Infobrief der FNR 01 / 2021: Grußwort

Grußwort

Liebe Leserinnen und Leser,

2021 starten wir mit spannenden neuen Aufgaben: Das betrifft zunächst die Nachhaltigkeitsprämie Wald: Im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) betreuen wir seit November 2020 die Auszahlung von insgesamt bis zu 500 Millionen Euro aus dem Corona-Konjunkturpaket an private und kommunale Waldbesitzer. Die Forstwirtschaft steht aufgrund der massiven Waldschäden der letzten Jahre vor immensen Herausforderungen. Allein 285.000 Hektar müssen mit klimastabilen Baumarten wiederbewaldet werden. Die dazu nötigen Investitionen können nicht oder kaum aus dem Holzverkauf gedeckt werden, da die Preise für das Kalamitätsholz am Boden liegen. Für zahlreiche Betriebe ist das existenzbedrohend. Die Waldprämie, die an die Besitzer nachhaltig zertifizierter Waldflächen ausgezahlt wird, soll zum Erhalt stabiler leistungsfähiger Wälder in Deutschland beitragen. Rohstoffproduktion, Klimaschutz, Artenvielfalt, Erholungsfunktion und mit der Holzwirtschaft zusammengerechnet rund eine Million Arbeitsplätze hängen davon ab. Bis Anfang März erreichten die FNR bereits etwa 90.000 Anträge auf die Waldprämie, über 100 Millionen Euro wurden bereits ausgezahlt. Die Anträge können noch bis zum 31. Oktober 2021 online unter www.bundeswaldpraemie.de gestellt werden.

Seit Jahresbeginn 2021 ist die FNR im Auftrag des BMEL außerdem für Fördermaßnahmen in den Bereichen Moorbodenschutz und Torfminderung zuständig. Insbesondere der Moorbodenschutz, aber auch der Ausstieg aus der Torfverwendung spielen eine große Rolle für den Klimaschutz und sind daher auch im Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung explizit genannt. Inhaltlich sind diese Themen nicht neu für die FNR. Sowohl zum Torfersatz mittels verschiedener nachwachsender Rohstoffe als auch zur Paludikultur, also der Landwirtschaft auf wiedervernässten Moorböden, unterstützen wir im Auftrag des BMEL bereits seit Jahren Vorhaben. Die Projekte zur Kultivierung von Torfmoosen als Torfersatzstoff auf nassen Moorböden seien hier als Beispiel genannt. Seit Jahresbeginn intensivieren wir unsere Aktivitäten hier noch einmal deutlich, insbesondere auch die Öffentlichkeitsarbeit zur Torfminderung im Hobby- und Profigartenbau. Im Januar wurden bereits zwei Förderaufrufe zu innovativen Paludikulturen und zur Torfminderung im Friedhofsgartenbau veröffentlicht. Das BMEL stellt über die FNR 2021 insgesamt 55 Mio. Euro aus dem Energie- und Klimafonds (EKF) der Bundesregierung für entsprechende Maßnahmen zur Verfügung.

Das klimafreundliche Bauen mit Holz unterstützt das BMEL in diesem Jahr  aus dem Konjunkturpaket: Zum einen können damit Holzbau-Unternehmen gefördert werden, die Beratung in Anspruch nehmen. Hintergrund ist die überwiegend klein- und mittelständisch strukturierte Holzbau-Branche, die zunehmend umfangreichere und komplexere Holzbauvorhaben zum Beispiel auch im Hochhausbereich bewältigen muss. Um dabei vom rasanten technologischen Wandel – Stichworte Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Robotik – profitieren zu können, benötigen die Firmen Unterstützung. Der zweite Förderschwerpunkt betrifft innovative Holzbaucluster.
Die FNR betreut die Förderrichtlinie Klimafreundliches Bauen mit Holz und intensiviert damit ihre Aktivitäten zum Zukunftsthema Holzbau. Mit dem Wettbewerb HolzbauPlus und der Charta für Holz 2.0 hat sie hier bereits zwei wichtige Maßnahmen im Portfolio.

Eine weitere Förderrichtlinie zur verstärkten Wirtschaftsdünger-Vergärung ist noch in Vorbereitung. Die vermehrte Nutzung von Gülle und Mist in Biogasanlagen entspricht den Zielen der Bundesregierung, Bioenergie vor allem aus Rest- und Abfallstoffen zu erzeugen. Bislang wird etwa ein Drittel der anfallenden Wirtschaftsdünger energetisch genutzt. Die entsprechende Förderrichtlinie befindet sich noch in der Abstimmung, die Gelder stammen aus dem EKF.

Erfreulicherweise konnte zum Jahreswechsel auch das seit über 10 Jahren existierende Projekt „Nachwachsende Rohstoffe im Einkauf“ verstetigt werden, so dass die FNR auch weiterhin zur nachhaltigen öffentlichen Beschaffung mit biobasierten Produkten und Energien informieren wird.

Die Projektträgerschaft für diese zusätzlichen Maßnahmen bedeutet für uns eine große Verantwortung, der wir uns gerne und mit Elan stellen. Möglich wurde diese Ausweitung vor allem durch die steigende Bedeutung, die die Politik dem Klimaschutz beimisst und durch das große Potenzial, das nachwachsende Rohstoffe dafür mitbringen!

Herzlichst, Ihr

Dr.-Ing. Andreas Schütte

Dr.-Ing. Andreas Schütte

Dr.-Ing. Andreas Schütte, Geschäftsführer