Infobrief der FNR 01/2022: 

Projektförderung Wald im Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe

Aktuell fördert das BMEL über das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe 175 Vorhaben mit ca. 53 Mio. €. Die Aufteilung auf die verschiedenen Bereiche ist in der Grafik dargestellt.

Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“: Aufteilung der Fördermittel für Wald-Projekte auf die Förderbereiche

Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“: Aufteilung der Fördermittel für Wald-Projekte auf die Förderbereiche

Förderrichtlinie „Waldklimafonds“

Aus dem Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“ (EKF) stehen Mittel zur Verfügung, um das Erreichen der energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung zu unterstützen. Durch den im Rahmen des EKF vom BMEL und dem BMUV gemeinsam eingesetzten Waldklimafonds werden Maßnahmen zum Erhalt und Ausbau des CO2-Minderungspotenzials von Wald und Holz sowie zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel gefördert.

Derzeit werden über den Waldklimafonds 252 Projekte mit insgesamt rund 93 Mio. € gefördert. Die Aufteilung der Projekte auf die Förderbereiche im Waldklimafonds stellt die Grafik dar.

Ein Überblick über alle aktuellen Forschungsvorhaben im Waldklimafonds bietet die Darstellung unter https://www.waldklimafonds.de/foerderung/projektdatenbank.

Baum des Jahres 2022 – Die Rotbuche

Die Rotbuche (Fagus sylvatica) ist Baum des Jahres 2022. Die Dr. Silvius Wodarz-Stiftung erkor die Baumart damit zum zweiten Mal für diesen Titel. Die konkurrenzstarke und mit enormer Wuchskraft ausgestattete Baumart – sie kann eine Höhe von bis zu 45 Metern und einen Stammdurchmesser von 1,50 Metern erreichen – hatte lange als Hoffnungsträger für den klimastabilen Mischwald gegolten. Dass sie unter der klimabedingten Trockenheit zunehmend leidet, gab für die Stiftung den Ausschlag, die Buche erneut ins öffentliche Blickfeld zu rücken.

Die Rotbuche ist zum zweiten Mal als Baum des Jahres ausgerufen worden. Foto: FNR/S.Wildermann

Die Rotbuche ist zum zweiten Mal als Baum des Jahres ausgerufen worden.

Foto: FNR/Siria Wildermann

 

Jetzt als Lernort beteiligen: Exkursionsnetzwerk Nawaro machen Schule

Die FNR hat das bundesweite Exkursionsnetzwerk „NawaRo machen Schule“ ins Leben gerufen. Das Netzwerk soll Schulklassen aller Jahrgangsstufen außerschulische Lernorte im Bereich der nachwachsenden Rohstoffe und der Bioökonomie vermitteln. Ziel ist es, das Wissen über NawaRo als wertvolle Ressource einer nachhaltigen Wirtschaft zu fördern.

Mit Hilfe des Exkursionsnetzwerks bietet die FNR Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, die energetische und stoffliche Bandbreite nachwachsender Rohstoffe außerhalb der Schule kennenzulernen. Forstbetriebe, Baumschulen, Papierhersteller, Bauernhöfe, Ölmühlen und andere Betriebe, die NawaRo erzeugen, einsetzen oder weiterverarbeiten, sind aufgerufen, sich im Exkursionsnetzwerk zu engagieren. Auch Forschungs- und Bildungseinrichtungen sind willkommen.

Lernorte registrieren sich kostenfrei auf der Webseite www.nawaro-machen-schule.de. Dort können Lehrende ab Frühjahr 2022 nach ortsnahen Exkursionszielen suchen.

Forschung für klimastabile Wälder

Der Förderaufruf „Forstpflanzenzüchtung“ im Rahmen des Waldklimafonds der Bundesministerien für Ernährung und Landwirtschaft und für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz trägt zu einer positiven Entwicklung in der Forstpflanzenzüchtung in Deutschland bei: 16 Teilvorhaben sind inzwischen angelaufen und werden mit insgesamt 8,8 Millionen Euro aus dem Waldklimafonds unterstützt.

