Infobrief der FNR 03 / 2020: Holz

Recyclinggerechte Verwendung von Holz

Das BMEL startete am 1. Oktober 2020 über das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe den Förderaufruf „Recyclinggerechte Verwendung von Holz“.

Der Förderaufruf zielt ab auf branchenübergreifende Lösungen im Cluster Forst und Holz, die einen Mehrwert für ressourceneffizienten Materialeinsatz, Kreislaufwirtschaft und damit für den Klimaschutz erzielen. Einbezogen werden soll die gesamte Wertschöpfungskette. Lösungsansätze aus dem Bereich der Digitalisierung und Industrie 4.0 sind dabei zu berücksichtigen.

Gefördert werden Vorhaben in zwei Modulen:

  • Design for Recycling
  • Strategien und Techniken zur Erhöhung des stofflich verwertbaren Altholzaufkommens und des Altholzeinsatzes.

Einreichungsfrist für Skizzen: 31. März 2021

Gefördert aus: Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe

Rohholzhandel: Rahmenvereinbarung aktualisiert

Die Dachverbände Deutscher Forstwirtschaftsrat (DFWR) und Deutscher Holzwirtschaftsrat (DHWR) veröffentlichen zum 1. Juli 2020 die dritte aktualisierte Auflage der Rahmenvereinbarung für den Rohholzhandel in Deutschland (RVR). Die erstmals von der FNR herausgegebene Broschüre wird ergänzt um aktualisierte Sortiermerkblätter im Online- und Printformat.

Die aktualisierte Rahmenvereinbarung regelt unter anderem die qualitative Bewertung von Fichten- und Tannenstammholz, das mit rindenbrütenden Borkenkäfern befallen ist, neu. Weiterhin gelten neue Grenzwerte für das Kriterium der Abholzigkeit im Nadelstammholz. Hierbei wird nun außerdem zwischen den Sorten Stammholz-lang und Stammholz-Abschnitte unterschieden. Die der Neuregelung der Abholzigkeit zugrundeliegenden Analysen wurden von den wissenschaftlichen Beratern des Ständigen Ausschusses zur RVR (StA RVR) der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg und der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg vorgenommen.

Die aktualisierte Rahmenvereinbarung und die überarbeiteten Sortiermerkblätter für Stammholz können über die Mediathek der FNR bezogen werden.

Die aktualisierte Rahmenvereinbarung und die überarbeiteten Sortiermerkblätter für Stammholz können über die Mediathek der FNR bezogen werden.

Marktpotenziale von Laubholzprodukten

Die Broschüre basiert auf dem Forschungsvorhaben „Marktpotenziale von Laubholzprodukten aus technisch-wirtschaftlicher und marktstruktureller Sicht – Laubholz-Produktmärkte“ von PD Dr. Marcus Knauf unter Mitwirkung von Prof. Dr. Arno Frühwald.

Das Forschungsvorhaben identifizierte Marktpotenziale von Produkten aus Laubholz. Dabei wurden Produktbereiche, in denen Laubholz gegenüber Nadelholz konkurrenzfähig ist oder Nadelholz ergänzen kann, analysiert. Die Analysen fanden auf Basis von amtlichen Statistiken, veröffentlichten Marktstudien, Literatur, eigenen Erfahrungen der Autoren und Befragungen von Experten statt.

Bereits heute wird in Deutschland fast doppelt so viel Laubholz bereitgestellt wie vor 20 Jahren. Buche und Eiche sind mit einem Anteil von 70 % die dominierenden Laubbaumarten. In der Holzverwendung gibt es erhebliche Potenziale, das anfallende Laubindustrieholz stofflich zu nutzen.

Allerdings verdeutlicht die Studie auch, dass Laubholz nur in begrenztem Umfang Nadelholz ersetzen kann. Die Holzwirtschaft mit der Schlüsselverwendung des Bauens mit Holz ist auf Nadelholz angewiesen. Die Vielzahl der Holzarten bei Laubholz mit ihren stark unterschiedlichen Eigenschaften erschweren die Standardisierung. Die Bearbeitung ist zudem meist technisch aufwändiger und verursacht höhere Kosten.

