Infobrief der FNR 01/2022: 

Parkett-Fußbodenheizung innovativ: Elektrisch leitende Klebeschicht als Wärmeträger

Bisher müssen bei einer Fußbodenheizung, die Heizungsschicht und der Fußbodenbelag getrennt verlegt werden. Das könnte sich zukünftig ändern. Den Partnern Jowat SE, Hochschule Schmalkalden und MeisterWerke Schulte GmbH ist es gelungen, eine in Fertigparkettböden integrierte Fußbodenheizung zu entwickeln. Das Herzstück der Parkettheizung ist eine leitfähige Klebstoffschicht, die teilweise aus nachwachsenden Rohstoffen besteht und zwischen der obersten Deckschicht und den darunterliegenden Schichten eingebracht wird. Beim Anlegen einer elektrischen Spannung erwärmt sich die Klebstoff-Schicht und macht aus dem Fußbodenbelag eine Fußbodenheizung. Versorgt mit erneuerbarem Strom, stellt die elektrische Parkettheizung ein klimafreundliches Heizsystem dar.

Im Vorhaben konnten die Partner entsprechende Fertigparkettelemente unter realen Produktionsbedingungen herstellen. Die Nutzung des elektrisch leitfähigen Klebstoffs beschränkt sich nicht auf Fußböden. Denkbar sind auch Anwendungen im Möbel- und Schiffsbau sowie im automobilen Fahrzeuginterieur.

Das Vorhaben „Serienreife Entwicklung eines beheizbaren Verbundwerkstoffes durch Funktionalisierung einer Bindemittelschicht bei der Fertigung klassischer Holzwerkstoffe (EleiK)“ wurde vom BMEL gefördert.

Im Vorhaben wurde ein funktionsfähiger Demonstrator der Fußbodenheizung inklusive elektrischer Kontaktierung, Regelungstechnik und Bedieneinheit erstellt. Foto: Hochschule Schmalkalden

Im Vorhaben wurde ein funktionsfähiger Demonstrator der Fußbodenheizung inklusive elektrischer Kontaktierung, Regelungstechnik und Bedieneinheit erstellt. Foto: Hochschule Schmalkalden

Standard-Holzbausysteme mit nachwachsenden Rohstoffen in öffentlichen Gebäuden

Um den Einsatz von Holz und nachwachsenden Rohstoffen beim Bau öffentlicher Gebäude zu vereinfachen, entwickelt ein Forschungsverbund unter Federführung der Hochschule Wismar ein Standard-Holzbausystem mit nachwachsenden Rohstoffen. Das Vorhaben wird vom BMEL über das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe unterstützt.

Bis Ende 2024 werden die Projektbeteiligten – neben der Hochschule Wismar und der Technischen Universität Braunschweig sind das der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH) und als Praxispartner die Haas Fertigbau GmbH – ein offenes Standard-Holzbausystem für öffentliche Gebäude entwickeln. Das Holzbausystem soll unkompliziert umsetzbar sein und Planern ebenso wie kleinen bis mittleren Zimmerei- und Holzbaubetrieben die Beteiligung an öffentlichen Ausschreibungen ermöglichen.

Am Ende des Projektes wird ein vollständiges Holzbausystem mit Bauteilkatalog, Berechnungen, Nachweisen und Beispielen zur Integration technischer Gebäudeausrüstung vorliegen. Offen zugänglich sein wird es allen relevanten Zielgruppen über einen Leitfaden Holzbau, außerdem über Internetauftritte, Veröffentlichungen und Seminare.

Ein universell nutzbares Holzbausystem soll den Bau öffentlicher Gebäude aus nachwachsenden Rohstoffen erleichtern. Entwickelt wird es bis 2024 im Projekt Ho-Sy. Für die Fassade des FNR-Neubaus kam übrigens recyceltes Eichenholz zum Einsatz. Foto: FNR

Ein universell nutzbares Holzbausystem soll den Bau öffentlicher Gebäude aus nachwachsenden Rohstoffen erleichtern. Entwickelt wird es bis 2024 im Projekt Ho-Sy. Für die Fassade des FNR-Neubaus kam übrigens recyceltes Eichenholz zum Einsatz. Foto: FNR

 

Wohnen und Leben mit Holz - Holzemissionen und Innenraumluftqualität

In die Publikation „Wohnen und Leben mit Holz“ der FNR flossen die Ergebnisse von zwölf Forschungsprojekten ein, die das BMEL über vier Jahre mit Mitteln aus dem Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe unterstützt hatte.

Die 44-seitige Broschüre informiert rund um die durch Baumaterialien aus Holz verursachten Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen (Volatile Organic Compounds, VOC). Beleuchtet werden unter anderem Anforderungen an Bauprodukte sowie die aktuelle Rechtslage, etwa zu bauvertraglichen Pflichten, zur VOC-Baustoff- und zur Innenraumluftbewertung.

Daneben fasst die Publikation die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse aus Förderprojekten des BMEL zur Reduzierung und Vermeidung von Emissionen aus Holz und Holzprodukten zusammen. Zwischen 2015 und 2019 hatte das BMEL zwölf Forschungsvorhaben mit insgesamt knapp 3,6 Millionen Euro gefördert.

