Infobrief der FNR 01 / 2021: Holz

Richtlinie zur Förderung des klimafreundlichen Bauens mit Holz

Das BMEL stellt bis zum Ende dieses Jahres 70 Millionen Euro zur Unterstützung des klimafreundlichen Bauens mit Holz bereit. Unternehmen und Cluster-Organisationen können Anträge auf Zuwendungen ab sofort bei der FNR einreichen.

Förderfähig ist zum einen die Inanspruchnahme von Beratungsleistungen, die vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen die Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen, Verfahren und Dienstleistungen ermöglicht und zur unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit beim Bauen mit Holz führt.

Unternehmen sollen damit befähigt werden, Hemmnisse und Strukturnachteile beim klimafreundlichen Holzbau zu überwinden, ihren Material- und Energieaufwand zu optimieren sowie Umwelt- und Ökobilanzen in die Geschäftsabläufe zu integrieren. Unterstützt werden beispielsweise Beratungen zum seriellen und modularen Bauen oder zur Bewertung und Analyse der Rückbau- und Recyclingfähigkeit von Bauprodukten und Bauten.

Ein zweiter Förderschwerpunkt richtet sich auf die Unterstützung so genannter Innovationscluster. Bestehende oder neu zu gründende Zusammenschlüsse unabhängiger Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft sind förderfähig, wenn sie Unternehmen der kleinstrukturierten Branche Wege überbetrieblicher Zusammenarbeit eröffnen und Zugang zu Know-How und Transfer aktueller Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung beim klimafreundlichen Holzbau ermöglichen. Dazu gehören u. a. die Entwicklung von Weiterbildungskonzepten für Unternehmer etwa auf dem Gebiet der Digitalisierung, die Konzeptentwicklung zur Kooperation zwischen Hochschulen und Clusterunternehmen oder die Schaffung von Web-Plattformen zum Wissenstransfer aus der Holzforschung in die Unternehmen.

Einreichungsfrist für Anträge: 31. Dezember 2021

Gefördert aus: Konjunktur- und Krisenbewältigungspaket der Bundesregierung.

Recyclinggerechte Verwendung von Holz

Das BMEL startete am 1. Oktober 2020 über das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe den Förderaufruf „Recyclinggerechte Verwendung von Holz“.

Der Förderaufruf zielt ab auf branchenübergreifende Lösungen im Cluster Forst und Holz, die einen Mehrwert für ressourceneffizienten Materialeinsatz, Kreislaufwirtschaft und damit für den Klimaschutz erzielen. Einbezogen werden soll die gesamte Wertschöpfungskette. Lösungsansätze aus dem Bereich der Digitalisierung und Industrie 4.0 sind dabei zu berücksichtigen.

Gefördert werden Vorhaben in zwei Modulen:

  • Design for Recycling
  • Strategien und Techniken zur Erhöhung des stofflich verwertbaren Altholzaufkommens und des Altholzeinsatzes.

 

Einreichungsfrist für Skizzen: 31. März 2021

Gefördert aus: Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe

Mehrgeschossiges Bauen mit Holz

Der aktuelle Förderaufruf des BMEL umfasst fachspezifische Förderthemen zu:

  • mehrgeschossigen Gebäuden in Holzbauweise
  • Baustoffen und Bausystemen
  • Bauphysik
  • Strukturen (inklusive Möglichkeiten digitaler Vernetzung).

Der Einsatz von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft auch für das mehrgeschossige Bauen ist Bestandteil des Klimaschutzplans 2050, des Klimaschutzprogramms 2030 und der Charta für Holz 2.0 der Bundesregierung. Neben seinem bedeutenden Treibhausgas-Minderungspotenzial gehören eine vergleichsweise geringe Bauzeit sowie die Wiederverwendbarkeit des Holzes nach Gebäude-Rückbau zu den Vorzügen des Holzbaus. Allerdings erwiesen sich überholte Gesetzesvorgaben u. a. in den Landesbauverordnungen als Hemmnis für das mehrgeschossige Bauen mit Holz. Die Arbeitsgruppe „Bauen mit Holz in Stadt und Land“ der von der FNR betreuten Charta für Holz 2.0 brachte mit ihren Empfehlungen zur Musterbauverordnung die Novellierung der Landesbauverordnungen auf den Weg.

