Infobrief der FNR 02 / 2021: Bauen

Richtlinie zur Förderung des klimafreundlichen Bauens mit Holz

Das BMEL stellt bis zum Ende dieses Jahres Mittel zur Unterstützung des klimafreundlichen Bauens mit Holz bereit. Unternehmen und Cluster-Organisationen können Anträge auf Zuwendungen bei der FNR einreichen.

Förderfähig ist zum einen die Inanspruchnahme von Beratungsleistungen, die vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen die Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen, Verfahren und Dienstleistungen ermöglicht und zur unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit beim Bauen mit Holz führt.

Unternehmen sollen damit befähigt werden, Hemmnisse und Strukturnachteile beim klimafreundlichen Holzbau zu überwinden, ihren Material- und Energieaufwand zu optimieren sowie Umwelt- und Ökobilanzen in die Geschäftsabläufe zu integrieren. Unterstützt werden beispielsweise Beratungen zum seriellen und modularen Bauen oder zur Bewertung und Analyse der Rückbau- und Recyclingfähigkeit von Bauprodukten und Bauten.

Ein zweiter Förderschwerpunkt richtet sich auf die Unterstützung so genannter Innovationscluster. Bestehende oder neu zu gründende Zusammenschlüsse unabhängiger Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft sind förderfähig, wenn sie Unternehmen der kleinstrukturierten Branche Wege überbetrieblicher Zusammenarbeit eröffnen und Zugang zu Know-How und Transfer aktueller Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung beim klimafreundlichen Holzbau ermöglichen. Dazu gehören u. a. die Entwicklung von Weiterbildungskonzepten für Unternehmer etwa auf dem Gebiet der Digitalisierung, die Konzeptentwicklung zur Kooperation zwischen Hochschulen und Clusterunternehmen oder die Schaffung von Web-Plattformen zum Wissenstransfer aus der Holzforschung in die Unternehmen.

Inzwischen sind die ersten Projekte bewilligt worden, die Aufteilung wird in der Grafik sichtbar.

Förderrichtlinie „Klimafreundliches Bauen mit Holz“: Aufteilung der Fördermittel auf die Förderbereiche (Stand: 6.2021, Quelle: FNR)

Förderrichtlinie „Klimafreundliches Bauen mit Holz“: Aufteilung der Fördermittel auf die Förderbereiche (Stand: 6.2021, Quelle: FNR)

Gewinner im Bundeswettbewerb HolzbauPlus 2020

Bereits zum fünften Mal waren Bauherren und Architekten / Ingenieure dazu aufgerufen, ihre mit nachwachsenden Rohstoffen gebauten Gebäude beim HolzbauPlus Wettbewerb einzureichen. Eine unabhängige Wettbewerbsjury unter Vorsitz von Prof. Ludger Dederich erkor aus 198 Einreichungen zehn Gewinner und neun lobende Erwähnungen. Für die Prämierung des Sonderpreises Kindertagesstätten wurden zudem die nachhaltigen Konzepte der Einrichtungen berücksichtigt.

Die Gewinner des HolzbauPlus-Wettbewerbs können sich über Preisgelder in Höhe von jeweils 5.000 Euro freuen.

Die Gewinner des HolzbauPlus 2020 sind:

  • Wohnungsbau MFH/Neubau: Walden 48 (Berlin)
  • Wohnungsbau EFH/Neubau: Der kleine Prinz (Bayern)
  • Wohnungsbau EFH/Sanierung: Sanierung Gesindehaus Kapellendorf (Thüringen)
  • Öffentliche Bauten/Neubau: Schulzentrum Odelzhausen (Bayern)
  • Öffentliche Bauten/Sanierung: Ökologisch nachhaltiger Dachgeschossausbau (Baden-Württemberg)
  • Gewerbliche Bauten/Neubau: Erweiterung Werk II elobau (Baden-Württemberg)
  • Gewerbliche Bauten/Sanierung: Güterbahnhof Remagen (Rheinland-Pfalz)
  • Sonderpreis Innovation: BUGA Holzpavillon (Baden-Württemberg)
  • Sonderpreis für Kindertagesstätten: Neubau Verbundeinrichtung Kita Stadtspatzen + Pädagogisches Forum (Mecklenburg-Vorpommern)
  • Sonderpreis Strohgedämmte Gebäude: Wohnprojekt SPEICHERBOGEN (Niedersachsen)

