Infobrief der FNR 03 / 2021: Wald

Förderrichtlinie „Waldklimafonds“

Aus dem Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“ (EKF) stehen Mittel zur Verfügung, um das Erreichen der energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung zu unterstützen. Durch den im Rahmen des EKF vom BMEL und dem BMU gemeinsam eingesetzten Waldklimafonds werden Maßnahmen zum Erhalt und Ausbau des CO2-Minderungspotenzials von Wald und Holz sowie zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel gefördert. Für 2021 stellen das BMEL und das BMU 30 Millionen Euro für die Projektförderung aus dem Waldklimafonds bereit.

Derzeit werden über den Waldklimafonds 239 Projekte mit insgesamt rund 89 Mio. € gefördert. Die Aufteilung der Projekte auf die Förderbereiche im Waldklimafonds stellt die Grafik dar.

Ein Überblick über alle aktuellen Forschungsvorhaben im Waldklimafonds bietet die Darstellung unter www.waldklimafonds.de/foerderung/projektdatenbank.

Waldklimafonds: Aufteilung der Fördermittel auf die Förderbereiche

Waldklimafonds: Aufteilung der Fördermittel auf die Förderbereiche (Stand: 10.2021, Quelle: FNR)

Nachhaltigkeitsprämie Wald

Stabile, naturnahe Wälder und ihre nachhaltige Bewirtschaftung schützen das Klima, sichern die Biodiversität und sind der wichtigste Erholungsort der Deutschen. Sie liefern den klimafreundlichen Rohstoff Holz und sichern Arbeit und Einkommen.

Extremer Wassermangel und massiver Borkenkäferbefall sowie Stürme und Waldbrände haben jedoch in den letzten Jahren zu großen Schäden in den deutschen Wäldern geführt. Die anhaltende Trockenheit seit dem Jahr 2018 hat auf 285.000 Hektar so große Schäden hinterlassen, dass sie wiederbewaldet werden müssen. Gleichzeitig haben die Kalamitäten seit Herbst 2017 bei Nadelstamm- und Industrieholz einen deutlichen Rückgang der Holzpreise zur Folge. Die Märkte sind von einem kaum noch absetzbaren Überangebot geprägt. Damit steht die heimische Forst- und Holzwirtschaft vor immensen Herausforderungen. Angesichts dieser Entwicklungen ist es gleichzeitig von zentraler Bedeutung, Wälder insgesamt langfristig auf den Klimawandel einzustellen.

Für den Erhalt und die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder stellt die Bundesregierung über das Konjunktur- und Zukunftspaket 500 Mio. Euro an Hilfen für die Waldbesitzer in Form einer flächenwirksamen Prämie zur Verfügung. Die „Nachhaltigkeitsprämie Wald“ kann von privaten und kommunalen Waldeigentümern noch bis Ende Oktober bei der FNR beantragt werden. Alle erforderlichen Informationen und Unterlagen stehen auf der Seite https://www.bundeswaldpraemie.de/ zur Verfügung.

Bundesministerin Julia Klöckner informierte beim Nationalen Waldgipfel Anfang Juni darüber, dass inzwischen 116.000 Anträge für die Bundeswaldprämie gestellt wurden. Die beantragte Fläche beläuft sich auf rund 5 Millionen Hektar Wald, also etwa 65 Prozent der 7,7 Millionen Hektar Körperschafts- und Privatwald.

Nachhaltigkeitsprämie Wald - Link zum Programm

Bislang gingen über 20.000 Anträge zur Nachhaltigkeitsprämie Wald bei der FNR ein. Das Auszahlungsverfahren hat jetzt begonnen.

Bundesministerin Klöckner stellt Waldstrategie 2050 vor

Bundeswaldministerin Julia Klöckner hat am 7. September die Nationale Waldstrategie 2050 des BMEL gemeinsam mit Prof. Dr. Andreas Bolte, Leiter des Instituts für Waldökosysteme am Thünen-Institut, vorgestellt. Es geht vor allem darum, wie
•    die Wälder an den Klimawandel angepasst werden,
•    die Biodiversität besser geschützt wird,
•    eine nachhaltige Waldbewirtschaftung garantiert wird, die auch dafür sorgt, dass Holz und Holzprodukte dauerhaft CO2 speichern,
•    der Wald als wertvoller Erholungsort für die Bürgerinnen und Bürger erhalten bleibt und bei ihnen Bewusstsein für den Wert des Waldes geschaffen wird.

 

Waldstrategie 2050 (Quelle: BMEL)

Waldstrategie 2050 (Quelle: BMEL)

Die 4. Bundeswaldinventur

Alle zehn Jahre wird der Wald in Deutschland neu bewertet. Dazu sind seit April 2021 deutschlandweit etwa 100 Aufnahmetrupps mit speziell geschulten Forstleuten im Rahmen der 4. Bundeswaldinventur unterwegs. Die FNR hat einen Inventurtrupp begleitet und ein Infovideo erstellt.