Einreichungsfrist für Skizzen: 31. Mai 2021

Gefördert aus: Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe

Holzplatten quer zur Faser zu technischen Profilen umformen

Das Verbundvorhaben setzt neue Maßstäbe für eine nachhaltige Holzbearbeitung. Das Forschungsteam des Institutes für Stahl- und Holzbau der Technischen Universität Dresden und dessen Praxispartner GHEbavaria Maschinen GmbH entwickelten in dem dreijährigen Verbundvorhaben ein Verfahren, mit dem es gelingt, Vollholzplatten aus Laubholz quer zur Faser maschinell zu gekrümmten Schalen umzuformen. Durch das Zusammenfügen mehrerer dieser Halbzeuge zu Ringquerschnitten entstehen als Endprodukt Hohlprofile. Diese bieten enormes Potenzial zur Erschließung neuer Marktsegmente für den heimischen Rohstoff Holz. Die Biegeteile sollen zunächst als Strukturbauteile im Ingenieurwesen Anwendung finden. Mittelfristig wird die Anwendung der plastifizierten Hölzer als formbarer Werkstoff für tragende Konstruktionselemente im Bereich des Bauwesens sowie, des Maschinen-, Leicht- und Möbelbaus angestrebt.

Die Rundbiegemaschine ermöglicht mit Hilfe eines Zugbandes die Umformung von gedämpften Bohlen zu Zylindersegmenten. Foto: Technische Universität Dresden und GHEbavaria

Die Rundbiegemaschine ermöglicht mit Hilfe eines Zugbandes die Umformung von gedämpften Bohlen zu Zylindersegmenten. Foto: Technische Universität Dresden und GHEbavaria

Seminarreihe „Auf Zukunftskurs: Öffentliches Bauen mit Holz“

Nach dem erfolgreichen Auftakt im Februar 2020 in Mainz setzt die FNR zusammen mit dem DStGB und weiteren Partnern die Seminarreihe „Auf Zukunftskurs: Öffentliches Bauen mit Holz“ fort. Ab 16. März gibt es weitere Seminare zum Holzbau in Kommunen und Gemeinde, für die Monate Juni, September und November 2021 sind weitere Veranstaltungen geplant. Neben dem DStGB sind der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag und der Informationsdienst Holz Veranstaltungspartner der FNR. Mit den Online-Seminaren zum klimafreundlichen Bauen mit Holz im öffentlichen Raum unterstützt die FNR die Ziele der Charta für Holz 2.0 des BMEL.

Die Referenten richten ihren Fokus auf den urbanen Holzbau, sie stellen zur Debatte, ob Holzverwendung bei kommunalen Bau- und Sanierungsvorhaben eine wirtschaftliche Alternative ist. Die Teilnahme an den öffentlichen Seminaren ist kostenfrei und wird bundesweit von verschiedenen Architekten- und Ingenieurkammern mit Fortbildungspunkten anerkannt.

Informationen zum Programm, den Referenten, zur Anmeldung und Begleitmaterialien finden Sie unter veranstaltungen.fnr.de/holzbau

Rohholzhandel: Rahmenvereinbarung aktualisiert

Plagt der Borkenkäfer unsere Wälder, wird auch die Frage nach der qualitativen Bewertung des befallenen Holzes laut. Mit der Rahmenvereinbarung für den Rohholzhandel (RVR) lässt sich diese beantworten. Die RVR liegt als Broschüre in der Mediathek der FNR vor.

Die Broschüre mit den aktualisierten Rahmenvereinbarungen für den Rohholzhandel und die überarbeiteten Sortiermerkblätter für Stammholz können über die Mediathek der FNR bezogen werden.

