Infobrief der FNR 03/2022: 

Bundeswettbewerb „HolzbauPlus 2022/23“

Architekten und Bauherren klimafreundlich errichteter oder sanierter Objekte können sich noch bis zum 28. Oktober 2022 um einen der Preise beim Bundeswettbewerb HolzbauPlus 2022/2023 bewerben. Diesmal liegt der Schwerpunkt auf dem Bauen und Sanieren im Bestand. Erstmals haben auch Studierende Gelegenheit zur Teilnahme an dem Ausscheid. Gefragt sind deren Ideen zum klimafreundlichen seriellen Wohnungsbau.

Das BMEL stellt für seinen sechsten Bauherrenwettbewerb insgesamt 50.000 Euro Preisgeld für die Sieger bereit. Eine Fachjury wird Hauptpreise in den Kategorien „Sanierung, Umnutzung und Revitalisierung von Bestandsgebäuden“ und „Neubau in Holz“ verleihen. Sonderpreise sind in den Kategorien „Urbane Verdichtung“ und „Recyclingkonzepte mit Naturbaustoffen“ vorgesehen. Im „Studentischen Ideenwettbewerb: Klimafreundlicher serieller Wohnungsbau“ werden die besten Arbeiten Studierender zum verdichtenden städtischen Holzbau und zum klimafreundlichen seriellen Wohnungsbau prämiert.

Bewerben können sich Architekten, Planungs- und Holzbaubetriebe oder Bauherren privater, gewerblicher oder öffentlicher Objekte, die zwischen August 2017 und September 2022 fertiggestellt worden sind. In der Wettbewerbskategorie „Neubau in Holz“ ist die Verwendung nachhaltig gewonnenen Holzes und nachwachsender Dämmmaterialien gefordert. In die Bewertung fließen auch Energieeffizienz, Wirtschaftlichkeit und Recyclingfähigkeit der Bauwerke ein.

In den Kategorien „Recyclingkonzepte mit Naturbaustoffen“ und „Studentischer Ideenwettbewerb: Klimafreundlicher serieller Wohnungsbau“ werden die besten Entwürfe mit Sonderpreisen bedacht.

Bewerbungen nimmt die FNR bis zum 28. Oktober 2022 entgegen.

Studentenwettbewerb „Das Nachwachsende Haus“

Die FNR lobt derzeit einen Studentischen Wettbewerb im Baubereich mit dem Ziel aus, ein transportables Ausstellungsmodul mit dem Titel „Das Nachwachsende Haus“ zu entwickeln.

Der Wettbewerb richtet sich an interdisziplinäre studentische Planungsteams, die eine kreative Lösung für ein 20 Quadratmeter großes, modular nutzbares Ausstellungsobjekt entwickeln. Nach der baulichen Umsetzung des Siegerentwurfes wird die FNR „Das Nachwachsende Haus“ auf Kongressen, Messen und kommunalen Veranstaltungen zur Präsentation klimafreundlicher Bau- und Dämmmaterialien und zugleich als Treff- und Kommunikationspunkt nutzen.

Zur Teilnahme aufgerufen sind Studierende und ihre Dozenten aus Fachbereichen, die sich mit dem Thema „Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen“ auseinandersetzen, etwa der Architektur und Innenarchitektur, dem Bauingenieurwesen, dem Holzbau oder dem Kommunikations-, Industrie- und Setdesign.

Die von einer unabhängigen Fachjury am besten bewerteten fünf Entwürfe werden mit einem Preisgeld von insgesamt 7.000 Euro honoriert.

Einsendeschluss für die Wettbewerbsbeiträge ist am 31.3.2023.

Studentischer Wettbewerb „Das Nachwachsende Haus“. Quelle: FNR

Studentischer Wettbewerb „Das Nachwachsende Haus“. Quelle: FNR

Öffentliches Bauen und Sanieren mit Holz: FNR verstärkt Informationsmaßnahmen im Bereich Bauvergabe

Die Bundesregierung hat das Thema „Bauen mit Holz in Stadt und Land“ ganz oben auf die Prioritätenliste zur Erreichung der Klimaschutzziele gesetzt. Der Handlungsbedarf ist akut, denn das im Dezember 2019 in Kraft getretene Klimaschutzgesetz schreibt eine Absenkung der CO2-Emissionen im Bereich Bauen und Gebäude von derzeit 118 Millionen Tonnen auf 70 Millionen Tonnen schon bis 2030 vor.

