auf marginalen Standorten in Europa. Ergebnisse innovativer Anbausysteme für integrierte Lebensmittel- und Biomassekulturen wurden durch die Universität Bologna vorgestellt. In einem dritten Beitrag thematisierte das Imperial College die Rolle der Landwirtschaft bei der Speicherung von Kohlenstoff im Boden und erörterte, wie die Landwirte bei der Umsetzung gestärkt werden können. In einer anschließenden Diskussionsrunde wurden unter anderem Fragen zu Kosten einer zukünftigen nachhaltigen Landwirtschaft in Zeiten des Klimawandels und deren Stellenwert für den Bioenergiesektor herausgestellt. Mit einem Ausblick auf bevorstehende Herausforderungen sowie Trends in Politik und Forschung wurde das Webinar beendet. Die Aufzeichnung sowie die Präsentationen der Referenten stehen auf der ETIP Bioenergy Webseite zur Verfügung.

Outcomes Bioeconomy Days in Rostock

Das Interreg Baltic Sea Region-Projekt BalticBiomass4Value veranstaltete im Rahmen der Baltic Bioeconomy Days am 11. und 12. März in Rostock seine Eröffnungskonferenz. Ziel des Projektes ist es, nachhaltige Wertschöpfungsketten aufzubauen sowie bisher ungenutzte Nebenprodukte oder Reststoffe zur Herstellung biobasierter Produkte zu erschließen.

Die FNR ist für die Kommunikation der Projektergebnisse verantwortlich. Die Veranstaltung setzte sich zum Ziel, erste Informationen für Interessensvertreter aus dem Baltikum sowie Russland, Schweden, Norwegen, Polen und Deutschland zur Bioökonomie und zu biobasierten Produkten zur Verfügung zu stellen.

Vorträge befassten sich mit Projekten, die im Rahmen des aktuellen INTERREG Förderzeitraums umgesetzt werden. In der Paneldiskussion wurden Wege zu einer nachhaltigen Nutzung von Bioenergie im Rahmen einer zirkulären Bioökonomie erörtert. Weitere Fachvorträge befassten sich unter anderem mit der Weiterentwicklung von Biogasanlagen in Deutschland ohne das EEG, neusten Erkenntnissen zur Nutzung von Paludikulturen oder der Nutzung von marginalen Standorten und einer emissionsarmen Landwirtschaft.

Das Projekt wird durch das Förderprogramm Interreg Baltic Sea Region sowie durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (ERDF) gefördert und läuft noch bis Juni 2021. Projektkoordinator ist die Vytautas Magnus Universität (Litauen).

Biorefineries Tender: EU-Auftragsstudie zur Entwicklung von Bioraffinerien

Als Teil eines europäischen Konsortiums führt die FNR im Auftrag der Europäischen Kommission eine Auftragsstudie zur Entwicklung von Bioraffinerien in der EU bis 2030 durch. Die Studie ‚Biorefinery Outlooks and pathways for deployment‘ soll bis Februar 2021 die Zukunftsperspektiven für die Entwicklung von Bioraffinerien für die stoffliche Nutzung von Biomasse aufzeigen. Ziel ist es unter anderem, ein einheitliches Klassifizierungssystem für integrierte Bioraffineriekonzepte zu entwickeln sowie das große Spektrum von biobasierten Produkten aufzeigen, das hier produziert werden kann. Dabei sollen Treiber und Hemmnisse für biobasierte Produkte analysiert, Vorteile biobasierter Produkte herausgestellt und ihr Marktpotenzial identifiziert werden. Ein wesentlicher Schwerpunkt der Studie liegt auf der Einbindung von Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft (EU-Ebene, national und regional).

Die FNR wird im Rahmen der Studie die Potenziale für nachhaltige biobasierte Produkte, die in Bioraffinerien produziert werden können, nachfrageseitig analysieren.

Projektstart SET4BIO

Anfang März 2020 startete das Projekt SET4BIO. In den kommenden 3 Jahren unterstützt SET4BIO die Umsetzung des Aktionsplans der SET-Plan Action 8 Bioenergy and Renewable Fuels for Sustainable Transport.

Das Kooperationsprojekt der Organisationen RISE, FNR, VTT, SINTEF, CIRCE und ETA hat das Ziel, die Umsetzung der im Aktionsplan konkret vorgeschlagenen Maßnahmen zu unterstützen, um die Rahmenbedingungen für Investitionen in den Bereichen Bioenergie und erneuerbare Kraftstoffe für nachhaltigen Verkehr zu verbessern sowie die Verbindung von Forschung und industrieller Anwendung zu stärken.

