Infobrief der FNR 03/2023: 

Videoreportage Bioenergiedorf Moosach

In einer aktuellen Videoreportage wird das Bioenergiedorf Moosach vorgestellt. Die Gemeinde Moosach im Landkreis Ebersberg hat das Ziel, ab 2030 von fossiler Energie unabhängig zu sein. Moosach wird sich mit Strom und Wärme aus eigenen Ressourcen versorgen. Aus bürgerschaftlichem Engagement heraus, wurden dazu eine Wärmeversorgung auf Grundlage von Energieholz und Solarthermie geschaffen sowie Effizienzmaßnahmen und PV-Anlagen realisiert. In dieser Videoreportage erläutern Moosachs Bürgermeister und die beteiligten Akteure die Vorteile einer Nutzung von Sonne und Energieholz für die Wärmeversorgung sowie weitergehende Klimaschutzmaßnahmen.

Biogas-Speicherkraftwerke: flexibler Strom und kommunale Wärme aus heimischen Rohstoffen

Best-Practice-Videoreihe berichtet über flexible Biogasanlagen

In einer Videoreihe stellt die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) fünf Praxisbeispiele für zukunftsweisend flexibilisierte Biogasanlagen vor. Neben der am Bedarf orientierten Stromerzeugung fokussieren Biogas-Speicherkraftwerke auch auf nachhaltige Wärmenutzungskonzepte. Die Videos sind unter https://visuflex.fnr.de/beispiele/best-practice-beispiele bzw. auf dem YouTube-Kanal der FNR (https://www.youtube.com/@FNRVideos) veröffentlicht.

Speicherkraftwerke zeichnen sich dadurch aus, dass sie dank groß dimensionierter BHKW-Leistung und passend dazu ausgelegten Gas- und Wärmespeichern besonders hohe Leistung an wenigen Stunden des Tages liefern: Und zwar genau dann, wenn der Strombedarf hoch ist. Umgekehrt ruhen die Biogas-BHKWs, wenn die Sonne scheint und der Wind weht und machen…

Das Biogas-Speicherkraftwerk der Familie Wiggert in Löffingen im Hochschwarzwald. Bild: © Wolfram Wiggert

Das Biogas-Speicherkraftwerk der Familie Wiggert in Löffingen im Hochschwarzwald. Bild: © Wolfram Wiggert

Hochlast-Fermenter an Biogasanlagen erhöhen die Wirtschaftlichkeit

Forschungsprojekt legt Verfahrenskonzepte und Tool zur Wirtschaftlichkeitsberechnung vor

Forscher der Fachhochschule Münster (FH Münster) haben gemeinsam mit der Firma PlanET Biogastechnik GmbH ein Verfahren zur effizienten Vergärung flüssiger Rest- und Abfallstoffe aus Landwirtschaft und Industrie entwickelt. Danach kann ein zusätzlich installierter Hochlast-Fermenter an landwirtschaftlichen Biogasanlagen den herkömmlichen Rührkessel-Fermenter ergänzen und so bislang ungenutzte Biomassepotenziale erschließen.

Im Projekt wurden praxistaugliche Verfahrenskonzepte für Biogasanlagenbetreiber sowie Tools zur Ermittlung der Wirtschaftlichkeit erarbeitet.

Die Vergärung flüssiger Rest- und Abfallstoffe wie insbesondere Gülle stellt Biogasanlagenbetreiber aus verfahrenstechnischer Sicht vor große Herausforderungen. Der hohe Wassergehalt erfordert vergleichsweise große…

Forscher der FH Münster am Hochlastfermenter der Versuchsbiogasanlage in Saerbeck, Foto: Dr.-Ing. Elmar Brügging

Forscher der FH Münster am Hochlastfermenter der Versuchsbiogasanlage in Saerbeck, Foto: Dr.-Ing. Elmar Brügging

Netflex-Steuerung für Biogasanlagen: Sonnenstrom ergänzen, lokales Stromnetz entlasten, Netzausbaubedarf verringern

Simulationen ergeben große wirtschaftliche Vorteile gegenüber Grundlastbetrieb

Die Technische Hochschule Ingolstadt, die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und das Elektrotechnik-Unternehmen Burghart GmbH entwickelten im Projekt „Netflex“ eine selbstlernende Steuerung für Biogasanlagen, die den Betrieb in Kombination mit Photovoltaik (PV) in punkto Netzdienlichkeit und Wirtschaftlichkeit optimiert. Ein Test an der Praxisbiogasanlage Zellerfeld zeigte, dass das System grundsätzlich erfolgreich arbeitet. Limitierend wirken derzeit noch Prognosefehler bei der Leistungsvorhersage der PV-Anlage.

Das Vorhaben wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über den Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) gefördert.