Waldinventur

Waldinventur am 31.05.21 bei Neukloster (MV)

Klimaschutzleistung von Waldböden verbessern

Um zu erforschen, wie sich der Klimawandel auf die Kohlenstoff-Speicherfähigkeit von Waldböden naturnaher Buchenwälder auswirkt, unterstützen die Bundesministerien für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) das Projekt BENEATH mit knapp 1,8 Millionen Euro. Durchgeführt wird es von einem Team von Wissenschaftlern der Technischen Universität Dresden.

Uwe Feiler, Parlamentarischer Staatssekretär im BMEL (r.) überreichte den Förderbescheid für das Projekt BENEATH an Prof. Karsten Kalbitz von der TU Dresden. Die Projektbeteiligten werden Aspekte der Kohlenstoffspeicherung im Boden unter Buchenwäldern untersuchen. Foto: FNR/T. Gabriel

Uwe Feiler, Parlamentarischer Staatssekretär im BMEL (r.) überreichte den Förderbescheid für das Projekt BENEATH an Prof. Karsten Kalbitz von der TU Dresden. Die Projektbeteiligten werden Aspekte der Kohlenstoffspeicherung im Boden unter Buchenwäldern untersuchen. Foto: FNR/T. Gabriel

Borkenkäferbefall mit naturnahen Verfahren regulieren

In dem Vorhaben „bioProtect“, einem vierjährigen Waldklimafonds-Verbundprojekt, entwickelten und testeten Forschende verschiedene Verfahren der insektizidfreien Borkenkäferregulation. Die Ergebnisse des vom BMEL und dem BMU geförderten Projekts zeigen teilweise hohe Wirkungsgrade naturnaher Verfahren auf.

Verlockend – Falleninseln für die vergleichende Untersuchung von chemischen Botenstoffen: Im Waldklimafonds-Projekt Bioprotect haben Forschende naturnahe Lockstoffe für Borkenkäfer entwickelt. Foto: Professur für Waldschutz, TU Dresden

Verlockend – Falleninseln für die vergleichende Untersuchung von chemischen Botenstoffen: Im Waldklimafonds-Projekt Bioprotect haben Forschende naturnahe Lockstoffe für Borkenkäfer entwickelt. Foto: Professur für Waldschutz, TU Dresden

Deutlich weniger Wälder verbrannt

Die Waldbrandfläche in Deutschland machte im Jahr 2020 mit 368 Hektar weniger als ein Siebtel der Fläche von 2019 (2.711 ha) aus. Die Zahl der Waldbrände blieb dagegen mit 1.360 sehr hoch. Das zeigt, dass das Waldbrandmanagement wirkt.

Die Waldbrandfläche konnte deutlich verringert werden, die Zahl der Brände blieb aber hoch. Quelle: FNR

Die Waldbrandfläche konnte deutlich verringert werden, die Zahl der Brände blieb aber hoch. Quelle: FNR

Waldbrandbekämpfung aus der Luft

Zeitgerecht zur akuten Waldbrandgefahr veröffentlichen die Projektpartner von „Waldbrand-Klima-Resilienz“ eine erste Fachempfehlung rund um das Thema Waldbrandmanagement. Das Konsortium setzt internationale Expertise und Erfahrungen für Deutschland um – hierzulande ist Waldbrand ein neues, wachsendes Phänomen im Zuge des Klimawandels.

Titelbild: Waldbrandbekämpfung aus der Luft. Quelle: „Gabriela Rueda/EFI“

Titelbild: Waldbrandbekämpfung aus der Luft. Quelle: „Gabriela Rueda/EFI“

Alpenhumus in Bayerns Bergwäldern stabilisieren

Klimawandel und Waldbewirtschaftung können den Abbau der wertvollen Humusauflagen in den Bergwäldern der Bayerischen Kalkalpen beschleunigen. In einem von BMEL und BMU über den Waldklimafonds geförderten Verbundprojekt wurde der Kohlenstoffspeicher Alpenhumus untersucht und ein Konzept zur Humuspflege in Berg- und Schutzwäldern entwickelt.

Tangelhumusprofil über Hauptdolomit. Aufgenommen am Herzogstand westlich des Walchensees, 2017. Foto: Reger, Birgit

Tangelhumusprofil über Hauptdolomit. Aufgenommen am Herzogstand westlich des Walchensees, 2017. Foto: Reger, Birgit

Neues Inventurverfahren für Forstbetriebe

Im Forschungsprojekt Nowa IP der TU Dresden wurden die Leistungsschwerpunkte einer multifunktionalen Forstwirtschaft analysiert. Das vom BMEL geförderte Vorhaben brachte ein Planungsverfahren hervor, das es Forstbetrieben ermöglicht, Nutz-, Schutz-, und Erholungsfunktionen gleichermaßen zu berücksichtigen.