Trockenstresstolerante Roteiche im Fokus der Forstpflanzenzüchtung:  Im Projekt „RubraSelect“ soll Vermehrungsgut dieser ursprünglich aus Nordamerika stammenden Baumart gewonnen werden. Foto: Neophytou, Charalambos

Trockenstresstolerante Roteiche im Fokus der Forstpflanzenzüchtung: Im Projekt „RubraSelect“ soll Vermehrungsgut dieser ursprünglich aus Nordamerika stammenden Baumart gewonnen werden. Foto: Neophytou, Charalambos

Anbaueignung von Atlaszeder, Libanonzeder und Baumhasel

Die Anpassung unserer Wälder an den Klimawandel ist einer der grundlegenden Forschungsschwerpunkte des BMEL. In einem vom BMEL geförderten Vorhaben wurde jetzt die Anbaueignung trockenheitstoleranter Baumarten untersucht. Zwei Zedernarten und die Baumhasel konnten dabei an vier Versuchsstandorten in Bayern und Baden-Württemberg etabliert werden.

Auswirkungen einer klimaangepassten Baumartenwahl auf die Grundwasserneubildungsmenge

Der Klimawandel erfordert neue Strategien. Trockenheitstolerante Baumarten sollen den Wald künftig stärken. Doch wie sich Douglasie und Co. auf die Grundwasserentwicklung auswirken, ist bisher kaum erforscht. Das wollen Wissenschaftler der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) gemeinsam mit der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) im Rahmen des Waldklimafonds-Projekts „KLIBW-GW“ untersuchen.

Was wie ein verkabelter Waldboden aussieht, sind Messgeräte, um das Bodenwasser zu untersuchen. Durch die verschiedenen Messmethoden des Tensiometers (lange, schräg im Boden steckende Stäbe), der TDR-Sonden (kurze, schräg im Boden steckende Stäbe) und der elektrischen Widerstandsmessung (T-Spieße mit orangefarbenen Kabeln) lassen sich Rückschlüsse zum Wassergehalt und weiteren hydrologischen Parametern des Bodens ziehen. Foto: Matthias Sack (BGR)

Was wie ein verkabelter Waldboden aussieht, sind Messgeräte, um das Bodenwasser zu untersuchen. Durch die verschiedenen Messmethoden des Tensiometers (lange, schräg im Boden steckende Stäbe), der TDR-Sonden (kurze, schräg im Boden steckende Stäbe) und der elektrischen Widerstandsmessung (T-Spieße mit orangefarbenen Kabeln) lassen sich Rückschlüsse zum Wassergehalt und weiteren hydrologischen Parametern des Bodens ziehen. Foto: Matthias Sack (BGR)

Wert und Bedeutung des Waldes für die klinische Waldtherapie als öffentliches Gesundheitskonzept

Mediziner der Berliner Charité zeigen die klinische Wirksamkeit von Waldtherapien auf. Gemeinsam mit der International Nature and Forest Therapy Alliance wollen sie mit ihrem Forschungsprojekt eine Überführung von Waldtherapien in ein deutschlandweites Gesundheitskonzept voranbringen. Das Projekt wird mit Mitteln des Waldklimafonds gefördert.

Professor Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt der Abteilung Naturheilkunde im Immanuel Krankenhaus Berlin, koordiniert das Forschungsvorhaben „Klinische Waldtherapie“ © Immanuel Albertinen Diakonie, Fotografin Anja Lehmann

Professor Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt der Abteilung Naturheilkunde im Immanuel Krankenhaus Berlin, koordiniert das Forschungsvorhaben „Klinische Waldtherapie“ © Immanuel Albertinen Diakonie, Fotografin Anja Lehmann

Vitalität der Douglasie ernsthaft gefährdet

Die optimale Vitalität der Douglasie steht im Mittelpunkt des Forschungsvorhabens VitaDou, das zu Jahresbeginn 2022 an den Start ging. Zu den Forschungsschwerpunkten gehören der Einfluss der pilzverursachten Rußigen Douglasienschütte und der Befall mit Douglasiengallmücken. Das Projekt zielt u. a. darauf ab, Zusammenhänge zwischen Erkrankungshäufigkeit, Zuwachsleistung und Waldbewirtschaftung aufzudecken, die Physiologie der Douglasienschütte und des Gallmückenbefalls unter dem Aspekt der Douglasien-Herkünfte zu charakterisieren und die Schadenstoleranz von Douglasien zu analysieren.