Anerkennungen wurden ausgesprochen für:

  • Wohnungsbau EFH/Neubau: Atelier unter Bäumen (Brandenburg)
  • Wohnungsbau WFH/Neubau: SKAIO (Baden-Württemberg), Wohnungsbau & Kita im Prinz-Eugen Park in München (Bayern), Holzhaus Leipzig-Lindenau (Sachsen)
  • Öffentliche Bauten/Neubau: Jesuskirche Vohburg (Bayern), Neubau NABU Bodenseezentrum (Baden-Württemberg)
  • Gewerbliche Bauten/Neubau: H7 (Nordrhein-Westfalen), Schraubenwerk Gaisbach GmbH (Baden-Württemberg)

Sonderpreis für Kindertagesstätten: Kita Purzelbaum (Thüringen)

Wettbewerbsbroschüre HolzbauPlus 2020

Mit 198 Teilnehmern wurde eine höchst erfreuliche Beteiligung für die inzwischen fünfte Auflage des HolzbauPlus-Wettbewerbs erzielt. Immer mehr Bauherren kommen zu der Erkenntnis, dass das Bauen und Sanieren mit Holz, natürlichen Dämmstoffen und weiteren nachwachsenden Rohstoffen die endlichen Ressourcen schont und attraktive architektonische Lösungen ermöglicht. Die Wettbewerbsbroschüre HolzbauPlus führt alle Teilnehmer auf, die sich am Wettbewerb des BMEL beteiligt haben. Ausführlichere Beschreibungen bleiben den Gewinnern und Anerkennungen in den Kategorien Wohnungsbau Mehrfamilienhäuser, Wohnungsbau Einfamilienhäuser, Innovation sowie öffentliche und gewerbliche Bauten vorbehalten. Ein Novum der vergangenen Wettbewerbsrunde ist der Preis in der Kategorie Strohgedämmte Gebäude ebenso wie der Sonderpreis Kindertagesstätten.

Die Broschüre steht in der Mediathek der FNR zum Download und als Printversion zum Bestellen zur Verfügung.

Holzhauskonzepte: aktualisierte Neuauflage

Zahlreiche neue Bauwerke aus Holz dokumentieren anschaulich das Zukunftspotenzial des klimafreundlichen Baumaterials Holz.

Wer beim Holzbau nur an Einfamilienhäuser denkt, dem wird beim Lesen der Broschüre schnell deutlich, dass Holzbau viel mehr leisten kann.

Das Heft stellt ein wichtiges Nachschlagewerk zur baulichen Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen dar. Die vierte überarbeitete Auflage ermöglicht Interessierten einen umfänglichen Einblick in das Potenzial des Holzbaus und gibt Bauherren, Architekten und Ausführenden sowie Studierenden einen Überblick über die Holzbaustoffe und deren Einsatzmöglichkeiten bei Neubau und Sanierung.

Professor Ludger Dederich, der schon für die Vorgängerversion verantwortliche Autor, sorgte inhaltlich, die FNR optisch für den frischen Anstrich der Broschüre.

Die 4. Auflage 2021 der Broschüre „Holzhauskonzepte“ ist in der Mediathek bestell- oder downloadbar.

Die Broschüre „Holzhauskonzepte“ liegt zum Download und zur Bestellung in der Mediathek der FNR bereit. Foto: Marcus Bredt

Die Broschüre „Holzhauskonzepte“ liegt zum Download und zur Bestellung in der Mediathek der FNR bereit. Foto: Marcus Bredt

Seminarreihe „Auf Zukunftskurs: Öffentliches Bauen mit Holz"

Die Veranstaltungsreihe „Auf Zukunftskurs: Öffentliches Bauen mit Holz“ der FNR im Rahmen der Charta für Holz und in Kooperation mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB), dem Deutschen Städtetag, dem Deutschen Landkreistag und dem Informationsdienst Holz wurde am 8. Juni zum 2. Mal mit über 500 Teilnehmern durchgeführt. Um Länder und Kommunen beim Bauen mit Holz zu unterstützen, gaben drei Referenten einen umfangreichen Einblick in die Planungsprozesse des öffentlichen Holzbaus. Vergaberechtliche Ausführungen sowie holzbaugerechte Planungsprozesse (leanWOOD) nahmen Kommunen die Scheu vor dem Holzbau.