Städte und Gemeinden spielen dabei eine ganz zentrale Rolle, denn sie sind gleichsam Bauherr, Genehmigungsbehörde, Gestalter von Bebauungsplänen und ein Vorbild für Dritte. Die seit zwei Jahren erfolgreich laufende Online-Seminarreihe der FNR „Auf Zukunftskurs: Öffentliches Bauen mit Holz“ mit bis dato über 2.000 Teilnehmenden hat gezeigt: Das Interesse seitens kommunaler Bauherren und Institutionen an Holzbauprojekten ist groß. Doch es gibt noch viele Fragen zum „wie“, angesichts der deutlich anderen Planungs- und Umsetzungsprinzipien von Holzbauten im Vergleich zu konventionellen Bauten.

Begleitend zur Baufachinformation stellt die FNR deshalb öffentlichen Bauherren Informationen zur Bauvergabe und dem Einkauf von nachhaltigen Bauleistungen zur Verfügung. Zu den Angeboten zählen Publikationen sowie Präsenz- und Online-Veranstaltungen. Sie beinhalten u.a. Praxisbeispiele kommunaler Holzbauprojekte in ganz Deutschland, Informationen zu relevanten Gütezeichen beim Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen und Checklisten für Vergabeverfahren.

Seminarreihe „Auf Zukunftskurs: Öffentliches Bauen mit Holz“

Am 15.11.2022 führt die FNR ihre Veranstaltungsreihe „Auf Zukunftskurs: Öffentliches Bauen mit Holz“ fort.

Unter dem Thema „Klimaneutrales Bauen öffentlicher Gebäude“ wird den Teilnehmern ein gelungenes Beispiel öffentlichen Bauens mit Holz vorgestellt, ein Praxisbericht zu Vergabeverfahren anhand des Schumacher Quartier Berlin Tegel gegeben und Lösungen in Form eines Informationstools für Kommunen aufgezeigt.

Berichte aus Praxis und Forschung bilden die Grundlage für Diskussionen und mögliche Lösungen, wie klimaneutrales Bauen öffentlicher Gebäude mit Holz im Zusammenspiel aller beteiligten Partner ermöglicht werden kann.

Seminarreihe „Auf Zukunftskurs: Öffentliches Bauen mit Holz“

Am 15. November findet das 4. Online-Seminar aus der Reihe „Auf Zukunftskurs: Öffentliches Bauen mit Holz“ 2022 statt. Bild: darknightsky – stock.adobe.com

Buchenholzfasern als Ziegeldämmstoff

Buchenholzfasern sollen künftig als Bestandteil klimafreundlicher Ziegeldämmstoffe zum Einsatz kommen. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert den Aufbau einer Pilotanlage zur Nutzung von Buchenholzfasern als Ziegeldämmstoff mit Mitteln aus dem Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe. Die Parlamentarische Staatssekretärin im BMEL, Dr. Ophelia Nick, übergab die Förderbescheide in Höhe von insgesamt 1,86 Millionen Euro an die drei Projektbeteiligten.

Das Konzept der Pilotanlage basiert auf den Erkenntnissen, die im Labormaßstab beim Fraunhofer WKI für Holzforschung untersucht und evaluiert werden.

Zu den Arbeitszielen gehört die Entwicklung eines Verfahrens zur Zerfaserung und Weiterverarbeitung u. a. kalamitätsgeschädigten Buchenholzes zu einer flexiblen Fasermatte oder einem Holzschaum als Füllstoff in die Ziegel. Dabei sollen Wasseraufnahme-, Brand und Glimmverhalten des Dämmstoffes optimiert werden. Für das Füllen der Ziegel mit Faserdämmmatten bzw. Holzschaum- oder -schaumgranulaten aus Buche werden verschiedene technische Verfahren untersucht. Am Ende steht die Zulassung des Ziegel-Holzwerkstoffs beim Deutschen Institut für Bautechnik, die industrielle Umsetzung des Verfahrens und die zielgerichtete Vermarktung des buchenholzfasergefüllten Ziegels.