Die Fruchtkörper der Rußigen Douglasienschütte geben befallenen Nadeln eine rußgraue Färbung. Die Sporen der Fruchtkörper infizieren bei feuchter Witterung wiederum junge Nadeln. Foto: FVA Baden-Württemberg/Abt. Waldschutz

Die Fruchtkörper der Rußigen Douglasienschütte geben befallenen Nadeln eine rußgraue Färbung. Die Sporen der Fruchtkörper infizieren bei feuchter Witterung wiederum junge Nadeln. Foto: FVA Baden-Württemberg/Abt. Waldschutz

Alte Bäume als Kohlenstoffspeicher überschätzt?

Wissenschaftler vom Forstinstitut der Albert-Ludwigs-Universität wollen den Einfluss von dickstämmigem Alt- und Totholz auf den Kohlenstoffvorrat in Wäldern überprüfen. Hintergrund ist die Auffassung, dass die ein Prozent größten Bäume die Hälfte der oberirdischen Biomasse in Wäldern stellen. Das fußt auf Schätzungen, bei denen Stammhöhlungen unberücksichtigt blieben, die aber gerade in alten Bäumen häufig sind. Daher wollen die Freiburger gängige Biomasse-Schätzverfahren verbessern. Ihr Projekt „Habitatbaum“ wird vom Waldklimafonds unterstützt.

Dickschäftige, alte Bäume mit Totholzanteil werden häufig als Habitatbäume ausgezeichnet. Sie bieten vielen Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen einen wichtigen Lebensraum und tragen stark zur Biodiversität des Waldes bei. Doch ist der Kohlenstoffspeicher dieser Bäume wirklich so hoch wie angenommen?  Foto: Siria Wildermann/FNR

Dickschäftige, alte Bäume mit Totholzanteil werden häufig als Habitatbäume ausgezeichnet. Sie bieten vielen Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen einen wichtigen Lebensraum und tragen stark zur Biodiversität des Waldes bei. Doch ist der Kohlenstoffspeicher dieser Bäume wirklich so hoch wie angenommen? Foto: Siria Wildermann/FNR

Totholz für die nächste Waldgeneration

Hilft Totholz bei der Etablierung und Entwicklung von gesäten Eichen und Tannen? Ist eine Bodenbearbeitung für die Aussaat überhaupt möglich, wenn das Totholz auf der Fläche verbleibt? Diesen Fragen widmen sich Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena in gemeinschaftlicher Arbeit mit der Stadt Hildburghausen in Thüringen.

Junge Eiche im Stadtwald Hildburghausen im Juni 2021, Foto: Prof. Dr. Beate Michalzik

Um dem Klimawandel gewachsen zu sein, brauchen junge Sämlinge den bestmöglichen Start ins neue Baumleben. Ob und wie Totholz diese kleinen Pflanzen bei ihrem Wachstum unterstützt und schützt, ist eine zentrale Frage des Waldklimafonds-Projektes „IntegSaat“. Foto: Prof. Dr. Beate Michalzik

Projekt zur Biodiversität im Klimawald

Spätestens seit dem Sommer 2018 ist deutlich geworden, dass unsere Wälder an das verstärkte Auftreten sommerlicher Hitzewellen und Dürren angepasst werden müssen. Eine Klimawandelanpassung besteht z. B. im Anbau trockenheitstoleranterer Baumarten und Baumartenmischungen. Wenig überprüft ist bislang, was das für die reichhaltige Biodiversität der Wälder bedeutet. Freiburger Forstwissenschaftler untersuchen gegenwärtig im Waldklimafonds-Projekt „BioDiv“diesen Zusammenhang.