Flexibilisierte Biogasanlagen könnten noch smarter agieren und das Stromnetz noch besser entlasten, wenn…

Ansicht einer Biogasanlage mit Photovoltaik-Anlage. Foto: count-pixel-stock-adobe.com

Die Netflex-Steuerung berücksichtigt neben wirtschaftlichen Aspekten den lokalen Strombedarf- und Wärmebedarf, Foto: count-pixel-stock-adobe.com

Lässt sich meine Biogasanlage nach Ende der EEG-Vergütung wirtschaftlich weiterbetreiben?

KTBL bietet Post-EEG-Rechner für die Praxis an

Im Vorhaben ProBiogas hat das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL) einen „Post-EEG-Rechner“ für Biogasanlagenbetreiber entwickelt. Die Betreiber können mit dem kostenlosen und kontinuierlich aktualisierten Tool berechnen, ob sich ihre Bestandsanlage nach Ende des 20-jährigen Vergütungszeitraums gemäß Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wirtschaftlich weiter betreiben lässt.

Gemeinsam mit der Universität Hohenheim und der Landwirtschaftskammer Niedersachsen hatte das KTBL in ProBiogas umfangreiche Berechnungen anhand von modellierten und Praxisanlagen zu verschiedenen Post-EEG-Strategien durchgeführt, allerdings 2021 – vor der Energiekrise. Heute würde man mit anderen Daten rechnen. So können Biogasbetreiber heute höhere Wärmebereitstellungspreise erzielen,…

Rohre für Nahwärmenetz, Foto: FNR/H. Hansen

In den 2021er Berechnungen war bei den meisten Modell- und Praxisanlagen die Ausweitung der Wärmeabgabe an externe Kunden die wirtschaftlich interessanteste Strategie. Eine der untersuchten Praxisanlagen müsste dazu eine Mikrogasleitung und ein neues Satelliten-BHKW bauen, weil es in direkter Umgebung keine Wärmeabnehmer gibt. Der Betreiber hätte dafür 2021 einen Wärmebereitstellungspreis von gut 9 Ct./kWh frei Biogas-BHKW verlangen müssen. Heute ist das problemlos möglich, allerdings sind auch die Kosten für den Bau von Wärmenetzen gestiegen.

Foto: FNR/H. Hansen

Posterausstellung zum Biogaskongress am 11. und 12. September 2023 in Bonn bietet Einblick in den aktuellen Stand der Forschung

Der 8. Kongress "Biogas in der Landwirtschaft - Stand und Perspektiven" wurde von einer digitalen Posterausstellung begleitet. Auf 39 Postern unterschiedlicher Institutionen präsentierten Wissenschaftler ihre aktuellen Forschungsergebnisse. Alle Poster sind auch auf der Website der FNR verfügbar und in sechs Themenbereiche untergliedert. Zu den einzelnen Beiträgen finden Sie jeweils das Poster, die Kurzbeschreibung und einen Ansprechpartner. Optional haben uns die Wissenschaftler auch Kurzvideos zur Erläuterung ihrer Poster zur Verfügung gestellt.

Verbundvorhaben: Kleine Anaerobanlagen zur Verwertung von Wirtschaftsdünger

Mit finanzieller Unterstützung des BMEL startet am 1. Oktober 2023 ein dreijähriges Verbundvorhaben zur Entwicklung und Erprobung von Biogaskleinanlagen zur Reduzierung von Methanemissionen aus Gülle und Mist in tierhaltenden landwirtschaftlichen Betrieben. Umgesetzt wird das Verbundvorhaben „Kleine Anaerobanlagen zur Verwertung von Wirtschaftsdünger (Akronym KLAWIR)“ von der Landesanstalt für Agrartechnik und Bioenergie an der Universität Hohenheim in Zusammenarbeit mit der Professur Sensorik an der Technischen Universität Dortmund, der Live Energies GmbH und dem renergie Allgäu e. V.

Zielsetzung dieses Modell- und Demonstrationsvorhabens ist die Entwicklung einer standardisierten und kostengünstigen Klein-Biogasanlage (BGA) zur einstufigen Güllevergärung. Die BGA soll mit einer elektrischen Leistung von weniger als 50 kW zur Vergärung von Flüssigmist für landwirtschaftliche Betriebe mit einem Tierbestand ab ca. 170 Großvieheinheiten geeignet sein. Der vollständig recycelbare Rührkesselreaktor wird in Holz-Sandwichbauweise gefertigt. Die BGA wird weitgehend digitalisiert sein, u. a. durch eine automatisierte Prozessdatenerfassung und Datenverarbeitung. Ein System zur Wärmerückgewinnung ist ein weiterer Bestandteil des Anlagenkonzeptes. Das Anlagenkonzept bietet ein sehr großes Übertragungspotenzial für eine Vielzahl von landwirtschaftlichen Betrieben, nicht nur in Deutschland. Die Güllekleinanlagen können dezentral Strom und Wärme bereitstellen und in bedeutender Weise zur Minderung von Treibhausgasemissionen im Sektor Landwirtschaft beitragen.

