Infobrief der FNR 01/2022: 

Maßnahmen zum Moorbodenschutz/Torfminderungsstrategie

Klimawirksame Maßnahmen zum Schutz von Moorböden sowie die Minderung des Einsatzes von Torf sind ein Bestandteil des Klimaschutzpaketes der Bundesregierung. Das BMEL stellt hierfür Mittel aus dem Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“ (EKF) zur Verfügung.

Die FNR ist vom BMEL beauftragt, die Förderung

  • von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur Torfminderung und zum Moorbodenschutz, aber auch
  • für Modell- und Demonstrationsvorhaben zum Torfersatz im Hobby- und Friedhofsgartenbau sowie zum Moorbodenschutz

als Projektträger zu betreuen. Bestandteil der Maßnahmen ist zudem die Entwicklung eines Zertifizierungssystems für Torfersatzstoffe. Die Fach- und Verbraucherinformation zum Thema Torfminderung rundet das Handlungsfeld der FNR ab.

Blumen pflanzen im Garten

Bild: ©Leika production/stock.adobe.com

Aktueller Förderaufruf des BMEL: Nachwuchs-Forschergruppen zum Thema Torfminderung im Gartenbau

Das BMEL beabsichtigt, den akademischen Nachwuchs zum Thema Torfminderung im Gartenbau zu fördern: Unterstützung sollen mehrere Gruppen mit jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an Forschungseinrichtungen in Deutschland erhalten.

Bis 2030 sollen Erwerbsgärtner weitgehend auf Torf als Substratkomponente verzichten und Freizeitgärtner sogar schon einige Jahre vorher vollständig ohne den Stoff aus dem Moor auskommen. Dies sehen die Klimaschutzpläne der Bundesregierung vor. Um Forschung und Entwicklung zur Herstellung und zum Einsatz von Torfersatzstoffen voranzutreiben und den akademischen Nachwuchs zu diesem speziellen Thema zu fördern, hat das BMEL jetzt einen Aufruf gestartet. Gesucht werden Nachwuchsgruppen, die bis zu fünf Jahre zu Aspekten der Torfminderung im Gartenbau arbeiten.

Einreichungsfrist: 10.3.2022

Gefördert aus: Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“

Torfersatzstoffe haben andere Eigenschaften als Torf. Für den Torfausstieg im Gartenbau gilt es, noch viele Aspekte zu erforschen. Foto: Budimir Jevtic – stock.adobe.com

Torfersatzstoffe haben andere Eigenschaften als Torf. Für den Torfausstieg im Gartenbau gilt es, noch viele Aspekte zu erforschen. Foto: Budimir Jevtic – stock.adobe.com

Bundesregierung stärkt Moorbodenschutz: Bund-Länder-Zielvereinbarung

Die ehemaligen Bundesministerinnen Julia Klöckner und Svenja Schulze unterschrieben im Oktober 2021 gemeinsam mit Amtskolleginnen und -kollegen aus den Ländern die Bund-Länder-Zielvereinbarung zum Klimaschutz durch Moorbodenschutz. Bis zum Jahr 2030 sollen damit die jährlichen Treibhausgasemissionen aus Moorböden um fünf Millionen Tonnen CO2-Äquivalente reduziert werden. Zuletzt stammten etwa 53 Millionen Tonnen CO2-Emissionen aus entwässerten Moorböden, das entspricht 6,7 Prozent der gesamten deutschen Treibhausgasemissionen. Moorböden machen in Deutschland etwa acht Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche aus.

Die damaligen Bundesministerinnen Julia Klöckner und Svenja Schulze unterzeichnen die Bund-Länder-Zielvereinbarung zum Klimaschutz durch Moorbodenschutz. Bild: BMEL/Photothek

Die damaligen Bundesministerinnen Julia Klöckner und Svenja Schulze unterzeichnen die Bund-Länder-Zielvereinbarung zum Klimaschutz durch Moorbodenschutz. Bild: BMEL/Photothek

Projekt TopGa stellt Torfersatzstoffe auf dem Prüfstand: Neuer Forschungsverbund bearbeitet dringende Fragen der Praxis

Der Forschungsverbund zur Entwicklung und Bewertung von torfreduzierten Produktionssystemen im Gartenbau, kurz ToPGa, hat seine Arbeit aufgenommen. In dem vom BMEL geförderten Verbundprojekt bündeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus sieben Institutionen ihre Kompetenzen. Ziel ist es, den Sparten des Gartenbaus fachliche Lösungen anzubieten, um den ökologisch dringenden Umstieg auf torfreduzierte und torffreie Substrate zu erleichtern.

Die Projektpartner wollen die Wirkung des Einsatzes torfreduzierter Substrate möglichst ganzheitlich und unter Einbezug aller Sparten des Gartenbaus untersuchen.

Das Julius Kühn-Institut (JKI) koordiniert den ToPGa-Verbund, der sich in neun Teilvorhaben untergliedert.