Die Beimischung von dürretoleranten Baumarten wie hier die Douglasie soll heimische Buchenwälder klimastabiler machen. Doch wie verändert die Mischung die Biodiversität in diesen Wäldern? Forstwissenschaftler der Universität Freiburg nehmen die biologische Vielfalt bei verschiedenen Mischverhältnissen genau unter die Lupe. Foto: Lukas Bärmann

Die Beimischung von dürretoleranten Baumarten wie hier die Douglasie soll heimische Buchenwälder klimastabiler machen. Doch wie verändert die Mischung die Biodiversität in diesen Wäldern? Forstwissenschaftler der Universität Freiburg nehmen die biologische Vielfalt bei verschiedenen Mischverhältnissen genau unter die Lupe. Foto: Lukas Bärmann

Waldwege: Optisch basierte Zustandserfassung ermöglicht vorausschauende Kostenplanung

Die Instandhaltung von Waldwegen bindet Kapital, personelle Kapazitäten und Materialressourcen der Forstbetriebe. Mit dem gesteigerten Schadholzaufkommen der zurückliegenden Jahre ist der Instandhaltungsaufwand für die Wege deutlich gewachsen. Im Projekt „Contura“ widmet sich ein Forschungs- und Praxisverbund unter Federführung der Fachhochschule Erfurt (University of applied Sciences) der Entwicklung eines Systems zur automatisierten Zustandserfassung forstlicher Wege, mit dem Waldbesitzer und Forstbetriebe Maßnahmen und Kosten zur Erhaltung ihrer Wege sicher kalkulieren können.

Das erhöhte Schadholzaufkommen belastet auch die Forstwege. Im Projekt Contura wird ein optisch basiertes System entwickelt, das vorausschauende Kostenplanung zur Wege-Instandhaltung ermöglicht. Foto: FNR/M.Kühling

Das erhöhte Schadholzaufkommen belastet auch die Forstwege. Im Projekt Contura wird ein optisch basiertes System entwickelt, das vorausschauende Kostenplanung zur Wege-Instandhaltung ermöglicht. Foto: FNR/M.Kühling

Waldbau: Optionen per App simulieren

Ein neues Dienstleistungsprogramm liefert Privatwaldbesitzenden Handlungsoptionen zur nachhaltigen Bewirtschaftung ihrer Wälder. Durch zunehmende Urbanisierung entfremden sich vor allem junge Waldbesitzende von der Bewirtschaftung ihres Waldes. Daraus erwächst erheblicher Bedarf an Unterstützung bei der nachhaltigen Sicherung der Waldfunktionen auf diesem signifikanten Anteil der Waldfläche. Das ebenso einfache wie umfassende Konzept iWald schafft hier Abhilfe.

Waldbauoptionen simulieren: Drei iWaldApps, entwickelt in einem BMEL-geförderten Forschungsprojekt, machen es möglich. Die Apps werden jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt. Foto: Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT)

Waldbauoptionen simulieren: Drei iWaldApps, entwickelt in einem BMEL-geförderten Forschungsprojekt, machen es möglich. Die Apps werden jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt. Foto: Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT)

Holzernte 4.0: Digitale Zwillinge erlauben maßgeschneiderten Mensch-Technik-Einsatz

Im Forschungsprojekt Smart Forestry wird ein clusterübergreifendes Verfahren für die intelligente und vollintegrierte Holzernte entwickelt. Die Umsetzung automatisierter Wertschöpfungsnetzwerke orientiert sich an den Prinzipien von Wald und Holz 4.0 und beruht auf der Vernetzung aller an der Holzernte beteiligten Akteure und Systeme über das „Internet der Dinge“.

