Infobrief der FNR 02 / 2021: Projektträgerschaft

Nachhaltigkeitsprämie Wald

Stabile, naturnahe Wälder und ihre nachhaltige Bewirtschaftung schützen das Klima, sichern die Biodiversität und sind der wichtigste Erholungsort der Deutschen. Sie liefern den klimafreundlichen Rohstoff Holz und sichern Arbeit und Einkommen.

Extremer Wassermangel und massiver Borkenkäferbefall sowie Stürme und Waldbrände haben jedoch in den letzten Jahren zu großen Schäden in den deutschen Wäldern geführt. Die anhaltende Trockenheit seit dem Jahr 2018 hat auf 285.000 Hektar so große Schäden hinterlassen, dass sie wiederbewaldet werden müssen. Gleichzeitig haben die Kalamitäten seit Herbst 2017 bei Nadelstamm- und Industrieholz einen deutlichen Rückgang der Holzpreise zur Folge. Die Märkte sind von einem kaum noch absetzbaren Überangebot geprägt. Damit steht die heimische Forst- und Holzwirtschaft vor immensen Herausforderungen. Angesichts dieser Entwicklungen ist es gleichzeitig von zentraler Bedeutung, Wälder insgesamt langfristig auf den Klimawandel einzustellen.

Für den Erhalt und die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder stellt die Bundesregierung über das Konjunktur- und Zukunftspaket 500 Mio. Euro an Hilfen für die Waldbesitzer in Form einer flächenwirksamen Prämie zur Verfügung. Die „Nachhaltigkeitsprämie Wald“ kann von privaten und kommunalen Waldeigentümern bei der FNR beantragt werden. Alle erforderlichen Informationen und Unterlagen stehen auf der
Seite www.bundeswaldpraemie.de/ zur Verfügung.

Bundesministerin Julia Klöckner informierte beim Nationalen Waldgipfel Anfang Juni darüber, dass inzwischen 116.000 Anträge für die Bundeswaldprämie gestellt wurden. Die beantragte Fläche beläuft sich auf rund 5 Millionen Hektar Wald, also etwa 65 Prozent der 7,7 Millionen Hektar Körperschafts- und Privatwald.

Windwurffläche im sächsischen Zellwald. Private und kommunale Waldbesitzer können zur Aufarbeitung ihrer Schadflächen Unterstützung über die Bundeswaldprämie beantragen. Foto: FNR/M. Plothe

Windwurffläche im sächsischen Zellwald. Private und kommunale Waldbesitzer können zur Aufarbeitung ihrer Schadflächen Unterstützung über die Bundeswaldprämie beantragen. Foto: FNR/M. Plothe

Richtlinie zur Förderung des klimafreundlichen Bauens mit Holz

Das BMEL stellt bis zum Ende dieses Jahres Mittel zur Unterstützung des klimafreundlichen Bauens mit Holz bereit. Unternehmen und Cluster-Organisationen können Anträge auf Zuwendungen bei der FNR einreichen.

Förderfähig ist zum einen die Inanspruchnahme von Beratungsleistungen, die vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen die Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen, Verfahren und Dienstleistungen ermöglicht und zur unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit beim Bauen mit Holz führt.

Unternehmen sollen damit befähigt werden, Hemmnisse und Strukturnachteile beim klimafreundlichen Holzbau zu überwinden, ihren Material- und Energieaufwand zu optimieren sowie Umwelt- und Ökobilanzen in die Geschäftsabläufe zu integrieren. Unterstützt werden beispielsweise Beratungen zum seriellen und modularen Bauen oder zur Bewertung und Analyse der Rückbau- und Recyclingfähigkeit von Bauprodukten und Bauten.

Ein zweiter Förderschwerpunkt richtet sich auf die Unterstützung so genannter Innovationscluster. Bestehende oder neu zu gründende Zusammenschlüsse unabhängiger Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft sind förderfähig, wenn sie Unternehmen der kleinstrukturierten Branche Wege überbetrieblicher Zusammenarbeit eröffnen und Zugang zu Know-How und Transfer aktueller Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung beim klimafreundlichen Holzbau ermöglichen. Dazu gehören u. a. die Entwicklung von Weiterbildungskonzepten für Unternehmer etwa auf dem Gebiet der Digitalisierung, die Konzeptentwicklung zur Kooperation zwischen Hochschulen und Clusterunternehmen oder die Schaffung von Web-Plattformen zum Wissenstransfer aus der Holzforschung in die Unternehmen.

Inzwischen sind die ersten Projekte bewilligt worden, die Aufteilung wird in der Grafik sichtbar.

