Infobrief der FNR 01/2022: 

Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“

Im Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ unterstützt das BMEL mit Stand von März 2022 857 Vorhaben mit insgesamt 256 Mio. €.

Die Aufteilung der Projekte auf die Förderbereiche erläutert die Grafik. Sie untergliedert den Förderbereich 3 „Biobasierte Produkte und Bioenergieträger“ in die Segmente „Energetische Konversion und Nutzung“ und „Stoffliche Konversion und Nutzung“. Zur Umsetzung des Förderprogramms hat das BMEL 12 Förderschwerpunkte veröffentlicht. Einen Überblick über alle aktuellen Forschungsvorhaben bietet die Projektdatenbank der FNR unter https://www.fnr.de/projektfoerderung/projektdatenbank-der-fnr.

Förderrichtlinie „Waldklimafonds“

Aus dem Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“ (EKF) stehen Mittel zur Verfügung, um das Erreichen der energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung zu unterstützen. Durch den im Rahmen des EKF vom BMEL und dem BMUV gemeinsam eingesetzten Waldklimafonds werden Maßnahmen zum Erhalt und Ausbau des CO2-Minderungspotenzials von Wald und Holz sowie zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel gefördert.

Derzeit werden über den Waldklimafonds 252 Projekte mit insgesamt rund 93 Mio. € gefördert. Die Aufteilung der Projekte auf die Förderbereiche im Waldklimafonds stellt die Grafik dar.

Ein Überblick über alle aktuellen Forschungsvorhaben im Waldklimafonds bietet die Darstellung unter https://www.waldklimafonds.de/foerderung/projektdatenbank.

Maßnahmen zum Moorbodenschutz/Torfminderungsstrategie

Klimawirksame Maßnahmen zum Schutz von Moorböden sowie die Minderung des Einsatzes von Torf sind ein Bestandteil des Klimaschutzpaketes der Bundesregierung. Das BMEL stellt hierfür Mittel aus dem Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“ (EKF) zur Verfügung.

Die FNR ist vom BMEL beauftragt, die Förderung

  • von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur Torfminderung und zum Moorbodenschutz, aber auch
  • für Modell- und Demonstrationsvorhaben zum Torfersatz im Hobby- und Friedhofsgartenbau sowie zum Moorbodenschutz

als Projektträger zu betreuen. Bestandteil der Maßnahmen ist zudem die Entwicklung eines Zertifizierungssystems für Torfersatzstoffe. Die Fach- und Verbraucherinformation zum Thema Torfminderung rundet das Handlungsfeld der FNR ab.

Blumen pflanzen im Garten

Bild: ©Leika production/stock.adobe.com

Reduzierung der Emissionen aus Wirtschaftsdüngern

Tierische Exkremente wie Gülle, Jauche, Mist oder Hühnertrockenkot fallen in viehhaltenden Betrieben in erheblichen Mengen an und werden zu Düngezwecken überwiegend auf landwirtschaftliche Flächen ausgebracht. Durch die Lagerung und Ausbringung setzen sie in Deutschland jedoch klimarelevante Methanemissionen in einer Größenordnung von rund 5,8 Mio. t CO2-Äq. jährlich frei. Diese Emissionen gilt es im Sinne einer nachhaltigen, ressourcenschonenden und klimafreundlichen Landwirtschaft so weit wie möglich zu vermeiden.

Die Vergärung von Wirtschaftsdüngern in Biogasanlagen ist eine technisch und wirtschaftlich etablierte Lösung, um Methanemissionen aus der Tierhaltung zu reduzieren. Im Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung ist die verstärkte Wirtschaftsdüngervergärung als eine wichtige Maßnahme für den Sektor Landwirtschaft definiert. Um den Anteil an Wirtschafsdüngern in Biogasanlagen zu erhöhen fördert das BMEL durch den Projektträger FNR Vorhaben in folgenden Bereichen:

  • Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur energetischen und emissionsmindernden Nutzung von Wirtschaftsdüngern in Biogasanlagen
  • Modell- und Demonstrationsvorhaben zur Erhöhung des Anteils von Wirtschaftsdüngern in Biogasanlagen
  • Investitionen in emissionsmindernde Maßnahmen zur Vergärung von Wirtschaftsdüngern

 

Die Mittel werden aus dem Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“ (EKF) der Bundesregierung bereitgestellt.

Biogasanlage zur Güllevergärung, Quelle: NQ-Anlagentechnik GmbH

Biogasanlage zur Güllevergärung, Quelle: NQ-Anlagentechnik GmbH

Aktuelle Förderrichtlinie des BMEL: Investitionen in emissionsmindernde Maßnahmen bei der Vergärung von Wirtschaftsdüngern

Das BMEL hat am 1. Februar 2022 die „Richtlinie zur Förderung von Investitionen in emissionsmindernde Maßnahmen bei der Vergärung von Wirtschaftsdüngern“ veröffentlicht. Ziel ist die Unterstützung von Biogasanlagenbetreibern bei Investitionen im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes, insbesondere von emissionsmindernden Biogas-Technologien. Mit der Förderung will die Bundesregierung den Anteil an Wirtschaftsdüngern in Biogasanlagen deutlich erhöhen, um klimarelevante Emissionen aus der Tierhaltung zu reduzieren.