Die Broschüre „Leben und Wohnen mit Holz“ ist bestellbar über die Mediathek der FNR und steht auch zum Download bereit.

Die Broschüre „Wohnen und Leben mit Holz“ fasst die jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema Holzemissionen zusammen. Quelle: FNR

Die Broschüre „Wohnen und Leben mit Holz“ fasst die jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema Holzemissionen zusammen. Quelle: FNR

 

Bauherren-Wissen: FNR veröffentlicht Videos zu nachwachsenden Dämmstoffen

Vier neue Kurzfilme der FNR beleuchten Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen. Die knapp einminütigen Spots befassen sich mit den Rohstoffen, den Produkten, dem Einbau und der Verwendung von natürlichen Dämmstoffen in verschiedenen Bauobjekten.

Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen sind Klimaschützer. Sie werden weitgehend CO2-neutral und regional produziert und bieten viele bauphysikalische, gesundheitliche und ökologische Vorzüge.

Die kurzen Filme führen den Betrachter von den Rohstoffen – etwa Holzfasern, Stroh, Flachs und Hanf – über das fertige Produkt als Matte, Platte oder loses Material zum Einbau auf Baustellen im Neubau- und Sanierungsbereich, wo sie nicht nur im privaten Wohnungsbau, sondern auch bei größeren Bauvorhaben vielfältige Verwendung finden.

Die Filme rücken das klimafreundliche, nachhaltige Bauen mit Holz und natürlichen Rohstoffen in das Blickfeld weiterer Bauherren, Planer und Ausführender. Schon heute sind Klimaschutz, Nachhaltigkeit und die Verbindung zu heimischen, regionalen Rohstoffen für viele Bauherren wichtige Kriterien – nicht nur bei der Wahl der Dämmstoffe!

Vier Kurzfilme der FNR erklären Herstellung und Verwendung von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen. Für die abgebildete Flachs-Dämmmatte dient Lein als Ausgangsmaterial. Quelle: FNR

Vier Kurzfilme der FNR erklären Herstellung und Verwendung von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen. Für die abgebildete Flachs-Dämmmatte dient Lein als Ausgangsmaterial. Quelle: FNR

Virtuelle Exkursion durch die Holzbauhauptstadt Berlin - Vier Filme stellen innovative Holzbauprojekte vor

Die virtuelle Holzbau-Exkursion quer durch Berlin ist eine Maßnahme der Charta für Holz 2.0. Die FNR legt hierzu eine filmische Nachlese vor. Die vier Kurzfilme geben Einblicke in neue Arbeitsformen zur urbanen Nachverdichtung, stellen anschaulich die Modulbauweise mit Holz dar und beleuchten die damit verbundenen Chancen und Herausforderungen des Holzbaus.

Die Filme präsentieren das derzeit größte Holz-Hybrid-Projekt Deutschlands – das EDGE Suedkreuz Berlin, ein Büroensemble aus zwei Gebäuden. Die modulare Holz-Hybrid-Konstruktion wurde als offenes Ökosystem mit naturbasierten Architekturelementen entworfen. Außerdem sind das Firmengebäude der Flexim GmbH, errichtet als Holz-Beton-Hybridbau, sowie zwei in Holzmodulbauweise realisierte Grundschulen im Herzen Berlins zu sehen.

Grundschule Berlin Sewanstrasse, NKBAK. Foto: © Thomas Mayer_Archive

Grundschule Berlin Sewanstrasse, NKBAK. Foto: © Thomas Mayer_Archive

Seminarreihe „Auf Zukunftskurs: Öffentliches Bauen mit Holz“

Die FNR setzt ihre Veranstaltungsreihe „Auf Zukunftskurs: Öffentliches Bauen mit Holz“ in diesem Jahr mit vier weiteren Online-Veranstaltungen unter dem Dach der Charta für Holz fort.

Im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung am 24. März 2022 steht das Bauen im Bestand.

In seinem Vortrag wird Jan Schreiber, ZRS Architekten & Ingenieure, am Beispiel des Verwaltungsgebäudes im Tierpark Berlin die kreislaufgerechte Sanierung eines DDR-Systembaus vorstellen. Außerdem berichtet Robert Zengler von der Münchener Wohnungsgesellschaft GEWOFAG über das „Wohnen am Dantebad“. Die Gesellschaft machte aus der Not Münchener Baulandknappheit eine Tugend und überbaute einen kompletten Parkplatz – ein Pilotprojekt, das zur Blaupause für die Planungen weiterer städtischer Wohnungsgesellschaften taugt. Mit im Boot ist zudem Dr. Martin Schellenberg, Fachanwalt für Vergaberecht. Er wird das nachhaltige Bauen in der Planungs- und Vergabepraxis beleuchten. Die Moderation der Online-Veranstaltung obliegt der Berliner Rechtsanwältin und Notarin Dr. Eva-Dorothee Leinemann, Fachanwältin für Vergaberecht.

Die Teilnahme an der Seminarreihe ist kostenfrei und wird von mehreren Architekten- und Ingenieurkammern mit Fortbildungspunkten honoriert.