Infobrief der FNR 01 / 2021: Projektträgerschaft

Nachhaltigkeitsprämie Wald

Stabile, naturnahe Wälder und ihre nachhaltige Bewirtschaftung schützen das Klima, sichern die Biodiversität und sind der wichtigste Erholungsort der Deutschen. Sie liefern den klimafreundlichen Rohstoff Holz und sichern Arbeit und Einkommen.

Extremer Wassermangel und massiver Borkenkäferbefall sowie Stürme und Waldbrände haben jedoch in den letzten Jahren zu großen Schäden in den deutschen Wäldern geführt. Die anhaltende Trockenheit seit dem Jahr 2018 hat auf 285.000 Hektar so große Schäden hinterlassen, dass sie wiederbewaldet werden müssen. Gleichzeitig haben die Kalamitäten seit Herbst 2017 bei Nadelstamm- und Industrieholz einen deutlichen Rückgang der Holzpreise zur Folge. Die Märkte sind von einem kaum noch absetzbaren Überangebot geprägt. Damit steht die heimische Forst- und Holzwirtschaft vor immensen Herausforderungen. Angesichts dieser Entwicklungen ist es gleichzeitig von zentraler Bedeutung, Wälder insgesamt langfristig auf den Klimawandel einzustellen.

Für den Erhalt und die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder stellt die Bundesregierung über das Konjunktur- und Zukunftspaket 500 Mio. Euro an Hilfen für die Waldbesitzer in Form einer flächenwirksamen Prämie zur Verfügung. Die „Nachhaltigkeitsprämie Wald“ kann von privaten und kommunalen Waldeigentümern bei der FNR beantragt werden. Alle erforderlichen Informationen und Unterlagen stehen auf der Seite www.bundeswaldpraemie.de/ zur Verfügung.

Waldsterben

In vielen Wäldern Deutschlands haben extreme Trockenheit und Hitze, gefolgt von massivem Borkenkäferbefall, zu großen Waldschäden geführt. (Bild: BMEL 2020)

Maßnahmen zum Moorbodenschutz/Torfminderungsstrategie

Torf bildet sich in Mooren durch die Ablagerung nicht vollständig zersetzter Pflanzenbiomasse, zum Beispiel von Torfmoosen. Die so entstandenen Moorböden sind sehr kohlenstoffreich: Sie bedecken zwar nur knapp drei Prozent der Landfläche der Erde, binden jedoch mehr als doppelt so viel Kohlenstoff wie sämtliche Wälder auf der Welt zusammen. Damit sind Moorböden die mächtigsten terrestrischen Kohlenstoffspeicher, die wir haben.

Deutschland war einst ein Moorland: Ursprünglich waren 1,4 Millionen Hektar unseres Landes von Mooren bedeckt. Bis ins 20. Jahrhundert wurden 95 Prozent dieser Moore größtenteils für die Land- und Forstwirtschaft und den Torfabbau trockengelegt.

Dadurch gingen nicht nur wichtige Lebensräume vieler seltener Tier- und Pflanzenarten verloren, der Torfabbau hat zudem Auswirkungen auf das Klima: Durch die Trockenlegung von Mooren wird der Kohlenstoff aus dem Torf in Form des Treibhausgases CO2 im Laufe der Zeit freigesetzt. Die Verwendung von torfbasierten Erden trägt also zur Erderwärmung bei.

Dazu hat das BMEL jetzt im Rahmen des Klimaschutzprogramms 2030 der Bundesregierung die Torfminderungsstrategie aufgelegt, die ab 2021 eine Vielzahl von Maßnahmen ergreift, um die Verwendung von Torf insbesondere in Kultursubstraten zu reduzieren und durch geeignete Alternativen zu ersetzen.

Die FNR ist mit der Umsetzung von Teilen der Torfminderungsstrategie beauftragt und in die Entwicklung von Modell- und Demonstrationsvorhaben zum Torfersatz in den Bereichen Friedhofs- und Hobbygartenbau, die Zertifizierung von Torfersatzstoffen, die Fach- und Verbraucherinformation sowie in Maßnahmen der kulturbegleitenden Fachinformation der Gartenbaubetriebe eingebunden.

Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“

Für das Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ des BMEL stehen in diesem Jahr rund 90 Mio. € aus dem Bundeshaushalt zur Verfügung.