Digitaler Zwilling eines Rückezugs. Der im Projekt Smart Forestry verfolgte clusterübergreifende Ansatz für die intelligente Holzernte erfordert die Entwicklung digitaler Zwillinge für Maschinen, Geräte und Prozesse aller Beteiligten. Kollage: RWTH Aachen

Digitaler Zwilling eines Rückezugs. Der im Projekt Smart Forestry verfolgte clusterübergreifende Ansatz für die intelligente Holzernte erfordert die Entwicklung digitaler Zwillinge für Maschinen, Geräte und Prozesse aller Beteiligten. Kollage: RWTH Aachen

Tagung zur Anpassung von Wäldern und Waldwirtschaft an den Klimawandel

Die Kernempfehlungen seines Gutachtens zur Anpassung von Wäldern und Waldwirtschaft an den Klimawandel stellte der Wissenschaftliche Beirat für Waldpolitik (WBW) des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) am 8. Februar 2022 öffentlich zur Diskussion. Die mit dem 150-seitigen Gutachten „Die Anpassung von Wäldern und Waldwirtschaft an den Klimawandel“ im Herbst 2021 vorgelegten Empfehlungen des Beirates sind darauf ausgerichtet, die Leistungen des Ökosystems Wald langfristig für die Gesellschaft zu sichern.

Unterricht mit Admiral und Weidenbohrer

Die Landesforst Mecklenburg-Vorpommern stellt einen neuen waldpädagogischen Bildungsbaustein zum Thema Insekten bereit. Die Materialien komplettieren eine Sammlung von bislang zwölf Bildungsbausteinen, die von der Landesforst MV zusammen mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) und Lehrkräften verschiedener Schulen entwickelt wurden. Der Bildungsbaustein richtet sich an Lehrkräfte der Klassenstufen 3 und 4 und enthält neben einer Broschüre mit Informationen zur Lebensweise von Insekten und einer Anleitung für einen dreistündigen Waldtag mit Schülern auch eine Loseblattsammlung mit Abbildungen; dazu Informationskärtchen zur Anwendung im Gelände.

Der Bildungsbaustein Insekten der Landesforst MV richtet sich an Grundschullehrer und stellt neben Faltern wie Admiral (l.) und Weidenbohrer u. a. Käfer vor, darunter den Borkenkäfer samt Fraßbildern. Zeichnungen: Katja Powils

Der Bildungsbaustein Insekten der Landesforst MV richtet sich an Grundschullehrer und stellt neben Faltern wie Admiral (l.) und Weidenbohrer u. a. Käfer vor, darunter den Borkenkäfer samt Fraßbildern. Zeichnungen: Katja Powils

Druckfrisch: FNR-Publikation zur Begründung von Waldbeständen

Waldverjüngung, Wiederbewaldung und Neuaufforstung sind Gegenstand einer aktuellen Broschüre der FNR. Die gut 100-seitige Publikation mit dem Titel „Begründung von Waldbeständen. Naturverjüngung, Saat, Pflanzung“ beleuchtet wichtige natürliche und waldbauliche Aspekte der Waldregeneration auch vor dem Hintergrund des Klimawandels.

6. KWF-Thementage

Die 6. KWF-Thementage finden vom 31. März bis 2. April 2022 unter dem Motto „Wald der Zukunft – jetzt gestalten“ in Jessen (Sachsen-Anhalt) statt. Neutral moderierte Exkursionspunkte sowie Fachforen und Workshops werden durch themenbezogene Produktpräsentationen von fachspezifischen Ausstellenden ergänzt. Die Fokusthemen sind Wiederbewaldung und Waldumbau.

WKF-Kongress

Durch den von den Bundesministerien für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL) und für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) getragenen Waldklimafonds werden zahlreiche praxisrelevante Forschungsprojekte zur Zukunft des Waldes finanziell unterstützt. In diesen Projekten wurden wichtige Forschungsergebnisse und Praxiserfahrungen gewonnen, die für den Schutz und die Bewirtschaftung eines klimaresilienten und allen seinen Leistungen gerecht werdenden Waldes essentiell sind. Diese zukunftsweisenden Erkenntnisse sollen jetzt im Rahmen eines am 11. und 12. Oktober 2022 stattfindenden Kongresses zusammengeführt, diskutiert und die Praxisrelevanz hervorgehoben werden. Ein weiteres Thema des Waldklimafonds-Kongresses ist die zukünftige Ausrichtung der Förderrichtlinie. Der Kongress richtet sich an alle Zuwendungsempfänger des Waldklimafonds.

