Infobrief der FNR 03 / 2020: Projektträgerschaft

Nachhaltigkeitsprämie Wald

Stabile, naturnahe Wälder und ihre nachhaltige Bewirtschaftung schützen das Klima, sichern die Biodiversität und sind der wichtigste Erholungsort der Deutschen. Sie liefern den klimafreundlichen Rohstoff Holz und sichern Arbeit und Einkommen.

Extremer Wassermangel und massiver Borkenkäferbefall sowie Stürme und Waldbrände haben jedoch in den letzten Jahren zu großen Schäden in den deutschen Wäldern geführt. Die anhaltende Trockenheit seit dem Jahr 2018 hat auf 285.000 Hektar so große Schäden hinterlassen, dass sie wiederbewaldet werden müssen. Gleichzeitig haben die Kalamitäten seit Herbst 2017 bei Nadelstamm- und Industrieholz einen deutlichen Rückgang der Holzpreise zur Folge. Die Märkte sind von einem kaum noch absetzbaren Überangebot geprägt. Damit steht die heimische Forst- und Holzwirtschaft vor immensen Herausforderungen.

Angesichts dieser Entwicklungen ist es gleichzeitig von zentraler Bedeutung, Wälder insgesamt langfristig auf den Klimawandel einzustellen.

Für den Erhalt und die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder stellt die Bundesregierung über das Konjunktur- und Zukunftspaket 500 Mio. Euro an Hilfen für die Waldbesitzer in Form einer flächenwirksamen Prämie zur Verfügung. Die „Nachhaltigkeitsprämie Wald“ kann von privaten und kommunalen Waldeigentümern bei der FNR beantragt werden. Das Antragsverfahren zur Auszahlung dieser Mittel an die Waldbesitzer*innen wird über die FNR abgewickelt. Alle erforderlichen Informationen und Unterlagen stehen auf der Seite https://www.bundeswaldpraemie.de/ zur Verfügung.

Waldsterben

In vielen Wäldern Deutschlands haben extreme Trockenheit und Hitze, gefolgt von massivem Borkenkäferbefall, zu großen Waldschäden geführt. (Bild: BMEL 2020)

Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“

Für das Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ des BMEL stehen in diesem Jahr rund 85 Mio. € aus dem Bundeshaushalt zur Verfügung.

Mit Stand vonNovember 2020 fördert das BMEL aus dem Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ 831 Vorhaben mit insgesamt237 Mio. €.

Die Aufteilung der Projekte auf die Förderbereiche des Förderprogramms „Nachwachsende Rohstoffe“ erläutert die Grafik. Sie untergliedert den Förderbereich 3 „Biobasierte Produkte und Bioenergieträger“ in die Segmente „Energetische Konversion und Nutzung“ und „Stoffliche Konversion und Nutzung“. Zur Umsetzung des Förderprogramms hat das BMEL 12 Förderschwerpunkte veröffentlicht. Einen Überblick über alle aktuellen Forschungsvorhaben bietet die Projektdatenbank der FNR unter https://www.fnr.de/projektfoerderung/projektdatenbank-der-fnr.

Förderrichtlinie „Waldklimafonds“

Aus dem Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“ (EKF) stehen Mittel zur Verfügung, um das Erreichen der energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung zu unterstützen. Durch den im Rahmen des EKF vom BMEL und dem BMU gemeinsam eingesetzten Waldklimafonds werden Maßnahmen zum Erhalt und Ausbau des CO2-Minderungspotenzials von Wald und Holz sowie zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel gefördert. Für 2020 stellen das BMEL und das BMU 25 Millionen Euro für die Projektförderung aus dem Waldklimafonds bereit.

Derzeit werden über den Waldklimafonds 205 Projekte mit insgesamt rund 73 Mio. € gefördert. Die Aufteilung der Projekte auf die Förderbereiche im Waldklimafonds stellt die Grafik dar.

Ein Überblick über alle aktuellen Forschungsvorhaben im Waldklimafonds bietet die Darstellung unter https://www.waldklimafonds.de/foerderung/projektdatenbank.