Die Vorträge der Referenten, Begleitmaterialien zur Veranstaltung sowie Publikationen der FNR zum klimafreundlichen Holzbau sind auf der Veranstaltungsseite https://veranstaltungen.fnr.de/holzbau der FNR zu finden.

Das nächste Online-Seminar findet am 16. September 2021 statt, für den Monat November 2021 ist eine weitere Veranstaltung geplant. Die Teilnahme an der Reihe ist kostenfrei und wird bundesweit von verschiedenen Architekten- und Ingenieurkammern mit Fortbildungspunkten anerkannt.

Fachgespräch „Laubholzverwendung im Bauwesen“ am 17.06.2021

Die Charta für Holz 2.0 setzt sich für eine Erhöhung des Anteils an stofflich genutztem Laubholz ein – ein zentrales Ziel der Handlungsfelder Holz in der Bioökonomie sowie Bauen mit Holz in Stadt und Land. Im Auftrag des BMEL führte die FNR das von der Charta für Holz 2.0 initiierte Fachgespräch „Laubholzverwendung im Bauwesen“ mit einem ausgewählten Expertenkreis am 17.6.2021 durch.

Dabei wurde vorrangig der Frage nach der bestehenden Lücke zwischen Holzverfügbarkeit und Produktangebot aus Laubholz aber insbesondere der bestehenden Defizite zwischen Produktangebot, technischer Anwendung und der Wettbewerbsfähigkeit nachgegangen. Zuwendungsempfänger aus von BMEL geförderten Vorhaben stellten in diesem Kontext aktuelle Projektergebnisse vor. Die Praxisberichte aus Frankreich und der Schweiz zur erfolgreichen Etablierung des Laubholzeinsatzes im Bauwesen erlaubte zudem einen Blick über den Tellerrand hinaus. Abschließend wurden die bestehenden Herausforderungen, mögliche Maßnahmen und Substitutionsmöglichkeiten diskutiert und Strategien entwickelt, um den Einsatz langlebiger LH-Produkte im Bauwesen zu stärken und bestehende Lücken zu schließen.

Workshop „Öffentlich Bauen und Sanieren mit Holz“ auf dem Fachtag nachhaltige Beschaffung in Dortmund

Im Rahmen des Fachtags nachhaltige Beschaffung veranstaltet die FNR am 26. August einen Workshop „Öffentlich Bauen und Sanieren mit Holz“. Um Länder und Kommunen beim Bauen mit Holz zu unterstützen, werden verschiedene Referenten erfolgreiche urbane Holzbauprojekte vorstellen und auf die Besonderheiten bei Neubau und Sanierung mit Holz im Vergleich zu klassischen Bauvorhaben eingehen.

Darüber hinaus präsentiert die FNR auf der begleitenden Fachausstellung den Messestand „Das nachwachsende Büro“. Unter dem Stichwort „Klimaneutrale Verwaltung mit biobasierter Büroausstattung“ werden Büroartikel, Möbel, Ordnungssysteme und Innenrumgestaltungen mit nachwachsenden Rohstoffen präsentiert.

Deutscher Holzbau-Kongress in Berlin

Der Verein FORUM HOLZBAU organisiert europaweit verschiedene Holzbau Foren. Am 24. & 25. August 2021 findet in Berlin der 2. Deutsche Holzbau-Kongress (DHK) statt, bei dem die FNR eine Kongress-Partnerschaft übernimmt. Die Veranstalter planen ein umfangreiches Vortragsprogramm sowie eine Fachausstellung und rechnen mit ca. 600 namenhaften Branchenvertreter (Architekten, Ingenieure, Firmen) als Teilnehmern.

Der FNR klärt dabei über den Holzbau und weitere Baustoffe aus nawaRo auf und berichtet über aktuelle Förderprogramme und Forschungsprojekte.

