Infobrief der FNR 03 / 2021: Bauen

Richtlinie zur Förderung des klimafreundlichen Bauens mit Holz

Das BMEL stellt aus dem Konjunktur- und Krisenbewältigungspaket der Bundesregierung bis zum Ende dieses Jahres Mittel zur Unterstützung des klimafreundlichen Bauens mit Holz bereit. Unternehmen und Cluster-Organisationen können Anträge auf Zuwendungen bei der FNR einreichen.

Förderfähig ist zum einen die Inanspruchnahme von Beratungsleistungen, die vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen die Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen, Verfahren und Dienstleistungen ermöglicht und zur unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit beim Bauen mit Holz führt.

Unternehmen sollen damit befähigt werden, Hemmnisse und Strukturnachteile beim klimafreundlichen Holzbau zu überwinden, ihren Material- und Energieaufwand zu optimieren sowie Umwelt- und Ökobilanzen in die Geschäftsabläufe zu integrieren. Unterstützt werden beispielsweise Beratungen zum seriellen und modularen Bauen oder zur Bewertung und Analyse der Rückbau- und Recyclingfähigkeit von Bauprodukten und Bauten.

Ein zweiter Förderschwerpunkt richtet sich auf die Unterstützung so genannter Innovationscluster. Bestehende oder neu zu gründende Zusammenschlüsse unabhängiger Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft sind förderfähig, wenn sie Unternehmen der kleinstrukturierten Branche Wege überbetrieblicher Zusammenarbeit eröffnen und Zugang zu Know-How und Transfer aktueller Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung beim klimafreundlichen Holzbau ermöglichen. Dazu gehören u. a. die Entwicklung von Weiterbildungskonzepten für Unternehmer etwa auf dem Gebiet der Digitalisierung, die Konzeptentwicklung zur Kooperation zwischen Hochschulen und Clusterunternehmen oder die Schaffung von Web-Plattformen zum Wissenstransfer aus der Holzforschung in die Unternehmen.

Die Aufteilung Projekte wird in der Grafik sichtbar.

Förderrichtlinie Klimafreundliches Bauen: Aufteilung der Fördermittel auf die Förderbereiche

Förderrichtlinie Klimafreundliches Bauen: Aufteilung der Fördermittel auf die Förderbereiche (Stand: 10.2021, Quelle: FNR)

Positive Eigenschaften biobasierter Dämmstoffe

Der Einsatz von Naturdämmstoffen ist sicher, kalkulierbar und nachhaltig. Die pflanzlichen Materialien punkten u. a. mit einem beherrschbaren Brandverhalten und einer hohen Speicherkapazität, die Feuchtigkeit, Kälte und Wärme gut abpuffern kann.

Das belegen die Ergebnisse eines interdisziplinären Forschungsprojektes mit 12 Partnern aus Forschung und zahlreichen Industrieunternehmen und –verbänden im Verbundprojekt „Mehr als nur Dämmung – Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen“.

Bisher wurde der Einsatz von NawaRo-Dämmstoffen in baurechtlichen Vorschriften und Normen nicht berücksichtigt und machte umfangreiche und aufwändige Bauteilprüfungen im Einzelfall notwendig. Die im Vorhaben „Mehr als nur Dämmung“ ermittelten Materialdaten und Berechnungsverfahren stehen nun zur Aufnahme in die verschiedenen Regelwerke bereit. Das Bauen mit natürlichen Dämmstoffen kann damit deutlich vereinfacht und so zum Standardfall werden.

Der Weg ist frei für Naturdämmstoffe im Bau. Quelle: Fraunhofer WKI/Manuela Lingnau

Der Weg ist frei für Naturdämmstoffe im Bau. Quelle: Fraunhofer WKI/Manuela Lingnau

Holzbau: Reiseführer der besonderen Art

Der jetzt herausgegebene Architekturführer lädt zum Kennenlernen von Holz-Bauwerken ein und stellt einen Reiseführer der besonderen Art dar. Als Nah- und Fernziele werden 48 Bauwerke in Wort und Bild vorgestellt – allesamt saniert oder neu errichtet aus Holz und natürlichen Baustoffen und mit nachhaltigen Energiekonzepten ausgestattet.

Die in jüngster Vergangenheit umgesetzten Bauprojekte dokumentieren die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des nachwachsenden Baustoffes Holz und natürlicher Dämmmaterialien.

Holzhäuser haben eine unvergleichliche Ästhetik, bieten hohen Wohnkomfort, überzeugen mit überragenden baubiologischen Eigenschaften und verbrauchen wenig Energie. Sie schonen die Umwelt und helfen, Betriebskosten zu sparen. Die mit Naturstoffen wie Holzfaser, Seegras oder Stroh gedämmten Holzbauwerke belegen zugleich eindrucksvoll, dass nachwachsende Baustoffe – sorgsam ausgewählt und kenntnisreich verbaut – keineswegs anfällig und kurzlebig sind, sondern in puncto Langlebigkeit, Belastbarkeit oder Brandschutz konventionellen Baustoffen in nichts nachstehen.

