Infobrief der FNR 01 / 2021: EU / International

Deutsch-Brasilianische Bekanntmachung „Bioökonomie International 2021“ zur Industriellen Nutzung nachwachsender Rohstoffe und Arzneipflanzen

Im Rahmen der Fördermaßnahme „Bioökonomie International 2021 – Deutschland-Brasilien“ sollen durch Förderung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten zu zentralen Fragestellungen der Bioökonomie aktive, tragfähige deutsch-brasilianische Kooperationen unterstützt werden. Neben den technologischen Aspekten und Entwicklungszielen im Kontext der Bioökonomie sind auch systemische Ansätze und sozioökonomische Aspekte von Bedeutung.

Die Bekanntmachung ist Teil einer gemeinsamen Förderinitiative des BMEL und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Das BMEL wird sich am internationalen Gesamtbudget der Bekanntmachung mit einem Betrag in Höhe von 1 Mio. Euro beteiligen.

Mit der vorliegenden Bekanntmachung sollen interdisziplinäre und innovative Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsvorhaben in Verbünden mit deutschen und brasilianischen Partnern im Rahmen eines Wettbewerbs ausgewählt und gefördert werden. Die Bekanntmachung zielt darauf ab, Forschungs- und Entwicklungsprojekte in den folgenden Bereichen zu fördern:

1. Industrielle Nutzung nachwachsender Rohstoffe

2. Arzneipflanzen

Einreichungsfrist für Skizzen: 19. März 2021

Gefördert aus: Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe

Transnationaler ForestValue-Aufruf zu „nachhaltiger und multifunktionaler Nutzung und Bewirtschaftung von Wäldern“ und „Bauen mit Holz“

Im Rahmen des ERA-NET CoFund ForestValue stellen 15 Förderorganisationen aus 10 Ländern insgesamt bis zu 11,5 Mio. € für die Unterstützung transnationaler Forschungsvorhaben im Bereich der forstbasierten Bioökonomie bereit. Im Fokus des aktuellen Aufrufs stehen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Forst- und Holzsektor, die dazu beitragen, die Wirtschaft unabhängiger von fossilen und anderen nicht-erneuerbaren Rohstoffen zu machen und eine biobasierte Ökonomie aufzubauen.

Projektskizzen mit deutschen Partnern können in folgenden Themenbereichen eingereicht werden:

  • die nachhaltige und multifunktionale Nutzung und Bewirtschaftung von Wäldern mit dem Ziel, ihren Beitrag zu den Nachhaltigen Entwicklungszielen (SDG) der Vereinten Nationen zu maximieren, und
  • Bauen mit Holz

 

Das BMEL stellt vier Millionen Euro aus dem Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ für die Realisierung innovativer, anwendungsorientierter Forschungsprojekte, die über den Stand der Technik hinausgehen, zur Verfügung.

Einreichungsfrist für Skizzen: 13. April 2021

Gefördert aus: Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe

Scanbalt Bioökonomiegruppe

Das ScanBalt Netzwerk ist in Nordeuropa führend im Bereich Gesundheit und Biowissenschaft, wobei es Akteure aus den verschiedensten Bereichen zusammenbringt, Projekte fördert und die Projektfinanzierung koordiniert. Mit der Gründung der Bioökonomiegruppe im Dezember 2020 möchte ScanBalt zur stetig wachsenden Bioökonomie im südbaltischen Raum beitragen und dabei helfen politische Ziele in die Praxis umzusetzen. Das große Potential der Bioökonomie lassen auch die Aufgaben und Ziele der Bioökonomiegruppe vielseitig werden. Sektor übergreifende und transnationale Projekte spielen dabei eine entscheidende Rolle, wobei der Schwerpunkt auf der Schaffung eines Mehrwertes für alle Partner liegt. Die Bioökonomiegruppe arbeitet auch an einer verbesserten Abstimmung von Forschung und Wirtschaft zur Entwicklung neuer ökologischer Produkte in einem grenzüberschreitenden Ansatz. Die Bioökonomiegruppe möchte den Akteuren aus den verschiedenen Bereichen aber nicht nur verschiedene Projektideen vorstellen, sondern auch Methoden und Vorgehensweisen erklären, um eine erfolgreiche Umsetzung zu gewährleisten. Die Bioökonomiegruppe erhält unter anderem Unterstützung vom Konsortium des BioBIGG Projektes, zu dem auch die FNR zählt.

Abschluss Seminarreihe RED II

Die Workshop-Reihe zur Umsetzung der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie der Europäischen Union (RED II) wurde in der Zeit von Oktober 2020 bis Januar 2021 gemeinsam vom Sustainable Biomass Program, der European Technology and Innovation Platform Bioenergy (ETIP Bioenergy) und IEA Bioenergy organisiert.

Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Umsetzung der RED II durch die Mitgliedsstaaten der EU und der kürzlich eingeleiteten Überprüfung der RED II wurde die Rolle holzartiger Biomasse bei der Erreichung der Klimaziele erörtert. Parallel zur politischen Diskussion und ihrer Entwicklung bemühen sich Biomasseproduzenten und Waldbesitzer, legale und nachhaltig produzierte Biomasse in die EU-Mitgliedstaaten zu liefern. Die Online-Workshops trugen zum Dialog über die Definition nachhaltiger Biomasse bei, wie die Umsetzung der RED II in der Praxis aussieht und wie sichergestellt werden kann, dass Biomasse in einer Weise erzeugt und genutzt wird, die zur Erreichung der Klimaziele beiträgt.

Zu folgenden Themen wurden Workshops durchgeführt:

  • Laufende Entwicklungen in den EU-Mitgliedstaaten und die Rolle der RED II;
  • Biomasseverfügbarkeit innerhalb und außerhalb der EU;
  • Nutzung von Biomasse im Einklang mit dem Erhalt und Schutz biologischer Vielfalt;
  • Kohlenstoff, Wälder und Klimaauswirkungen von holzartiger Biomasse;
  • Soziale Auswirkungen der Nutzung holzartiger Biomasse.

Die Aufzeichnungen der fünf Workshops sind unter dem nachfolgenden Link abrufbar.

4. Coastal Biogas Tagung

Das von der FNR koordinierte Projekt COASTAL Biogas wird durch das Interreg-Programm Südliche Ostsee gefördert und befasst sich seit Juli 2018 mit der Nutzung von angespülten Algen und Seegras in der Biogasproduktion. Im Fokus steht hierbei v.a. die Reduzierung des Nährstoffüberangebots in der Ostsee (Eutrophierung). Die in der Biogasanlage anfallenden Gärreste können als organischer Dünger für landwirtschaftliche Flächen genutzt und so Nährstoffkreisläufe geschlossen werden.

Am 9. Dezember 2020 fand die vierte COASTAL Biogas Konferenz virtuell statt. 60 Teilnehmer folgten dem abwechslungsreichem Programm, dessen Schwerpunkt auf den politischen Rahmenbedingungen lag, die bei der Nutzung von maritimer Biomasse eine Rolle spielen. Die praktischen Herausforderungen der Nutzung von angespülter Biomasse wurde am Beispiel der dänischen Biogasanlage Solrød erläutert.

Weiterhin wurden Umweltaspekte hinsichtlich der Nährstoffüberlastung von Gewässern sowie der Nährstoffnutzung in Form von Gärresten von Vertretern der Europäischen Biogas Vereinigung (EBA), des Umweltbundesamtes (UBA) und des Instituts für Agrar- und Stadtökologische Projekte (IASP) diskutiert. Dabei wurden unter anderem Missstände von Wasserqualitäten sowie des ökologischen Zustands von vielen Gewässern in Deutschland aufgezeigt. Maßnahmen zur Nährstoffreduzierung erscheinen daher dringend angezeigt, welche u.a. durch korrekt applizierte Gärreste mit einer einhergehenden Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit erreicht werden kann.

Abschießend kann festgehalten werden, dass es ein starkes Interesse an der Nutzung von mariner Biomasse als zusätzliche Ressource gibt. Eine entsprechende Anpassung von relevanten Vorschriften und Richtlinien scheint jedoch dringend erforderlich zu sein, um die Nutzung angespülter Meeresbiomasse nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich interessant zu machen.

Die Präsentationen der Veranstaltung können auf der COASTAL Biogas Webseite abgerufen werden.