ArchitekTOUR, Hamburg

Die Heinze ArchitekTOUR ist seit über 10 Jahren eines der bekanntesten Branchenevents in Deutschland und spricht mit ihrem erfolgreichen Networking-Konzept eine Vielzahl von Architekten und Planern an. Die Veranstaltungen verstehen sich dabei nicht nur als ein Begegnungsort, sondern vielmehr als eine Plattform zum Wissenstransfer mit Impulsvorträgen und begleitender Ausstellung. Die FNR wird am 3. September in Hamburg als einer von 16 limitierten Partnern der ArtitekTOUR auftreten.

Hybrider Holzbau

Wandelbare Strukturen mit nutzungsneutralen Grundrissen im urbanen Raum sind erforderlich, um flexibel auf die Nachfrage nach Wohnungen, Büroflächen und Parkplätzen reagieren zu können.

Ziel des Forschungsprojektes ist die Entwicklung eines veränderlichen Holzhybrid-Baus. Dabei werden Architektur und Konstruktion im Entwurf so variabel gestaltet, dass eine komplette oder teilweise Umnutzung etwa eines Parkhauses zu einem Bürogebäude, einem Wohngebäude oder einer Kombination aus Büro- und Wohngebäude möglich ist, ohne die Primärkonstruktion zu verändern. Ein standardisiertes Traggerüst aus Buchenholz erlaubt durch flexible Ausbaumodule aus (Laub-)Holz die unterschiedlichen Nutzungsarten. Nachverdichtungsoptionen durch Anbau- und Aufstockungsmöglichkeiten werden bereits in der Planung der Tragkonstruktion und der Dachausbildung berücksichtigt. Nach Ende einer Nutzungsform lassen sich die Bauteile aus Holz und Holzwerkstoffen in Schichten reversibel und zerstörungsfrei abtragen und wiederverwenden.

Ein solcher architektonisch und konstruktiv hochwertig verarbeiteter Holz-Hybridbau trägt zur Reduktion der Treibhausgasemissionen und zur Steigerung der Holzbauquote bei.

Buchen-Furnierschichtholz mit Treppenversatz als Bauteilverbindung. Foto: Sina Glattacker

Buchen-Furnierschichtholz mit Treppenversatz als Bauteilverbindung. Foto: Sina Glattacker

Sandspielzeug aus Holz erhält Umweltpreis beim Wettbewerb „Holz bewegt“: BMEL ehrt Hamburger Tischler-Azubis beim 7. Norddeutschen Nachwuchsvergleich

Bereits zum 7. Mal in Folge fand in diesem Jahr der norddeutsche Nachwuchswettbewerb „Holz bewegt: Möbel - Design - Interieur“ statt. Das Schwerpunktthema „Altes Wissen, neue Erkenntnisse“ spiegelt die Vielseitigkeit des Werkstoffs Holz perfekt wider. Die Bewerbungen zeigten, dass sich schlichtes, modernes Design, Funktionalität und der Naturstoff Holz nicht ausschließen, sondern nah beieinanderliegen.

Der Umweltpreis für nachhaltiges Design im Wettbewerb wurde durch das BMEL gestiftet. Er ist mit 1.000 EUR dotiert und wurde an die Tischler-Auszubildenden Bugholzkurs der Beruflichen Schule Holz.Farbe.Textil in Hamburg-Barmbek-Süd für den Wettbewerbsbeitrag „An der Ostsee – Spielzeug“ verliehen. Die Idee dahinter: Wenn Kinder Sandspielzeug aus Plastik am Strand vergessen, kann es ins Meer gelangen und der Umwelt schaden. Warum also nicht Holz statt Plastik?

Der Wettbewerb richtete sich an den Nachwuchs des holzverarbeitenden Gewerbes in Norddeutschland und bot Auszubildenden, Studenten, Gesellen und Meistern die Möglichkeit, Einzel- und Gruppenentwürfe einzureichen. Ziel des Wettbewerbs war eine Synthese der drei Themen „Holz – Nachhaltigkeit – Design“. Eine Jury aus Design- und Möbelexperten hat die Preisträger aus 46 Entwürfen in den Kategorien Design, Produktqualität, Innovation, Nachhaltigkeit und dem aktuellen Sonderthema „Altes Wissen – neue Erkenntnisse“ ausgewählt.

Umweltpreis 2021 – „An der Ostsee“- Holzspielzeug. Foto: Lena Jürgensen

Umweltpreis 2021 – „An der Ostsee“- Holzspielzeug. Foto: Lena Jürgensen