Infobrief der FNR 03 / 2021: Projektträgerschaft

Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“

Für das Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ des BMEL stehen in diesem Jahr rund 90 Mio. € aus dem Bundeshaushalt zur Verfügung.

Mit Stand von Oktober 2021 fördert das BMEL aus dem Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ 886 Vorhaben mit insgesamt 261 Mio. €.

Die Aufteilung der Projekte auf die Förderbereiche des Förderprogramms „Nachwachsende Rohstoffe“ erläutert die Grafik. Sie untergliedert den Förderbereich 3 „Biobasierte Produkte und Bioenergieträger“ in die Segmente „Energetische Konversion und Nutzung“ und „Stoffliche Konversion und Nutzung“. Zur Umsetzung des Förderprogramms hat das BMEL 12 Förderschwerpunkte veröffentlicht. Einen Überblick über alle aktuellen Forschungsvorhaben bietet die Projektdatenbank der FNR unter https://www.fnr.de/projektfoerderung/projektdatenbank-der-fnr.

Förderrichtlinie „Waldklimafonds“

Aus dem Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“ (EKF) stehen Mittel zur Verfügung, um das Erreichen der energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung zu unterstützen. Durch den im Rahmen des EKF vom BMEL und dem BMU gemeinsam eingesetzten Waldklimafonds werden Maßnahmen zum Erhalt und Ausbau des CO2-Minderungspotenzials von Wald und Holz sowie zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel gefördert. Für 2021 stellen das BMEL und das BMU 30 Millionen Euro für die Projektförderung aus dem Waldklimafonds bereit.

Derzeit werden über den Waldklimafonds 239 Projekte mit insgesamt rund 89 Mio. € gefördert. Die Aufteilung der Projekte auf die Förderbereiche im Waldklimafonds stellt die Grafik dar.

Ein Überblick über alle aktuellen Forschungsvorhaben im Waldklimafonds bietet die Darstellung unter www.waldklimafonds.de/foerderung/projektdatenbank.

Waldklimafonds: Aufteilung der Fördermittel auf die Förderbereiche

Waldklimafonds: Aufteilung der Fördermittel auf die Förderbereiche (Stand: 10.2021, Quelle: FNR)

Nachhaltigkeitsprämie Wald

Stabile, naturnahe Wälder und ihre nachhaltige Bewirtschaftung schützen das Klima, sichern die Biodiversität und sind der wichtigste Erholungsort der Deutschen. Sie liefern den klimafreundlichen Rohstoff Holz und sichern Arbeit und Einkommen.

Extremer Wassermangel und massiver Borkenkäferbefall sowie Stürme und Waldbrände haben jedoch in den letzten Jahren zu großen Schäden in den deutschen Wäldern geführt. Die anhaltende Trockenheit seit dem Jahr 2018 hat auf 285.000 Hektar so große Schäden hinterlassen, dass sie wiederbewaldet werden müssen. Gleichzeitig haben die Kalamitäten seit Herbst 2017 bei Nadelstamm- und Industrieholz einen deutlichen Rückgang der Holzpreise zur Folge. Die Märkte sind von einem kaum noch absetzbaren Überangebot geprägt. Damit steht die heimische Forst- und Holzwirtschaft vor immensen Herausforderungen. Angesichts dieser Entwicklungen ist es gleichzeitig von zentraler Bedeutung, Wälder insgesamt langfristig auf den Klimawandel einzustellen.

Für den Erhalt und die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder stellt die Bundesregierung über das Konjunktur- und Zukunftspaket 500 Mio. Euro an Hilfen für die Waldbesitzer in Form einer flächenwirksamen Prämie zur Verfügung. Die „Nachhaltigkeitsprämie Wald“ kann von privaten und kommunalen Waldeigentümern noch bis Ende Oktober bei der FNR beantragt werden. Alle erforderlichen Informationen und Unterlagen stehen auf der Seite https://www.bundeswaldpraemie.de/ zur Verfügung.

Bundesministerin Julia Klöckner informierte beim Nationalen Waldgipfel Anfang Juni darüber, dass inzwischen 116.000 Anträge für die Bundeswaldprämie gestellt wurden. Die beantragte Fläche beläuft sich auf rund 5 Millionen Hektar Wald, also etwa 65 Prozent der 7,7 Millionen Hektar Körperschafts- und Privatwald.