Die FNR ist im Rahmen des Projekts für die Einbindung der Industrie, der in der Erreichung der Ziele des Aktionsplans eine Schlüsselrolle zukommt, verantwortlich. Hierbei stehen die Identifizierung von relevanten Stakeholdern, eine Gegenüberstellung der Bedarfe aus dem Aktionsplan und der Rahmenbedingungen in der Industrie sowie Maßnahmen zur Sicherung der Investitionsbereitschaft in der Industrie im Fokus.

Serious Game Project Allthings.bioPRO: Onlinespiel als Beteiligungsinstrument in der Bioökonomie

Im September 2020 startet das EU-Projekt ‚Allthings.bioPRO – Game Changer for the Bioeconomy‘, das ein Spiel zu verschiedenen Themen im Bereich Bioökonomie entwickeln wird.

Unter ‚serious games‘ versteht man digitale Spiele, die nicht nur zur Unterhaltung gedacht sind, sondern auch Lern-, Bildungs- und Informationselemente enthalten. In einem neuen EU-Projekt soll dieses Konzept nun im Bereich der Bioökonomie verwirklicht werden. Das Projekt wird im Rahmen des Forschungsprogramms H2020 - BBI JU gefördert (Fördernummer 887070), welches gemeinsam durch die Europäische Kommission und einem Verbund europäischer Unternehmen im Bereich Bioökonomie aufgelegt wird. Allthings.bioPRO ist dabei als ein Nachfolger des erfolgreichen EU-Projektes BioCannDo zu verstehen, welches mit innovativen Kommunikationsformaten für die breite Bevölkerung bereits auf sich aufmerksam gemacht hatte. Die Webseite www.allthings.bio kann nun auch durch das neue Projekt weitergenutzt werden.

Das durch Allthings.bioPRO entwickelte Onlinespiel soll dabei Nutzer*innen die Möglichkeit geben, Ideen, Meinungen und Input zur Entwicklung der Bioökonomie und biobasierter Produkte gemeinsam zu entwickeln. In anonymisierter Form sollen entsprechende Ergebnisse interessierten Stakeholdern zur Verfügung gestellt werden. Hierbei geht es zum Beispiel um Produktpräferenzen, Fragen der Nachhaltigkeit oder des Produktdesigns. Allthings.bioPRO setzt dabei auf eine enge Zusammenarbeit mit Bürger*Innen, die auf lokaler Ebene zu unterschiedlichen Themen eingebunden werden. Dabei soll es beispielsweise um innovative biobasierte Verpackungen für Lebensmittel, Kleidung und Mode oder Bildungsformate für Kinder und Grundschulen gehen. Zum Ende des Projektes sollen interessierte Bürger*Innen langfristig in einem Citizen Action Network eingebunden werden, das Positionen von Bürger*innen zu Themen der Bioökonomie entwickelt.

European Biomass Conference & Exhibition

Die ursprünglich für Ende April in Marseille geplante 28. Europäische Biomassekonferenz und –ausstellung wurde aufgrund der COVID-19 Pandemie auf den 6.-9. Juli 2020 verschoben. Mit den andauernden Reisebeschränkungen ist jetzt geplant, Tagung und Ausstellung virtuell als e-EUBCE durchzuführen. Einzelheiten, auch die Beteiligung der FNR mit nationalen und europäischen Aktivitäten betreffend, werden in den nächsten Wochen bekannt gegeben.

„Making rubber from dandelions“

Seit 2011 unterstützt das BMEL über die FNR die Erforschung von Russischem Löwenzahn als Naturkautschukalternative. Der Weg von der Wildpflanze zum Rohstofflieferanten für die Industrie ist lang, schließlich gilt es, Sorten zu züchten und Anbau-, Ernte- und Verarbeitungsverfahren für diese Pflanze zu entwickeln. Die einzelnen Arbeitspakete entlang der Wertschöpfungskette umreißt das 2019 erschienene Booklet „Löwenzahn gibt Gummi“ in kompakter Form. Nun liegt es auch in englischer Sprache vor: „Making rubber from dandelions“ ist in der FNR-Mediathek bestell- und downloadbar.

Flyer „Making rubber from dandelions“

Flyer „Making rubber from dandelions“

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