Infobrief der FNR 01/2022: 

Aktueller Förderaufruf des BMEL: Holzbasierte Plattenwerkstoffe auf Span- und Faserbasis

Klimawandel, Waldumbau, Preisdruck – die Holzwerkstoffindustrie ist aktuell mit diesen und vielen weiteren Herausforderungen konfrontiert. Mit dem Förderaufruf Holzbasierte Plattenwerkstoffe auf Span- und Faserbasis möchte das BMEL die Entwicklung von Lösungen für die aktuellen Herausforderungen der Holzwerkstoffindustrie unterstützen. Ziel des Förderaufrufes ist es, einen Mehrwert für die Industrie, Verbraucher und Verbraucherinnen sowie auch für den Klimaschutz zu generieren.

Einreichungsfrist für Skizzen: 31. März 2022

Gefördert aus: Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe

Basis für Holzwerkstoffe: Holzhackschnitzel, Späne und Sägemehl. Foto: FNR/S. Wildermann

Basis für Holzwerkstoffe: Holzhackschnitzel, Späne und Sägemehl. Foto: FNR/S. Wildermann

Holzernte 4.0: Digitale Zwillinge erlauben maßgeschneiderten Mensch-Technik-Einsatz

Im Forschungsprojekt Smart Forestry wird ein clusterübergreifendes Verfahren für die intelligente und vollintegrierte Holzernte entwickelt. Die Umsetzung automatisierter Wertschöpfungsnetzwerke orientiert sich an den Prinzipien von Wald und Holz 4.0 und beruht auf der Vernetzung aller an der Holzernte beteiligten Akteure und Systeme über das „Internet der Dinge“.

Digitaler Zwilling eines Rückezugs. Der im Projekt Smart Forestry verfolgte clusterübergreifende Ansatz für die intelligente Holzernte erfordert die Entwicklung digitaler Zwillinge für Maschinen, Geräte und Prozesse aller Beteiligten. Kollage: RWTH Aachen

Digitaler Zwilling eines Rückezugs. Der im Projekt Smart Forestry verfolgte clusterübergreifende Ansatz für die intelligente Holzernte erfordert die Entwicklung digitaler Zwillinge für Maschinen, Geräte und Prozesse aller Beteiligten. Kollage: RWTH Aachen

Wohnen und Leben mit Holz - Holzemissionen und Innenraumluftqualität

In die Publikation „Wohnen und Leben mit Holz“ der FNR flossen die Ergebnisse von zwölf Forschungsprojekten ein, die das BMEL über vier Jahre mit Mitteln aus dem Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe unterstützt hatte.

Die 44-seitige Broschüre informiert rund um die durch Baumaterialien aus Holz verursachten Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen (Volatile Organic Compounds, VOC). Beleuchtet werden unter anderem Anforderungen an Bauprodukte sowie die aktuelle Rechtslage, etwa zu bauvertraglichen Pflichten, zur VOC-Baustoff- und zur Innenraumluftbewertung.

Daneben fasst die Publikation die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse aus Förderprojekten des BMEL zur Reduzierung und Vermeidung von Emissionen aus Holz und Holzprodukten zusammen. Zwischen 2015 und 2019 hatte das BMEL zwölf Forschungsvorhaben mit insgesamt knapp 3,6 Millionen Euro gefördert.

Die Broschüre „Leben und Wohnen mit Holz“ ist bestellbar über die Mediathek der FNR und steht auch zum Download bereit.

Die Broschüre „Wohnen und Leben mit Holz“ fasst die jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema Holzemissionen zusammen. Quelle: FNR

Die Broschüre „Wohnen und Leben mit Holz“ fasst die jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema Holzemissionen zusammen. Quelle: FNR

 

Virtuelle Exkursion durch die Holzbauhauptstadt Berlin - Vier Filme stellen innovative Holzbauprojekte vor

Die virtuelle Holzbau-Exkursion quer durch Berlin ist eine Maßnahme der Charta für Holz 2.0. Die FNR legt hierzu eine filmische Nachlese vor. Die vier Kurzfilme geben Einblicke in neue Arbeitsformen zur urbanen Nachverdichtung, stellen anschaulich die Modulbauweise mit Holz dar und beleuchten die damit verbundenen Chancen und Herausforderungen des Holzbaus.

