Infobrief der FNR 02/2023: 

Jugend forscht prämiert Torfalternativen aus nachwachsenden Rohstoffen

Sonderpreis „Nachwachsende Rohstoffe“ des Bundeslandwirtschaftsministeriums geht an Anabel Richter und Estella Lützen aus Berlin

Im 58. Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ wurden Anabel Richter und Estella Lützen mit dem vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gestifteten Sonderpreis „Nachwachsende Rohstoffe“ in Höhe von 1.500 Euro ausgezeichnet. Die Schülerinnen vom Romain-Rolland-Gymnasium in Berlin erhielten in Bremen den Preis für ihre Arbeit „Künstliche Huminstoffe – als ökologischer Dünger geeignet?“

Anabel Richter und Estella Lützen machten sich Gedanken darüber, wie der Anbau von Nahrungsmitteln auf den trockenen und nährstoffarmen Brandenburger Böden verbessert werden könnte, ohne den im Gartenbau üblichen Torf zur Bodenverbesserung zu verwenden.

Die beiden setzen auf künstliche Huminstoffe als Torf-Alternative. Diese Huminstoffe erzeugten sie, indem sie Bioabfälle wie…

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Sonderpreisträgerinnen „Nachwachsende Rohstoffe“ Anabel Richter und Estella Lützen. Bild: ©Stiftung Jugend forscht

Sonderpreisträgerinnen „Nachwachsende Rohstoffe“ Anabel Richter und Estella Lützen. Bild: ©Stiftung Jugend forscht

Schulwettbewerb „Weniger Torf, Moor Schutz!“

BMEL prämiert Gewinner aus Duisburg, Berlin und Oldenburg

Im bundesweiten Schulwettbewerb „Weniger Torf, Moor Schutz!“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) stehen die Sieger fest. Bundesminister Cem Özdemir gratuliert den drei Gewinnerklassen zu ihren hervorragenden Beiträgen zum Thema torffreies Gärtnern. Die Sieger erhalten ein Preisgeld in Höhe von je 500 Euro.

Kindern und Jugendlichen die Bedeutung des torffreien Gärtnerns für den Klimaschutz vermitteln: Das war das wichtigste Ziel des Wettbewerbs „Weniger Torf, Moor Schutz!“, den das BMEL zum ersten Mal ausrichtete. Bundesweit waren Schülerinnen und Schüler von Klasse 1 bis 10 aufgerufen, eigene Erfahrungen beim Gärtnern ohne Torf zu sammeln und zu dokumentieren. Der Kreativität waren dabei keine Grenzen gesetzt, was sich in der großen Vielfalt der Beiträge…

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Die Schülerinnen der Graf-Anton-Günther-Schule aus Oldenburg gewannen in Ihrer Altersklasse (8.-10. Klasse) mit Ihrem Projekt "Torffreies Gärtnern". Bild: M. Spittel, FNR

Die Schülerinnen der Graf-Anton-Günther-Schule aus Oldenburg gewannen in Ihrer Altersklasse (8.-10. Klasse) mit Ihrem Projekt "Torffreies Gärtnern". Bild: M. Spittel, FNR

Workshop-Reihe Torfminderung: Zukunft Torfersatz – Alternative Substratausgangsstoffe

Im Frühjahr 2023 gab die FNR den Startschuss zur vierteiligen Workshopreihe zum Thema „Torfminderung – eine Branche im Wandel“. Der Fokus der Workshopreihe liegt auf den übergeordneten Herausforderungen der Torfminderung, die gemeinsame Lösungsansätze und das Zusammenwirken der verschiedenen Branchenvertreter erfordern.

Der nächste Online-Workshop am 28.09. widmen sich dem Thema „Zukunft Torfersatz – Alternative Substratausgangsstoffe“ und beleuchtet u.a. die Entwicklungen des Substratmarktes sowie den Herstellungsverfahren sowie dem Einsatz alternativer Substratausgangstoffe wie Holzfasern, Gärresten und Fasernesseln als Torfersatz. Forschende aus den vom BMEL geförderten FuE-Projekten geben hierzu Einblicke in ihre neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Als kooperierende Partner konnten wieder wichtige Branchenvertreter gewonnen werden. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, der Zentralverband Gartenbau (ZVG) sowie der Bundesverband der Einzelhandelsgärtner (BVE) des ZVG, der Industrieverband Gartenbau (IVG) sowie die Gütegemeinschaft Substrate (ggs) unterstützen die Workshopreihe.

Fotocollage zu torfreier Erde

Die vier Workshops nehmen sich den Herausforderungen der Torfminderung an (Quelle: FNR/ NINENII – stock.adobe.com)

Peatland perspectives: FNR-Workshops zum Thema Moorbodenschutz

Im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) lädt die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) zur Online-Workshop-Reihe „Peatland perspectives - Paludiculture and climate change mitigation“ in 2023 ein.

Moorböden sind wichtige Kohlenstoffspeicher und ihr Schutz und ihre Wiedervernässung Teil des Klimaschutzpakets der Bundesregierung. Das BMEL förderte über die FNR bereits 2004 erste Projekte im Bereich Moorbodenschutz und Torfminderung, seit 2021 wurden die Maßnahmen deutlich intensiviert.