Förderrichtlinie „Klimafreundliches Bauen mit Holz“: Aufteilung der Fördermittel auf die Förderbereiche (Stand: 6.2021, Quelle: FNR)

Förderrichtlinie „Klimafreundliches Bauen mit Holz“: Aufteilung der Fördermittel auf die Förderbereiche (Stand: 6.2021, Quelle: FNR)

Maßnahmen zum Moorbodenschutz/Torfminderungsstrategie

Torf bildet sich in Mooren durch die Ablagerung nicht vollständig zersetzter Pflanzenbiomasse, zum Beispiel von Torfmoosen. Die so entstandenen Moorböden sind sehr kohlenstoffreich: Sie bedecken zwar nur knapp drei Prozent der Landfläche der Erde, binden jedoch mehr als doppelt so viel Kohlenstoff wie sämtliche Wälder auf der Welt zusammen. Damit sind Moorböden die mächtigsten terrestrischen Kohlenstoffspeicher, die wir haben.

Deutschland war einst ein Moorland: Ursprünglich waren 1,4 Millionen Hektar unseres Landes von Mooren bedeckt. Bis ins 20. Jahrhundert wurden 95 Prozent dieser Moore größtenteils für die Land- und Forstwirtschaft und den Torfabbau trockengelegt.

Dadurch gingen nicht nur wichtige Lebensräume vieler seltener Tier- und Pflanzenarten verloren, der Torfabbau hat zudem Auswirkungen auf das Klima: Durch die Trockenlegung von Mooren wird der Kohlenstoff aus dem Torf in Form des Treibhausgases CO2 im Laufe der Zeit freigesetzt. Die Verwendung von torfbasierten Erden trägt also zur Erderwärmung bei.

Dazu hat das BMEL jetzt im Rahmen des Klimaschutzprogramms 2030 der Bundesregierung die Torfminderungsstrategie aufgelegt, die ab 2021 eine Vielzahl von Maßnahmen ergreift, um die Verwendung von Torf insbesondere in Kultursubstraten zu reduzieren und durch geeignete Alternativen zu ersetzen.

Die FNR ist mit der Umsetzung von Teilen der Torfminderungsstrategie beauftragt und in die Entwicklung von Modell- und Demonstrationsvorhaben zum Torfersatz in den Bereichen Friedhofs- und Hobbygartenbau, die Zertifizierung von Torfersatzstoffen, die Fach- und Verbraucherinformation sowie in Maßnahmen der kulturbegleitenden Fachinformation der Gartenbaubetriebe eingebunden.

Bild: ©Leika production/stock.adobe.com

Bild: ©Leika production/stock.adobe.com

Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“

Für das Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ des BMEL stehen in diesem Jahr rund 90 Mio. € aus dem Bundeshaushalt zur Verfügung.

Mit Stand von Juni 2021 fördert das BMEL aus dem Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ 882 Vorhaben mit insgesamt 258 Mio. €.

Die Aufteilung der Projekte auf die Förderbereiche des Förderprogramms „Nachwachsende Rohstoffe“ erläutert die Grafik. Sie untergliedert den Förderbereich 3 „Biobasierte Produkte und Bioenergieträger“ in die Segmente „Energetische Konversion und Nutzung“ und „Stoffliche Konversion und Nutzung“. Zur Umsetzung des Förderprogramms hat das BMEL 12 Förderschwerpunkte veröffentlicht. Einen Überblick über alle aktuellen Forschungsvorhaben bietet die Projektdatenbank der FNR unter www.fnr.de/projektfoerderung/projektdatenbank-der-fnr .

Förderrichtlinie „Waldklimafonds“

Aus dem Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“ (EKF) stehen Mittel zur Verfügung, um das Erreichen der energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung zu unterstützen. Durch den im Rahmen des EKF vom BMEL und dem BMU gemeinsam eingesetzten Waldklimafonds werden Maßnahmen zum Erhalt und Ausbau des CO2-Minderungspotenzials von Wald und Holz sowie zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel gefördert. Für 2021 stellen das BMEL und das BMU 30 Millionen Euro für die Projektförderung aus dem Waldklimafonds bereit.

Derzeit werden über den Waldklimafonds 225 Projekte mit insgesamt rund 84 Mio. € gefördert. Die Aufteilung der Projekte auf die Förderbereiche im Waldklimafonds stellt die Grafik dar.

Ein Überblick über alle aktuellen Forschungsvorhaben im Waldklimafonds bietet die Darstellung unter www.waldklimafonds.de/foerderung/projektdatenbank.