Mit Stand von März 2021 fördert das BMEL aus dem Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ 818 Vorhaben mit insgesamt 238 Mio. €.

Die Aufteilung der Projekte auf die Förderbereiche des Förderprogramms „Nachwachsende Rohstoffe“ erläutert die Grafik. Sie untergliedert den Förderbereich 3 „Biobasierte Produkte und Bioenergieträger“ in die Segmente „Energetische Konversion und Nutzung“ und „Stoffliche Konversion und Nutzung“. Zur Umsetzung des Förderprogramms hat das BMEL 12 Förderschwerpunkte veröffentlicht. Einen Überblick über alle aktuellen Forschungsvorhaben bietet die Projektdatenbank der FNR.

Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“: Aufteilung der Fördermittel auf die Förderbereiche (Stand: 3.2021, Quelle: FNR)

Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“: Aufteilung der Fördermittel auf die Förderbereiche (Stand: 3.2021, Quelle: FNR)

Förderrichtlinie „Waldklimafonds“

Aus dem Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“ (EKF) stehen Mittel zur Verfügung, um das Erreichen der energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung zu unterstützen. Durch den im Rahmen des EKF vom BMEL und dem BMU gemeinsam eingesetzten Waldklimafonds werden Maßnahmen zum Erhalt und Ausbau des CO2-Minderungspotenzials von Wald und Holz sowie zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel gefördert. Für 2021 stellen das BMEL und das BMU 30 Millionen Euro für die Projektförderung aus dem Waldklimafonds bereit.

Derzeit werden über den Waldklimafonds 207 Projekte mit insgesamt rund 73 Mio. € gefördert. Die Aufteilung der Projekte auf die Förderbereiche im Waldklimafonds stellt die Grafik dar.

Ein Überblick über alle aktuellen Forschungsvorhaben im Waldklimafonds bietet die Darstellung unter www.waldklimafonds.de/foerderung/projektdatenbank.

Waldklimafonds: Aufteilung der Fördermittel auf die Förderbereiche (Stand: 3.2021, Quelle: FNR)

Richtlinie zur Förderung des klimafreundlichen Bauens mit Holz

Das BMEL stellt bis zum Ende dieses Jahres 70 Millionen Euro zur Unterstützung des klimafreundlichen Bauens mit Holz bereit. Unternehmen und Cluster-Organisationen können Anträge auf Zuwendungen ab sofort bei der FNR einreichen.

Förderfähig ist zum einen die Inanspruchnahme von Beratungsleistungen, die vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen die Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen, Verfahren und Dienstleistungen ermöglicht und zur unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit beim Bauen mit Holz führt.

Unternehmen sollen damit befähigt werden, Hemmnisse und Strukturnachteile beim klimafreundlichen Holzbau zu überwinden, ihren Material- und Energieaufwand zu optimieren sowie Umwelt- und Ökobilanzen in die Geschäftsabläufe zu integrieren. Unterstützt werden beispielsweise Beratungen zum seriellen und modularen Bauen oder zur Bewertung und Analyse der Rückbau- und Recyclingfähigkeit von Bauprodukten und Bauten.

Ein zweiter Förderschwerpunkt richtet sich auf die Unterstützung so genannter Innovationscluster. Bestehende oder neu zu gründende Zusammenschlüsse unabhängiger Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft sind förderfähig, wenn sie Unternehmen der kleinstrukturierten Branche Wege überbetrieblicher Zusammenarbeit eröffnen und Zugang zu Know-How und Transfer aktueller Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung beim klimafreundlichen Holzbau ermöglichen. Dazu gehören u. a. die Entwicklung von Weiterbildungskonzepten für Unternehmer etwa auf dem Gebiet der Digitalisierung, die Konzeptentwicklung zur Kooperation zwischen Hochschulen und Clusterunternehmen oder die Schaffung von Web-Plattformen zum Wissenstransfer aus der Holzforschung in die Unternehmen.

Einreichungsfrist für Anträge: 31. Dezember 2021

Gefördert aus: Konjunktur- und Krisenbewältigungspaket der Bundesregierung.