Mit dem Auftakt der Workshop-Reihe „Peatland perspectives“ möchten wir einen internationalen Dialog zum Moorbodenschutz initiieren. Der Fokus liegt dabei auf den Themen Paludikultur, Treibhausgasmessungen und Kreislaufwirtschaft:

  • „Peatland perspectives –…

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Bild: Canva, Lena Huck

Bild: Canva, Lena Huck

Nachwuchsgruppe: Entwicklung einer nachhaltigen Rohstoffbasis für Kultursubstrate im Gartenbau

Das BMEL fördert den Aufbau und die Etablierung einer Nachwuchsforschungsgruppe an der Hochschule Osnabrück, die sich mit der Entwicklung und Evaluierung von gärtnerischen Kultursubstraten auf der Basis von nachwachsenden heimischen Rohstoffen beschäftigt.

Die Forschenden des Nachwuchsteams befassen sich im Vorhaben mit verschiedenen Rohstoff- und Verfahrenskombinationen zur Gewinnung zukunftsfähiger Substratausgangsstoffe. Außerdem spezialisieren sie sich in bestimmten methodischen Kompetenzfeldern und arbeiten daran, analytische Untersuchungsverfahren zur Bewertung von Substratbestandteilen und Substraten weiterzuentwickeln.

Zur Reduktion des Torfanteils in Kultursubstraten ist es notwendig, das Anwendungspotenzial alternativer Rohstoffe zu optimieren. Im Fokus der hier geplanten Forschungsarbeiten stehen dabei insbesondere Holzfasern, Grüngutkompost und Rohrkolbenprodukte. Ziel ist es, einerseits die Eigenschaften der Materialien durch verschiedene verfahrenstechnische Ansätze in der Aufbereitung und Herstellung so zu verbessern, dass sie zu einem möglichst hohen Anteil in Substratmischungen genutzt werden können. Darüber hinaus sollen anbautechnische Strategien entwickelt werden, die zur besseren Adaption der Kulturführung in stark torfreduzierten oder torffreien Substraten beitragen und damit die Kultursicherheit erhöhen.

Insgesamt dient das Vorhaben der Sicherung und Erweiterung der akademischen Expertise, um neue, nachhaltige Lösungsansätze für die substratgebundene Pflanzenproduktion voranzutreiben und in der gartenbaulichen Praxis umzusetzen.

Die Erforschung neuer geeigneter Torfersatzstoffe ist wichtiger Teil der Torfminderungsstrategie des BMEL

Die Erforschung neuer geeigneter Torfersatzstoffe ist wichtiger Teil der Torfminderungsstrategie des BMEL

Grafiken zu Substratausgangsstoffen bei Hobbyerden und Kultursubstraten

Die vom Industrieverband Gartenbau veröffentlichten neusten Zahlen zum Einsatz von Substratausgangsstoffen bei Hobbyerden und Kultursubstraten für den deutschen Markt finden sich in den überarbeiteten FNR-Grafiken zum Substratmarkt in 2022 wieder.

Von den insgesamt 6,383 Mio. m3 Ausgangsstoffen für Hobbyerden und Kultursubstraten wurden 45 % Torfersatzstoffe sowie 55 % Torf eingesetzt. Grüngutkompost ist mit 1,378 Mio. m3 gefolgt von Holzfasern mit 0,853 Mio. m3 die am häufigsten eingesetzten Torfersatzstoffe in Deutschland.

Bei den Hobbyerden überwiegt inzwischen der Einsatz alternativer Ausgangsstoffe mit 58 %. Auch hier ist Grüngutkompost mit 1,3 Mio. m3, rund 32 % der gesamten Ausgangsstoffe (4,106 Mio. m3), Vorreiter bei den Torfersatzstoffen.

Bei den insgesamt 2,281 Mio. m3 Kultursubstraten für den Erwerbsgartenbau wird nach wie vor mit 77 % vorwiegend Torf eingesetzt. Holzfasern sind beim Einsatz von Torfersatzstoffen mit 0,266 Mio. m3 der am häufigsten verwendete Torfersatzstoff.

Neuesten Zahlen zum Einsatz von Substratausgangsstoffen am deutschen Markt

Neuesten Zahlen zum Einsatz von Substratausgangsstoffen am deutschen Markt. (Foto: FNR; Quelle: IVG, 2023)

Hörfunkbeitrag mit Sabrina Nitsche „Torffrei Gärtnern“

Die TV-Moderatorin und Gartenexpertin Sabrina Nitsche setzt seit vielen Jahren auf torffreie Alternativen beim Gärtnern: "Torffreie Erden gibt es nahezu überall, in der Gärtnerei, im Gartenfachmarkt, in der Gartenabteilung von Baumärkten, oft auch in Supermärkten und bei Discountern. Man muss nur darauf schauen, dass auf den Säcken wirklich 'torffrei' oder 'Ohne Torf' steht.“

In dem Hörfunkbeitrag gibt die Expertin wichtige Tipps an Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner auf was beim torffreien Gärtnern geachtet werden muss.