Die Filme präsentieren das derzeit größte Holz-Hybrid-Projekt Deutschlands – das EDGE Suedkreuz Berlin, ein Büroensemble aus zwei Gebäuden. Die modulare Holz-Hybrid-Konstruktion wurde als offenes Ökosystem mit naturbasierten Architekturelementen entworfen. Außerdem sind das Firmengebäude der Flexim GmbH, errichtet als Holz-Beton-Hybridbau, sowie zwei in Holzmodulbauweise realisierte Grundschulen im Herzen Berlins zu sehen.

Grundschule Berlin Sewanstrasse, NKBAK. Foto: © Thomas Mayer_Archive

Grundschule Berlin Sewanstrasse, NKBAK. Foto: © Thomas Mayer_Archive

Seminarreihe „Auf Zukunftskurs: Öffentliches Bauen mit Holz“

Die FNR setzt ihre Veranstaltungsreihe „Auf Zukunftskurs: Öffentliches Bauen mit Holz“ in diesem Jahr mit vier weiteren Online-Veranstaltungen unter dem Dach der Charta für Holz fort.

Im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung am 24. März 2022 steht das Bauen im Bestand.

In seinem Vortrag wird Jan Schreiber, ZRS Architekten & Ingenieure, am Beispiel des Verwaltungsgebäudes im Tierpark Berlin die kreislaufgerechte Sanierung eines DDR-Systembaus vorstellen. Außerdem berichtet Robert Zengler von der Münchener Wohnungsgesellschaft GEWOFAG über das „Wohnen am Dantebad“. Die Gesellschaft machte aus der Not Münchener Baulandknappheit eine Tugend und überbaute einen kompletten Parkplatz – ein Pilotprojekt, das zur Blaupause für die Planungen weiterer städtischer Wohnungsgesellschaften taugt. Mit im Boot ist zudem Dr. Martin Schellenberg, Fachanwalt für Vergaberecht. Er wird das nachhaltige Bauen in der Planungs- und Vergabepraxis beleuchten. Die Moderation der Online-Veranstaltung obliegt der Berliner Rechtsanwältin und Notarin Dr. Eva-Dorothee Leinemann, Fachanwältin für Vergaberecht.

Die Teilnahme an der Seminarreihe ist kostenfrei und wird von mehreren Architekten- und Ingenieurkammern mit Fortbildungspunkten honoriert.

Alte Handwerkskunst neu gedacht: Franz Fertig entwickelt Vollholz-Verbinder für die industrielle Möbelproduktion

Die Franz Fertig Sitz + Liegemöbel KG entwickelt im Projekt „WoodConnect“ Vollholzverbinder für die Gestelle von Funktionsmöbeln. Damit rücken recyclinggerechte, zu 100 Prozent metallfreie Untergestelle für Möbel in greifbare Nähe.

Die Kunst, Holzbauteile allein mit passgenau ineinandergreifenden Keilen oder Stiften aus Holz zu verbinden, beherrschten Zimmerleute und Tischler schon vor Jahrhunderten. Dies erforderte jedoch Können und hohen Aufwand. Heute ist die Holzverarbeitungstechnik weit fortgeschritten. Moderne 4- oder 6-Achs-Fräsmaschinen könnten komplexe Holzverbinder im industriellen Maßstab kosteneffizient herstellen. Genau dieses Ziel verfolgt Franz Fertig im Vorhaben „WoodConnect“. Das Unternehmen stieg bereits bei den typischerweise aus Metall gefertigten Möbel-Untergestellen auf Holz um; die Entwicklung einer ausziehbaren Schlafcouch mit einem hochwertigen Buchenholzgestell wurde ebenfalls durch das BMEL gefördert. Dieses Gestell besteht aber erst zu rund 80 Prozent aus Holz und ist beim Auf- und Umbau noch optimierungsfähig. Mit Hilfe der neuen Holzverbinder sollen nun zu 100 Prozent holzbasierte Möbelgestelle ohne den zusätzlichen Einsatz von Leim, Kunststoff oder Metall entstehen, die einfach und intuitiv zu montieren und auch wieder auseinander zu bauen sind.

Holz statt Metall: Franz Fertig setzt bei den Untergestellen seiner Multifunktionssofas auf den nachwachsenden Rohstoff. Mit den neuen Holzverbindern bestehen die Gestelle künftig zu 100% aus Holz. Foto: Franz Fertig

Holz statt Metall: Franz Fertig setzt bei den Untergestellen seiner Multifunktionssofas auf den nachwachsenden Rohstoff. Mit den neuen Holzverbindern bestehen die Gestelle künftig zu 100% aus Holz. Foto: Franz Fertig