Um die Potenziale der Laubholzverwendung weiterzuentwickeln, empfehlen die Autoren den Unternehmen unter anderem mehr Mut und Innovation beim Auf- und Ausbau von auf die Laubholznutzung spezialisierten Fertigungsprozessen. Zudem sind eine absatzfördernde Branchenkommunikation und Marketing für heimisches Laubholz entscheidend für das Käuferverhalten.

Die Broschüre „Laubholz-Produktmärkte“ ist in der Mediathek abrufbar. Quelle: FNR

Die Broschüre „Laubholz-Produktmärkte“ ist in der Mediathek abrufbar. Quelle: FNR

Holzmöbel aus dem 3D-Drucker

Das vom BMEL geförderte Verbundvorhaben „3D-Druck von Möbeln aus Restholz. Nutzung spanförmiger Reststoffe aus der Holzindustrie für das Liquid Deposition Modeling“ kurz „addwood“ untersucht, ob die additive Fertigung, bei der Material Schicht für Schicht aufgetragen und so dreidimensionale Gegenstände erzeugt werden, auch für die Herstellung holzbasierter Möbel Chancen bietet.

Ein Wissenschaftskonsortium aus Technischer Universität Dresden und Westsächsischer Hochschule Zwickau setzt naturbelassene Späne aus der holzverarbeitenden Industrie für einen neuen, ressourceneffizienten Forschungsansatz ein. Entwickelt werden soll ein Werkstoff für den 3D-Druck. Die Projektpartner verfolgen das Ziel, Gestaltungsentwürfe für Möbelprototypen klimafreundlich zu erstellen und an die ökonomischen und technischen Anforderungen des Möbelmarktes anzupassen.

Im Vergleich zu bisher angewandten Verfahren konnte der maximale Holzgehalt durch das angewandte Fertigungsverfahren Liquid Deposition Modeling (LDM) im Material von 40 Prozent auf fast 90 Prozent erhöht werden – ein großer Erfolg in puncto Nachhaltigkeit. Mit der Wahl des Bindemittels Methylcellulose auf Holzbasis schafften die Wissenschaftler schließlich eine zu 100 Prozent auf nachwachsenden Rohstoffen basierende 3D-Druck-Mischung.

Der assoziierte Praxispartner und Möbelhersteller Freistil produziert anschließend Prototypen aus dessen Produktsortiment und bewertet deren Marktfähigkeit.

Versuchskörper wie dieser werden zur Ermittlung der Parameter für das Extrusionsverhalten der pastösen Holzmasse angefertigt, um die angestrebten Fertigungseinstellungen – etwa Düsengröße, Schichthöhe und Druckgeschwindigkeit – auf einen größeren Drucker übertragen und Objekte in der endgültigen Größe zu erzeugen. Foto: Uwe Bodenschatz

Versuchskörper wie dieser werden zur Ermittlung der Parameter für das Extrusionsverhalten der pastösen Holzmasse angefertigt, um die angestrebten Fertigungseinstellungen – etwa Düsengröße, Schichthöhe und Druckgeschwindigkeit – auf einen größeren Drucker übertragen und Objekte in der endgültigen Größe zu erzeugen. Foto: Uwe Bodenschatz

 

Verwendung von schwachem Laubholz für die Produktion von Brettsperrholz

Minderwertiges Laubschwachholz findet bislang aufgrund seines Stammdurchmessers und seiner geometrischen Form für standardisierte Anwendungen des konstruktiven Holzbaus keine Anwendung. Ein Konsortium, bestehend aus dem Holzkompetenzzentrum Trier in Kooperation mit der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF) Rheinland-Pfalz, der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) Baden-Württemberg sowie der Hochschule Mainz, wollen Eichenschwachholz durch neue Verfahren in eine langlebige, hochwertige Nutzung überführen: Sie entwickeln und erproben eine neue Prozesskette, bei der die Konstruktion von Bauwerken flexibel an das jeweilige Holzangebot angepasst wird.