Deutsch-Brasilianische Bekanntmachung für Bioökonomievorhaben und Arzneipflanzen

Im Rahmen der Fördermaßnahme „Bioökonomie International 2021 – Deutschland-Brasilien“ sollen durch Förderung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten zu zentralen Fragestellungen der Bioökonomie aktive, tragfähige deutsch-brasilianische Kooperationen unterstützt werden. Neben den technologischen Aspekten und Entwicklungszielen im Kontext der Bioökonomie sind auch systemische Ansätze und sozioökonomische Aspekte von Bedeutung.

Die Bekanntmachung ist Teil einer gemeinsamen Förderinitiative des BMEL und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Das BMEL wird sich am internationalen Gesamtbudget der Bekanntmachung mit einem Betrag in Höhe von 1 Mio. Euro beteiligen.

Mit der vorliegenden Bekanntmachung sollen interdisziplinäre und innovative Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsvorhaben in Verbünden mit deutschen und brasilianischen Partnern im Rahmen eines Wettbewerbs ausgewählt und gefördert werden. Die Bekanntmachung zielt darauf ab, Forschung und Entwicklungsprojekte in den folgenden Bereichen zu fördern:

1. Industrielle Nutzung nachwachsender Rohstoffe

2. Arzneipflanzen

Einreichungsfrist für Skizzen: 19. März 2021

Gefördert aus: Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe

Recyclinggerechte Verwendung von Holz

Das BMEL startete am 1. Oktober 2020 über das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe den Förderaufruf „Recyclinggerechte Verwendung von Holz“.

Der Förderaufruf zielt ab auf branchenübergreifende Lösungen im Cluster Forst und Holz, die einen Mehrwert für ressourceneffizienten Materialeinsatz, Kreislaufwirtschaft und damit für den Klimaschutz erzielen. Einbezogen werden soll die gesamte Wertschöpfungskette. Lösungsansätze aus dem Bereich der Digitalisierung und Industrie 4.0 sind dabei zu berücksichtigen.

Gefördert werden Vorhaben in zwei Modulen:

  • Design for Recycling
  • Strategien und Techniken zur Erhöhung des stofflich verwertbaren Altholzaufkommens und des Altholzeinsatzes.

Einreichungsfrist für Skizzen: 31. März 2021

Gefördert aus: Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe

Neue Wege der Strom-basierten Konversion von biogenen Rohstoffen und der elektrochemischen Herstellung von biobasierten Produkten (Elektrosynthese)

Der Förderaufruf Elektrosynthese soll die Forschung und Entwicklung zur elektrochemischen Umwandlung von Biomasse vorantreiben.

Biomasse ist der zentrale Rohstoff für die von der Bundesregierung angestrebte post-fossile Wirtschaftsweise, die Bioökonomie. Für die Umwandlung der Biomasse weist die strombasierte, elektrochemische Konversion (Elektrosynthese) grundsätzlich interessante Potenziale auf. Vorteile von elektrochemischen Oxidations- oder Reduktionsmitteln gegenüber klassischen chemischen sind u. a. milde und gut kontrollierbare Reaktionen mit hoher Selektivität. Zudem kann die stoffliche Nutzung von erneuerbarem Überschussstrom helfen, die fluktuierenden Energiequellen Wind und Sonne auszugleichen. Noch aber ist die Herstellung biobasierter Produkte mittels Elektrolyse und anderer elektrochemischer Verfahren erst wenig erforscht.

Gefragt sind Projektideen zu innovativen Verfahren oder Weiterentwicklungen von Prozessen der Elektrosynthese, mit dem Ziel, chemische Zwischen- und Endprodukte wie Polymermonomere, Feinchemikalien, Werkstoffe, Komposite und Materialien aus Biomasse herzustellen. Dafür können alle Arten von Biomasse inklusive biogener Rest- und Abfallstoffe zum Einsatz kommen. Die Projekte sollten zudem auch eine Aufskalierung der Verfahren erlauben.

Einreichungsfrist für Skizzen: 18. Januar 2021

Gefördert aus: Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe

Förderaufruf Waldökophysiologie und Klimawandeleffekte

Der Förderaufruf „Waldökophysiologie und Klimawandeleffekte“ verfolgt das Ziel, mit transdisziplinären Forschungs-, Entwicklungs- und Modellprojekten umfassendes Basiswissen zum Erhalt und zur Gestaltung vitaler Wälder unter den Einflüssen des Klimawandels bereitzustellen. Er ist in drei Teilbereiche untergliedert:

  1. Modellhafte Projekte zur Demonstration von Waldbauverfahren zur Entwicklung klimaplastischer Mischwaldökosysteme und zur Verbesserung des Landschaftswasserhaushaltes,
  2. Modellhafte Projekte zur Weiterentwicklung und Ergänzung bestehender Monitoringsysteme als Pilotflächen für die wissenschaftliche Analyse der Klimawandelwirkung auf Waldökosysteme,
  3. Angewandte Forschung zur Identifikation der Waldvegetationspotenziale, zur Bewertung von Stressfaktoren, zur Identifikation klimaplastischer Baumarten bzw. Provenienzen, zur Feldphänotypisierung von Waldbaumarten als Züchtungsgrundlage incl. Neubewertung forstlicher Saatgutbestände und zur Ursache-Wirkung-Analyse aktueller Waldschäden.

Einreichungsfrist für Skizzen:

  1. 30. November 2020
  2. 28. Februar 2021

Gefördert aus: Waldklimafonds

Förderaufruf Energetische und emissionsmindernde Nutzung von Wirtschaftsdüngern

Methan – rund 25-mal klimawirksamer als CO2 – trägt in erheblichem Maß zu den Treibhausgas-Emissionen der Landwirtschaft bei. Allein die Wirtschaftsdünger, die bislang noch nicht als Substrat in Biogasanlagen genutzt werden, setzen jährlich rund 250.000 Tonnen Methan in Deutschland frei.

Auch wenn tierische Exkremente vergleichsweise wenig Energie enthalten, macht es aus Klimaschutzgründen Sinn, sie in Biogasanlagen zu vergären. Dort wird das Methan als Biogas energetisch genutzt und so quasi klimaunschädlich gemacht. Allerdings: Die leicht mobilisierbaren Wirtschaftsdüngermengen werden heute bereits überwiegend in Biogasanlagen verwertet.

Um diesen Anteil signifikant zu erhöhen, sind neue Konzepte und Rahmenbedingungen erforderlich. Dazu will das BMEL jetzt gezielt anwendungsnahe Forschungsprojekte unterstützen und definiert im aktuellen Förderaufruf diese 4 Schwerpunkte:

  • Entwicklung von Anlagentechnik und Vergärungsverfahren
  • Neue Technologien, Konzepte und Systeme zur Aktivierung des Rohstoffpotenzials
  • Emissionsminderung bei der Lagerung von Gülle inklusive alternativer Nutzung bzw. THG-neutrale Behandlung von anfallenden Lagergasen sowie
  • Gasbildungs- und Restgaspotenziale in Gülle- und Gärrestlagern.

Einreichungsfrist für Skizzen: 30. November 2020

Gefördert aus: Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“ der Bundesregierung

 

ERA-NET-Bioenergy: Aufruf „Entwicklung und Verbesserung von Biomasseumwandlungstechnologien zur Bereitstellung von Wärme für industrielle Prozesse“

Mit der aktuellen Bekanntmachung „Development and improvement of biomass conversion technologies for the provisioning of heat for industrial processes “ lädt ERA-NET Bioenergy Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus dem Bereich Bioenergie ein, länderübergreifende Projektvorschläge einzureichen. Gefördert werden Forschungsvorhaben, die die Dekarbonisierung der Industrie unterstützen und auf eine nachhaltige Bereitstellung von Bioenergie für Industriewärme zielen.

Projektträger und Ministerien aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Polen stellen für diesen Aufruf insgesamt ca. 2,5 Mio. € zur Verfügung. Deutschland unterstützt den Call mit insgesamt bis zu 500.000 € durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die FNR.

Einreichungsfrist für Skizzen: 26. Januar 2021, 13:00 Uhr

Gefördert aus: Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“