Der Startschuss für die Konzeptentwicklung und den Bau einer Pilotanlage der Teterower Loick Biowertstoff GmbH zur Holzfasermatten- bzw. Schaumherstellung fällt im Oktober 2022. Das Fraunhofer WKI Wilhelm-Klauditz-Institut für Holzforschung wird die Verwendung der Buchenholzfaserstoffe optimieren und evaluieren; das Ziegelwerk Bellenberg Wiest GmbH & Co. KG arbeitet an der Lösung für das Befüllen der Ziegel. Die Arbeiten werden 2025 abgeschlossen sein.

Bislang finden Mineralfasermatten bei der Befüllung von Dämmstoffziegeln Verwendung. Künftig sollen Buchenholzfasern als Bestandteil klimafreundlicher Ziegeldämmstoffe zum Einsatz kommen. Ein vom BMEL geförderter Projektverbund entwickelt ab Oktober 2022 eine Pilotanlage für die Herstellung von buchenbasierten Dämmstoffen für Ziegelfüllungen. Foto: Fraunhofer WKI

Bislang finden Mineralfasermatten bei der Befüllung von Dämmstoffziegeln Verwendung. Künftig sollen Buchenholzfasern als Bestandteil klimafreundlicher Ziegeldämmstoffe zum Einsatz kommen. Ein vom BMEL geförderter Projektverbund entwickelt ab Oktober 2022 eine Pilotanlage für die Herstellung von buchenbasierten Dämmstoffen für Ziegelfüllungen. Foto: Fraunhofer WKI

Innovative Nass-in-Nass-Klebetechnologie für HBV-Fertigteildecken

Holz-Beton-Verbund(HBV)-Decken vereinen die Vorteile der Werkstoffe Holz und Beton in einem Bauteil. Sie dienen der CO2-Reduktion und -speicherung, besitzen einen guten Schall- und Brandschutz und eine geringe Schwingungsneigung. In Massivbauten eingesetzte HBV-Decken können die CO2-Emissionen im Rohbau um ca. 1/3 reduzieren. Allerdings sind sie teurer als reine Holz- oder Stahlbetondecken, was vor allem an der kostenintensiven Verbindungstechnologie zwischen Holz- und Betonschicht liegt. Hier setzte das Vorhaben von TU Berlin und Cordes Holzbau an. Die Partner entwickelten den Ansatz einer Nass-in-Nass-Verklebung, die die bislang üblichen Verbindungsmittel Schrauben, Kerven und Lochbleche ersetzt. Bei der Nass-in-Nass-Verklebung gießt man den frischen Beton direkt auf die noch feuchte Klebstoffschicht auf. Dies ermöglicht auch bei unebenen Holzträgern einen lückenlosen Verbund zwischen Holz und Betonplatte.

Schubversuche in Kombination mit Berechnungen zeigten, dass eine Teilverklebung der Komponenten ausreicht, also keine vollflächige Klebstoffschicht erforderlich ist. Dies verbessert die Wirtschaftlichkeit der Verbindungstechnologie weiter.

Neben marktüblichem Brettschichtholz aus Nadelholz setzten die Forschenden auch ein Produkt aus Buchenholz in den Prüfkörpern ein, um zu untersuchen, ob dieses vergleichsweise neue, hochfeste, aber teurere Material signifikant bessere Ergebnisse erreicht. Dies war in den Versuchen nicht der Fall.

Die TU Berlin und Cordes Holzbau wollen nun weitere Untersuchungen zum Brandschutz und zur Dauerhaftigkeit der Verklebung durchführen, um eine bauaufsichtliche Zulassung für die neu entwickelten nass-in-nass-verklebten HBV-Decken zu erreichen.

Traglastversuche mit nass-in-nass-verklebten Holz-Beton-Verbunddecken. Quelle: EuK-Verbundstrukturen, Technische Universität Berlin

Traglastversuche mit nass-in-nass-verklebten Holz-Beton-Verbunddecken. Quelle: EuK-Verbundstrukturen, Technische Universität Berlin