Wissenswertes: Biodiversität im Wald

Mit dem Klimawandel stehen unseren Wäldern rasante Veränderungen bevor. Der Schlüssel zur Erhöhung der Anpassungsfähigkeit an sich ändernde Umweltbedingungen ist die biologische Vielfalt – die Schatztruhe der Natur. Der Begriff Biodiversität umfasst drei Aspekte: die genetische Vielfalt innerhalb der Arten, die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten und die Ökosystemvielfalt als Lebensräume der Organismen.

Moose, Bäume, Pilze… Die Artenvielfalt ist ein Aspekt der Biodiversität in Wäldern. Foto: Pixabay/adege

Moose, Bäume, Pilze… Die Artenvielfalt ist ein Aspekt der Biodiversität in Wäldern. Foto: Pixabay/adege

Wissenswertes: Digitalisierung

Digitaler Zwilling, Künstliche Intelligenz oder Big Data: Das sind Schlagworte einer digitalen Technologie, die Einzug in die Forstwirtschaft hält. Projekte zur Digitalisierung fördert das BMEL über die FNR. Die FNR koordiniert außerdem für die Akteure des Clusters Forst und Holz den „Runden Tisch Digitalisierung“ mit dem Ziel, Schnittstellen und Kommunikationsbrüche zu identifizieren und Standards einzuführen.

Wissenswertes: Eschentriebsterben

Die Gemeine Esche hat es schwer: Die von einem Pilz verursachte Erkrankung des Eschentriebsterbens führt zu einem drastischen Rückgang der Eschenvorkommen in hiesigen Wäldern. Wissenschaftliche Maßnahmen zum Erhalt der Esche als Wirtschaftsbaumart laufen bundesweit auf Hochtouren.

Schadbild einer stark vom Eschentriebsterben geschädigten Esche. Von der ausladenden, geschlossenen Baumkrone sind nur noch Aststümpfe mit büscheliger Restbelaubung geblieben. Um das Absterben der natürlichen Krone mit äußeren Fein- und Schwachästen auszugleichen, wird eine Sekundärkrone aus Ersatztrieben (Wasserreiser) gebildet. Foto: Sandra Peters, NW-FVA

Schadbild einer stark vom Eschentriebsterben geschädigten Esche. Von der ausladenden, geschlossenen Baumkrone sind nur noch Aststümpfe mit büscheliger Restbelaubung geblieben. Um das Absterben der natürlichen Krone mit äußeren Fein- und Schwachästen auszugleichen, wird eine Sekundärkrone aus Ersatztrieben (Wasserreiser) gebildet. Foto: Sandra Peters, NW-FVA

Wissenswertes: Wald-Ökosystemleistungen

In Ökosystemen – etwa einem Wald, Moor oder Gewässer – wirken lebendige (biotische) Organismen mit ihrem Lebensraum aus unbelebten (abiotischen) Komponenten zusammen – etwa mit Boden und Wind, Temperatur und Niederschlag. Miteinander vernetzte Stoffkreisläufe wie Wasser-, Sauerstoff-, Kohlenstoff- oder Nähstoffkreisläufe ermöglichen das ökologische Gleichgewicht in diesem System, das seinerseits von menschlichem Handeln, zunehmender Urbanisierung und Klimawandel beeinflusst wird.

Die FNR-Infografik „Ökosystemleistungen des Waldes“ gibt einen Überblick über die Leistungen des Waldes, exemplarisch dargestellt an einem Hektar Fläche

Die FNR-Infografik „Ökosystemleistungen des Waldes“ gibt einen Überblick über die Leistungen des Waldes, exemplarisch dargestellt an einem Hektar Fläche