Nachhaltigkeitsprämie Wald - Link zum Programm

Bislang gingen über 20.000 Anträge zur Nachhaltigkeitsprämie Wald bei der FNR ein. Das Auszahlungsverfahren hat jetzt begonnen.

Richtlinie zur Förderung des klimafreundlichen Bauens mit Holz

Das BMEL stellt aus dem Konjunktur- und Krisenbewältigungspaket der Bundesregierung bis zum Ende dieses Jahres Mittel zur Unterstützung des klimafreundlichen Bauens mit Holz bereit. Unternehmen und Cluster-Organisationen können Anträge auf Zuwendungen bei der FNR einreichen.

Förderfähig ist zum einen die Inanspruchnahme von Beratungsleistungen, die vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen die Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen, Verfahren und Dienstleistungen ermöglicht und zur unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit beim Bauen mit Holz führt.

Unternehmen sollen damit befähigt werden, Hemmnisse und Strukturnachteile beim klimafreundlichen Holzbau zu überwinden, ihren Material- und Energieaufwand zu optimieren sowie Umwelt- und Ökobilanzen in die Geschäftsabläufe zu integrieren. Unterstützt werden beispielsweise Beratungen zum seriellen und modularen Bauen oder zur Bewertung und Analyse der Rückbau- und Recyclingfähigkeit von Bauprodukten und Bauten.

Ein zweiter Förderschwerpunkt richtet sich auf die Unterstützung so genannter Innovationscluster. Bestehende oder neu zu gründende Zusammenschlüsse unabhängiger Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft sind förderfähig, wenn sie Unternehmen der kleinstrukturierten Branche Wege überbetrieblicher Zusammenarbeit eröffnen und Zugang zu Know-How und Transfer aktueller Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung beim klimafreundlichen Holzbau ermöglichen. Dazu gehören u. a. die Entwicklung von Weiterbildungskonzepten für Unternehmer etwa auf dem Gebiet der Digitalisierung, die Konzeptentwicklung zur Kooperation zwischen Hochschulen und Clusterunternehmen oder die Schaffung von Web-Plattformen zum Wissenstransfer aus der Holzforschung in die Unternehmen.

Die Aufteilung Projekte wird in der Grafik sichtbar.

Förderrichtlinie Klimafreundliches Bauen: Aufteilung der Fördermittel auf die Förderbereiche

Förderrichtlinie Klimafreundliches Bauen: Aufteilung der Fördermittel auf die Förderbereiche (Stand: 10.2021, Quelle: FNR)

Maßnahmen zum Moorbodenschutz/Torfminderungsstrategie

Torf bildet sich in Mooren durch die Ablagerung nicht vollständig zersetzter Pflanzenbiomasse, zum Beispiel von Torfmoosen. Die so entstandenen Moorböden sind sehr kohlenstoffreich: Sie bedecken zwar nur knapp drei Prozent der Landfläche der Erde, binden jedoch mehr als doppelt so viel Kohlenstoff wie sämtliche Wälder auf der Welt zusammen. Damit sind Moorböden die mächtigsten terrestrischen Kohlenstoffspeicher, die wir haben.

Deutschland war einst ein Moorland: Ursprünglich waren rund 5 % unseres Landes von Mooren bedeckt. Bis ins 20. Jahrhundert hinein wurden erhebliche Anteile dieser Moore größtenteils für den Torfabbau, die Land- und Forstwirtschaft sowie für Infrastrukturmaßnahmen trockengelegt.

Dadurch gingen nicht nur wichtige Lebensräume vieler seltener Tier- und Pflanzenarten verloren, der Torfabbau hat zudem Auswirkungen auf das Klima: Durch die Trockenlegung von Mooren wird der Kohlenstoff aus dem Torf in Form des Treibhausgases CO2 im Laufe der Zeit freigesetzt. Die Verwendung von torfbasierten Erden trägt also zur Erderwärmung bei.

