Infobrief der FNR 02/2022: 

Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“

Im Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ unterstützt das BMEL mit Stand von Juni 2022 768 Vorhaben mit insgesamt 233 Mio. €.

Die Aufteilung der Projekte auf die Förderbereiche erläutert die Grafik. Sie untergliedert den Förderbereich „Biobasierte Produkte und Bioenergieträger“ in die Segmente „Energetische Konversion und Nutzung“ und „Stoffliche Konversion und Nutzung“. Zur Umsetzung des Förderprogramms hat das BMEL 12 Förderschwerpunkte veröffentlicht. Einen Überblick über alle aktuellen Forschungsvorhaben bietet die Projektdatenbank der FNR.

Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“: Aufteilung der Fördermittel 6/2022

Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“: Aufteilung der Fördermittel auf die Förderbereiche (Stand: 6.2022, Quelle: FNR)

Förderrichtlinie „Waldklimafonds“

Aus dem Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“ (EKF) stehen Mittel zur Verfügung, um das Erreichen der energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung zu unterstützen. Durch den im Rahmen des EKF vom BMEL und dem BMUV gemeinsam eingesetzten Waldklimafonds werden Maßnahmen zum Erhalt und Ausbau des CO2-Minderungspotenzials von Wald und Holz sowie zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel gefördert.

Derzeit werden über den Waldklimafonds 238 Projekte mit insgesamt rund 88 Mio. € gefördert. Die Aufteilung der Projekte auf die Förderbereiche im Waldklimafonds stellt die Grafik dar.

Ein Überblick über alle aktuellen Forschungsvorhaben im Waldklimafonds bietet die Darstellung in der Projektdatenbank.

Waldklimafonds: Aufteilung der Fördermittel 6/2022

Waldklimafonds: Aufteilung der Fördermittel auf die Förderbereiche (Stand: 6.2022, Quelle: FNR)

Maßnahmen zum Moorbodenschutz/Torfminderungsstrategie

Klimawirksame Maßnahmen zum Schutz von Moorböden sowie die Minderung des Einsatzes von Torf sind ein Bestandteil des Klimaschutzpaketes der Bundesregierung. Das BMEL stellt hierfür Mittel aus dem Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“ (EKF) zur Verfügung.

Die FNR ist vom BMEL beauftragt, die Förderung

  • von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur Torfminderung und zum Moorbodenschutz, aber auch
  • für Modell- und Demonstrationsvorhaben zum Torfersatz im Hobby- und Friedhofsgartenbau sowie zum Moorbodenschutz

als Projektträger zu betreuen. Mit Stand von Juni 2022 betreut die FNR 29 Projekte mit einem Fördermittelvolumen von 10,8 Mio. €. Die Fach- und Verbraucherinformation zum Thema Torfminderung rundet das Handlungsfeld der FNR ab.

Blumen pflanzen im Garten

Bild: ©Leika production/stock.adobe.com

Reduzierung der Emissionen aus Wirtschaftsdüngern

Tierische Exkremente wie Gülle, Jauche, Mist oder Hühnertrockenkot fallen in viehhaltenden Betrieben in erheblichen Mengen an und werden zu Düngezwecken überwiegend auf landwirtschaftliche Flächen ausgebracht. Durch die Lagerung und Ausbringung setzen sie in Deutschland jedoch klimarelevante Methanemissionen in einer Größenordnung von rund 5,8 Mio. t CO2-Äq. jährlich frei. Diese Emissionen gilt es im Sinne einer nachhaltigen, ressourcenschonenden und klimafreundlichen Landwirtschaft so weit wie möglich zu vermeiden.

Die Vergärung von Wirtschaftsdüngern in Biogasanlagen ist eine technisch und wirtschaftlich etablierte Lösung, um Methanemissionen aus der Tierhaltung zu reduzieren. Im Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung ist die verstärkte Wirtschaftsdüngervergärung als eine wichtige Maßnahme für den Sektor Landwirtschaft definiert. Um den Anteil an Wirtschaftsdüngern in Biogasanlagen zu erhöhen, fördert das BMEL durch den Projektträger FNR Vorhaben in folgenden Bereichen:

  • Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur energetischen und emissionsmindernden Nutzung von Wirtschaftsdüngern in Biogasanlagen,
  • Modell- und Demonstrationsvorhaben zur Erhöhung des Anteils von Wirtschaftsdüngern in Biogasanlagen,
  • Investitionen in emissionsmindernde Maßnahmen zur Vergärung von Wirtschaftsdüngern.

