Infobrief der FNR 01 / 2021: Nachhaltige Erzeugung

Maßnahmen zum Moorbodenschutz/Torfminderungsstrategie

Torf bildet sich in Mooren durch die Ablagerung nicht vollständig zersetzter Pflanzenbiomasse, zum Beispiel von Torfmoosen. Die so entstandenen Moorböden sind sehr kohlenstoffreich: Sie bedecken zwar nur knapp drei Prozent der Landfläche der Erde, binden jedoch mehr als doppelt so viel Kohlenstoff wie sämtliche Wälder auf der Welt zusammen. Damit sind Moorböden die mächtigsten terrestrischen Kohlenstoffspeicher, die wir haben.

Deutschland war einst ein Moorland: Ursprünglich waren 1,4 Millionen Hektar unseres Landes von Mooren bedeckt. Bis ins 20. Jahrhundert wurden 95 Prozent dieser Moore größtenteils für die Land- und Forstwirtschaft und den Torfabbau trockengelegt.

Dadurch gingen nicht nur wichtige Lebensräume vieler seltener Tier- und Pflanzenarten verloren, der Torfabbau hat zudem Auswirkungen auf das Klima: Durch die Trockenlegung von Mooren wird der Kohlenstoff aus dem Torf in Form des Treibhausgases CO2 im Laufe der Zeit freigesetzt. Die Verwendung von torfbasierten Erden trägt also zur Erderwärmung bei.

Dazu hat das BMEL jetzt im Rahmen des Klimaschutzprogramms 2030 der Bundesregierung die Torfminderungsstrategie aufgelegt, die ab 2021 eine Vielzahl von Maßnahmen ergreift, um die Verwendung von Torf insbesondere in Kultursubstraten zu reduzieren und durch geeignete Alternativen zu ersetzen.

Die FNR ist mit der Umsetzung von Teilen der Torfminderungsstrategie beauftragt und in die Entwicklung von Modell- und Demonstrationsvorhaben zum Torfersatz in den Bereichen Friedhofs- und Hobbygartenbau, die Zertifizierung von Torfersatzstoffen, die Fach- und Verbraucherinformation sowie in Maßnahmen der kulturbegleitenden Fachinformation der Gartenbaubetriebe eingebunden.

Moorbodenschutz über die Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen aus der Paludikultur

Ziel des Förderaufrufs ist es, Bewirtschaftungsmöglichkeiten mit nachwachsenden Rohstoffen für Moorböden zu entwickeln, die aus Gründen des Klimaschutzes nass bleiben oder wiedervernässt werden sollen. Förderfähig sind zum einen die pflanzliche Seite betreffende Projekte, etwa züchterische Aktivitäten zur Ertragssteigerung oder die Entwicklung von Anbauverfahren. Zum anderen können Arbeiten zur stofflichen oder energetischen Verwertung der Rohstoffe unterstützt werden. Dabei sind auch ganz neue Wertschöpfungsketten im Bereich der Bioökonomie möglich.

Einreichungsfrist für Skizzen: 5. April 2021

Gefördert aus: Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“ der Bundesregierung

Modell- und Demonstrationsvorhaben zum Einsatz torfreduzierter Substrate im Friedhofsgartenbau

Das BMEL plant die Förderung eines Modell- und Demonstrationsvorhabens im Friedhofsgartenbau. Das Konsortium soll aus einem wissenschaftlichen Koordinator und verschiedenen Praxisbetrieben bestehen. Gemeinsam können die Akteure praktische Erfahrungen mit torffreien und torfreduzierten Substraten sammeln. Ziel ist es zu zeigen, dass Torfersatzstoffe wie Kompost, Holzfasern & Co. im Friedhofsgartenbau ähnlich gut funktionieren wie die bisher genutzten Erden mit hohem Torfanteil.

Einreichungsfrist für Skizzen: 15. März 2021

Gefördert aus: Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“ der Bundesregierung

Deutsch-Brasilianische Bekanntmachung „Bioökonomie International 2021“ zur Industriellen Nutzung nachwachsender Rohstoffe und Arzneipflanzen

Im Rahmen der Fördermaßnahme „Bioökonomie International 2021 – Deutschland-Brasilien“ sollen durch Förderung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten zu zentralen Fragestellungen der Bioökonomie aktive, tragfähige deutsch-brasilianische Kooperationen unterstützt werden. Neben den technologischen Aspekten und Entwicklungszielen im Kontext der Bioökonomie sind auch systemische Ansätze und sozioökonomische Aspekte von Bedeutung.

Die Bekanntmachung ist Teil einer gemeinsamen Förderinitiative des BMEL und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Das BMEL wird sich am internationalen Gesamtbudget der Bekanntmachung mit einem Betrag in Höhe von 1 Mio. Euro beteiligen.

Mit der vorliegenden Bekanntmachung sollen interdisziplinäre und innovative Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsvorhaben in Verbünden mit deutschen und brasilianischen Partnern im Rahmen eines Wettbewerbs ausgewählt und gefördert werden. Die Bekanntmachung zielt darauf ab, Forschungs- und Entwicklungsprojekte in den folgenden Bereichen zu fördern:

1. Industrielle Nutzung nachwachsender Rohstoffe

2. Arzneipflanzen

Einreichungsfrist für Skizzen: 19. März 2021

Gefördert aus: Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe

31. Bernburger Winterseminar für Arznei- und Gewürzpflanzen

Am 23. Februar 2021 luden der Verein für Arznei- und Gewürzpflanzen Saluplanta e. V. Bernburg, die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt (LLG) und die FNR zum 31. Bernburger Winterseminar für Arznei- und Gewürzpflanzen ein, das in diesem Jahr als Online-Veranstaltung stattfand.

Auf dem Programm standen aktuelle Entwicklungen der regulatorischen Grundlagen sowie die Charakterisierung und arzneiliche Nutzung von Pflanzen. Themen waren u. a. Rückstände und Kontaminanten, Leitlinien für den Integrierten Pflanzenschutz, Düngebasisdaten für Arznei- und Gewürzpflanzen, ein Zertifizierungssystem zum Anbau und Handel mit gebietseigenem Wildpflanzensaatgut bis hin zu der hochaktuellen Frage, ob es Arzneipflanzen gegen Coronaviren gibt.

Am Vortag, dem 22. Februar 2021, präsentierte außerdem die Nachwuchsforschergruppe Arzneipflanzen am Julius Kühn-Institut (JKI) die Ziele und erste Zwischenergebnisse ihrer Arbeit an den Kulturen Johanniskraut und Anis. Die Nachwuchsforschergruppe wird vom BMEL gefördert.

Die Vorträge des Bernburger Winterseminars werden in einem Tagungsband veröffentlicht, der auf saluplanta.de zum Download zur Verfügung steht.

Bild: SALUPLANTA e. V., Bernburg

Bild: SALUPLANTA e. V., Bernburg