Infobrief der FNR 01/2023: 

Schulwettbewerb Torffrei Gärtnern 2022/23

Der bundesweite Schulwettbewerb „Torffrei gärtnern” ermöglicht es Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften, sich aktiv mit der Bedeutung von torffreien Produkten auseinanderzusetzen – sowohl für das Gärtnern und die Böden als auch für den Klima- und Moorschutz. Schulklassen oder Arbeitsgruppen von der 1. bis zur 10. Klasse (Grundschule und Sekundarstufe 1) sind bis Ende Mai 2023 dazu aufgerufen, selbst mit torffreier Erde zu gärtnern bzw. sich mit dem Thema Torfminderung zu befassen. Art, Inhalt und Umfang der Projekte sind dabei keine Grenzen gesetzt und können völlig frei gestalten werden.

Bundesweiter Schulwettbewerb des BMEL „Weniger Torf, Moor Schutz!“, Bild: ©Krakenimages.com – stock.adobe.com

Bundesweiter Schulwettbewerb des BMEL „Weniger Torf, Moor Schutz!“, Bild: ©Krakenimages.com – stock.adobe.com

Infografik: Moore - unsere größten Kohlenstoffspeicher

Die neue Infografik zeigt die unterschiedliche Speicherfähigkeit an Bodenkohlenstoff von verschiedenen Ökosystemen und verdeutlicht die enorme Bedeutung unserer Moore, die weltweit ca. 657 Mrd. Tonnen Kohlenstoff speichern.

Moore sind die kohlenstoffreichsten aller terrestrischen Ökosysteme der Welt, obwohl sie nur ca. 3 % der weltweiten Fläche bedecken. Intakte Moore wachsen im Durchschnitt ca. 1 mm pro Jahr. Eine 1 m mächtige Torfschicht ist somit ca. 1.000 Jahre alt. Wird dieser natürliche Zyklus gestört, entstehen enorme Mengen klimaschädlicher Treibhausgase. Der Moorbodenschutz spielt deshalb eine Schlüsselrolle für den Klimaschutz.

Moore - unsere größten Kohlenstoffspeicher

Moore - unsere größten Kohlenstoffspeicher

Workshop-Reihe Torfminderung: Handel im Wandel – Zukunft der Hobbyerden: Start am 21.3.23

Im Frühjahr 2023 gibt die FNR den Startschuss zur vierteiligen Workshopreihe zum Thema „Torfminderung – eine Branche im Wandel“. Der Fokus der Workshopreihe liegt auf den übergeordneten Herausforderungen der Torfminderung, die gemeinsame Lösungsansätze und das Zusammenwirken der verschiedenen Branchenvertreter erfordern. Als kooperierende Partner konnten wieder wichtige Branchenvertreter gewonnen werden. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, der Zentralverband Gartenbau (ZVG) sowie der Bundesverband der Einzelhandelsgärtner (BVE) des ZVG, der Industrieverband Gartenbau (IVG) sowie die Gütegemeinschaft Substrate (ggs) unterstützen die Workshopreihe. Die erste Online-Veranstaltung widmet sich am 21. März 2023 dem Thema „Handel im Wandel – Zukunft der Hobbyerden“.

Fotocollage zu torfreier Erde

Die vier Workshops nehmen sich den Herausforderungen der Torfminderung an (Quelle: FNR/ NINENII – stock.adobe.com)

Save the Date: Peatland Perspectives, Auftakt am 23. Mai

Die FNR plant 2023 die 3-teilige, englischsprachige Workshopreihe „Peatland Perspectives“, die zum fachlichen Austausch im Themengebiet Moorbodenschutz beitragen soll. Angesprochen sind insbesondere europäische Forschende. Der erste Termin am 23. Mai widmet sich dem Thema Paludikulturen. Bei den beiden nachfolgenden Workshops geht es dann um THG-Messungen und Kreislaufwirtschaft.

Die Veranstaltungsseite wird in Kürze veröffentlicht.

Moor

Foto: FNR/Maria Spittel

FNR-Workshops zum Thema Torfminderung in Europa

Im Auftrag des BMEL lädt die FNR am 4. und 25. April 2023 zu zwei Online-Workshops „Off the peat path - Alternative substrates for mushroom cultivation” und „Off the peat path - Wood fibres as an alternative to peat in substrates” ein.

Die beiden Workshops sind Folgeveranstaltungen des “Off the peat path - Suitability and availability of alternative substrates for peat use in European horticulture" Workshops vom 22. November 2022. Im Fokus der Veranstaltungen stehen der torfreduzierte Pilzanbau und Holzfaser als Torfersatz. Referierende aus Europa werden dazu Ihre Forschungsergebnisse vorstellen. In der Diskussion können sich Teilnehmende in die Debatte einbringen.

Mit den Veranstaltungen sollen der Wissenstransfer und die Vernetzung europäischer Forschender im Bereich Torfminderung weiterhin nachhaltig unterstützt werden.

Die Teilnahme an den englischsprachigen Workshops ist kostenfrei.