Derzeit (Juni 2022) begleitet die FNR 16 Projekte mit einem Fördermittelvolumen von 4,8 Mio. €. Die Mittel werden aus dem Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“ (EKF) der Bundesregierung bereitgestellt.

Biogasanlage zur Güllevergärung, Quelle: NQ-Anlagentechnik GmbH

Biogasanlage zur Güllevergärung, Quelle: NQ-Anlagentechnik GmbH

Regenerative Biokraftstoffe

Gemeinsam mit dem Projektträger VDI/VDE Innovation + Technik GmbH betreut die FNR die Förderrichtlinie zur Entwicklung regenerativer Kraftstoffe des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV). Die Richtlinie zielt vor allem auf Forschungs-, Demonstrations- und Pilotvorhaben ab, in ihrem Rahmen wird auch der Markthochlauf fortschrittlicher Biokraftstoffe unterstützt

Aktueller Förderaufruf: Biologische Methanisierung unter Nutzung von CO2-Quellen aus der Bioenergieproduktion und Wasserstoff an einem zentralen Standort zur Produktion von regenerativem Kraftstoff

Der Aufruf des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) soll dazu beitragen, biologische Methanisierung als innovative Technologie zur Herstellung von CNG- und LNG-Kraftstoffen zur Marktreife zu führen. Vorhaben können sowohl die Errichtung und den Betrieb von Pilotanlagen, deren Bezug von grünem Wasserstoff als auch eine wissenschaftliche Begleitung zur Optimierung und zur Abschätzung des ökologischen und ökonomischen Potenzials beinhalten. Der Fokus liegt auf anwendungsorientierten Projekten, deshalb richtet sich der Förderaufruf insbesondere auch an Unternehmen, etwa aus den Bereichen Anlagenbau, Komponentenherstellung (Elektrolyse, Syntheseprozesse) und Kraftstoffproduktion und -verwendung.

Der Förderaufruf „Biologische Methanisierung“ wird im Rahmen der „Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen zur Entwicklung regenerativer Kraftstoffe“ des BMDV veröffentlicht. Diese Richtlinie deckt Vorhaben zur Demonstration, Innovation und Marktvorbereitung für die gesamte Bandbreite erneuerbarer Kraftstoffe in gasförmiger und flüssiger Form für alle Verkehrsträger ab.

Projektskizzen können bis 31. Oktober 2022 eingereicht werden.

Aktueller Förderaufruf für Modell- und Demonstrationsvorhaben im Bereich Agroforst

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat am 2. Mai einen Förderaufruf zu Modell- und Demonstrationsvorhaben im Bereich Agroforstsysteme veröffentlicht. Der Aufruf ist bis zum 31.8.22 befristet.

Der Begriff Agroforstsystem beschreibt den streifenförmigen Anbau von Gehölzen auf Acker- oder Grünland. Je nach Ausgestaltung liefern die Gehölze Wert- oder Brennholz oder Nahrungsmittel.

Mit dem Förderaufruf möchte das BMEL entsprechende Modell- und Demonstrationsvorhaben als Blaupausen für weitere Standorte bereitstellen. Der Aufruf deckt drei Bereiche ab: Zum einen zielt er auf den Aufbau eines deutschlandweiten „Demonstrationsnetzwerkes Agroforst“ in Modellregionen mit einer wissenschaftlichen Begleitung und Koordinierung. Im Förderbereich 2 will das BMEL die Anlage konkreter Agroforstsysteme in diesen Modellregionen unterstützen. Der 3. Förderbereich hebt schließlich auf die Verwertung der Holz-Biomasse ab.

Nicht zuletzt zielt der Förderaufruf auf Projektverbünde, die die Wertschöpfungskette vom Gehölzanbau bis zur Holzverwertung abbilden. Um die Bildung solcher Verbünde zu unterstützen, richtet die FNR eine Partnerbörse ein. Hier können sich alle interessierten Akteure mit ihrem Schwerpunkt und Standort verzeichnen.

Agroforstsystem mit Pappeln und Erlen in der Aue des Odenbachs in Rheinland-Pfalz: Energieholz, Hochwasserschutz und Artenvielfalt. Foto: F. Wagener/IfaS

Agroforstsystem mit Pappeln und Erlen in der Aue des Odenbachs in Rheinland-Pfalz: Energieholz, Hochwasserschutz und Artenvielfalt. Foto: F. Wagener/IfaS