Gefördert werden z. B. die Abdeckungen von Gärrestlagern, die Umrüstung von Bestandsanlagen, spezifische Anlagenteile für Biogas-Neuanlagen oder investitionsbegleitende Maßnahmen. Die nicht rückzahlbare Zuwendung bedingt eine unabhängige sachkundige Begleitung.

Die Förderung ist auf 200.000 € pro Unternehmen und Investitionsvorhaben begrenzt. Dabei ist die Förderhöhe abhängig von der Unternehmensgröße: Klein- und Kleinstunternehmen können bis zu 40 %, mittlere Unternehmen bis zu 25 % und Großunternehmen bis zu 10 % der förderfähigen Investitionssumme erhalten. Bei erheblicher Steigerung des Wirtschaftsdüngeranteils nach den Vorgaben der Richtlinie kann die Förderung um weitere 10 Prozentpunkte erhöht werden. Für die gasdichte Abdeckung von Gärrestlagern beträgt die Förderhöhe unabhängig von der Unternehmensgröße 40 % der Investitionssumme.

Die Mittel werden aus dem Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“ bereitgestellt.

Die Antragstellung erfolgt bei FNR über das elektronische Antragssystem easy-Online.

Antragsfristen

  • Investitionen für bauliche Maßnahmen: 31.12.2023
  • alle anderen Maßnahmen: 30.6.2024
Güllekleinanlage, Quelle: bwe Energiesysteme GmbH & Co. KG

Güllekleinanlage, Quelle: bwe Energiesysteme GmbH & Co. KG

Regenerative Biokraftstoffe

Gemeinsam mit dem Projektträger VDI/VDE Innovation + Technik GmbH betreut die FNR die Förderrichtlinie zur Entwicklung regenerativer Kraftstoffe des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV). Die Richtlinie zielt vor allem auf Forschungs-, Demonstrations- und Pilotvorhaben ab, in ihrem Rahmen wird auch der Markthochlauf fortschrittlicher Biokraftstoffe unterstützt.

Biogasanlagen können erneuerbares Kohlendioxid für die Herstellung von PtL-Kraftstoffen liefern. Quelle: Bertold Werkmann – adobe.stock.com

Biogasanlagen können erneuerbares Kohlendioxid für die Herstellung von PtL-Kraftstoffen liefern. Quelle: Bertold Werkmann – adobe.stock.com

Aktueller Förderaufruf des BMEL: Holzbasierte Plattenwerkstoffe auf Span- und Faserbasis

Klimawandel, Waldumbau, Preisdruck – die Holzwerkstoffindustrie ist aktuell mit diesen und vielen weiteren Herausforderungen konfrontiert. Mit dem Förderaufruf Holzbasierte Plattenwerkstoffe auf Span- und Faserbasis möchte das BMEL die Entwicklung von Lösungen für die aktuellen Herausforderungen der Holzwerkstoffindustrie unterstützen. Ziel des Förderaufrufes ist es, einen Mehrwert für die Industrie, Verbraucher und Verbraucherinnen sowie auch für den Klimaschutz zu generieren.

Einreichungsfrist für Skizzen: 31. März 2022

Gefördert aus: Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe

Basis für Holzwerkstoffe: Holzhackschnitzel, Späne und Sägemehl. Foto: FNR/S. Wildermann

Basis für Holzwerkstoffe: Holzhackschnitzel, Späne und Sägemehl. Foto: FNR/S. Wildermann

Aktueller Förderaufruf des BMEL: Nachwuchs-Forschergruppen zum Thema Torfminderung im Gartenbau

Das BMEL beabsichtigt, den akademischen Nachwuchs zum Thema Torfminderung im Gartenbau zu fördern: Unterstützung sollen mehrere Gruppen mit jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an Forschungseinrichtungen in Deutschland erhalten.

Bis 2030 sollen Erwerbsgärtner weitgehend auf Torf als Substratkomponente verzichten und Freizeitgärtner sogar schon einige Jahre vorher vollständig ohne den Stoff aus dem Moor auskommen. Dies sehen die Klimaschutzpläne der Bundesregierung vor. Um Forschung und Entwicklung zur Herstellung und zum Einsatz von Torfersatzstoffen voranzutreiben und den akademischen Nachwuchs zu diesem speziellen Thema zu fördern, hat das BMEL jetzt einen Aufruf gestartet. Gesucht werden Nachwuchsgruppen, die bis zu fünf Jahre zu Aspekten der Torfminderung im Gartenbau arbeiten.

Einreichungsfrist: 10.3.2022

Gefördert aus: Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“

Torfersatzstoffe haben andere Eigenschaften als Torf. Für den Torfausstieg im Gartenbau gilt es, noch viele Aspekte zu erforschen. Foto: Budimir Jevtic – stock.adobe.com

Torfersatzstoffe haben andere Eigenschaften als Torf. Für den Torfausstieg im Gartenbau gilt es, noch viele Aspekte zu erforschen. Foto: Budimir Jevtic – stock.adobe.com