Öffentliche Online-Statustagung zur Charta für Holz 2.0 am 28. April 2021

Die zweite Statustagung Charta für Holz 2.0 findet am 28.4.21 statt. Ziel der Tagung ist es, im Dialog mit Interessensvertretern der Forst- und Holzbranche, der Politik und der Wissenschaft sowie interessierten Kreisen den erreichten Arbeitsstand im Charta-Dialogprozess zu diskutieren und kritisch zu bewerten sowie konstruktive Vorschläge zur Weiterentwicklung der Charta zu erarbeiten. Teilnehmer haben die Möglichkeit, ihre Ideen und Empfehlungen per Live-Chat einzubringen. Informationen zum Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung werden zeitnah auf der Website der Charta für Holz 2.0 veröffentlicht.

Die FNR lädt zur zweiten öffentlichen Statustagung der Charta für Holz 2.0 ein.

Die FNR lädt zur zweiten öffentlichen Statustagung der Charta für Holz 2.0 ein.

Wood matters! Charta für Holz 2.0 im Dialog am 10.6.2021

Bei der Veranstaltungsreihe steht der konstruktive Austausch mit Stakeholdern rund um aktuelle Fragen der Holzverwendung aus nachhaltiger Forstwirtschaft im Mittelpunkt. Bundeswaldministerin Julia Klöckner und die nordrhein-westfälische Umweltministerin Ursula Heinen-Esser eröffnen die Veranstaltung am 10.6.2021 im KOSMOS Berlin (und via Livestream).

Unter wechselnden Themen mit Bezug zu den Handlungsfeldern der Charta für Holz 2.0 geht es um Wissenstransfer, Meinungsaustausch und die Diskussion von Lösungsansätzen im Kontext Klimaschutz, Ressourceneffizienz und Wertschöpfung.

Am Folgetag führt eine Holzbaurundfahrt quer durch unsere Hauptstadt. Ticket B bietet dabei mit einem Team aus Architekten und Bauherren einmalige Einblicke in u. a. neue Wohn- und Arbeitsformen zur Nachverdichtung unserer Städte, Modulbauweisen sowie die damit verbundenen Chancen und Herausforderungen des Holzbaus. U.a. wird der in Skelettbauweise errichtete Firmensitz Flexim von ZRS Architekten Ingenieure vorgestellt. Darüber hinaus wird SCHARABI Architekten durch das siebengeschossige Mehrfamilienhaus „Walden 48“ sowie das Multifunktionsgebäude und die temporäre Pionierbebauung „B-Part Am Gleisdreieck“ führen.

Empfehlungen der AG Effizienz: Etablierung einer ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft bei der Nutzung von Holz

Holz und Holzprodukte sollen länger als bisher im Wirtschaftskreislauf genutzt und effizient wiederverwertet werden. Das schont Ressourcen und verstärkt den Klimaschutzeffekt der Holzverwendung. Entsprechende Empfehlungen zur „Etablierung einer ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft bei der Nutzung von Holz“ legte die Arbeitsgruppe Material- und Energieeffizienz der Charta für Holz 2.0 vor.

Die Experten empfehlen u. a. Laub- und Altholz sowie Kalamitätsholz stärker als bislang im Wirtschaftskreislauf zu halten und die Nutzung von innovativen Produkten zu forcieren. Bereits das Produktdesign müsse als „Design for reuse and Recycling“ auf Weiter- und Wiederverwertbarkeit nach Ende eines Nutzungszyklus ausgerichtet werden.

Neben dem Ausbau von Aus- und Fortbildung zur zirkulären Wertschöpfung im Cluster Forst und Holz sowie der Verbraucherinformation empfiehlt die Arbeitsgruppe unter anderem, die Forschungsaktivitäten zur ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft zu verstärken.

Die kreisbogenförmige Brettrippendachkonstruktion aus Holz entwarfen Forscher der HTWK Leipzig nach dem Vorbild des Merseburger Architekts Friedrich Zollinger, der bereits vor 100 Jahren an schnell anzufertigenden Baulösungen gegen die Wohnungsnot tüftelte. Foto: Flex@HTWK Leipzig

Die kreisbogenförmige Brettrippendachkonstruktion aus Holz entwarfen Forscher der HTWK Leipzig nach dem Vorbild des Merseburger Architekten Friedrich Zollinger, der bereits vor 100 Jahren an schnell anzufertigenden Baulösungen gegen die Wohnungsnot tüftelte. Foto: Flex@HTWK Leipzig