Infobrief der FNR 02/2022: 

Aktueller Förderaufruf für Modell- und Demonstrationsvorhaben im Bereich Agroforst

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat am 2. Mai einen Förderaufruf zu Modell- und Demonstrationsvorhaben im Bereich Agroforstsysteme veröffentlicht. Der Aufruf ist bis zum 31.8.22 befristet.

Der Begriff Agroforstsystem beschreibt den streifenförmigen Anbau von Gehölzen auf Acker- oder Grünland. Je nach Ausgestaltung liefern die Gehölze Wert- oder Brennholz oder Nahrungsmittel.

Mit dem Förderaufruf möchte das BMEL entsprechende Modell- und Demonstrationsvorhaben als Blaupausen für weitere Standorte bereitstellen. Der Aufruf deckt drei Bereiche ab: Zum einen zielt er auf den Aufbau eines deutschlandweiten „Demonstrationsnetzwerkes Agroforst“ in Modellregionen mit einer wissenschaftlichen Begleitung und Koordinierung. Im Förderbereich 2 will das BMEL die Anlage konkreter Agroforstsysteme in diesen Modellregionen unterstützen. Der 3. Förderbereich hebt schließlich auf die Verwertung der Holz-Biomasse ab.

Nicht zuletzt zielt der Förderaufruf auf Projektverbünde, die die Wertschöpfungskette vom Gehölzanbau bis zur Holzverwertung abbilden. Um die Bildung solcher Verbünde zu unterstützen, richtet die FNR eine Partnerbörse ein. Hier können sich alle interessierten Akteure mit ihrem Schwerpunkt und Standort verzeichnen.

Agroforstsystem mit Pappeln und Erlen in der Aue des Odenbachs in Rheinland-Pfalz: Energieholz, Hochwasserschutz und Artenvielfalt. Foto: F. Wagener/IfaS

Agroforstsystem mit Pappeln und Erlen in der Aue des Odenbachs in Rheinland-Pfalz: Energieholz, Hochwasserschutz und Artenvielfalt. Foto: F. Wagener/IfaS

 

Effizienter Arzneipflanzentrockner für Einsteiger

Die Firma Innotech und die Universität Hohenheim haben einen modularen Trockner für Arznei- und Gewürzpflanzen entwickelt, der sich für kleinere Mengen, einen dezentralen Betrieb und damit auch für Einsteiger eignet. Haupt- und Erweiterungsmodul des Trockners bieten zusammen eine Stellfläche von gut 13 m2 für stapelfähige Trocknungsboxen. Mit diesen lässt sich die Kapazität sehr flexibel anpassen; insgesamt fasst der Trockner Erntegut von bis zu 3 Hektar. Als Energiequelle eignen sich sowohl konventionelle als auch erneuerbare Energieträger.

Tests mit Luzerne zeigten gleichmäßige Trocknungsergebnisse bei einem Gesamtenergieverbrauch von 1,2 bis 1,9 kWh pro kg verdunstetem Wasser. Damit ist der Trockner deutlich energieeffizienter als herkömmliche Flachbetttrockner (4 bis 5 kWh/kg H2O) oder Bandtrockner (ca. 2 kWh/kg H2O). Innotech will die Neuentwicklung voraussichtlich ab Juli 2022 auf den Markt bringen.

Trocknungsboxen im Inneren des Trockners. Foto: Uni Hohenheim / Ziba Barati

Trocknungsboxen im Inneren des Trockners. Foto: Uni Hohenheim / Ziba Barati

Anbau nachwachsender Rohstoffe 2021 konstant

Die Anbaufläche für nachwachsende Rohstoffe (Nawaro) in Deutschland umfasste 2021 geschätzte 2,63 Millionen Hektar und bewegt sich damit auf weitgehend konstantem Niveau.

Den Löwenanteil der Anbaufläche nahmen mit 1,57 Mio. Hektar die Energiepflanzen für Biogasanlagen ein. Der Maisanteil auf dieser Fläche liegt bei 56 Prozent, es folgen Getreide, Gräser und Zuckerrüben.

Die Rapsanbaufläche für stoffliche und energetische Nutzungen stieg nach einem Tiefstand in 2020 wieder auf knapp 600.000 Hektar an, ist aber von dem großen Flächenumfang früherer Jahre weit entfernt.

Weitgehend stabil blieben die Anbauflächen für Festbrennstoffe vom Acker (Miscanthus, schnellwachsende Baumarten) sowie für stärke-, zucker-, öl- oder wirkstoffliefernde Pflanzen für technische Zwecke und Phytopharmaka.

Zuwächse gab es bei kleinen Kulturen: So legte die Durchwachsene Silphie als alternative Biogas-Energiepflanze von 3.500 auf rund 10.000 Hektar deutlich zu und auch bei Pflanzenfasern für die stoffliche Nutzung hielt der positive Trend an, die Anbaufläche wuchs von knapp 1.500 Hektar in 2015 auf inzwischen rund 6.500 Hektar.

Quelle: FNR

Quelle: FNR

FNR auf 36. Deutschem Naturschutztag 2022

Vom 28. Juni bis 2. Juli ist die FNR erstmals in Präsenz mit einem Infostand auf dem 36. Deutschen Naturschutztag (DNT) in Hannover vertreten. Der DNT ist der nach eigenen Angaben größte Naturschutzkongress Deutschlands, er wird vom Bundesverband Beruflicher Naturschutz, vom Bundesamt für Naturschutz, vom Deutschen Naturschutzring und vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz veranstaltet. In diesem Jahr lautet das Motto „Natur. Landnutzung. Klima“. In diesem Spannungsfeld lassen sich auch die nachwachsenden Rohstoffe verorten. Fragen der Biodiversität, des Gewässer-, Boden- und Klimaschutzes spielen beim Anbau von Energie- und Industriepflanzen oder in der Forst- und Holzwirtschaft eine zentrale Rolle. NawaRos bieten hier durchaus auch Lösungsansätze. Neben den Fördermöglichkeiten des Waldklimafonds nehmen wir insbesondere die Themen alternative Energie- und Rohstoffpflanzen, Agroforstsysteme und Paludikulturen mit.