BMEL fördert Fachinformationsstellen zur Torfminderung

Die Torfminderungsstrategie des BMEL hat zum Ziel, den Torfeinsatz im Erwerbsgartenbau bis 2030 weitgehend zu reduzieren. Dabei soll den Gartenbaubetrieben intensiv unter die Arme gegriffen werden. Hierzu fördert das BMEL über den Projektträger FNR das Verbundvorhaben „Fachinformation für Gartenbaubetriebe zur Umstellung auf torffreie und torfreduzierte Kultursubstrate“, kurz FiniTo, unter Koordination der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Mit 6,2 Mio. Euro bis 2026 bietet das umfangreiche Vorhaben ein Unterstützungsangebot für die gesamte Branche. Es richtet sich an alle Gartenbau-Sparten: Zierpflanzen, Stauden, Baumschulgehölze, Beerenobst, Gemüsejungpflanzen, Topfkräuter und den Friedhofsgartenbau. Insgesamt fünf regionale Beratungsstellen begleiten künftig Gärtnereien, die weniger Torf einsetzen wollen, individuell. Zusätzlich werden drei überregional agierende Querschnittstellen eingerichtet, die übergeordnete Fragestellungen zu Substraten und betriebswirtschaftlichen Aspekten bearbeiten und den Wissenstransfer unterstützen.

Deutschlandkarte mit farblich gekennzeichneten Regionen

Fünf Fachstellen beraten Gartenbaubetriebe bundesweit zur Torfminderung

Saatgut für den Torfmoosanbau

Torfmoos-Paludikultur bietet die einzigartige Möglichkeit, die CO2-Emissionen aus den Moorböden durch Wiedervernässung auf null zu reduzieren, die Verwendung von fossilem Torf zu beenden und gleichzeitig die Verfügbarkeit von hochwertigen Substratrohstoffen für den Erwerbsgartenbau sicherzustellen. Der erste Teil in der Produktionskette beim Torfmoos-Anbau ist die Herstellung von Saatgut. Im geplanten Verbundprojekt MOOSsaat, koordiniert von der Universität Greifswald, soll der Herstellungsprozess etabliert werden, um im Anschluss kommerzialisiert werden zu können. Dafür ist die Entwicklung eines low-cost-Bioreaktors auf Basis der bisherigen Erfahrungen aus dem Vorgängerprojekt MOOSzucht geplant. Zukünftig kann die Saatgutproduktion dezentral in den Regionen erfolgen, die für den Torfmoos-Anbau geeignet sind (v. a. Hochmoorbereiche). Die angestrebten Projektergebnisse sollen zur Transformation hin zu einer klimaneutralen Moornutzung und Substratwirtschaft beitragen und so die Vorreiterrolle Deutschlands hinsichtlich Torfmoos-Anbau und der Produktion von Substraten stärken.

Der Anbau von Paludikulturen schützt das Klima. Zudem eignen sich Torfmoose als Ausgangsstoff für Kultursubstrate und Hobbyerden. Bildquelle: Greifswald Moor Centrum

Torfmoos-Paludikultur (Quelle: Greifswald Moor Centrum)

Blühstreifen-Biomasse als Torfersatz

Grüngut mit 4,2 Mio t/a und Blühstreifen sind erfolgversprechende Basismaterialien für die Produktion von Torfersatzstoffen. Durch hydrothermale Carbonisierung (HTC) lassen sich diese Materialien in torfähnliche, mikrobiell abbauresistente Materialien umwandeln. Im Rahmen des vom DBFZ koordinierten Vorhabens HYTORF II werden im Laborversuch zehn Varianten aus Grüngut bei 150–190 °C für 30–60 Minuten hydrothermal carbonisiert. Die Varianten werden geprüft und bewertet und die gartenbaulich beste Variante für einen Großversuch ausgewählt. Anhand der techno-ökonomischen und ökologischen Bewertung des Torfersatzstoffes auf Basis der HTC von Grüngut und der Ergebnisse aus den Untersuchungen werden entsprechende Handlungsempfehlungen abgeleitet.

Kornblumen an einem Getreidefeld

HYTORF II erforscht die hydrothermale Carbonisierung von Blühstreifen-Grüngut (Quelle: artfocus - stock.adobe.com)

Modell-und Demonstrationsvorhaben zum Einsatz torfreduzierter Substrate im Friedhofsgartenbau

Seit Oktober 2022 läuft ein neues Projekt zur Unterstützung der gärtnerischen Praxis beim Torfausstieg: Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) begleitet Friedhofsgärtnereien bei der schrittweisen Reduktion des Torfanteils in Graberden.

Das Modell- und Demonstrationsvorhaben TorfFrie wird bis 2025 vom BMEL im Rahmen des beschlossenen Torfausstiegs über den Projektträger FNR gefördert.

Im Rahmen des Projektes reduzieren vier Friedhofsgärtnereien den Torfeinsatz auf Modellflächen schrittweise bis möglichst auf null. Dabei dokumentieren sie die Optik, den Arbeits- und Materialaufwand und bewerten den Umstieg auf Torfersatzstoffe ökonomisch. Bei der Gestaltung der Demoflächen orientieren sich die Betriebe an den vom Bund deutscher Friedhofsgärtner herausgegebenen Richtlinien und Pflanzenempfehlungen. Dies stellt eine gute Übertragbarkeit der Ergebnisse sicher.

Petra Beerhalter – stock.adobe.com

Torffreie Grabgestaltung (Quelle: Petra Beerhalter – stock.adobe.com)