Für die Untersuchungen wird Eichenholz mit einem Mittendurchmesser von 20-24 cm aus Erst- oder Zweitdurchforstung verwendet. Auf energieintensive Trocknungsprozesse und zu lange Transportwege wird im Projekt verzichtet, um eine günstigere Gesamtenergiebilanz zu erzielen.

Am Ende des Projektes sollen die Weichen zur Verwendung von Eichenschwachholz für eine höherwertige Nutzung im Bausektor gestellt sein, um diese bislang stofflich kaum genutzten und problematischen Rohholzsortimente einer mehrstufigen Kaskadennutzung zuzuführen.

Öffentliche Online-Statustagung zur Charta für Holz 2.0 am 28. April 2021

Die zweite Statustagung Charta für Holz 2.0 findet am 28.4.21 erstmals als Hybrid-Veranstaltung statt. Ziel der Tagung ist es, im Dialog mit Interessensvertretern der Forst- und Holzbranche, der Politik und der Wissenschaft sowie interessierten Kreisen den erreichten Arbeitsstand im Charta-Dialogprozess zu diskutieren und kritisch zu bewerten sowie konstruktive Vorschläge zur Weiterentwicklung der Charta zu erarbeiten. Teilnehmer haben die Möglichkeit, ihre Ideen und Empfehlungen per Live-Chat einzubringen. Informationen zum Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung werden zeitnah auf der Website der Charta für Holz 2.0 veröffentlicht.

Online-Seminarreihe „Auf Zukunftskurs: Öffentliches Bauen mit Holz“

Nach der erfolgreichen Auftaktveranstaltung im Februar in Mainz sollte die Seminarreihe „Holzbau im öffentlichen Raum“, die die FNR gemeinsam mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) gestartet hat, mit weiteren regionalen Veranstaltungen fortgeführt werden. Aufgrund der Situation der vergangenen Monate mussten jedoch alle Termine für 2020 abgesagt werden.

In Anbetracht der Corona-Situation wird die Seminarreihe in 2021 unter dem neuen Namen „Auf Zukunftskurs: Öffentliches Bauen mit Holz“ in Form von Onlineveranstaltungen fortgesetzt. Für das neue Format konnten der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag und der Informationsverein Holz e.V. als unterstützende Partner gewonnen werden. Das Programm der Onlineveranstaltungen umfasst Vorträge zu Best-Practice-Beispielen aus dem Holzbau, Wissenswertes zum Vergaberecht und Erfahrungsberichte aus der Praxis.

Die erste Onlineveranstaltung findet im März 2021 statt. Weitere Informationen finden Sie unter: https://veranstaltungen.fnr.de/holzbau/

Bauen mit Holz: Thünen Report 78 zu Rahmenbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten veröffentlicht

Der Thünen Report 78 zur „Entwicklung der Rahmenbedingungen für das Bauen mit Holz in Deutschland“ gibt einen aktuellen Überblick über die gesamte Holzbaubranche. Fazit: die Rahmenbedingungen für das Bauen mit Holz haben sich in den letzten Jahren spürbar verbessert, aber zugleich besteht weiteres Potenzial. Dabei beleuchten die Autoren ganz unterschiedliche Aspekte des Holzbaus – von der Vorbildfunktion der öffentlichen Hand über den Wissenstransfer in die Praxis bis hin zu den rechtlichen Regelungen und der Nachwuchssicherung im Cluster, um nur einige zu nennen. Das Thünen-Institut für Holzforschung begleitet und evaluiert den Prozess zur Charta für Holz 2.0 wissenschaftlich. Der Report ist online in der Mediathek der Charta-für-Holz-Webseite abrufbar.