SET4BIO Innovation Challenge

Die Innovation Challenge ist Teil des SET4BIO Projektes; ihr Ziel ist es Innovationen zu schaffen, die die Produktion und Nutzung von Bioenergie und  erneuerbaren Kraftstoffen (nach den 13 R&I Aktivitäten des Implementation Plan (IP) – Action 8) durch die Umsetzung des Green Deals fördern. Mit ihren Lösungsansätzen müssen die Teilnehmer der Innovation Challenge auf mindestens eine der sechs + zwei Wertschöpfungsketten (six + two value chains) der Bioenergie und fortgeschrittenen erneuerbaren Kraftstoffe eingehen, die von der ETIP Bioenergy beschrieben werden. Die Konzeptentwicklung findet in Gruppen statt und wird mit vier virtuellen Events unterstützt welche über Wertschöpfungsketten, Innovationshöhen, Geschäftsfähigkeit und Skalierbarkeit informieren. Die virtuellen Events müssen von den Teilnehmern vorbereitet bzw. auch nachbereitet werden, um die Konzeptbeschleunigung zu gewährleisten. Die Teilnehmer erhalten Rückmeldungen zu ihren Konzepten von wichtigen Stakeholdern der Branche, die ihre Erfahrung und Wissen im Bereich Technologieentwicklung, Scale-up und Marktdiffusion zur Verfügung stellen. Auch bekommen die Teilnehmer schrittweise sachdienliche Informationen über die Finanzierung, was eine Grundlage für zukünftiges Matchmaking bereitet. Abschließend werden alle Konzepte einer Jury präsentiert und die ersten drei Gewinner werden mit einem „Seal of Excellence“ ausgezeichnet. Im Laufe der Innovation Challenge werden Politikempfehlungen gesammelt, mit Experten diskutiert und zusammen mit weiteren projektrelevanten Informationen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe ist Partner des SET4BIO Projektes.

BalticBiomass4Value Bericht Veröffentlichung

Innerhalb des BalticBiomass4Value Projekts, in dem die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe ein Partner ist, wurde ein Bericht über die Erfassung von Biomassewertschöpfungsketten zur Optimierung von nachhaltiger Energiegewinnung in der Ostseeregion in englischer Sprache veröffentlich. Die Studie bezieht sich auf Dänemark, Deutschland, Polen, Schweden, Estland, Lettland, Litauen, Finnland und Norwegen. Das Ziel der Studie ist es die verschiedenen Biomasseressourcen und Bioenergietechnologien in der Ostseeregion zu erfassen und Informationen über bewährte Verfahren und Technologien auszutauschen. Der Bericht bietet eine exzellente Übersicht über den Stand der Bioökonomie in der Ostseeregion und erörtert, wie Deutschland im Vergleich zu seinen europäischen Nachbarn positioniert ist.

Neues europäisches Forschungsrahmenprogramm Horizon Europe startet

Im ersten Quartal 2021 startet das neue Forschungsrahmenprogramm für die Jahre 2021-2027 unter dem Namen Horizon Europe. Das Förderprogramm wird ein Gesamtbudget von 95,5 Milliarden EUR haben und ist damit, was den Finanzrahmen anbelangt, das ambitionierteste Forschungs- und Innovationsprogramm weltweit. Im Vergleich zum Vorläufer Horizon 2020 wurde das Fördervolumen um 30 % erhöht.

Die Forschungsförderung von Verbundvorhaben ist erneut in thematischen Clustern organisiert. Für die FNR sind dabei vor allem die Cluster „Food, Bioeconomy, Natural Resources, Agriculture and Environment“ sowie der Cluster „Climate, Energy, Mobility“ von Bedeutung. Erste Projektaufrufe werden voraussichtlich im April 2021 veröffentlicht.

Die bereits unter Horizon 2020 existierende Partnerschaft im Rahmen des Bio-Based Industry Joint Undertaking (BBI-JU) wird in neuer Form aufgelegt werden. Auch die Europäischen Forschungsnetzwerke (Era-Nets) werden im neuen Forschungsprogramm in Form von Partnerschaften weiterentwickelt. Details zur konkreten Ausgestaltung der neuen Partnerschaften sollen dabei zum Teil erst im Rahmen von europäischen Projekten formuliert werden. Das BBI JU wird als European Partnership for Circular Bio-based Europe (CBE) weitergeführt und noch in diesem Jahr seine Arbeit aufnehmen.  

Angelegt an die Idee der US-Apollo Raummission, soll es im neuen Förderprogramm 5 Missionen geben. Diese sollen die Effektivität der Forschungsförderung erhöhen, indem sie zahlreiche Vorhaben hinter größeren gemeinsamen Zielen vereinen. Die Missionen befassen sich unter anderem mit den Herausforderungen des Klimawandels, dem Schutz von Gewässern oder der Bodengesundheit. Details zur konkreten Umsetzung der Missionen sind noch nicht veröffentlicht. Aktuelle Informationen gibt es auf den Seiten der Europäischen Kommission.

Die FNR engagiert sich über die Abteilung EU & Internationales im Rahmen von europäischen Projekten, sowie in transnationalen Arbeitsgruppen für eine zunehmende Nutzung nachwachsender Rohstoffe zur Entwicklung nachhaltiger Produkte. Informationen zu diesen internationalen Aktivitäten finden sich auf den Webseiten FNR: Internationales.