Der Forschungsverbund zur Entwicklung und Bewertung von torfreduzierten Produktionssystemen im Gartenbau, kurz ToPGa, hat seine Arbeit aufgenommen. In dem vom BMEL geförderten Verbundprojekt bündeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus sieben Institutionen ihre Kompetenzen. Ziel ist es, den Sparten des Gartenbaus fachliche Lösungen anzubieten, um den ökologisch dringenden Umstieg auf torfreduzierte und torffreie Substrate zu erleichtern.

Die Projektpartner wollen die Wirkung des Einsatzes torfreduzierter Substrate möglichst ganzheitlich und unter Einbezug aller Sparten des Gartenbaus untersuchen.

Das Julius Kühn-Institut (JKI) koordiniert den ToPGa-Verbund, der sich in neun Teilvorhaben untergliedert.

Infografik zur Klimawirkung von Moorböden

In Deutschland sind etwa 8 Prozent der Agrarfläche für etwa ein Drittel der landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Auslöser für die hohen Emissionen ist die Art des Bodens: Es sind organische Böden, die zu erheblichen Anteilen aus Kohlenstoff bestehen.

Die FNR zeigt in ihrer neuen Infografik die Klimawirkung unserer Moorböden anschaulich und mit vielen Details unterlegt. Sie macht damit auf ein vielfach noch wenig bekanntes, jedoch für den Klimaschutz wichtiges Thema aufmerksam.

Die Grafik steht auf mediathek.fnr.de zum Download zur Verfügung.

Klimawirkung von Moorböden

Moorböden machen etwa 8 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Deutschland aus. Deren Klimawirkung hängt maßgeblich vom Wasserstand und von ihrer Nutzung ab. In Deutschland sind fast alle Moorböden entwässert und werden land- oder forstwirtschaftlich genutzt. Sie sind für mehr als ein Drittel der THG-Emissionen aus der Landwirtschaft und landwirtschaftlichen Böden verantwortlich.

Workshopreihe „Torfminderung im Erwerbsgartenbau“ 2022

Die Torfminderung im Erwerbsgartenbau ist ein wesentliches Ziel des von der Bundesregierung aufgelegten Klimaschutzprogramms 2030. Verschiedene Modell- und Demonstrationsvorhaben zu Torfersatzstoffen zeigen, dass Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Ökonomie dabei keine Widersprüche darstellen müssen. Um den Wissenstransfer neuer Erkenntnisse zu einer torfreduzierten Kulturführung in die Praxis zu ermöglichen und Wissensdefizite abzubauen, führen die FNR und die Landwirtschaftskammer Niedersachsen im Auftrag des BMEL 2022 fünf Experten-Workshops zum Thema „Torfminderung im Erwerbsgartenbau“ durch.

Unterstützt wird die Veranstaltungsreihe von unseren Partnern, dem Industrieverband Garten e. V. (IVG), dem Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) und der Gütegemeinschaft Substrate für Pflanzen e. V. (ggs).

Die erste Online-Veranstaltung widmete sich am 24. Februar 2022 dem Thema Frühjahrsblüher, als nächster Termin ist der 25. April für das Thema Topfkräuter vorgesehen.

Bild: stock.adobe.com ©VanderWolf Images

Bild: stock.adobe.com ©VanderWolf Images

Videos: Profigärtner geben Tipps für die Praxis

Torffreies Gärtnern ist nicht nur unter Hobbygärtnern gefragt. Auch im Erwerbsgartenbau reduzieren die ersten Betriebe bewusst den Einsatz von Torf und leisten so einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Die beiden Profi-Gärtner Peter Opschroef und Christoph Schönges zeigen, welchen Weg sie dabei gegangen sind, und teilen ihre Erfahrungen beim Umstieg auf eine torffreie Produktion in den aktuellen Videos.

Die Empfehlung der beiden Profis für Berufskollegen: den Torfanteil in den Substraten schrittweise senken, Substratuntersuchungen begleitend durchführen sowie die Bewässerung und Düngung entsprechend anpassen.

Christoph Schönges, Inhaber der Gärtnerei Floreco; Bild: FNR

Christoph Schönges, Inhaber der Gärtnerei Floreco; Bild: FNR

Ökobilanzierung von Kultursubstraten - ein nützliches Werkzeug für die Entscheidungsunterstützung?

Die FNR und das Thünen-Institut für Agrartechnologie führten am 23.11.21 die Online-Tagung „Ökobilanzierung von Kultursubstraten“ durch. Im Fokus der Veranstaltung stand vorrangig die Ökobilanzierung von Kultursubstraten und Torfersatzstoffen, insbesondere für den Hobby- und Zierpflanzenbereich.

Die über 170 Teilnehmer der Tagung tauschten sich über Chancen und Möglichkeiten der Ökobilanzierung für Kultursubstrate unter dem Blickwinkel von Nachhaltigkeit und Klimaschutz aus. Es wurden die Herausforderungen bei der Erstellung von Ökobilanzen für Kultursubstrate aufgezeigt und die Nutzung dieser Ergebnisse für die Entscheidungsfindung von Politik und Wirtschaftsakteuren diskutiert.

Die Präsentationen der Vortragenden stehen zum Download zur Verfügung.