Waldklimafonds: Aufteilung der Fördermittel auf die Förderbereiche (Stand: 6.2021, Quelle: FNR)

Waldklimafonds: Aufteilung der Fördermittel auf die Förderbereiche (Stand: 6.2021, Quelle: FNR)

Bundesregierung verlängert Unterstützung aus dem Waldklimafonds

BMEL und BMU haben die aktuelle Förderrichtlinie Waldklimafonds (WFK) bis zum 31. Dezember 2022 verlängert. Damit schaffen die beiden Bundesministerien die Voraussetzung für neue Projekte aus dem Waldklimafonds über den 30. Juni 2021 hinaus.

Mit dem Sondervermögen Energie- und Klimafonds (EKF) unterstützt die Bundesregierung Projekte zum Erreichen ihrer energie- und klimapolitischen Ziele. Der WKF wurde im Juni 2013 als Bestandteil des EKF gemeinsam von BMEL und BMU aufgelegt.

Seit dem Start des Waldklimafonds 2013 haben die beiden Bundesministerien 370 Projekte mit insgesamt 122 Millionen Euro gefördert. Konkret unterstützt werden Maßnahmen zum Erhalt und Ausbau des CO2-Minderungspotenzials von Wald und Holz sowie zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel.

Förderaufruf "Fachinformation für Gartenbaubetriebe zur Umstellung auf torfreduzierte und torffreie Kultursubstrate"

Der von der Bundesregierung angestrebte schrittweise Ausstieg aus der Torfverwendung wirft in den betroffenen rund 50.000 Gartenbaubetrieben viele Fragen auf. Bis 2030 soll der Ausstieg weitgehend geschafft sein. In etlichen der Unternehmen ist Torf aber momentan noch Hauptbestandteil von Substraten und Erden. „Gibt es genügend Ersatzstoffe in ausreichender Qualität? Welche Eigenschaften haben sie und welche Mischung ist für welche Kultur empfehlenswert?“ Diese und weitere Fragen brennen der Praxis auf den Nägeln. Hier setzt das BMEL mit den geplanten Fachstellen an: Sie sollen die Praxisbetriebe während ihrer gesamten Umstellungsphase betriebsindividuell begleiten und zu produktionstechnischen und betriebswirtschaftlichen Aspekten bei der Torfreduzierung informieren. Die Fachstellen fungieren dabei als Bindeglied zwischen Forschung und Praxis. Sie vermitteln Ergebnisse aus Modell- und Demonstrationsvorhaben und Versuchen von Bund und Ländereinrichtungen zur Torfminderung.

Um die Fachinformation effizient und einheitlich umzusetzen, wird das BMEL ein Konsortium über vier Jahre fördern. Einer der Partner übernimmt die Rolle des Gesamtkoordinators und ist auch für den Austausch mit weiteren Akteuren zuständig.

Einreichungsfrist für Skizzen: 23. Juli 2021

Gefördert aus: Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe

Aufruf "Nährstoffnachhaltigkeit - Langfristiger Erhalt der Standortqualität in Wäldern"

Waldböden versorgen die Bäume mit Nährstoffen, puffern Schadstoff- und Säureeinträge und liefern sauberes Trinkwasser. Für die Vitalität und das Wachstum der Bäume ist eine ausgewogene Versorgung der Waldböden mit den Hauptnährelementen Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium und Magnesium wichtige Voraussetzung.

Die Ergebnisse der zweiten Bodenzustandserhebung zeigen, dass Luftreinhaltung und flankierende forstliche Maßnahmen, wie z. B. der Umbau von Nadel- in Laub- und Mischwald, die Waldböden positiv beeinflusst haben. So spiegeln sich die Erfolge in geringeren Schwefel- und Bleigehalten in Nadeln und Blättern sowie einer verbesserten Calcium- und Magnesiumernährung der Bäume wider. Jedoch sind die Böden nach wie vor von einer anhaltenden Überversorgung mit Stickstoff geprägt.

Für die Produktion des nachwachsenden Rohstoffs Holz, den Naturhaushalt und den Klimaschutz sind Waldböden von zentraler Bedeutung. Bei einer negativen Nährstoffbilanz kommt es zu einer Verarmung und damit Verschlechterung des Bodens. Ziel einer umfassend nachhaltigen Forstwirtschaft muss es daher sein, die Biomassenutzung so zu gestalten, dass das Standortpotenzial der Waldböden dauerhaft erhalten bleibt. Dabei sind auch Erkenntnisse zu der erwarteten zukünftigen Entwicklung der Waldböden auf Grund des voranschreitenden Klimawandels und den damit veränderten Niederschlagsregimes und ggf. Änderungen in der Summe der zu erwartenden Niederschlagsmengen einzubeziehen.

Einreichungsfrist für Skizzen: 30. Juni 2021

Gefördert aus: Waldklimafonds