Dazu hat das BMEL jetzt im Rahmen des Klimaschutzprogramms 2030 der Bundesregierung die Torfminderungsstrategie aufgelegt, die ab 2021 eine Vielzahl von Maßnahmen ergreift, um die Verwendung von Torf insbesondere in Kultursubstraten zu reduzieren und durch geeignete Alternativen zu ersetzen.

Die FNR ist mit der Umsetzung von Teilen der Torfminderungsstrategie beauftragt und in die Entwicklung von Modell- und Demonstrationsvorhaben zum Torfersatz in den Bereichen Friedhofs- und Hobbygartenbau, die Zertifizierung von Torfersatzstoffen, die Fach- und Verbraucherinformation sowie in Maßnahmen der kulturbegleitenden Fachinformation der Gartenbaubetriebe eingebunden.

Blumen pflanzen im Garten

Bild: ©Leika production/stock.adobe.com

Reduzierung der Emissionen aus Wirtschaftsdüngern

Im Auftrag des BMEL fördert die FNR emissionsmindernde Maßnahmen durch Vergärung von Wirtschaftsdüngern, z. B. durch Modell- und Demonstrationsvorhaben. Ziel ist die Steigerung der Vergärung von Wirtschaftsdüngern in Biogasanlagen und die Etablierung emissionsmindernder Technologien zur Reduzierung klimaschädlicher Emissionen aus der Tierhaltung.

Regenerative Biokraftstoffe

Gemeinsam mit dem Projektträger VDI/VDE Innovation + Technik GmbH betreut die FNR die Förderrichtlinie zur Entwicklung regenerativer Kraftstoffe des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Die Richtlinie zielt vor allem auf Forschungs-, Demonstrations- und Pilotvorhaben ab, in ihrem Rahmen wird auch der Markthochlauf fortschrittlicher Biokraftstoffe unterstützt.

Biogasanlagen können erneuerbares Kohlendioxid für die Herstellung von PtL-Kraftstoffen liefern. Quelle: Bertold Werkmann – adobe.stock.com

Biogasanlagen können erneuerbares Kohlendioxid für die Herstellung von PtL-Kraftstoffen liefern. Quelle: Bertold Werkmann – adobe.stock.com

Förderaufruf: Modell- und Demonstrationsvorhaben zum Moorbodenschutz inklusive der Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen aus Paludikultur

Mit dem Förderaufruf des BMEL zum Moorbodenschutz soll der Ansatz der nassen Moorbewirtschaftung durch Paludikulturen umfassend und praxisnah demonstriert werden. Dazu möchte das BMEL ca. fünf Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) unterstützen, mit denen der Weg hin zum Anbau von Paludikulturen auf Praxisflächen und die Verwertung der Biomasse exemplarisch umgesetzt und bewertet wird.

Einreichungsfrist für Skizzen: 1. Februar 2022

Gefördert aus: Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“

Rohrkolben – geeignet als Bau- oder Brennstoff. Foto: FNR/M. Spittel

Rohrkolben – geeignet als Bau- oder Brennstoff. Foto: FNR/M. Spittel

Förderaufruf: Modell- und Demonstrationsvorhaben zur Erhöhung des Anteils von Wirtschaftsdüngern in Biogasanlagen

Der Förderaufruf konzentriert sich auf die Förderung von Maßnahmen, Technologien und Konzepten, die beispielgebende Impulse zur Vergärung von Wirtschaftsdüngern setzen und so dazu beitragen, mehr Wirtschaftsdünger in Biogasanlagen energetisch zu nutzen und damit einhergehend die Treibhausgas-Emissionen aus der Tierhaltung zu verringern.

Das BMEL will mit der Förderung von Modell- und Demonstrationsvorhaben bundesweit Leuchtturmprojekte zur Erhöhung des Anteils von Wirtschaftsdüngern als Substrat in Biogasanlagen initiieren. Es sollen beispielhafte und innovative Konzepte mit Vorbildcharakter für eine klimafreundliche und effiziente Energiegewinnung aus Wirtschaftsdüngern entwickelt werden, die sich auf möglichst viele Standorte deutschlandweit übertragen lassen.

Einreichungsfrist für Skizzen: 31. Januar 2022

Gefördert aus: Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“