Links zu den Teilprojekten im Verbundvorhaben „Kleine Anaerobanlagen zur Verwertung von Wirtschaftsdünger“:

Grüne Wärme für Dörfer und Städte - Fernwärmenetze mit erneuerbaren Energien

Die FNR richtet in Partnerschaft mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund und dem Deutschen Landkreistag die Veranstaltungsreihe „Grüne Wärme für Dörfer und Städte“ aus. Am 8. November 2023 findet von 10:00 bis 12:00 Uhr ein Webinar zum Thema „Fernwärmeversorgung mit erneuerbaren Energien“ statt. Nutzen Sie die Gelegenheit, sich zu folgenden Aspekten zu informieren:

  • Klimaziele und Fernwärmeversorgung – Welchen Energieträgermix brauchen wir in Zukunft?
  • Wie wird Fernwärme im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) gefördert?
  • Praxisbeispiel: Absicherung von Biomassebrennstoffen - Energieholzanbau für die Fernwärmeversorgung in Berlin
  • Wirtschaftlichkeit von Biomethan-KWK-Fernwärmeprojekten
Online-Veranstaltungsreihe „Grüne Wärme für Dörfer und Städte“

Online-Veranstaltungsreihe „Grüne Wärme für Dörfer und Städte“; Quelle: FNR/Papenfuß

 

  • Online-Veranstaltungsreihe Grüne Wärme für Dörfer und Städte am 8. 11. 2023

Agritechnica vom 12. bis 18.11.2023 in Hannover

Vom 12. bis 18.11.2023 findet in Hannover die AGRITECHNICA - Weltleitmesse für Landtechnik - statt. Die FNR ist mit einem Messestand im Ausstellungsbereich „Technologie für Wald und Forst“ vertreten. Am Stand werden Lösungen für eine nachhaltige energetische Nutzung von Biomasse/biogenen Reststoffen, zum Beispiel zur Nahwärmeversorgung, sowie Innovationen für Wald und Forst präsentiert. Weiterhin werden aktuelle Ergebnisse aus den vom BMEL geförderten Projektvorhaben vorgestellt. Darüber hinaus wird an Hand des Bioenergiedorfmodells aufgezeigt, wie sich Bioenergiedörfer als Vorreiter der Energiewende entwickeln können.

Messestand der FNR auf der AGRITECHNICA in Hannover

Messestand der FNR auf der AGRITECHNICA in Hannover; Foto: FNR

 

Biogas Convention in Nürnberg

Vom 12. bis 14. Dezember 2023 findet in Nürnberg die Jahrestagung und Fachmesse "Biogas Convention & Trade Fair“ statt. Die Veranstaltung wird vom Fachverband Biogas e. V. und der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft e. V. organisiert. Fachmesse und Tagungsprogramm bieten einen Überblick über den aktuellen Stand der Biogasbranche und über Perspektiven für die künftige Entwicklung. Die FNR beteiligt sich mit einem Messestand und informiert über Fördermöglichkeiten bei Investitionen in emissionsmindernde Maßnahmen zur Vergärung von Wirtschaftsdüngern. Weiterhin werden ausgewählte FuE-und MuD-Projekte aus den vergangenen Förderaufrufen des BMEL vorgestellt.

Biogas Convention, Nürnberg: Foto Fachverband Biogas

Die Biogas Convention & Trade Fair findet aller zwei Jahre in Nürnberg statt, wegen der Corona-Pandemie 2021 nur online.

Biogas Infotage 2024 in Ulm

Der renergie Allgäu e. V. veranstaltet am 31. Januar und 1. Februar 2024 auf dem Gelände der Messe Ulm die „Biogas Infotage“. Die Veranstaltung gilt als größte Biogas-Fachmesse in Süddeutschland. Das Themenspektrum der Infotage reicht vom Pflanzenbau über Anlagentechnik, Fragen zu Ökonomie und Ökologie, Biochemie und Biologie bis hin zu Stand der Technik und gesetzlichen Rahmenbedingungen der Biogas-Branche. Begleitend findet ein Fachkongress statt. Die FNR ist mit einem Informationstand vertreten.

BiogasInfotage 2024

Am Stand des Vereins „renergie Allgäu e.V.“ - Veranstalter der BiogasInfotage 2024

Foto: renergie Allgäu e.V./Monica Lehmkuhl