Der Architekturführer regt an zu einer Reise von Objekt zu Objekt quer durch die Republik – von Hennstedt in Schleswig-Holstein über Schwerin und Gülzow in Mecklenburg-Vorpommern nach Marburg und Witzenhausen in Hessen oder von Berlin nach Bautzen in Sachsen und Weimar in Thüringen bis nach Remagen in Rheinland-Pfalz, nach Uttenreuth und Braunsbach in Baden-Württemberg oder nach Schechen in Bayern. Zu entdecken sind Fachwerkbauten oder Güterbahnhof, Einfamilienhaus und Wohnanlage oder Dorfkirche, Herrenhaus und Jugendburg, Ferienhäuser oder Familienhotel, Kindergarten, Seniorenwohnhaus, Atelier, Gewerbehalle, Besucherzentrum und, und, und ...

Die Broschüre ist in der Mediathek der FNR bestell- oder downloadbar und wird ergänzt durch die Internetseite architekturfuehrer.fnr.de, die weitere interessante Informationen zu den einzelnen Objekten und den jeweiligen Regionen bietet.

Mit dem Architekturführer „Nachhaltig Bauen in Stadt und Land“ legt die FNR einen Reiseführer der besonderen Art vor. Quelle: Conné van d´ Grachten

Mit dem Architekturführer „Nachhaltig Bauen in Stadt und Land“ legt die FNR einen Reiseführer der besonderen Art vor. Quelle: Conné van d´ Grachten

Seminarreihe „Auf Zukunftskurs: Öffentliches Bauen mit Holz“

Neues Detailwissen zum Thema Holzbau liefert die beliebte Veranstaltungsreihe „„Auf Zukunftskurs: Öffentliches Bauen mit Holz“. Am 9.11.2021 findet die Online-Reihe bereits zum vierten Mal statt. Im Fokus des vierten Seminars stehen die Themen:

  • Vergabe von Holzbauten (Doreen Behrendt),
  • Bauen mit Laubholz – neue Chancen für die Architektur (Frank Lattke) und
  • Strategie Holzbau – Chancen in der Bedarfsplanung und Projektentwicklung (Dr. Martin Zeumer).

Ebenso wie in den vergangenen drei Veranstaltungen tauschen sich die Teilnehmenden der Seminarreihe über Chancen und Möglichkeiten des Holzbaus unter dem Blickwinkel von Nachhaltigkeit und Klimaschutz aus. Ziel ist es, Wissensdefizite und überholte Vorbehalte gegenüber dem Holzbau auszuräumen und Impulse für die zukunftsfähige Bauweise an die öffentliche Hand als Bauherr weiterzugeben.

Die Veranstaltungsreihe wird im Rahmen der Charta für Holz 2.0 und in Kooperation mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB), dem Deutschen Städtetag, dem Deutschen Landkreistag und dem Informationsdienst Holz durchgeführt.

Die Teilnahme ist kostenfrei und wird bundesweit von verschiedenen Architekten- und Ingenieurkammern mit Fortbildungspunkten anerkannt. Mit weiteren vier Terminen wird die Seminarreihe ebenso im Jahr 2022 fortgesetzt.

Themennachmittage zum öffentlichen Holzbau

Ab Mitte Oktober bietet die FNR mehrere interessante Themennachmittage zum öffentlichen Holzbau an. Die Themennachmittage ergänzen die Seminarreihe „Auf Zukunftskurs: Öffentliches Bauen mit Holz“. Die konkret auf aktuelle Belange des Holzbaus zielenden Themennachmittage richten sich an Fachingenieure, Architekten, Auftraggeber, Wohnungsgesellschaften und Studierende relevanter Studiengänge. Die Veranstaltung ist als digitale Podiumsdiskussion angelegt. Die Fragen der Teilnehmenden werden nach einem Einstiegsvortrag und einer moderierten Diskussion von dem Podiumsbeteiligten beantwortet. Die Teilnahme ist kostenlos.

In diesem Jahr wird es noch zwei Themennachmittage geben:

  • Dienstag, 19.10.2021: „Zwischen Hightech und Handwerk: Brandschutz im mehrgeschossigen Holzbau“
  • Dienstag, 07.12.2021: „Holzemissionen und Wohngesundheit: Ein Bericht aus der Praxis von der Planung bis zur Abnahme“

 

Weitere Termine sind für das Jahr 2022 geplant.

Holzbau

Quelle: photo 5000 – stock.adobe.com