Moorbodenschutz über die Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen aus der Paludikultur

Ziel des Förderaufrufs ist es, Bewirtschaftungsmöglichkeiten mit nachwachsenden Rohstoffen für Moorböden zu entwickeln, die aus Gründen des Klimaschutzes nass bleiben oder wiedervernässt werden sollen. Förderfähig sind zum einen die pflanzliche Seite betreffende Projekte, etwa züchterische Aktivitäten zur Ertragssteigerung oder die Entwicklung von Anbauverfahren. Zum anderen können Arbeiten zur stofflichen oder energetischen Verwertung der Rohstoffe unterstützt werden. Dabei sind auch ganz neue Wertschöpfungsketten im Bereich der Bioökonomie möglich.

Einreichungsfrist für Skizzen: 5. April 2021

Gefördert aus: Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“ der Bundesregierung

Modell- und Demonstrationsvorhaben zum Einsatz torfreduzierter Substrate im Friedhofsgartenbau

Das BMEL plant die Förderung eines Modell- und Demonstrationsvorhabens im Friedhofsgartenbau. Das Konsortium soll aus einem wissenschaftlichen Koordinator und verschiedenen Praxisbetrieben bestehen. Gemeinsam können die Akteure praktische Erfahrungen mit torffreien und torfreduzierten Substraten sammeln. Ziel ist es zu zeigen, dass Torfersatzstoffe wie Kompost, Holzfasern & Co. im Friedhofsgartenbau ähnlich gut funktionieren wie die bisher genutzten Erden mit hohem Torfanteil.

Einreichungsfrist für Skizzen: 15. März 2021

Gefördert aus: Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“ der Bundesregierung

Mehrgeschossiges Bauen mit Holz

Der aktuelle Förderaufruf des BMEL umfasst fachspezifische Förderthemen zu:

  • mehrgeschossigen Gebäuden in Holzbauweise
  • Baustoffen und Bausystemen
  • Bauphysik
  • Strukturen (inklusive Möglichkeiten digitaler Vernetzung).

Der Einsatz von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft auch für das mehrgeschossige Bauen ist Bestandteil des Klimaschutzplans 2050, des Klimaschutzprogramms 2030 und der Charta für Holz 2.0 der Bundesregierung. Neben seinem bedeutenden Treibhausgas-Minderungspotenzial gehören eine vergleichsweise geringe Bauzeit sowie die Wiederverwendbarkeit des Holzes nach Gebäude-Rückbau zu den Vorzügen des Holzbaus. Allerdings erwiesen sich überholte Gesetzesvorgaben u. a. in den Landesbauverordnungen als Hemmnis für das mehrgeschossige Bauen mit Holz. Die Arbeitsgruppe „Bauen mit Holz in Stadt und Land“ der von der FNR betreuten Charta für Holz 2.0 brachte mit ihren Empfehlungen zur Musterbauverordnung die Novellierung der Landesbauverordnungen auf den Weg.

Einreichungsfrist für Skizzen: 31. Mai 2021

Gefördert aus: Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe

Recyclinggerechte Verwendung von Holz

Das BMEL startete am 1. Oktober 2020 über das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe den Förderaufruf „Recyclinggerechte Verwendung von Holz“.

Der Förderaufruf zielt ab auf branchenübergreifende Lösungen im Cluster Forst und Holz, die einen Mehrwert für ressourceneffizienten Materialeinsatz, Kreislaufwirtschaft und damit für den Klimaschutz erzielen. Einbezogen werden soll die gesamte Wertschöpfungskette. Lösungsansätze aus dem Bereich der Digitalisierung und Industrie 4.0 sind dabei zu berücksichtigen.

Gefördert werden Vorhaben in zwei Modulen:

  • Design for Recycling
  • Strategien und Techniken zur Erhöhung des stofflich verwertbaren Altholzaufkommens und des Altholzeinsatzes.

 

Einreichungsfrist für Skizzen: 31. März 2021

Gefördert aus: Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe

Aufruf "Nährstoffnachhaltigkeit - Langfristiger Erhalt der Standortqualität in Wäldern"

Waldböden versorgen die Bäume mit Nährstoffen, puffern Schadstoff- und Säureeinträge und liefern sauberes Trinkwasser. Für die Vitalität und das Wachstum der Bäume ist eine ausgewogene Versorgung der Waldböden mit den Hauptnährelementen Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium und Magnesium wichtige Voraussetzung.