Ein Inventurtrupp bei der Datenerhebung für die Bundeswaldinventur an einem Probepunkt in einem Buchenbestand in Mecklenburg. Beim Forschungsprojekt Nowa IP wurde zur Bestandsinventur die Analyse von Bildelementen mit einbezogen, die an Probepunkten in alle Haupthimmelsrichtungen aufgenommen werden. Foto: FNR/Axel Schmidt

Ein Inventurtrupp bei der Datenerhebung für die Bundeswaldinventur an einem Probepunkt in einem Buchenbestand in Mecklenburg. Beim Forschungsprojekt Nowa IP wurde zur Bestandsinventur die Analyse von Bildelementen mit einbezogen, die an Probepunkten in alle Haupthimmelsrichtungen aufgenommen werden. Foto: FNR/Axel Schmidt

Lernfähige Software zur Eindämmung des illegalen Holzeinschlags

Mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Bilderkennungssysteme sollen künftig die Überprüfung der für die Herstellung von Papier und Faserplatten verwendeten Holzarten unterstützen, um den Handel mit illegal geschlagenem Holz effektiv zu unterbinden. Wissenschaftler des Johann Heinrich von Thünen-Instituts für Holzforschung und des Fraunhofer-Instituts für Techno- und Wirtschaftsmathematik (ITWM) sind seit Juni 2021 mit der Entwicklung automatisierter digitaler Bilderkennungssysteme zur Holzartenbestimmung befasst. Das Forschungsprojekt KI_Wood-ID wird vom BMEL gefördert.

Zellpräparat aus Eukalyptusholz zur Holzartenbestimmung. Je Probe aus Papier oder Faserstoffen müssen ca. 1000 Zellen verglichen werden. Foto: Thünen-Institut für Holzforschung/S. Helmling

Zellpräparat aus Eukalyptusholz zur Holzartenbestimmung. Je Probe aus Papier oder Faserstoffen müssen ca. 1000 Zellen verglichen werden. Foto: Thünen-Institut für Holzforschung/S. Helmling

Neue Wege für die Auwald-Bewirtschaftung

Mit Mitteln aus dem Waldklimafonds förderten BMEL und BMU die Erarbeitung eines Leitfadens für Waldbesitzer zum Umgang mit Auenwäldern. Der von der FNR herausgegebene „Leitfaden zur Auwaldbewirtschaftung“ steht jetzt zur Verfügung

Der neue Leitfaden zur Bewirtschaftung von Auwäldern ist beziehbar über die Mediathek der FNR. Quelle: FNR 2021

Der neue Leitfaden zur Bewirtschaftung von Auwäldern ist beziehbar über die Mediathek der FNR. Quelle: FNR 2021

Sortierkatalog für Nadelstammholz nach RVR erscheint im Printformat

Die Dachverbände Deutscher Forstwirtschaftsrat (DFWR) und Deutscher Holzwirtschaftsrat (DHWR) haben im Frühjahr 2021 einen Katalog zur Sortierung von Nadelstammholz gemäß der Rahmenvereinbarung für den Rohholzhandel in Deutschland (RVR) veröffentlicht. Die FNR gibt den Katalog nun erstmals im Printformat heraus.

Der Sortierkatalog Nadelstammholz nach RVR ist jetzt auch im Broschürenformat über die Mediathek der FNR zu beziehen. Quelle: FNR 2021

Der Sortierkatalog Nadelstammholz nach RVR ist jetzt auch im Broschürenformat über die Mediathek der FNR zu beziehen. Quelle: FNR 2021

Eschentriebsterben: Boniturschlüssel erleichtert Erfassung von Schadsymptomen

Ein neuer Leitfaden standardisiert den Schadzustand bei Eschen und erleichtert so die Forschungsarbeiten zum Eschentriebsterben. Das im Projekt FraxForFuture entwickelte Handbuch „Eschentriebsterben – Kriterien zur Schadensbonitur an Eschen“ kann über die Website der FNR bestellt werden und steht dort ebenfalls als Download zur Verfügung. Das Verbundprojekt FraxForFuture wird vom BMEL und dem BMU aus dem Waldklimafonds gefördert.

Der Grundstein für umfangreiche Forschung zum Eschentriebsterben ist ein einheitliches Monitoring. Dieser Grundstein wurde nun mit dem Handbuch „Eschentriebsterben – Kriterien zur Schadensbonitur an Eschen“ gelegt. Quelle: FNR

Titel des neuen Leitfadens “Eschentriebsterben – Kriterien zur Schadensbonitur. Quelle: FNR 2021