Die Ergebnisse der zweiten Bodenzustandserhebung zeigen, dass Luftreinhaltung und flankierende forstliche Maßnahmen, wie z. B. der Umbau von Nadel- in Laub- und Mischwald, die Waldböden positiv beeinflusst haben. So spiegeln sich die Erfolge in geringeren Schwefel- und Bleigehalten in Nadeln und Blättern sowie einer verbesserten Calcium- und Magnesiumernährung der Bäume wider. Jedoch sind die Böden nach wie vor von einer anhaltenden Überversorgung mit Stickstoff geprägt.

Für die Produktion des nachwachsenden Rohstoffs Holz, den Naturhaushalt und den Klimaschutz sind Waldböden von zentraler Bedeutung. Bei einer negativen Nährstoffbilanz kommt es zu einer Verarmung und damit Verschlechterung des Bodens. Ziel einer umfassend nachhaltigen Forstwirtschaft muss es daher sein, die Biomassenutzung so zu gestalten, dass das Standortpotenzial der Waldböden dauerhaft erhalten bleibt. Dabei sind auch Erkenntnisse zu der erwarteten zukünftigen Entwicklung der Waldböden auf Grund des voranschreitenden Klimawandels und den damit veränderten Niederschlagsregimen und ggf. Änderungen in der Summe der zu erwartenden Niederschlagsmengen einzubeziehen.

Einreichungsfrist für Skizzen: 30. Juni 2021

Gefördert aus: Waldklimafonds

Transnationaler ForestValue-Aufruf zu „nachhaltiger und multifunktionaler Nutzung und Bewirtschaftung von Wäldern“ und „Bauen mit Holz“

Im Rahmen des ERA-NET CoFund ForestValue stellen 15 Förderorganisationen aus 10 Ländern insgesamt bis zu 11,5 Mio. € für die Unterstützung transnationaler Forschungsvorhaben im Bereich der forstbasierten Bioökonomie bereit. Im Fokus des aktuellen Aufrufs stehen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Forst- und Holzsektor, die dazu beitragen, die Wirtschaft unabhängiger von fossilen und anderen nicht-erneuerbaren Rohstoffen zu machen und eine biobasierte Ökonomie aufzubauen.

Projektskizzen mit deutschen Partnern können in folgenden Themenbereichen eingereicht werden:

  • die nachhaltige und multifunktionale Nutzung und Bewirtschaftung von Wäldern mit dem Ziel, ihren Beitrag zu den Nachhaltigen Entwicklungszielen (SDG) der Vereinten Nationen zu maximieren, und
  • Bauen mit Holz

 

Das BMEL stellt vier Millionen Euro aus dem Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ für die Realisierung innovativer, anwendungsorientierter Forschungsprojekte, die über den Stand der Technik hinausgehen, zur Verfügung.

Einreichungsfrist für Skizzen: 13. April 2021

Gefördert aus: Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe

Deutsch-Brasilianische Bekanntmachung „Bioökonomie International 2021“ zur Industriellen Nutzung nachwachsender Rohstoffe und Arzneipflanzen

Im Rahmen der Fördermaßnahme „Bioökonomie International 2021 – Deutschland-Brasilien“ sollen durch Förderung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten zu zentralen Fragestellungen der Bioökonomie aktive, tragfähige deutsch-brasilianische Kooperationen unterstützt werden. Neben den technologischen Aspekten und Entwicklungszielen im Kontext der Bioökonomie sind auch systemische Ansätze und sozioökonomische Aspekte von Bedeutung.

Die Bekanntmachung ist Teil einer gemeinsamen Förderinitiative des BMEL und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Das BMEL wird sich am internationalen Gesamtbudget der Bekanntmachung mit einem Betrag in Höhe von 1 Mio. Euro beteiligen.

Mit der vorliegenden Bekanntmachung sollen interdisziplinäre und innovative Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsvorhaben in Verbünden mit deutschen und brasilianischen Partnern im Rahmen eines Wettbewerbs ausgewählt und gefördert werden. Die Bekanntmachung zielt darauf ab, Forschungs- und Entwicklungsprojekte in den folgenden Bereichen zu fördern:

1. Industrielle Nutzung nachwachsender Rohstoffe

2. Arzneipflanzen

Einreichungsfrist für Skizzen: 19. März 2021

Gefördert aus: Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe